Shimano XT Schalt-Bremshebel 9-fach im Test: Eine umfassende Analyse

Die Shimano Deore XT hat eine lange Tradition als Premiumprodukt im Bereich der Kettenschaltungen und erfreut sich grosser Beliebtheit bei Tourenfahrern und Mountainbikern. Seit der Einführung der ersten, speziell für den Mountainbike-Einsatz entwickelten Schaltgruppe Deore XT vor 33 Jahren hat sich viel getan. Die Kette kletterte von 8 über 9 bis zu 10 Ritzeln bei der letzten Evolutionsstufe.

In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die Shimano XT Schalt-Bremshebel 9-fach, beleuchten ihre Eigenschaften, Leistung und diskutieren, ob es sich lohnt, diese noch auf Lager zu legen, angesichts der Tatsache, dass die besseren 9-fach Shimano Komponenten (XT, SLX, Deore) auslaufen.

Verfügbarkeit und Alternativen

Viele Nutzer haben festgestellt, dass es schwierig geworden ist, neue XT 9-fach MTB Hebel zu finden. Stattdessen muss man sich auf dem Gebrauchtmarkt umschauen oder auf die Hebel der günstigeren Gruppen ausweichen. Es gibt jedoch Alternativen:

  • Gebrauchte Hebel (teilweise ohne Ganganzeige)
  • Neue Hebel mit Ganganzeige (demontierbar)
  • Paul Thumbies mit 9-fach Shimano Barends oder Unterrohrschalthebeln

Kompatibilität und Austauschbarkeit

Eine zentrale Frage ist, ob verschiedene Shimano Schalthebel untereinander austauschbar sind. Grundsätzlich ist es möglich, verschiedene Hebel, wie SL-M310 (8-fach), SL-M530, SL-M590 und SL-M770-A, bei Bedarf durch einen SL-M770A 9-fach zu ersetzen. Bei Shimano hatten sowohl bei den MTB- als auch den Rennradkomponenten alle den gleichen Seilweg.

Vor- und Nachteile eines Umstiegs auf 10-fach

Einige Nutzer ziehen einen Umstieg auf 10-fach in Betracht, wenn Neuteile benötigt werden. Dies bringt jedoch einige Überlegungen mit sich:

  • Vorteile: Besseres Schaltverhalten, längere Lebensdauer, größere Fehlertoleranz, mehr Auswahl bei Übersetzungsabstufungen.
  • Nachteile: MTB-Teile und Rennradteile sind nicht mehr kombinierbar.

Es gibt jedoch auch Argumente gegen einen Umstieg auf 10-fach. Für manche Fahrer ist ein Zweifach-Kettenblatt nicht ideal, und die Notwendigkeit, eine weitere Vorratslinie für Ersatzteile anzulegen, ist ebenfalls ein wichtiger Faktor.

Alternativen von Microshift

Eine weitere Option sind Microshift Shifter. Es ist ratsam, Erfahrungen mit diesen zu sammeln, bevor man eine Entscheidung trifft.

Die neue Shimano XT M8000 Gruppe im Detail

Die Shimano M8000 wird die erste XT-Gruppe sein, bei der sich insgesamt 11 Ritzel, mit maximal 42 Zähnen, auf dem Freilauf drängeln. Optisch hat sich einiges getan: Mattschwarze Oberflächen und ein klares Design geben dem Fahrer schon beinahe etwas Shimano XTR-Feeling.

Die wichtigsten Änderungen und Verbesserungen umfassen:

  • Design der Kurbel: Der Spider ist jetzt als 1-, 2- oder 3-fach Variante erhältlich und nimmt deutliche Anleihen bei Shimanos Top-Gruppe.
  • Umwerfer: Der wird jetzt nicht mehr klassisch von oben, sondern wie bei der XTR, von der Seite angelenkt, was den Rahmendesignern mehr Freiraum bei der Hinterbau-Konstruktion bieten soll.
  • Schalthebel: Optisch mittlerweile kaum mehr von XTR-Hebeln zu unterscheiden.

Erster Fahrtest der Shimano Deore XT

Beim Ausrichten der Schalthebel fällt der Blick auf die überarbeitete I-Spec-II-Schelle. Die fällt im Vergleich zur Vorgängerin etwas filigraner aus. Der eigentliche Benefit ist aber der erweiterte Verstellbereich. Zudem gibt es zwei Positionen zur Befestigung des Schalthebels. Innen oder weiter außen. Damit sollte nun wirklich jeder die optimale Position am Lenker finden können.

Leichtere Schaltvorgänge, erhöhte Kettenspannung

20 Prozent leichter sollen die Schaltvorgänge mit der neuen Shimano XT ablaufen. Scheinbar konnten die Shimano-Ingenieure den Leerweg beim Schalten nochmals etwas verkürzen. Bereits nach wenigen Millimetern liegt der Zug am Schalthebel an. Leichtgängig und geschmeidig wandert die Kette ohne spürbares Rasseln bis aufs elfte Ritzel.

Leichtgängiger Side-Swing-Umwerfer

Eine Neuerung gibt es auch beim Umwerfer: der wird jetzt von der Seite her angelenkt. Der Zug läuft dadurch direkter und weniger umgelenkt zum Umwerfer. 50 Prozent mehr Kraft will Shimano auf diesem Weg aufbringen. Tatsächlich lässt sich die Kette sehr leicht aufs größere Kettenblatt schieben.

Test-Fazit der neuen Shimano XT-Schaltung

Die verbesserte Hebel-Ergonomie und die zahlreichen Verstellmöglichkeiten am Schalthebel sind definitiv ein Highlight. Knackig, schnell und definiert: bei den Schaltvorgängen rückt die M8000 noch ein Stückchen näher an die Shimano XTR heran.

Preisgestaltung und Ausstattung

Die Shimano XT-Gruppe ist preislich nicht im Einsteigersegment zu finden. Kommt mehr als nur ein Alibi-XT-Schaltwerk zum Einsatz, dann kann man ehrlich von einem „XT-Rad“ sprechen. Direktvermarkter wie Radon oder Rose bieten hier preislich attraktive Alternativen.

Preisbeispiele im Test:

Modell Besonderheiten Preis
Victoria Trekking 8.7 Verkörpert ein "XT-Rad" Ca. 2000 Euro
Radon (Direktvermarkter) Exzellente Ausstattung 1600 Euro
Rose Multistreet Perfekt verarbeiteter Alurahmen plus Carbongabel, komplette XT-Gruppe Mehr als 2000 Euro (teuerstes Rad im Test)
Stevens Avantgarde Komponenten-Mix mit günstigeren Deore-Bremsen -

Fazit

Die Shimano XT Schalt-Bremshebel 9-fach sind nach wie vor eine ausgezeichnete Wahl für Fahrer, die Wert auf Zuverlässigkeit, Leistung und Langlebigkeit legen. Obwohl die Verfügbarkeit neuer Komponenten abnimmt, gibt es auf dem Gebrauchtmarkt und bei alternativen Herstellern noch Optionen. Ein Umstieg auf 10-fach sollte gut überlegt sein, da er sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. Letztendlich hängt die beste Wahl von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben des Fahrers ab.

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