Diejenigen, die von Rennerfolgen träumen, sich für ein Rennen angemeldet haben oder neidisch auf die Bikes anderer Fahrer schielen, kennen den „Trail to Triumph“ und wissen, was dieser Weg zum Erfolg erfordert. Der Umwerfer spielt dabei eine entscheidende Rolle für eine präzise und zuverlässige Schaltung.
Grundlegendes zum Umwerfer
Das grundlegende Funktionsprinzip der vorderen Schaltung am Fahrrad ist bewährt und simpel: Ein Leitblech drückt die Kette in Richtung des Kettenblattes, auf das Du schalten willst. Die Einstellung des Umwerfers umfasst im Prinzip nur die Ausrichtung dieses Leitblechs zu den Kettenblättern und ein paar Vorgaben, wie weit es sich in welche Richtung bewegen kann.
Hast Du den Umwerfer einmal korrekt montiert und eingestellt, solltest Du für eine Weile Ruhe haben. Da Du beim Justieren immer wieder Schalten musst und sich das Hinterrad dafür frei drehen können muss, empfehlen wir Dir, Dein Bike in einen Montageständer zu hängen.
Beim Einstellen des Umwerfers ist es auch nötig, hinten zu schalten. Das Schaltwerk solltest du darum also schon eingestellt haben.
Die Wahl des passenden Mountainbike-Umwerfers
Umwerfer für Mountainbikes gibt es von Shimano und SRAM in einigen Varianten, die sich technisch grundlegend unterscheiden. Wenn Du einen neuen Umwerfer verbauen willst, ist es wichtig, das richtige Modell für Dein Bike auszuwählen. Dabei kannst Du den bisher verbauten als Vorlage nehmen oder in der Beschreibung des Herstellers nachschauen, welche Bauart mit Deinem Rahmen kompatibel ist.
In den folgenden Aspekten unterscheiden sich Umwerfer hinsichtlich der Kompatibilität zum Rahmen:
- Befestigung am Rahmen (High- oder Low-Direct-Mount, E-Type, High-Clamp, Mid-Clamp, Low-Clamp)
- Zugführung (Front-Pull, Down-Pull, Top-Pull oder Dual-Pull)
Außerdem solltest Du die Reifenfreiheit beachten. An Bikes mit besonders kurzen Kettenstreben kann es sonst vorkommen, dass der Umwerfer mit den Seitenstollen breiter Reifen kollidiert, wenn Du auf das kleine Kettenblatt schaltest.
Die korrekte Montage des Umwerfers
Bevor Du den Umwerfer an Deinem Mountainbike einstellen kannst, solltest Du sicherstellen, dass er korrekt montiert ist. Von oben betrachtet sollte das Leitblech parallel zu den Kettenblättern stehen. Außerdem ist die Höhe wichtig. Zu niedrig montiert, stößt der Umwerfer gegen die Zähne des Kettenblattes. Zu hoch und er schaltet nicht korrekt.
Die Leitbleche müssen parallel zur Kette verlaufen. Zwischen Leitblech und Kettenblatt sollten an der engsten Stelle ca. 2-3 mm Abstand sein. Von der Seite geschaut, sollte zwischen dem Leitblech und Deinem größten Kettenblatt eine Lücke von etwa zwei bis drei Millimeter zu sehen sein.
Beide Parameter - also die Richtung und die Höhe des Leitblechs - kannst Du variieren, indem du die Schelle oder Direct-Mount-Befestigung des Umwerfers leicht löst und nach dem Ausrichten des Leitblechs wieder festziehst. Achte dabei auch auf die empfohlenen Drehmomente!
Einstellung des unteren Anschlags
Damit die Kette beim Schaltvorgang nicht in Richtung Rahmen vom Kettenblatt fällt oder am Leitblech des Umwerfers schleift, stellst Du zuerst die Begrenzung nach innen ein. Das ist der untere Anschlag. Schalte dazu hinten auf das größte Ritzel.
Wenn schon ein Bowdenzug geklemmt ist, dann schalte vorne auf das kleinste Kettenblatt. Wenn noch kein Zug montiert ist, steht der Umwerfer ohnehin ganz unten. Einige Modelle kommen mit einem Kunststoffblock etwas vorspannt, um die Ausrichtung zu erleichtern. Entferne diesen, wenn das der Fall ist.
Mit der Schraube für den unteren Anschlag kannst Du nun begrenzen, wie weit sich das Leitblech in Richtung Rahmen bewegen kann. Die Schraube ist meist mit einem L markiert (für „Low“). Wenn Du keine Markierung findest, dann schau am besten in der Anleitung, welche der beiden Anschlagschrauben die richtige ist. Drehst Du die Schraube hinein (im Uhrzeigersinn), dann bewegt sich der Umwerfer vom Rahmen weg und umgekehrt.
