Shimano XTR 12-fach Kette im Test: Leistung, Haltbarkeit und Innovationen

Nach sieben Jahren hat Shimano seine neue XTR-Gruppe auf den Markt gebracht, die jetzt vollständig elektrisch und wireless ist. Die XTR Di2 gilt seit jeher als das Topmodell im Shimano-Portfolio. Sie vereint leichte Komponenten mit höchster Performance und ist für den Renneinsatz gebaut.

Neuerungen und Design

Die neue XTR Di2 ist jetzt vollständig wireless, was sich sofort bemerkbar macht: keine störenden Kabel, aufgeräumtes Cockpit, modernes Setup. Der Trigger hat ein Upgrade bekommen und lässt sich jetzt ausschließlich mit dem Daumen bedienen. Das mag für eingefleischte Shimano-Fans etwas gewöhnungsbedürftig sein, aber das neue Design wirkt stimmig und das Feedback beim Schalten ist richtig gut.

Das Schaltwerk ist komplett überarbeitet: Eine breitere Gelenkstruktur und ein spezielles Gleitplattendesign sollen das Schaltwerk robuster und langlebiger machen. Der Akku ist jetzt fest im Schaltwerk integriert und hat 310 mAh - das sind 10 mAh mehr als bei SRAM AXS. Die Schaltrollen sind jetzt besser geschützt und geschlossen.

An der Kurbel hat sich wenig verändert: Hollowtech-II bleibt, dazu alle SM-CRM96-Kettenblätter kompatibel. Für Enduro gibt es eine verstärkte Version mit 160 mm Länge. Das Kettenblatt ist weiterhin per Direct Mount befestigt und setzt auf Dynamic Chain Engagement. Shimano bietet es in 28 bis 38 Zähnen an - immer in Zweierschritten.

Die neue 12-fach-Kassette bleibt dem Micro-Spline-Standard treu, hat jetzt aber sechs Steighilfen und besteht wie bisher aus Stahl, Titan und Aluminium. Für Racer interessant: Die neue 9-45-Kassette mit 500 % Übersetzung - super für alle, die Gewicht sparen oder mehr Bodenfreiheit wollen.

Performance im Praxistest

Im Praxistest hat die Schaltung auf ganzer Linie überzeugt: schnell, präzise und spürbar schneller als die Konkurrenz. Aber: Unter Volllast wirkt das Ganze etwas filigraner als ein SRAM-Schaltwerk - es kracht mehr, wenn man richtig reintritt. Laut Shimano soll das aber keine Probleme verursachen. Wichtig: Das neue Schaltwerk wird weiterhin am klassischen Schaltauge befestigt und ist nicht UDH-kompatibel.

Die Bremsen haben im Test auf ganzer Linie überzeugt. Das neue Öl bringt noch mehr Konstanz und macht eine ohnehin sehr gute Bremse noch besser. Die Schaltung selbst liefert genau das, wofür Shimano seit jeher steht: schnell, präzise und zuverlässig. Der integrierte Akku und die komplett geschlossenen Schaltrollen sind durchdachte Details, die die Haltbarkeit und Funktionalität noch einmal verbessern.

Für alle, die aktuell noch mechanisch unterwegs sind, ist die neue XTR ein echtes Upgrade - die Nachrüstung ist problemlos möglich. Und wer ein neues Bike mit der XTR ausstattet, wird garantiert zufrieden sein.

E-Bike Varianten

E-Bike-Varianten: mit 12-fach (10-51) für Hyperglide+-Ketten oder 11-fach für Linkglide-Ketten. Der Akku sitzt unter einer Abdeckung und lässt sich über einen Schiebemechanismus entnehmen. Ein Pfeil am Akku zeigt die richtige Einbaurichtung, ebenso am Ladegerät.

