Die Pedale an deinem Fahrrad zu wechseln, ist einfacher als du denkst und spart dir den Weg zur Werkstatt. Hier erfährst du, was du beim Wechseln der Fahrradpedale beachten musst, welche Werkzeuge du für den Austausch benötigst und wie du die neuen Pedale am Rad montierst. Das Auswechseln von Fahrradpedalen kannst du selbst innerhalb von 10 Minuten erledigen.
Warum Pedale wechseln?
Kaputte Fahrradpedale können den Spaß an einer Radtour verderben. Auch wenn Radfahrer von Block-Pedalen auf Mountainbike-Pedale oder von Trekking-Pedalen auf Klick-Pedale wechseln möchten, kann ein Austausch notwendig werden. Mit ein wenig Geschick und dem geeigneten Werkzeug ist es leicht, die Fahrrad-Pedale zu wechseln. Durch den Wechsel spart man sich den kostspieligen Gang in die Fahrradwerkstatt. Außerdem verschafft der Wechsel gerade Anfängern und handwerklichen Laien ein gutes Gefühl.
Wann sollte man die Pedale wechseln?
Wie oft man seine Pedale wechseln sollte, lässt sich nicht pauschal sagen. Manche hochwertigen Pedale halten mehrere Jahrzehnte lang, andere Fahrradpedale müssen aufgrund von Beschädigung bereits nach wenigen Wochen ausgetauscht werden. Generell gilt: Man sollte seine Pedale auf jeden Fall austauschen, wenn diese nicht mehr die nötige Haftung bieten.
Benötigtes Werkzeug und Material
Um deine Fahrradpedale auszuwechseln, benötigst du nicht viel Fahrradwerkzeug. Im Prinzip benötigst du nur wenig Werkzeug, um die Pedale an deinem Fahrrad zu wechseln. Je nach Pedal kann sich das benötigte Werkzeug unterscheiden. Entweder du nutzt einen Pedalschlüssel oder je nach Pedal-Modell einen 6er bzw. 8er Inbusschlüssel. Andere Werkzeuge zur Montage und Demontage deiner Pedale sind nicht notwendig.
- Pedalschlüssel (15 mm) oder passender Inbusschlüssel (6er oder 8er)
- Montagefett oder Montagepaste
- Optional: Kriechöl oder WD-40
- Optional: Drehmomentschlüssel
- Tuch zum Reinigen
Ein weiteres Hilfsmittel ist Montagefett oder Montagepaste, welches du auf das Gewinde der neuen Pedale auftragen solltest, um Korrosion zu vermeiden.
Im Handel sind spezielle Pedalschlüssel erhältlich. Dabei handelt es sich im Grunde um nichts anderes als gewöhnliche Maulschlüssel der Größe SW15 mit einem leicht gebogenen Kopf. Wer seine Fahrradpedale abschrauben will, kann entweder einen derartigen Pedalschlüssel oder einen herkömmlichen Maulschlüssel verwenden. Beides funktioniert.
Der Pedalschlüssel vs. normaler 15-mm-Maulschlüssel
Obwohl beide Werkzeuge eine Schlüsselweite von 15 Millimetern haben können, gibt es entscheidende Unterschiede. Ein echter Pedalschlüssel ist speziell für die Anforderungen bei der Pedalmontage konzipiert. Er ist in der Regel deutlich flacher als ein Standard-Maulschlüssel, was ihm erlaubt, auch in den engen Spalt zwischen Pedalkörper und Kurbelarm zu passen, wo ein dickerer Maulschlüssel oft nicht angesetzt werden kann. Zudem ist ein Pedalschlüssel meist wesentlich länger, was einen größeren Hebel ermöglicht. Dieser längere Hebel ist von unschätzbarem Wert, um die hohen Lösemomente von festsitzenden Pedalen aufzubringen. Ein normaler 15-Millimeter-Maulschlüssel kann bei neuen oder leichtgängigen Pedalen funktionieren, bei festsitzenden Pedalen ist der Pedalschlüssel jedoch klar das überlegene und sicherere Werkzeug.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Pedalwechsel
Schritt 1: Alte Pedale demontieren
Bevor du die neuen Pedale montieren kannst, musst du die alten abschrauben. Das Entfernen deiner alten Pedale, stellt meistens die größte Herausforderung dar. Zum einen kann es sein, dass deine Pedale komplett festgeschraubt sind und sich nicht lösen lassen.