Der untere Anschlag ist richtig eingestellt, wenn das innere Leitblech im leichtesten Gang etwa einen Millimeter von der Kette entfernt ist und beim Kurbeln gerade so nicht schleift.
Zug klemmen und Spannung einstellen
Ist der untere Anschlag eingestellt, kannst Du im nächsten Schritt den Bowdenzug klemmen oder die Spannung überprüfen, wenn er schon geklemmt ist. Achte dabei auch auf den Zustand der Zughülle - sie hat einen großen Einfluss auf die Schaltpräzision. Das beste Ergebnis bekommst Du immer mit einem neuen Bowdenzug und einer neuen Hülle.
Die Zughülle sollte in gleichmäßigen Kurven verlegt sein. Wie der Zug genau am Umwerfer zur Klemmung geführt wird, unterscheidet sich stark von Modell zu Modell. Schau daher am besten in den Hinweisen des Herstellers nach.
Achtung bei sogenannten Dual-Pull-Umwerfern: Sie können je nach Zugführung des Rahmens von unten oder von oben angesteuert werden. Der Zug wird dann am selben Umwerfer unterschiedlich geführt. Achte darauf, dass Dein Schalthebel im korrekten Gang steht, drehe die Zugspannungsschraube am Schalthebel komplett rein und wieder eine Umdrehung heraus.
Ziehe den Zug leicht straff und fixiere ihn mit der Klemmschraube am Umwerfer. Achte dabei auf das korrekte Drehmoment. Den Überschuss kannst Du bis auf einige Zentimeter mit einer Bowdenzugzange kürzen und das Ende mit einer Endtülle vor Ausfransen schützen.
Nun kannst Du auf das zweite Kettenblatt schalten. Wenn die Kette nicht auf das größere Blatt wechselt, dann erhöhe die Zugspannung, indem Du die Spannungsschraube am Schalthebel etwas herausdrehst. Gehe dabei in kleinen Schritten von etwa einer Viertelumdrehung vor und probiere den Schaltvorgang erneut.
Wenn Dein Umwerfer erfolgreich aufs zweite Blatt schaltet, dann kannst Du einmal hinten die Kassette durchschalten, um zu prüfen, welche Gänge einwandfrei laufen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Kette am Leitblech des Umwerfers schleift, wenn Du vorne auf dem mittleren Blatt und hinten auf den größten oder kleinsten beiden Ritzeln bist. Mit der Zugspannung kannst du den nutzbaren Bereich feinjustieren.
Einstellung des oberen Anschlags
Nachdem Du die Zugspannung eingestellt hast, ist der obere Anschlag an der Reihe. Bei einer Zweifachkurbel bist Du schon auf dem größten Kettenblatt. Bei einer Dreifachkurbel schaltest Du jetzt vom mittleren aufs größte Kettenblatt.
Mit dem oberen Anschlag kannst du nun begrenzen, wie weit der Umwerfer maximal vom Rahmen weg schwenken kann. Liegt die Begrenzung zu weit außen, kann das Leitblech die Kette zu weit drücken und sie fällt herunter. Ist die Begrenzung zu weit innen, kannst Du nicht hochschalten.
Eingestellt wird der obere Anschlag mit der zweiten Schraube - meist mit einem H für „High“ markiert. Drehst Du die Schraube hinein (im Uhrzeigersinn), rückst Du die Begrenzung nach innen, also näher zum Rahmen und umgekehrt.
Korrekt eingestellt hast Du den oberen Anschlag, wenn die Kette gerade so nicht am äußeren Leitblech schleift, während sie hinten auf dem kleinsten Ritzel läuft.
Funktionsprüfung
Hast Du beide Anschläge und die Zugspannung eingestellt, bist Du im Prinzip fertig. Schalte zur Kontrolle noch alle möglichen Kombinationen von Kettenblättern und Ritzeln durch. Achte dabei auf den Schräglauf der Kette und in welchen Gängen sie eventuell am Umwerferleitblech schleift. Wenn das bei der Kombination der größten ein oder zwei Ritzel mit dem größten Kettenblatt der Fall ist, dann ist das nicht schlimm. Den extremen Schräglauf der Kette solltest Du sowieso vermeiden.
Gänge mit der gleichen Übersetzung hast Du auch zur Verfügung, wenn Du auf das mittlere Kettenblatt und auf kleinere Ritzel schaltest. Das gleiche gilt für die Kombination des kleinen Kettenblattes mit den kleinsten Ritzeln.
