Shimano XT Schaltwerk wechseln: Eine detaillierte Anleitung

Damit die Gangschaltung am Fahrrad reibungslos funktioniert und sich alle Gänge sauber schalten lassen, muss neben Schaltwerk, Schalthebel und Umwerfer auch der Schaltzug inklusive seiner Außenhülle intakt sein.

Wann sollte man das Schaltwerk wechseln?

Das Schaltwerk eines Fahrrades ist das zentrale Element der Gangschaltung und ein recht empfindliches Bauteil. Aufgrund der Bodennähe ist es, gerade bei Fahrradtouren, die abseits von Straßen stattfinden, extremen Belastungen wie Dreck und Schmutz ausgesetzt. Da das Schaltwerk etwas vom Fahrrad absteht, besteht die Gefahr, damit irgendwo hängen zu bleiben bzw. kann es bei einem Unfall oder Sturz schnell beschädigigt werden.

Ein Stein, ein Baumstamm oder gar ein Ast können das Schaltwerk auf einem technischen Trail mit engen Passagen schnell beschädigen oder gar abreißen. Dann ist schnelle Hilfe angesagt, um die Weiterfahrt zu ermöglichen. Das Schaltwerk gehört zu den Teilen am Bike, das sich sehr schnell wechseln lässt, aber auch anfällig für Beschädigungen ist.

Vorbereitung und Werkzeug

Bevor es losgeht, ist es wichtig, das richtige Werkzeug bereitzulegen.

Werkzeugliste:

  • Zughüllenschneider (Cable Cutter)
  • Inbussatz
  • Kreuzschlitz-Schraubendreher
  • Drehmomentschlüssel
  • Klebeband

Materialliste:

  • Schaltzugset
  • Liner
  • Zugendhülsen
  • Endkappen
  • Teflonspray oder Silikonöl

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wechseln des Schaltwerks

  1. Schritt 1: Zug entlasten

    Vor dem Ausbau des alten Zugs müssen Sie auf das kleinste Ritzel schalten. Betätigen Sie den oberen Hebel so oft, bis keine Schaltstufe mehr möglich ist. Dann liegt die Plombe am oberen Zugende in der richtigen Position und kann später herausgeschoben werden.

  2. Schritt 2: Schaltzug lösen

    Knipsen Sie die Endkappe am unteren Zugende ab. Als Werkzeug empfiehlt sich ein Kabelschneider. Danach müssen Sie die Klemmschraube mit einem 5-mm-Inbus lösen. Drehen Sie die Schraube aber nur so weit, bis sich der Zug locker aus der Klemmung ziehen lässt.

  3. Schritt 3: Ausfädeln

    Öffnen Sie mittels Kreuzschlitz-Schraubendreher die kleine Plastik-Abdeckschraube, die Sie bei Shimano-Schaltungen zwischen den Hebeln finden. Schieben Sie danach von hinten den Zug heraus, bis oben an der Öffnung die kleine Plombe erscheint.

  4. Schritt 4: Zughülle mobilisieren

    Selbst bei komplett innenverlegten Zügen sollten Sie prüfen, ob Sie auch die Hülle tauschen müssen. Wenn nicht, können Sie etwas Silikonöl in das obere Ende geben. Dann läuft der neue Zug geschmeidiger und ist besser vor Korrosion geschützt.

  5. Schritt 5: Einfädeln

    Fädeln Sie den Zug zuerst in den Schalthebel ein - gehen Sie dabei in umgekehrter Reihenfolge wie in Schritt drei vor. Hebel verschließen. Dann in Hülle einfädeln. Auf deren Ende eine gedichtete Endkappe aufsetzen (Shimano: eine mit vier Rillen an der Seitenwand, ungedichtete haben zwei).

  6. Schritt 6: Justageschraube herausdrehen

    Am Schalthebel befindet sich eine Einstellschraube. Drehen Sie sie raus, erhöhen Sie die Zugspannung. Drehen Sie sie hinein, lässt die Spannung nach. Drehen Sie die Schraube komplett rein und dann wieder eine Umdrehung raus, bevor Sie den Zug befestigen.