- Stelle dein Fahrrad stabil auf dem Vorderrad und Hinterrad ab.
- Beginne mit dem rechten Pedal, auf der Antriebsseite. Benutze den 15-mm-Pedalschlüssel oder einen passenden Inbusschlüssel für deine Pedale.
- Mit Pedalschlüssel: Setze den Pedalschlüssel zwischen Pedale und Kurbelarm an und drehe ihn gegen den Uhrzeigersinn (nach unten).
- Mit Inbusschlüssel: Setze den Inbusschlüssel auf der Rückseite der Kurbel an und drehe ihn im Uhrzeigersinn.
- Die rechte Pedale kannst du abschrauben, indem du gegen den Uhrzeigersinn drehst, also nach unten.
- Als Nächstes drehst du das Fahrrad einmal um, stellst wieder stabil auf Vorder- und Hinterrad ab und gehst bei der zweiten Pedale fast genauso vor wie bei der ersten. Allerdings mit dem Unterschied, dass das Gewinde auf der linken Seite der Kurbel ein Linksgewinde hat.
- Mit Pedalschlüssel: Drehe den Schlüssel im Uhrzeigersinn (nach unten).
- Mit Inbusschlüssel: Drehe den Inbusschlüssel gegen den Uhrzeigersinn.
- Die linke Pedale löst sich, indem du den Pedal- oder Inbusschlüssel im Uhrzeigersinn drehst.
- Achte darauf, dass sich deine Knöchel nicht direkt über den Zahnrädern befinden, wenn du Kraft ausübst.
- Wenn sich deine Pedale in einem Mal mit voller Wucht löst, dann landen deine Knöchel voll in den Zahnrädern.
Tipp: Sind deine alten Pedale unbeweglich? Verwende ein bisschen Kriechöl oder WD-40 und lass es über Nacht einziehen. Noch immer unbeweglich? Versuche dann deinen Pedal- oder Inbusschlüssel mit einem Metallstab zu verlängern. Je länger der Stab, desto weniger Kraft wird benötigt.
Funktioniert das Abschrauben nicht? Sprühe dann etwas Kriechöl oder WD-40 auf die Pedale und lass es 15 Minuten einwirken.
Schritt 2: Gewinde reinigen und fetten
Jetzt, wo das Abschrauben der Pedalen hoffentlich geklappt hat, kannst du das Schraubengewinde deines Kurbelsatzes reinigen. Benutze hierfür ein altes, trockenes Tuch. Du kannst auch einen guten Entfetter verwenden. Montierst du dieselben Pedale erneut? Achte darauf, dass wirklich der komplette Schmutz und das alte Fett entfernt wurden. Schmiere danach das Schraubengewinde der Pedale gut ein mit Montagefett oder Loctite.
- Reinige die Gewinde der Kurbelarme mit einem Tuch.
- Trage Montagefett oder Montagepaste auf die Gewinde der neuen Pedale auf.
Zu den Essentials, die bei keinem Pedalwechsel fehlen dürfen, zählt Montagefett bzw. Kugellagerfett. Dieses wird vor dem Einbau der neuen Pedale mit einem Pinsel sorgfältig auf das Gewinde gegeben. Dadurch verhindert man, dass die Pedalachse und die Kurbelradgarnitur sich ineinander verhaken und nicht mehr lösen lassen.
Schritt 3: Neue Pedale montieren
Vergiss nicht bei der Montage darauf zu achten, dass du die richtige Pedale an der richtigen Seite montierst. Das Wichtigste bei der Montage bzw. Auf den Pedalen steht meistens deutlich angegeben, welche die linke und welche die rechte Pedale ist. Auf den Pedalen steht immer angegeben, welche Pedale für die linke bzw. rechte Seite bestimmt ist. Meistens siehst du ein kleines ‘L’ oder ‘R’ an einer unauffälligen Stelle auf der Pedale.
