Shimano XT Plattformpedale PD im Test: Ein umfassender Überblick

Als zentrales Bindeglied zwischen Mensch und Mountainbike stellt das Pedal eine direkte Verbindung zwischen Fahrer und Bike her. Mountainbiker können zwischen Klick- oder Plattformpedalen (auch Flatpedals genannt) wählen. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile, je nach Können und Mountainbike-Disziplin machen entweder Klick- oder Flatpedals mehr Sinn.

Shimano Deore XT Plattform Pedale im Detail

Die Shimano Deore XT Plattform Pedale gibt es in zwei Größen: S/M (Schuhgröße 36-44) und M/L (Schuhgröße 43-48). Letzteres entspricht unserem Testmodell und schnell wird klar - die Pedale sind riesig. Aus unserer Sicht sollte man bis Schuhgröße 45 durchaus auf die kleinere und leichtere S/M-Ausführung zurückgreifen. Eine Konsequenz aus der Größe ist natürlich auch das hohe Gewicht von 485 Gramm pro Set.

Auch die Bauhöhe von 20 Millimetern ist bei den Deore am dicksten und uns passiert es immer wieder, dass wir auf dem Trail schneller an Steinen oder Wurzeln anecken als gewohnt. Im Lieferumfang sind lange und kurze Pins enthalten; für den Trail/AllMountain-, Enduro- und DH-Einsatz empfiehlt es sich klar, auf die längeren zurückzugreifen, die in der Praxis mit ordentlich Grip punkteten. Wie bei den Procraft Pedalen, lassen sich die Pins mittels Inbusschlüssel verschrauben.

Anforderungen an ein Wohlfühl-Pedal

Die wichtigsten Anforderungen an ein Wohlfühl-Pedal sind rasch eingekreist. Am spürbarsten sind Größe, Form und Beschaffenheit der Pedaloberfläche. Im Alltag kommen häufig weiche Schuhsohlen zum Einsatz, die am besten auf möglichst großer Fläche stehen. Selbst kleinere Männerschuhe sind unterm Ballen etwa zehn Zentimeter breit. Ragt der Fuß, wie beim schmalsten Pedal im Test, drei Zentimeter über die äußere Kante hinaus, fühlt sich das höchstens mit versteiften Bikeschuhen gut an.

Trittflächen und Komfort

Groß ist prinzipiell gut, und je schwerer oder trittstärker jemand ist, desto wichtiger ist eine ausreichend große Fläche - auch wenn Ergotecs flächiges Kunststoffpedal für durchschnittliche Bedürfnisse übers Ziel hinausschießt. Einen unauffälligeren Sonderweg für mehr Tret-Komfort beschreitet SQ Lab mit einem Pedal, das in verschiedenen Achslängen produziert wird. Die Idee dahinter: Wer mit den Zehen nach außen rotiert tritt, könnte mit den Fersen gegen den Rahmen stoßen, wenn der Fußballen korrekt über der Achse steht. Die weiter außen stehende Trittfläche soll eine entspannte Fuß- und Knieposition erleichtern.

Auch Unebenheiten der Trittfläche bewirken einen Komfort-Unterschied, weshalb wir das hochklassige, aber etwas zerklüftete Shimano-Tourenpedal eher für stabilere Schuhe empfehlen. Die nur 1,5 Millimeter hohen Schräubchen, die für guten Grip aus der Trittfläche herausragen, schädigen dagegen auch weiche Gummisohlen nicht. Noch stadtfeiner sind große Gummiflächen wie beim wuchtigen Look-Modell oder das immer weiter verbreitete Griptape. Das Material erinnert an sehr robustes Schleifpapier und kommt schon lange auf Skateboards oder an Treppenstufen zum Einsatz. Es glänzt mit perfektem Nässegrip auf Gummisohlen und verschleißt erstaunlich wenig. Und die griffigen Pads sind - großer Vorteil von Qualitätsprodukten - bei den Modellen von Ergotec, Moto und Procraft als Ersatzteil zu bekommen. Selbst für Vielfahrer dürfte sich das Wechselintervall in Jahren bemessen.

Kombipedale: Für wen sind sie geeignet?

