Shimano XT Schaltzug hinten wechseln – Eine ausführliche Anleitung

Innen liegende Schaltzüge verleihen dem Bike eine aufgeräumte Optik. Doch der edle Look hat seinen Preis: Ist der Schaltzug ab oder verschlissen, kann es schon mal vorkommen, dass einem beim Erneuern auch der Geduldsfaden reißt.

Denn den Zug durch das Rahmeninnere zum Ausgang zu friemeln, erfordert Geschick und gute Nerven. Umso wichtiger ist es, den Schaltzugwechsel mit der richtigen Strategie anzugehen.

Höchste Zeit für einen neuen Schaltzug wird es, wenn Schmutz und Verschleiß die Reibung erhöhen und Schalten nur noch mit viel Daumenkraft möglich ist, oder beim Wechsel auf ein kleineres Ritzel die Kette nur widerwillig nach unten wandert.

Am unkompliziertesten ist der Tausch, wenn die Züge außerhalb des Rahmens verlaufen. Wer beim Wechsel von innen verlegten Zügen leichtsinnig den alten Bowdenzug aus dem Rahmen zieht, kann unter Umständen Stunden damit verbringen, den neuen wieder korrekt durch den Rahmen zu führen. Die folgende Anleitung hilft, derartige Werkstattpannen zu vermeiden.

Die Grundlagen: Bowdenzug und Schaltzug

Der Bowdenzug besteht aus einer schwarzen Kunststoffhülle und dem Stahlkabel, das den Schaltzug bildet. Sowohl der Schaltzug, als auch die Außenhülle sind Verschleißteile. In der Regel wechselt man beide Bestandteile immer gleichzeitig.

Wenn die Außenhülle vom Schalthebel bis zum Schaltwerk nicht unterbrochen ist, spricht man von innenliegenden Zügen mit einer durchgehenden Außenhülle (A). Bei manchen Bikes endet die Außenhülle aber, wenn der Schaltzug im Rahmen verschwindet und beginnt erst bei seinem Austritt wieder.

Bei frei liegenden Zügen (B) im Inneren des Rahmens fädelt man einen sogenannten Liner als Ersatz für die Außenhülle über den Schaltzug. In den Liner lässt sich dann der neue Schaltzug schieben, nachdem der alte entfernt wurde.

Die nachfolgend beschriebenen Arbeitsschritte zum Wechsel der innen liegenden Züge sind auf durchgehende Außenhüllen (A) abgestimmt.

Werkzeug & Material

Um einen Schaltzug am Mountainbike zu tauschen, benötigt man folgendes Werkzeug und Material:

  • Zughüllenschneider (Cable Cutter)
  • Inbussatz
  • Kreuzschlitz-Schraubendreher
  • Klebeband
  • Teflonspray oder Silikonöl
  • Schaltzugset
  • Liner (für Züge ohne durchgehende Außenhülle)
  • Zugendhülsen
  • Endkappen

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wechseln des Schaltzugs

  1. Zug entlasten: Vor dem Ausbau des alten Zugs müssen Sie auf das kleinste Ritzel schalten. Betätigen Sie den oberen Hebel so oft, bis keine Schaltstufe mehr möglich ist. Dann liegt die Plombe am oberen Zugende in der richtigen Position und kann später herausgeschoben werden.
  2. Schaltzug lösen: Knipsen Sie die Endkappe am unteren Zugende ab. Als Werkzeug empfiehlt sich ein Kabelschneider. Danach müssen Sie die Klemmschraube mit einem 5-mm-Inbus lösen. Drehen Sie die Schraube aber nur so weit, bis sich der Zug locker aus der Klemmung ziehen lässt.
  3. Ausfädeln: Öffnen Sie mittels Kreuzschlitz-Schraubendreher die kleine Plastik-Abdeckschraube, die Sie bei Shimano-Schaltungen zwischen den Hebeln finden. Schieben Sie danach von hinten den Zug heraus, bis oben an der Öffnung die kleine Plombe erscheint.
  4. Zughülle mobilisieren: Selbst bei komplett innenverlegten Zügen sollten Sie prüfen, ob Sie auch die Hülle tauschen müssen. Wenn nicht, können Sie etwas Silikonöl in das obere Ende geben. Dann läuft der neue Zug geschmeidiger und ist besser vor Korrosion geschützt.
  5. Einfädeln: Fädeln Sie den Zug zuerst in den Schalthebel ein - gehen Sie dabei in umgekehrter Reihenfolge wie in Schritt drei vor. Hebel verschließen. Dann in Hülle einfädeln. Auf deren Ende eine gedichtete Endkappe aufsetzen (Shimano: eine mit vier Rillen an der Seitenwand, ungedichtete haben zwei).
  6. Justageschraube herausdrehen: Am Schalthebel befindet sich eine Einstellschraube. Drehen Sie sie raus, erhöhen Sie die Zugspannung. Drehen Sie sie hinein, lässt die Spannung nach. Drehen Sie die Schraube komplett rein und dann wieder eine Umdrehung raus, bevor Sie den Zug befestigen.
  7. Zug befestigen: Führen Sie den Zug am Schaltwerk durch die Führung unter der Klemmung hindurch. Sobald er richtig sitzt, können Sie die Klemmschraube wieder anziehen. Achten Sie darauf, dass der Zug nur leicht gespannt ist. Zum Schutz eine Metallkappe auf das Zugende knipsen.
  8. Schaltung einstellen: Schalten Sie jeden Gang durch. Falls das Schaltwerk unsauber arbeitet, müssen Sie die Zugspannung regulieren. Am besten geht der Check auf dem dritt- und viertkleinsten Ritzel. Die Zähne müssen exakt in der Mitte der Kettenlaschen stehen.