Bevor du nun die neuen Pedale montieren kannst, ist es wichtig, dass du die beiden Pedale voneinander unterscheidest. Es gibt immer eine Pedale für die linke und eine für die rechte Seite. Rechte Pedale haben ein „normales“ Gewinde, welches du durch das Bewegen im Uhrzeigersinn fest drehst. Linke Pedale hingegen haben ein Linksgewinde, welches genau in die entgegengesetzte Richtung festgeschraubt wird. In den allermeisten Fällen sind Pedale daher auch mit einem R und einem L gekennzeichnet, um dir die Montage zu erleichtern. Du musst zwingend die Pedale mit dem R an die rechte und die Pedale mit dem L an die Linke Seite deines Fahrrads schrauben. Andernfalls lassen sich die Pedale im besten Fall gar nicht erst anbringen. Im schlimmsten Fall lösen sie sich während des Fahrens und fallen einfach ab.
Unterscheidung linkes und rechtes Pedal
Der Hauptunterschied zwischen einem linken und einem rechten Fahrradpedal besteht in der Richtung des Gewindes. Beim linken Pedal zeigen die Rillen nach links oben, wenn man es auf den Boden stellt, beim rechten Pedal nach rechts oben. Die Unterscheidung ist insofern wichtig, weil dadurch sichergestellt wird, dass die Pedale sich nicht durch die Tretbewegungen beim Radfahren aus dem Gewinde lösen. Die gegenläufigen Rillen bieten hier Schutz.
Tipp: Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bei den meisten Pedalen ist eine kleine Nut, die sich beim linken Pedal am Anfang des Gewindes befindet.
Montage der Pedale
- Genau wie bei der Demontage, musst du bei der Montage die beiden Pedale in die jeweils andere Richtung drehen.
- Rechtes Pedal (R): Im Uhrzeigersinn festziehen.
- Linkes Pedal (L): Gegen den Uhrzeigersinn festziehen.
- Schraube die Pedale immer vorsichtig und nicht mit Gewalt fest.
- Das Festziehen funktioniert zum größten Teil von selbst, indem du einfach den Kurbelsatz bewegst (rückwärts treten).
- Deine Pedale dreht sich dann selbst fest.
- Reinige anschließend den Kurbelarm und mache mit einem Tuch überschüssiges Montagefett sauber.
Man setzt die gewünschten Pedale in die Kurbel - auf rechts und links achten! - und zieht sie anschließend mit dem Maulschlüssel SW15 fest. Das linke Pedal wird gegen den Uhrzeigersinn, das rechte Pedal mit dem Uhrzeigersinn festgeschraubt. Mit einem Drehmomentschlüssel lassen sich die Pedale zusätzlich festziehen.
Schritt 4: Drehmoment beachten
Grundsätzlich gilt: Wer einen Drehmomentschlüssel besitzt, sollte diesen auch benutzen. Mit einem Wert von etwa 30 Nm (Newtonmeter) liegt man in der Regel richtig. Sollten jedoch anders lautende Angaben des Pedalherstellers vorliegen, sind diese zu beachten! Ohne Drehmomentschlüssel ist es schwierig, den nötigen Druck zu beschreiben. Pedale sollten fest aber nicht übertrieben fest sitzen. Wer die Montage öfter macht, bekommt schnell ein Gefühl dafür.
Zusätzliche Tipps und Tricks
- Regelmäßige Wartung: Schraube deine Pedale alle 6 Monate los und reinige sie gründlich.
- Montagefett verwenden: Montiere neue Fahrradpedale nie ohne gutes Montagefett oder Loctite, damit verhinderst du, dass du deine Pedale in Zukunft nicht mehr losdrehen kannst.