Die Ausreißer im Test sind zwei Paar Kombipedale mit einer Klickpedal-Bindung und einer normalen Trittfläche. Wir empfehlen sie vor allem für den sportlichen Touren- und Reiseeinsatz, denn im Stop and Go des Stadtverkehrs ist immer ein wenig Aufmerksamkeit nötig, um auf der richtigen Seite zu landen. Beide Modelle sind mit den verbreiteten Stahl-Schuhplatten von Shimano kompatibel und durch die Bindung etwas schwerer als reine City-Pedale.

Labortest: Die 9 Pedale im Vergleich

Im Labor haben wir die technische Wertigkeit der Pedale untersucht. Bei ganzjährig benutzten Rädern ist Rost ein harter Gegner. Zwei Tage im MYBIKE-Salznebel simulieren sicher keinen kompletten Winterbetrieb, doch erste Rost-Opfer wurden sichtbar. Während das Gros der Pedale höchstens kleinflächig Flugrost an den Achsgewinden ansetzte, zeigten sich die Alu-Oberfläche und der Federmechanismus des M-Wave-Kombipedals eher schutzlos.

Was die höherwertigen Pedale unseres Testfelds von den meist billigen Teilen der Erstausrüstung unterscheidet, ist eine solide Lagerung. Bei wirklich simplen Kon­struktionen kann man von außen ins Lager schauen - eine Einladung an zerstörerisches Salzwasser.

Dichtungen und Lagerqualität

Wir haben die Testpedale nicht nur einem Dichtungstest unterzogen, sondern sie auch zerlegt. Neben den wenig gedichteten Einfach-Lagerungen bei Ergotec und Moto ähneln sich die Achs­lager des breiten Mittelfeldes (CT, M-Wave, Procraft, SQ Lab und Sixpack) sehr: Zur Kurbel hin schleift eine Gummilippe dichtend auf der Achse. Die ist im Hauptteil präzise rund geschliffen und dreht sich in einem Gleitlager aus speziellem Kunststoff oder Lagerbronze. Dieses Gleitlager trägt die Hauptlast. Am Ende nehmen ein oder zwei kleine Kugellager noch einmal Körpergewicht auf und hindern den Pedalkörper daran, einfach von der Achse zu rutschen.

Die Toplösungen von Look und Shimano funktionieren ähnlich, sind aber größer dimensioniert, noch etwas besser verarbeitet und geschmiert - und man bekommt die ganze Lagerung plus Achse als Ersatzteile. Bei diesen im Radsport bewährten Lagerungen wird so schnell nichts knarzen oder schlackern.

Die Labortests im Detail

Nicht wissenschaftlich, aber dafür praxisnah: Beim Labortest der Nachrüst-Pedale stehen Korrosion und Lagerqualität im Fokus.

Korrosionstest

Wie oft bricht tatsächlich ein Pedal mittlerer bis hoher Qualität? Nach unserer Kenntnis und Erfahrung eher selten. Weil etablierte Prüfnormen sich mit maximalem Aufwand vor allem auf solche Sicherheitsfragen konzentrieren, haben wir uns mit Hausmitteln um die Überprüfung praxisnaher Probleme bemüht. Im Korrosionstest werden die zuvor äußerlich entfetteten Pedale mehrfach einem Salz-Sprühnebel von Nordsee-Qualität ausgesetzt. Den Umfang der sichtbaren Korrosion bewerten wir.

Dichtungen der Pedallager

Zur Überprüfung der Dichtungen der Pedallager drehen sich die Achsen der fixierten Pedale etwa 10.000 Mal, während eine scheuernde Emulsion mit feinstem Sand und Tensiden auf der Dichtung steht. In vorab durchgeführten Versuchsläufen glichen die Ergebnisse den Erfahrungen mit Pedalen, die im Dauergebrauch verschlissen waren. Nach dem Korrosions- und Dichtungstest wurden die Pedale komplett zerlegt und die Lagerqualität beurteilt.

Stand auf dem Pedal

Zur Beurteilung des Stands auf dem Pedal kamen - dem Einsatzbereich der meisten Pedale entsprechend - Alltagsschuhe mit eher dünnen Gummisohlen zum Einsatz. Mit den versteiften Sohlen von Bikeschuhen wären die Unterschiede deutlich geringer.