Besonderheiten bei SRAM-Schaltungen

Bei neueren Sram-Schalthebeln - etwa XX1, X01 oder GX - müssen Sie zuerst die Abdeckkappe abnehmen, um an die Mechanik zu kommen. Dann können Sie die Plombe am Zugende unter der Spiralfeder herausholen und den ganzen Zug aus der Führung ziehen.

Bei Schaltwerken von Sram müssen Sie den Zug in der Regel über eine Umlenkung führen, bevor Sie ihn an der Klemmung einfädeln können. Trotzdem gilt wie bei Shimano, dass Sie den Zug nicht zu stark spannen dürfen.

Tipps und Tricks für den Schaltzugwechsel

  • Kein Klappern: Mit einer dünnen Schaumstoffhülle (zum Beispiel von Jagwire oder Capgo) lässt sich nerviges Klappern von Zügen schnell und einfach abstellen.
  • Umzugshelfer: Hilfreiche Tools für den Schaltzug-Wechsel können viel Zeit sparen.
  • Magnet: Sollte der Zug doch mal im Rahmen verloren gehen, kann man versuchen, ihn mit einem Magneten zu angeln.
  • Liner: Zum Wechsel des Schaltzugs wird der Liner über den alten Zug geschoben und später als Führung für den neuen Zug verwendet.
  • Gebogene Speiche: Manchmal helfen Hausmittel am besten.

Die Problematik innenverlegter Züge

Bei immer mehr Mountainbikes verlaufen die Schaltzüge jedoch im Inneren des Rahmens, was die Sache deutlich komplizierter macht. Wer beim Schaltzug-Wechsel nämlich leichtsinnig den alten Bowdenzug aus dem Rahmen zieht, kann Stunden damit verbringen, das neue Schaltseil wieder korrekt durch den Rahmen zu fädeln. Mit dem richtigen Wissen gelingt der Wechsel dagegen in wenigen Minuten - und ohne Spezialwerkzeug.

Es gibt spezielle Werkzeuge, die den Wechsel erleichtern:

  • Park Tool IR-1.2: Züge, Hüllen oder elektrische Kabel können so per Magnet durch den Rahmen geführt werden.
  • Jagwire Ersatz-Liner: Beim Zugwechsel wird die Kunststoffhülle zum unverzichtbaren Hilfsmittel.
  • Jagwire Routing Tool: Zwei Magnete und Anschlüsse für Innenzüge und Außenhüllen verpackt Jagwire im handlichen Kunststoffstift.

Wartung und Pflege der Schaltung

Ob Shimano- oder SRAM-Antrieb: Die Kettenschaltung am Mountainbike oder E-MTB sauber einzustellen, sollte zum Standard-Repertoire gehören. Die Schaltung eines Fahrrads ist ein etwas komplexeres System, in dem mehrere mechanische Bauteile zusammenwirken.

Diese müssen optimal aufeinander eingestellt sein, um das Konzept Kettenschaltung reibungsarm und effizient werkeln zu lassen. Essenziell ist das mechanische Verständnis. Drehe nicht nur an der Schraube, sondern schau, was genau dann passiert. Welchen Einfluss hat welche Schraube aufs System?