Alles funktioniert, wie es soll? Dann solltest Du eine Probefahrt auf dem Trail unternehmen!
Troubleshooting: Was sonst noch schiefgehen kann
Du hast alle Einstellungen vorgenommen und geprüft, aber Dein Umwerfer macht trotzdem noch Probleme? Hier eine Liste, woran es liegen könnte und was Du dann tun kannst:
- Ist das Leitblech des Umwerfers verbogen oder hat deutliches Spiel, dann solltest Du einen neuen verbauen.
- Sind Kette oder Kettenblätter verschlissen, kann das die Schaltqualität beeinflussen.
- Einzelne Zähne an den Kettenblättern sind verbogen: Dann kannst Du vorsichtig versuchen, sie mit einer Zange geradezubiegen. Das ist aber eher eine Notlösung - ein neues Kettenblatt wird früher oder später dennoch fällig.
- Der Schalthebel lässt sich nur mit viel Kraft betätigen? Überprüfe den Zustand des Schaltzuges und der Hülle und wechsle sie gegebenenfalls.
- Das genügt nicht? Prüfe, ob sich der Umwerfer von Hand bewegen lässt. Reinige ihn bei Bedarf und schmiere die Drehpunkte mit etwas Öl.
- Der Schalthebel greift nicht oder hakt: Nach einiger Zeit kann die Schmierung in der Mechanik verharzen. Sprühe etwas Kriechöl hinein und lasse es einwirken. Oft genügt das schon.
- Es kann sein, dass Du die Zugspannung nach einigen Schaltvorgängen noch einmal nachstellen musst. Neue Zughüllen und Endkappen können sich noch setzen.
Shimano XT FD-M8100 Umwerfer: Ein vielseitiger Begleiter
Der Shimano XT FD-M8100 ist ein Side-Swing-Umwerfer, der speziell für die XT 26/36-Zähne-Kurbel entworfen wurde. Er lässt sich auf vielfältige Weise montieren (Direktmontage hoch, Direktmontage tief, Schelle) und gewährleistet mehr Reifenfreiheit. Umwerfer FD-M8100 ist sowohl mit einer 48,8 mm Kettenlinie wie mit der 3 mm weiter außen liegenden 51,8 mm Kettenlinie kompatibel.
Technische Daten:
- Serie: Deore XT M8100
- Einsatzbereich: Enduro, All Mountain, Cross Country
- Schaltstufen: 2-fach (in Kombination mit 12-fach)
- Kettenstrebenwinkel: 66-69°
- Kettenlinie: 48,8 mm / 51,8 mm
- Kettenblattgröße (max.): 36 - 38 Zähne
- Kapazität: 10 Zähne
- Zugführung: Front-Pull
- Bewegung: Side-Swing
- Befestigung: Mid Clamp (Schelle), E-Type (Tretlagermontage, Low-Direct), Direct Mount (High-Direct)
- Schellendurchmesser: 34,9 mm mit Adapter 31,8 mm/28,6 mm
- Kompatibilität: HG 12-fach Ketten
Features:
- Für eine aggressive, flowige Fahrweise sogar auf rauem, unebenem Terrain
- Vergrößerte Traktionsreichweite und auch bei Bikes mit viel Hub keine Kettenkollision
- Extraweiter Bereich mit 26-36 Zähne vorne
- Verschiedene Rahmenmontagemöglichkeiten
- Mehr Reifenfreiheit
- Nur ein Umwerfer für 48,8 und 51,8 mm Kettenlinie
Technologie: Side-Swing
Die Shimano Side-Swing-Umwerfer werden von vorne angesteuert (Front-Pull), was eine sehr viel effizientere Zugführung ermöglicht. So verbessert sich die Schaltperformance vor allem beim Schalten aufs große Kettenblatt erheblich - bei geringeren Bedienkräften. Weitere Vorteile sind eine vergrößerte Reifenfreiheit durch die verschlankte Konstruktion sowie eine Geräuschreduktion durch den optimierten Kettenstrebenwinkel. Außerdem begünstigt die Side-Swing-Technologie den Bau von Rahmen mit kürzeren Kettenstreben, welche die Kontrolle über das Bike vereinfachen.
Shimano Umwerfer XT Di2 FD-M8070
Ein Highlight der Xt Di2 Komponenten ist der Umwerfer. Dieser arbeitet auf Wunsch selbständig und garantiert eine Schaltgeschwindigkeit und Präzision die mit mechanischen Umwerfern nicht erreicht wird. Perfekt abgestimmt auf die neuen 11 fach MTB Komponenten bieten die XT Umwerfer überragende Schaltperformance. Die Umwerferfunktion lässt sich in drei Modi Programmieren und kann dann vollautomatisch den nächsten Gang einlegen.