Testergebnisse der einzelnen Pedale

Im Folgenden werden die Testergebnisse einiger der getesteten Pedale detailliert beschrieben:

1. Contec Spurt

Mit 50 Gramm Vorsprung sichert sich das hübsch gemachte „Spurt“ den Sieg beim Gewicht. Die Lagerung auf einer Kunststoff-Buchse plus kleinem Rillenkugellager ist guter Standard, die Oberfläche des Pedalkörpers schick eloxiert. Ein wenig Flugrost auf den Schlüsselflächen führt zu Punktabzug, doch ins Lager drang kein Labor-Schmutz. Trotzdem können wir das Pedal nur eingeschränkt empfehlen: Mit nur sieben Zentimeter Breite ist die Trittfläche sehr schmal, die wenigen, aber spürbaren Pins und die Pedalform an sich machen die Oberfläche für Alltagsschuhe wenig komfortabel. Auch das Fehlen von Reflektoren weist eher auf andere Einsatzbereiche hin.

Details:

  • Gewicht (Paar): 252 Gramm
  • Standfläche (Länge x Breite, max.): 9,5 x 7,5 cm
  • Extras: Vier Alu- und zwei Stahlpins pro Seite, maximal 4 mm hoch
  • Preis: 90,00 Euro

Bewertung:

  • Stand: 3 von 8
  • Korrosion: 5 von 8
  • Lagerung: 6 von 8
  • Gewicht: 8 von 8

MYBIKE-Urteil: GUT

Fazit: Hübsch, leicht und eher teuer. Gut für den Sonntags-Singlespeeder.

2. Ergotec EP 2

Ergotec übernimmt mit seinem XL-Pedal eine Nische, in der zuvor Ergon zu Hause war. Die riesige, leicht einwärts gebogene Trittfläche ist komplett mit Gripmaterial beklebt und so groß, dass der gesamte Vorderfuß draufpasst. Zwei erhöhte Teile an der Innenseite dienen als Anschlag für die Schuhsohle und definieren die richtige Fußstellung. Die Druckverteilung ist entsprechend sehr gut - es ließe sich sogar barfuß oder mit Flipflops fahren. Weniger gut ist die für diese Preisklasse etwas einfache Lagerung auf zwei Gleitbuchsen ohne zusätzliche Elastomerdichtung. In unserem Lagertest drang etwas Test-Schmutz ein.

Details:

  • Gewicht (Paar): 432 Gramm
  • Standfläche (Länge x Breite, max.): 12 x 10,5 cm
  • Extras: Gripmaterial der Oberfläche als Ersatzteil erhältlich, Reflektoren
  • Preis: 54,90 Euro

Bewertung:

  • Stand: 8 von 8
  • Korrosion: 7 von 8
  • Lagerung: 4 von 8
  • Gewicht: 5 von 8

MYBIKE-Urteil: GUT

Fazit: Nicht jeder braucht so viel Fläche und Positionierung. Doch bequem ist das Pedal definitiv.

3. Look Trail Grip

Die französische Firma Look stellte in den 80er-Jahren die ersten modernen Klickpedale für Rennradler her. Die große Erfahrung mit der Achslagerung merkt man auch dem robust konstruierten „Trail Grip“ an. Sollte die dichte, satt laufende Lagerung wider Erwarten schwächeln, wäre sie sogar als Ersatzteil erhältlich. Die Standfläche ist fast so groß wie bei Ergotec und mit (vier farblich wählbaren) austauschbaren Gummi-Oberflächen des Sohlenherstellers Vibram belegt. In der von uns getesteten „Trail“-Variante ragen acht hohe, harte Kunststoffstollen daraus hervor. Mit dünnen Sohlen sind sie unangenehm spürbar, die „Geocity“-Variante kommt ohne sie aus.

