Shimano XT Schaltung Kette Springt: Ursachen und Lösungen

Kettenrasseln und hakelige Gangwechsel können einem die schönste Tour vermiesen. Wer an den richtigen Schrauben ansetzt, kann in wenigen Schritten die Schalt-Performance erheblich verbessern. Wir zeigen, wie die Kette leise und geschmeidig läuft.

Ursachenforschung bei springender Kette

Im Falle einer springenden Fahrradkette ist der erste Schritt, sich auf die Suche nach der Ursache zu begeben. Oftmals ist eine falsch eingestellte Schaltzugspannung schuld an der springenden Kette. In den meisten Fällen springt die Kette am hinteren Schaltwerk, die vorderen Kettenblätter stehen für gewöhnlich zu weit auseinander.

Schaltwerk einstellen

Springt die Kette über das erste oder letzte Ritzel muss zunächst der Schaltbereich am Schaltwerk eingestellt werden. Springt die Kette weiterhin muss wahrscheinlich die Zugspannung eingestellt werden. Die Einstellschrauben für diesen Vorgang befinden sich für gewöhnlich am Lenker, direkt am Schalthebel. Durch das Drehen an der Schraube wird die Spannung erhöht bzw. gelöst. An dieser Stelle ist Fingerspitzengefühl und vor allem Geduld gefragt.

Um die richtige und saubere Einstellung zu finden, sollten Sie die Schraube jeweils um ¼ Drehung bewegen und anschließend alle Gänge durchtesten. Stellen Sie im Anschluss den letzten sauber schaltbaren Gang vor dem Kettensprung ein.

Schaltauge überprüfen

Das Schaltauge verbindet am Fahrrad den Rahmen und die Schaltung - genau genommen das Schaltwerk. Ist das Schaltauge - das meist aus Aluminium besteht und den Rahmen bei Stürzen schützen soll - stark verbogen, geht beim Schalten so gut wie nichts mehr. Am besten, man besorgt sich für den Fall der Fälle schon mal ein Austauschschaltauge (Achtung: Je nach Hersteller und Modell unterschiedlich!) und steckt es ins Werkzeugfach des Bike-Rucksacks.

Das Schaltauge ist ein unscheinbares Teilchen am Mountainbike, das oft dafür verantwortlich ist, dass die Schaltung nicht einwandfrei funktioniert. Man bemerkt es aber sofort, wenn es verbogen oder gebrochen ist.

Was ist ein Schaltauge am MTB und wann geht es kaputt?

Ein Schaltauge findet sich an jedem Bike. Oft wird es übersehen. Und doch kommt ihm eine entscheidende Funktion zu. Das Schalt­auge fungiert als Sollbruchstelle zwischen Rahmen und Schaltwerk. Es soll beide vor gröberen Schäden schützen, wenn das Schaltwerk etwa an einer Wurzel oder einem Ast hängen bleibt. Deshalb ist das Schaltauge aus sprödem Material gefertigt. Wird die Belastung zu hoch, bricht es. Bevor es knackt, kann es aber auch verbiegen. Dann funktioniert die Mountainbike-Schaltung nur noch eingeschränkt, da die Flucht von Schaltwerk und Ritzeln nicht mehr stimmt. Bisweilen sind Schaltaugen sogar im Neuzustand leicht verbogen. Um sie behutsam auszurichten, arbeitet man am besten mit einem speziellen Richtwerkzeug. Stark verbogene Exemplare tauscht man besser aus.

Zum Ausrichten des Schaltauges muss das Hinterrad gerade im Rahmen sitzen, und es sollte keinen Seitenschlag haben. Danach wird mit der Richtlehre oben und unten an der Felge Maß genommen. Ist das Schalt­auge gerade, sollte der Abstand der Lehre zur Felge überall gleich sein. Falls nicht, das Schaltauge vorsichtig zurechtbiegen.

Bei stark verbogenen oder gebrochenen Schaltaugen hilft nur ein Tausch. Es gibt abhängig vom Bike-Rahmen unzählige Schaltaugentypen. Am besten besorgt man sich schon vor dem Defekt eines auf Reserve. Bei der Montage Drehmomentangabe des Herstellers beachten.

Abstand zwischen Schaltwerk & Kassette

Für eine einwandfreie Funktion des Schaltwerks an einer Mountainbike-Schaltung ist der Abstand zwischen Schaltwerk und Kassette wichtig. Sram bietet für seine Eagle 1x12 MTB-Schaltwerke eine Montagemesslehre aus Kunststoff (Sram Chaingap Tool) an. Damit lässt sich der Abstand vom Schaltwerk zum Ritzelpaket haargenau einstellen.

Weitere mögliche Ursachen

Das Schaltwerk funktioniert trotz korrekter Einstellung immer noch nicht? Weitere Gründe können verschlissene Ketten oder Ritzel sein. Und auch verschmutzte oder abgenutzte Schaltzüge verschlechtern die Schaltungsfunktion.

Neuer Antrieb und Probleme?

Nach ca. 6500 km mit dem aktuellen Rad, war es nötig, den Antrieb zu wechseln. Neue Kette, neue Kettenblätter, neue Kassette wurden verbaut. Die neue Kette wurde auf die gleiche Länge gebracht, wie die alte Kette. Nicht nebeneinander gehalten. Sondern Glieder gezählt und entsprechend gekürzt. Alle Gänge schalten auch sonst einwandfrei. Problem gibt es nur bei bestimmten Ritzeln.

Bei der neuen Kassette ist ein Unterschied aufgefallen: In der Nähe der "Problemritzel" befindet sich eine Art "Spacer". An der alten Kassette befand sich an der entsprechenden Stelle eine Art fester Spacer, der mit dem entsprechenden Ritzel verbunden war.

Mögliche Lösungsansätze bei neuen Antrieben

  • Schaltauge überprüfen (lassen)
  • Spannung auf den Zug erhöhen
  • Kontrollieren, ob der Zug angerissen ist
  • Abstand zwischen den Ritzeln prüfen
  • Spacer der Kassette prüfen
  • Hinterrad auf korrekten Sitz prüfen

Verschleiß und Defekte

Wie alle anderen Gebrauchsgegenstände unterliegt auch das Fahrrad gewissen negativen Einflüssen, wie zum Beispiel Verschleiß oder aber auch einfach nur „dem Zahn der Zeit“. Dabei kommt es nicht immer darauf an, ob Sie Viel- oder Gelegenheitsfahrer sind.

Zuviel Respekt vor der Technik hält gerade Hobbybiker oftmals ab, selbst Hand anzulegen. Dabei lohnt sich ein genauer Blick um festzustellen, dass ein Problem mit etwas Einsatz und der nötigen Geduld manchmal gar nicht so unlösbar ist wie es scheint. Mit unseren Ratgebern und Anleitungen versuchen wir, Sie dabei bestmöglich zu unterstützen.

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