Die Stellmotoren sind zweimal so kraftvoll wie ihre Gegenstücke in den Rennrad Di2 Komponentenserien Dura Ace Di2 und Ultegra Di2, um auch unter anspruchsvollsten Bedingungen hochpräzises Schalten zu garantieren.
Kompatibilität:
Die neue Shimano 11 fach XT Di2 Serie ist mit den XT SW-M8050 und XTR Schalthebeln SLWM8050 kompatibel. Für die Drahltlosfuntion und als Verteilerbox, Junction Port A, wird das Display SC-MT800 benötigt Umwerfer benötigen zusätzlich noch die Umwerferschellen bzw Montageplatten für die High Direct oder E-Type S3 Montage. Der XT FDM8070 Umwerfer ist auch für den Betrieb mit boost Kurbeln ausgelegt. Die maximal Schaltkapazität beträgt 10 Zähne.
Montageadapter für FD-M8070:
- High Clamp Montage SM-FD905-H: Schellenmontage am Sitzrohr ca 14 cm über der Tretlagermitte. Klemmung 34,9 mm incl incl Adapter auf 31,8-28,6 mm
- Low Clamp Montage SM-FD905-L Schellenmontage am Sitzrohr ca 6cm über der Tretlagermitte. Klemmung 34,9 mm incl incl Adapter auf 31,8-28,6 mm
- High Direct Montage SM-FD905-D dank des Langloches läest sich der Umwerfer in der Höhe einstellen. Der Rahmen muss für die Direkt Montage ausgelegt sein. Die Bezeichnung dieser Montageart wird von en Rahmenherstellern in der Regel High Direkt Mount genannt.
- Low Direct Montage, E-Type/S3 SM-FD905-E der Schraubenabstand der E Type beträgt 22,1 mm mit 3 mm Versatz, horizontal. Die Umwerfer können auch als E Type Umwerfer montiert werden. Als E Type Befestigungsplatte wird dann noch die Art Nr: Y5EC50600 benötigt. Der Rahmen muss für die Direkt Montage ausgelegt sein. Die Bezeichnung dieser Montageart wird von den Rahmenherstellern in der Regel E Direkt Mount oder S3 Direct Mount genannt.
Shimano XT Di2 Programmierung:
Eine individuelle Zuordnung von Schaltfunktionen und Schalthebeln möglich. Die Bedienung des Umwerfers lässt sich vom linken auf den rechten Schalthebel legen und die des Schaltwerks von rechts auf links.
Die programmierbare Multi-Shift-Funktion bietet die Möglichkeit bei gedrücktem Schalthebel maximal alle elf Gänge auf einmal durchgeschaltet werden. Ausserdem lässt sich die ganze Schaltanlage, Umwerfer und Schaltwerk mit einem Firebolt Schalthebel bedienen. Dieses Feature nennt Shimano Synchro Shift.
Je nach Position des Schaltwerks weiss der Umwerfer, wann er mitschalten muss und führt die entsprechenden Schaltvorgänge an der Kurbel aus. Auch die Schaltgeschwindigkeit ist programmierbar.
Shimano Di2 Montage:
Die Montage der Shimano Di2 Komponenten ist fast einfacher als klassische Schaltungen zu montieren. Die vereinheitlichten E Tube Kabelanschlüsse und die Verteilerboxen, Junction Ports, sorgen für leicht verständliche und zügige Montage.
Der oder die Schalthebel werden mit dem Display verbunden. Das Display fungiert als Junction Port A unbd Wireless Schnittstelle. Vom Display wird ein Kabel zu der Verteilerbox, Junction B, gelegt und von dort die Kabel zum Schaltwerk, Umwerfer und Batterie gelegt.
Der Akku kann extern am Flaschenhalter, intern im Sattelrohr, Unterrohr, und im Gabelschaft montiert werden. Für die interne Kabelverlegung sind speciell dafür ausgelegte Rahmen erforderlich.
Verwandte Beiträge:
- Shimano Umwerfer: Der große Vergleich - Welcher ist der richtige für Sie?
- Shimano 105 Umwerfer einstellen: Anleitung & Tipps für perfekte Schaltperformance
- Shimano GRX Umwerfer: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano Deore XT Umwerfer 3x9: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano 105 Schalthebel Links: Perfekte Ergonomie & Individualisierung für dein Rennrad!
- Mountainbike Hinterrad: Kaufberatung & wichtige Kriterien
Kommentar schreiben