Details:

  • Gewicht (Paar): 550 Gramm
  • Standfläche (Länge x Breite, max.): 11 x 10 cm
  • Extras: Gummi-Trittflächen austauschbar, Achseinheit als Ersatzteil erhältlich
  • Preis: 60,00 Euro

Bewertung:

  • Stand: 6 von 8
  • Korrosion: 8 von 8
  • Lagerung: 8 von 8
  • Gewicht: 3 von 8

MYBIKE-Urteil: SEHR GUT

Fazit: Technisch ist das alles gut gemacht, doch mit 550 Gramm pro Paar sehr schwer. Daher eher für E-Biker mit großen Füßen.

4. Moto Urban Reflex

Ob die Form nur zufällig an ein Apple-Smartphone erinnert? Das in Berlin designte Moto-Pedal sticht durch sein reduziertes Design und sechs farblich wählbare Reflektor-Klebstreifen aus dem Angebot hervor. Mit 15 Millimeter Höhe baut es zudem superflach. So reduziert wie die Optik ist auch die Technik: Die Stahlachse läuft ohne irgendeine Gleitbuchse oder Kugellager direkt im Pedalkörper. Freunde feiner Mechanik rümpfen die Nase ob der primitiven, etwas ruckeligen Lagerung, doch im Betrieb fällt das nicht auf. Wirksam gedichtet oder üppig gefettet ist das Pedal jedoch nicht, sodass die Test-Suppe locker ins Lager schwappte und es auf Dauer beschädigt hätte. Der Stand auf der gro­ßen, griffigen Fläche ist komfortabel.

Details:

  • Gewicht (Paar): 344 Gramm
  • Standfläche (Länge x Breite, max.): 8,5 x 10 cm
  • Extras: Trittflächen und Reflexstreifen als Ersatzteile, breiter Fußriemen als Zubehör. Mehrere Reflex-Farben.
  • Preis: 55,00 Euro

Bewertung:

  • Stand: 7 von 8
  • Korrosion: 6 von 8
  • Lagerung: 2 von 8
  • Gewicht: 7 von 8

MYBIKE-Urteil: GUT

Fazit: Erfrischend anders, doch für die simple Technik eher teuer.

5. M-Wave Drag T1 Kombi

Es war Liebe auf den ersten Blick - aber auf den zweiten nicht mehr: Das zierliche Kombipedal aus dem breiten Sortiment des Großhändlers Messingschlager wirkte zunächst wie eine elegante, leichte und preiswerte Alternative zu Shimano-Produkten - zumal es deren SPD-Platten akzeptiert. Doch kein anderes Pedal litt im Korrosionstest so massiv wie dieses. Bindungsmechanik, Federn und Alu-Pedalkörper sahen nach kurzem Salznebel aus wie einen ganzen Winter gefahren. Zudem gewährt die Bindung eingeklickt sehr wenig seitliche Beweglichkeit für die Ferse, während die Turnschuh-Pedalfläche auf der Gegenseite mit 7,5 Zentimetern unbequem schmal geraten ist. Der Lieferant selbst wollte ein anderes Pedal seiner Hausmarke schicken. Wir hätten auf ihn hören sollen.

Details:

  • Gewicht (Paar): 354 Gramm
  • Standfläche (Länge x Breite, max.): 9,5 x 7,5 cm
  • Extras: Shimano-kompatible Schuhplatten inklusive
  • Preis: 50,00 Euro

Bewertung:

  • Stand: 5 von 8
  • Korrosion: 2 von 8
  • Lagerung: 6 von 8
  • Gewicht: 6 von 8

MYBIKE-Urteil: BEFRIEDIGEND

Fazit: Offenbar sind 50 Euro zu billig für ein solides, wintertaugliches Kombipedal.

6. Procraft Safety Grip Pro

Die Procraft-Pedale repräsentieren die preiswerte Seite der technischen Mittelklasse im Test. Sie sind mittelschwer und mittelgroß - aber insgesamt richtig gute Pedale fürs Stadt- und Alltagsrad. Flächig in den Kunststoffkörper verklebtes Griptape macht sie auch bei Nässe griffig, und sollte Salz im Wasser sein, widerstehen sie laut unserem Salznebeltest auch lange dem Rost. Das per Schleifdichtung geschützte Gleitlager ist mit einer Metallbuchse verstärkt und gut geschmiert, außen sitzen zwei Rillenkugellager. Die Trittfläche ist fast so groß wie bei Moto und auch mit dünnen Sohlen komfortabel, das Griptape ist als Ersatzteil erhältlich. Das Procraft-Pedal wird baugleich auch von anderen Marken wie XLC vertrieben.