Kompatibilität

Um Deine Schaltung bestmöglich einstellen zu können, gibt es ein paar Voraussetzungen. Alle Teile des Antriebs und der Schaltung müssen zueinander kompatibel sein. Schaltwerk und Schaltgriff müssen vom gleichen Hersteller und idealerweise aus der gleichen Serie stammen.

Essenziell sind hier aber die Schaltstufen: ein 12-fach Schaltwerk kann nur von einem 12-fach-Schaltgriff gleichen Herstellers angesteuert werden; es kann ausschließlich eine 12-fach-Kassette und -Kette benutzt werden. Shimano- und SRAM-Bauteile können NICHT gemixt werden.

Pflege und Schmierung

Grobe Verschmutzungen, insbesondere an Ritzeln, Kette und Schaltröllchen, können Probleme beim Schalten verursachen. Eine gründliche Reinigung ist daher obligatorisch. Für geschmeidige Schaltvorgänge muss die Kette sauber und gut geschmiert sein. Die Gelenke des Schaltwerks müssen leichtgängig sein.

Sind sie verdreckt oder ist die Schmierung durch häufiges Waschen mit dem Hochdruckreiniger nicht mehr gegeben, darfst Du ihnen nach dem Säubern gern einen Tropfen Kettenöl spendieren. Dasselbe gilt für die Lager der Schalträdchen. Grundsätzlich sollen alle Komponenten, die mit im Spiel sind, vor dem Einstellen der Schaltung sauber und natürlich technisch einwandfrei sein.

Bauteile prüfen

Nimm Dir zuerst die Kassette vor: Wenn Du das größte Ritzel im montierten Zustand an zwei gegenüberliegenden Stellen fasst und die Kassette dann zu kippen versuchst, darf nur wenig bis kein Spiel spürbar sein. Kontrolliere bitte das Anzugsmoment der Kassette am Freilauf (40Nm). Die Kassette sollte in puncto Verschleiß im grünen Bereich sein.

Spitze Zähne, auch „Haifischzähne“ genannt, sind ein klares Indiz dafür, dass die Kassette getauscht werden muss. Kontrolliere die Kassette auch auf etwaige Beschädigungen wie beispielsweise krumme oder abgebrochene Zähne. Ist dies der Fall, muss sie ebenfalls getauscht werden.

Schaltwerk

Das Schaltwerk muss fest und mit vorgeschriebenem Drehmoment am Schaltauge verschraubt sein. Selbstverständlich darf es nicht verbogen oder verzogen sein, was beim ernsthaften Mountainbiken schon mal vorkommt. Auf bockigen Abfahrten kann das Schaltwerk schon mal anecken und beim Kontakt gewinnt in aller Regel der Felsen.

Durch das Gerüttel auf den Trails schlägt es auch irgendwann in seinen Gelenken aus. Dies spürst Du, wenn Du den Käfig unten fasst und seitlich bewegst. Nur ein spielfreies Schaltwerk kann die Gänge sicher, schnell und präzise wechseln. Kontrolliere auch das seitliche Spiel der Schalträdchen (idealerweise bei abmontierter Kette), indem Du daran wackelst.

Schaltauge

Schlägt das Schaltwerk gegen einen festen Gegenstand, verbiegt das Schaltauge auch gerne mal, obwohl das Schaltwerk selbst vielleicht gar nicht viel abbekommen hat. Dafür ist es schließlich auch da: Als „Sollbruchstelle“ zwischen Rahmen und Schaltwerk.

Wenn etwas kaputt geht, dann besser so ein günstiges Teil als das Schaltwerk oder gar der Rahmen. Ein sichtbar verzogenes Schaltauge lässt eine saubere Einstellung der Schaltung per se nicht mehr zu. Je nachdem kannst Du es mit einem Richtwerkzeug korrigieren, allerdings ist es bei modernen Rahmen mit Steckachse meist massiver, aus CNC-gefrästem Alu, daher schwer zu richten.

Schaltzug und Außenhülle

Damit der Schaltgriff exakte „Befehle“ an das Schaltwerk weiterleiten kann, muss der Schaltzug und die schützende Außenhülle akkurat angeschlossen sein. Wenn Du einen neuen Schaltzug installierst, solltest Du auch immer gleich prüfen, ob er reibungsarm durch die komplette Hülle gleitet. Falls nicht, musst Du besser auch die Hülle tauschen.