  7. Schritt 7: Zug befestigen

    Führen Sie den Zug am Schaltwerk durch die Führung unter der Klemmung hindurch. Sobald er richtig sitzt, können Sie die Klemmschraube wieder anziehen. Achten Sie darauf, dass der Zug nur leicht gespannt ist. Zum Schutz eine Metallkappe auf das Zugende knipsen.

  8. Schritt 8: Schaltung einstellen

    Schalten Sie jeden Gang durch. Falls das Schaltwerk unsauber arbeitet, müssen Sie die Zugspannung regulieren. Am besten geht der Check auf dem dritt- und viertkleinsten Ritzel. Die Zähne müssen exakt in der Mitte der Kettenlaschen stehen.

  9. Schritt 9: Montage des Schaltwerks

    Die Auflagefläche für das Schaltauge muss von jeglichem Schmutz und Dreck befreit sein. Setzen Sie nun das Shimano Schaltwerk zur Montage in die Aussparung des Schaltauges ein. Hier dann - erst einmal leicht - verschrauben. Jetzt die Fahrradkette öffnen und sie durch die Führungsröllchen führen. Jetzt muss das Schaltwerk von Shimano eingestellt werden: Dazu stellen Sie den Schalthebel erst einmal auf den 1. Gang ein und legen die Kette auf das größte Ritzel. Dann kann der Schaltzug in das Schaltwerk eingespannt werden.

  10. Schritt 10: Feineinstellung des Schaltwerks

    Es befinden sich zwei kleine Einstellschrauben am Shimano-Schaltwerk mit denen das obere Leitröllchen ganz genau unter das größte Ritzel positioniert wird. Zwischen den beiden Zahnrädern sollte ein Abstand von etwa 1,5 Kettengliedern eingehalten werden. So schnell ist bereits die Montage samt grober Einstellung des Shimano-Schaltwerks durchgeführt.

Wichtige Hinweise

  • Kompatibilität: Alle Teile des Antriebs und der Schaltung müssen zueinander kompatibel sein. Schaltwerk und Schaltgriff müssen vom gleichen Hersteller und idealerweise aus der gleichen Serie stammen. Essenziell sind hier aber die Schaltstufen: ein 12-fach Schaltwerk kann nur von einem 12-fach-Schaltgriff gleichen Herstellers angesteuert werden; es kann ausschließlich eine 12-fach-Kassette und -Kette benutzt werden.
  • Shimano- und SRAM-Bauteile können NICHT gemixt werden.
  • Zugspannung: Befindet sich das Schaltwerk mit dem Röllchen unter dem kleinsten Ritzel, soll der Schaltzug minimal vorgespannt sein.

Fehlerbehebung und Tipps

Wenn die Gangschaltung hakt, ist gegebenenfalls der Schaltzug verschlissen und/oder mit der Außenhülle verklebt. In diesem Fall ist es Zeit, den Schaltzug am Fahrrad zu wechseln.

Mögliche Ursachen für Schaltprobleme:

  • Verschmutzte oder schlecht geschmierte Kette
  • Verschlissene Kassette oder Kette
  • Verbogenes Schaltauge
  • Falsche Zugspannung
  • Inkompatible Komponenten

Ein kleiner und sinnvoller Tipp zum Schluss: Wenn Sie sich mit Reparaturarbeiten am Fahrrad noch nicht so gut auskennen, ist es immer sinnvoll, vor jeder Demontage von Teilen am Fahrrad Fotos vom ursprünglichen Aufbau zu machen. Einzelteile können beim ordentlichen beiseitelegen ggf. mit einer Beschriftung später gut erkannt und wieder angebaut werden. So wird das Risiko verkleinert, sich beim Zusammenbauen mit ähnlichen Teilen zu vertun bzw. evtl.

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