Details:

  • Gewicht (Paar): 360 Gramm
  • Standfläche (Länge x Breite, max.): 7,5 x 9,5 cm
  • Extras: Reflektoren
  • Preis: 34,90 Euro

Bewertung:

  • Stand: 6 von 8
  • Korrosion: 7 von 8
  • Lagerung: 6 von 8
  • Gewicht: 6 von 8

MYBIKE-Urteil: SEHR GUT (MYBIKE-Tipp: Preis/Leistung)

Fazit: Unser Preis-Leistungs-Sieger für Stadt und Alltag.

7. Shimano Deore XT (PD-T8000)

Das Zweite der Kombipedale im Vergleich ist mehr als doppelt so teuer wie sein Konkurrent von M-Wave. Shimanos Komponentenserie „Deore XT“ gehört zum Nobelsten, was aus der Großserie an Trekking- und Tourenbikes geschraubt wird. Die Pedale „PD-T8000“ bestätigen dieses Niveau. Die ohnehin langlebigen Lager sind als Ersatzteile zu bekommen, ebenso Teile der Bindungsmechanik und sogar die Lagerkügelchen und die etwa zwei Millimeter hohen Pins der bindungslosen Seite. Unser Korrosionstest ging fast spurlos am Pedal vorüber, ebenso die Lagerprüfung. Die niedrigen Pins bieten viel Grip, ohne Gummi­sohlen zu beschädigen. Mit dünnen Sneakern sind andere Pedale komfortabler.

Details:

  • Gewicht (Paar): 425 Gramm
  • Standfläche (Länge x Breite, max.): 8 x 9 cm
  • Extras: Schuhplatten (SM-SH55) inklusive; Pins, Achs- und Bindungsteile als Ersatzteile erhältlich
  • Preis: 115,00 Euro

Bewertung:

  • Stand: 7 von 8
  • Korrosion: 7 von 8
  • Lagerung: 8 von 8
  • Gewicht: 5 von 8

MYBIKE-Urteil: SEHR GUT (MYBIKE-Tipp: Reise)

Fazit: Für Citybikes gibt es praktischere Pedale. Doch das XT-Pedal ist der Maßstab für Reisen und sportliche Touren.

Klick- vs. Plattformpedale: Eine Entscheidungshilfe

Ob man sich für Klickpedale oder Flatpedals, auch Plattfrompedale genannt, entscheidet, hängt am Ende hauptsächlich von der eigenen Vorliebe und dem Können ab. Auch die Mountainbike-Disziplin sollte nicht außer Acht gelassen werden, diese ist jedoch kein ausschlaggebender Punkt. Jede Variante hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.

Wer gerade mit dem Mountainbiken begonnen hat oder mit dem Gedanken spielt, damit zu beginnen, dem raten wir eher zu Plattformpedalen. Da der Fuß nur auf dem Pedal steht und nichts über einen Klickmechanismus verbunden ist, kann der Fuß in einer brenzlichen Situation einfach vom Pedal genommen werden. Erfahrungsgemäß tut man sich als Anfänger deutlich schwerer damit, den Fuß aus dem Klickpedal zu drehen, als Mountainbiker, die schon den ein oder anderen Trail gefahren sind und dadurch ein Verständnis für das Bike entwickelt haben.

Erfahrene Biker greifen wiederum gerne zu Klickpedalen, da diese gerade auf verblockten Trails etwas mehr Kontrolle über das Bike geben und der Fuß nicht vom Pedal rutschen kann. Cross-Country Mountainbiker greifen tendenziell eher zu Klickpedalen, da sich so effizienter pedalieren lässt. Im Gravity-Bereich sind hauptsächlich Plattformpedale an die Kurbeln geschraubt, da hier auch gerne mal in einer brenzligen Situation der Fuß vom Pedal genommen wird.