Beim Kürzen einer neuen Außenhülle ist wichtig, dass sie sauber und im 90°-Winkel abgeschnitten wird. Nimm hierzu auf keinen Fall einen Seitenschneider oder die Kombizange, da die Hülle hierbei gequetscht wird. Ein Bowdenzugschneider schert die Außenhülle sauber und quetschfrei ab.

Zu enge Radien bei der Verlegung der Außenhülle erhöhen die Reibung unnötig und sollten daher vermieden werden. Die Endkappe muss kräftig auf die Hülle gedrückt werden, damit sie später nicht noch weiter nachgibt, was die Schaltzug-Spannung wiederum verändern würde.

Einstellschrauben am Schaltwerk

Hier ein kurzer Überblick der 3 Einstellschrauben eines modernen Schaltwerks. Als Anschauungsobjekt dient hier ein SRAM Eagle 12-fach-Schaltwerk. Die Schrauben und deren Funktion sind bei SRAM und Shimano aber gleich, auch deren Anordnung ist sehr ähnlich.

  • B-Schraube (B-Screw): Diese Schraube ist für den Grad der Umschlingung der Kette auf der Kassette und für den Abstand des oberen Schalträdchens zum jeweiligen Ritzel zuständig.
  • L-Schraube (Low Limit Screw): Diese Schraube stellt die obere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am größten Ritzel der Kassette.
  • H-Schraube (High Limit Screw): Diese Schraube stellt die untere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am kleinsten Ritzel der Kassette.

Endanschlag unten (H-Schraube)

Zuerst wird der „untere“ Endanschlag eingestellt, also für die Begrenzung auf dem kleinsten Ritzel. Dies machst Du mit der H-Schraube (High Limit Screw oder H-Screw). Hierbei steht das „high“ sinnbildlich für den schwersten Gang. Wenn Du auf das kleinste Ritzel schaltest, muss das obere Schaltröllchen in einer Flucht unter dem kleinsten Ritzel der Kassette stehen und darf nicht weiter Richtung Rahmen verfahren.

Schaltzug klemmen und Zugspannung einstellen

Von hier aus wird nun die Zugspannung eingestellt. Als Faustregel gilt: Befindet sich das Schaltwerk mit dem Röllchen unter dem kleinsten Ritzel, soll der Schaltzug minimal vorgespannt sein. Am Schaltgriff befindet sich am Ausgang für den Schaltzug-Außenhülle eine kleine Rändelschraube, die werkzeuglos verstellt werden kann.

Endanschlag oben (L-Schraube)

Nun stellen wir den "oberen" Endanschlag ein, also am größten Ritzel der Kassette. Hierzu schalte in den leichtesten Gang. Der Endanschlag wird mit der L-Schraube (Low Limit Screw oder L-Screw) justiert.

Winterzeit ist Schrauberzeit

Wann, wenn nicht jetzt hat man ausgiebig Zeit, sich der Fahrradpflege zu widmen? Grund sind die heute üblichen, im Inneren des Rahmens verlaufenden Züge. Das verschönt zwar die Optik des Bikes, erfordert aber einige Überlegungen und Arbeitsschritte mehr, als das früher bei außen verlegten Zügen der Fall war.

In welchem Turnus ein Schaltzug erneuert werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vor allem aber von der Nutzungsintensität. Denn die Gleitfähigkeit des Stahlseils in der Außenhülle nimmt mit der Zeit ab. Hinzu kommt der Störfaktor Schmutz, der trotz winziger Dichtungen an den Ein- und Ausgängen der Außenhüllen ins Innere eindringen kann. Weitere mechanische Einflüsse können das Schaltverhalten verschlechtern, zum Beispiel abknickende oder ungünstig verlegte Züge.

Unser wichtigster Tipp zu Beginn: Bei einem Zugwechsel sollte stets das gesamte System erneuert werden, also Innenzug UND Außenhülle. Grund: Weil das Gleitmittel im Liner verharzt, bringt ein neues Stahlseil kaum eine Verbesserung (als Liner bezeichnet man das Kunststoffröhrchen in der Zughülle). Nur bei einem neuen Komplettsystem ist bestmögliche Gleitfähigkeit gegeben.