- Knöchel schützen: Achte beim Losdrehen darauf, dass du mit deinen Knöcheln nicht über den Zahnrädern hängst. Auf diese Weise kannst du Verletzungen verhindern.
- Pedale sollten sich nach dem Ansetzen mit Handkraft einschrauben lassen. Achte darauf, dass du das Pedal gerade und im rechten Winkel zur Kurbel ansetzt. Funktioniert das nicht, ist etwas nicht in Ordnung! Gehe niemals mit Gewalt weiter vor, sondern hol dir Hilfe in der Fachwerkstatt. Das Gewinde könnte sonst beschädigt oder sogar unbrauchbar werden!
- Ein defektes Pedalgewinde kann in bestimmten Fällen repariert werden! Entweder durch Nachschneiden des Gewindes. Oder in Härtefällen sogar mit Einsatz einer speziellen Gewindehülse. Aber lass es lieber nicht darauf ankommen!
- Festsitzende Pedale, die beispielsweise vor der Montage nicht gefettet wurden, können sehr viel Kraft beim Lösen erfordern. Ein langer 15 mm Pedalschlüssel eignet sich hier meist besser als ein Innensechskantschlüssel. Eine Vorbehandlung mit WD-40 Rostlöser ist manchmal hilfreich.
FAQ: Häufige Fragen zum Pedalwechsel
Haben Pedale unterschiedliche Gewinde?
Ja. Beachten solltest Du, dass das rechte Pedal ein (normales) Rechtsgewinde hat und in den rechten Kurbelarm geschraubt wird. Das linke Pedal hat ein Linksgewinde und wird in den linken Kurbelarm geschraubt. Pedalgewinde sind standardisiert (9/16" x 20 tpi) und passen zu fast allen handelsüblichen Fahrradkurbeln. Ausnahmen findest Du nur selten an sehr günstigen oder alten Rädern - z. B. einteilige Kurbelsätze mit kleinerem Gewinde (1/2" x 20 tpi).
Wieso ist das Gewinde des linken und rechten Pedals unterschiedlich?
Das linke Pedal hat ein Linksgewinde und das rechte Pedal ein übliches Rechtsgewinde. Zum Festziehen der Pedale drehst Du die Achse in Richtung des Vorderrads - dieselbe Richtung wie beim Pedalieren. Das hat den Vorteil, dass sich die Fahrradpedale beim Pedalieren normalerweise nicht lösen.
Benötige ich zum Montieren meiner Pedale Fett?
Vor der Montage Deiner Pedale solltest Du ausreichend Montagepaste (keine Carbon-Montagepaste!) auf dem Gewinde verteilen. So verhinderst Du, dass die Gewinde durch Nässe korrodieren. Hast Du keine Montagepaste, kannst Du auch Fett verwenden - am besten Lagerfett.
Meine Pedale lassen sich nicht lösen, was kann ich tun?
Wenn sich Deine Fahrradpedale nicht lösen lassen, kannst Du Kriechöl am Gewinde verwenden. Beachte die unterschiedlichen Gewinderichtungen links und rechts! Verwende einen 15-Millimeter-Pedalschlüssel, um Deinen Hebel zu verlängern! Achte unbedingt darauf, dass Du Dich nicht verletzt, wenn sich das Pedal plötzlich löst!
Sonderfall Carbon Kurbeln
Zur Montage der Pedale besitzen Carbon Kurbeln in den Kurbelarmen Gewinde-Einsätze aus Aluminium, so genannte Inserts. Spezielle, dünne Beilagsscheiben zwischen Pedalachse und Kurbel verhindern, dass sich die harte Stahlachse beim Festziehen ins weichere Aluminium des Inserts frisst. Obligatorisch bei der Montage: Fett auf Stahlachsen beziehungsweise Montagepaste auf Titanachsen! Diese Beilagsscheiben erhälst du bei uns im Shop als Zubehör.
Übersicht der Gewinde von Fahrradpedalen
| Pedaltyp | Gewinde | Markierung |
|---|---|---|
| Rechte Pedale | Rechtsgewinde | R |
| Linke Pedale | Linksgewinde | L |
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