Egal, für welche Variante man sich entscheidet: Pedale und vor allem die Achsen sowie Lager stehen unter hoher Beanspruchung, und über die Zeit geht das anfängliche Fett verloren.

Empfehlungen für Klickpedale und Flatpedals

Es gibt eine Vielzahl von Optionen auf dem Markt. Hier sind einige Empfehlungen:

  • Klickpedale: Hope Union TC Trail (Testsieger)
  • Plattformpedale: Crankbrothers Stamp 7 (Testsieger)
  • Alternative Klickpedale: Shimano Deore XT PD-M8100 XC
  • Empfehlenswerte Flatpedals: Acros Flatpedals

Shimano XT PD-T8000 Kombipedal: Ein Erfahrungsbericht

Viele Jahre und in Summe mehrere zehntausend Kilometer fuhren wir an unseren MTBs und Reiserädern das bewährte Shimano Kombipedal PD-M324. Als 2018 das Shimano XT PD-T8000-Kombipedal auf den Markt kam, waren wir gespannt. Im Alltag verwenden wir fast nur die Plattformseite und sind von dem Grip selbst bei schlechtem Wetter mit Regen oder Schnee überzeugt. Die Haltbarkeit der Lager scheint uns geringer zu sein als bei bei dem älteren Shimano PD-M324 Pedalen.

Bei einem der Shimano XT PD-T8000 - Pedale lockerte sich nach 15.500 km im Einsatz während der Fahrt die Verbindung zwischen der Achse und dem Pedalkörper. Mittlerweile ist auch ein zweites Pedalpaar defekt. Für unseren Einsatzbereich sind wir mit dem Shimano XT PD-T8000-Kombipedal insgesamt sehr zufrieden. Als geringfügiges Manko sehen wir bislang nur die Haltbarkeit der Pedalachsen/Lager.

Shimano DEORE XT PD-M8120: Das Klickpedal im Detail

Shimano-Pedale mit ihrem SPD-System sind schon fast synonym mit MTB-Klickpedalen. SPD ist so weit verbreitet, dass auch viele andere Hersteller es an ihren Pedalen benutzen. Der volle Name des Pedals lautet Shimano DEORE XT PD-M8120. Mit dem Zahlen-Kauderwelsch grenzt es sich von dem Cross-Country-Pedal ohne Käfig ab. Als einziges Pedal im Test hat das Shimano keine Pins auf seinem Alu-Käfig angebracht, die Federspannung des Klick-Mechanismus lässt sich aber über eine Schraube einstellen. Der Käfig bietet ohne Pins kaum Halt für Schuhe, sollte man kurz uneingeklickt fahren und wenn man im Mechanismus drinsteht, berührt die Schuhsohle den Käfig nicht.

Die Shimano DEORE XT PD-M8120-Pedale haben sich nicht ohne Grund zum Standard unter Klickpedalen etabliert. Sie bieten einen großen Verstellbereich der Federspannung und ein definiertes Klick-Gefühl - dafür aber auch einen etwas eckigen Float. Allerdings ist die Selbstreinigung schlecht und der kleine Käfig bietet keinen guten Halt.

Weitere getestete Klickpedale im Überblick

Neben den Shimano-Pedalen wurden auch andere Klickpedale getestet und verglichen:

  • HT T1 ENDURO Race
  • Mavic Crossmax XL
  • Crankbrothers Mallet E

Jedes dieser Pedale bietet unterschiedliche Vor- und Nachteile, die je nach Fahrstil und Vorlieben des Fahrers relevant sein können.

Tabelle: Vergleich ausgewählter Pedale

Pedal Gewicht (Paar) Besonderheiten MYBIKE-Urteil
Contec Spurt 252 Gramm Leicht, schmale Trittfläche GUT
Ergotec EP 2 432 Gramm Große Trittfläche, bequem GUT
Look Trail Grip 550 Gramm Robust, austauschbare Gummi-Trittflächen SEHR GUT
Moto Urban Reflex 344 Gramm Reduziertes Design, flach GUT
Procraft Safety Grip Pro 360 Gramm Preiswert, griffig SEHR GUT
Shimano Deore XT (PD-T8000) 425 Gramm Langlebig, Ersatzteile erhältlich SEHR GUT

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