Anleitung für durchgehende Außenhüllen

  1. Als erstes die Kette aufs kleinste Ritzel schalten. Dann den entspannten Schaltzug an der Klemmschraube (Schaltwerk) lösen.
  2. Zum Herausziehen des alten Schaltseils die Zugwechsel-Öffnung am Schalthebel öffnen:
    • Shimano: Kreuzschlitzschraube seitlich.
    • Sram: Gehäusedeckel oben.
    Anschließend das Schaltseil durch den Hebel herausziehen. Die Außenhülle verbleibt vorerst im Rahmenrohr!
  3. Nun wird die neue Außenhülle mit Hilfe des RockShox Connectors an die alte Hülle geschraubt. Wichtig: Beim Einführen der neuen Außenhülle mehr schiebend als ziehend arbeiten! Nicht, dass sich der Connector löst.
  4. Das endgültige Ablängen der neuen Außenhülle erledigst du am besten, nachdem sie an Ort und Stelle im Rohr sitzt. Achte darauf, die Hülle in harmonischen Bögen und weder zu knapp noch zu lang zu verlegen (Lenker muss sich in beide Richtungen voll einschlagen lassen).
  5. Tipp: Bevor du den neuen Seilzug einführst, weite die Enden der Außenhüllen mit einem Nagel etwas auf. Denn selbst mit dem Bowdenzugschneider wird der Liner meist etwas gequetscht. Und nicht vergessen, die PVC-Endhülsen aufzustecken!
  6. Die letzten Handgriffe: Schaltseil durchfädeln, System straff ziehen, Seil klemmen und die Schaltung gegebenenfalls einstellen.

Anleitung für nicht durchgehende Außenhüllen

  1. Als erstes die Kette aufs kleinste Ritzel schalten. Dann den entspannten Schaltzug an der Klemmschraube (Schaltwerk) lösen.
  2. Nun kannst du die Außenhülle am Schalthebel einige Zentimeter wegziehen und damit das Stahlseil freilegen. Dort musst du es abschneiden! Jetzt kannst du das zwischen Lenker und Rahmenrohr sitzende Segment der Außenhülle abziehen, so dass das blanke Schaltseil noch aus dem Rahmen hängt. Ebenso unten am Tretlager die Außenhülle wegziehen.
  3. Nun kommt das Anfangs erwähnte Liner-Röhrchen zum Einsatz: Schiebe den Liner über den alten Seilzug bis er unten wieder aus dem Rohr kommt. Erst jetzt den alten Zug nach unten aus dem Liner ziehen. Aufpassen, dass der Liner im Rohr an Ort und Stelle bleibt! Er dient gleich als Führung für das neue Schaltseil.
  4. Inzwischen kannst du die neuen Außenhüllen-Segmente auf die richtigen Längen schneiden. Übrigens eine gute Gelegenheit, die Verlegung zu optimieren, falls die alten Hüllen vielleicht zu lang oder kurz waren. Vor dem Aufstecken der PVC-Endhülsen hilft der Trick mit dem Nagel, um die Einlässe zu Weiten (siehe oben).
  5. Um das neue Schaltseil einfädeln zu können, musst du am Hebel die Zugwechsel-Öffnung aufschrauben:
    • Shimano: Kreuzschlitzschraube seitlich.
    • Sram: Gehäusedeckel oben.
    Der alte, abgeschnittene Seilrest lässt sich leicht heraus schieben. Jetzt das neue Seil durch den Hebel und das erste Segment der Außenhülle fädeln. Anschließend mit Gefühl durch den Liner im Rahmenrohr. Sobald das Seil unten auftaucht kannst du den „Hilfs-Liner“ mit dem Seil zusammen durch bzw. aus dem Rahmen ziehen.
  6. Der Rest ist reine Formsache: Schaltzug und weitere Außenhüllensegmente bis zum Schaltwerk fädeln. System straff ziehen, Seil klemmen und die Schaltung gegebenenfalls einstellen.

Abschließend

Ein neues Schaltzugsystem muss man nach den ersten Ausfahrten meist ein oder zwei mal nachjustieren! In der Regel genügt dazu ein kleiner Dreh an der Zugspannschraube, dort wo der Zug am Schalthebel anflanscht. Grund: Die Abfolge aus Außenhüllensegmenten, Endhülsen und Anschlägen drückt sich bis zum endgültigen Sitz etwas zusammen. Dadurch gibt der Seilzug minimal nach - die Schaltung wird unpräzise.

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