Bremsen-Upgrade

Die 2-Kolben-Bremse bekommt ein neues Low-Viscosity-Öl, das die Performance im Grenzbereich verbessern soll - allerdings nicht rückwärtskompatibel. Die 4-Kolben-Bremse hat für mich das spannendste Upgrade: Die Leitungsanschlüsse wandern Richtung Lenker - perfekt für integrierte Züge. Die Griffweitenverstellung sitzt jetzt schick im Bremsgriff und lässt sich leicht einstellen.

Laufräder

Shimanos neue Laufräder setzen auf die neuen wartungsarmen Kompaktlager und Boost-Naben (28 oder 32 Loch). Der XC-Laufradsatz wiegt unter 1300 g - für einen klassischen Hakenfelgen-Satz wirklich beeindruckend. Shimano bleibt seinem Ruf treu: Haltbarkeit und höchste Qualität.

Der Enduro-Laufradsatz setzt auf eine 30 mm breite, hakenlose Carbonfelge und Edelstahl-J-Bend-Speichen. Shimano verspricht hier seinen stabilsten Laufradsatz - gemacht für die härtesten Enduro-Rennen.

Die neuen Laufräder und Naben werden sicher einen hervorragenden Job machen - gerade der XC-Laufradsatz verspricht eine echte Waffe zu sein.

Shimano XTR M9200 Di2 im Detail

Die Bezeichnung Shimano XTR M9200 Di2 umfasst den kompletten Antriebsstrang, das heißt: Kurbel, Kassette und Schalthebel wurden alle erneuert. Geblieben sind die Star Wars ähnlichen Bezeichnungen der Modelle, was die Übersichtlichkeit etwas komplexer macht. Das elektronische RD-M9250-Schaltwerk ist entweder mit einem kurzen als auch mittellangen Käfig verfügbar, um unterschiedliche Kassetten-Bandbreiten abzudecken.

Passend dazu gibt es natürlich einen neuen elektronischen Schalthebel und alle weiteren Komponenten einer Schaltgruppe. Gleichzeitig stellt Shimano auch eine neue XTR-Vier- und Zweikolbenbremse vor. Preislich liegt die neue Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe auf dem High-End-Niveau der elektronischen Konkurrenz.

Zusätzlich zu allen einzelnen Komponenten gibt es für 999 € auch ein Upgrade-Kit, das Schaltwerk, Schalthebel, Akku und Ladegerät enthält. Eine gesamte Gruppe gibt es leider nicht zu kaufen und ihr müsst hier alle Einzelpreise kombinieren. So kommt ihr dann bei ca. 2.000 € für eine komplette XTR-Gruppe raus.

Auf den ersten Blick wirkt das neue Shimano XTR M9250 Di2-Schaltwerk recht globig, aber auch robust. Durch seine keilförmige Konstruktion und das flach gehaltene Profil soll es nicht so leicht an Hindernissen hängenbleiben und so vor Beschädigungen bewahrt sein. Das Schaltwerk kann dank der sogenannten Automatic Impact Recovery-Funktion etwas nach hinten ausweichen, um den Schlag abzuschwächen. Danach rastet es elektronisch wieder in seine ursprüngliche Position ein.

Der neue Di2-Akku ist sehr eckig gehalten und lässt sich von unten in das Schaltwerk einschieben. Es wird von einem Kunststoff-Cover mit Einrastmechanismus gesichert. Laut Shimano hält der Akku ca. 340 km, wenn man von 30 Schaltvorgängen pro Minute ausgeht. Nach 20 Minuten geht das Schaltwerk zudem in einem Schlafmodus über und lässt sich nur Betätigung des Schalthebels und nicht durch Wackeln wieder aufwecken.

Was die Kettenspannung angeht, hat Shimano am neuen XTR M9250 Di2-Schaltwerk auf eine Kupplung verzichtet. Stattdessen setzt der Komponenten-Hersteller auf ein doppelt gefedertes Design, was dem Schaltkäfig eine extreme Spannung verleiht. Wie bereits angesprochen, gibt es einen langen Käfig für Kassetten mit einer Bandbreite von 10-51 Zähnen und einen mittellangen Käfig für den Einsatz mit 9-45-Z-Kassetten.

Elektronischer Schalthebel

Der SW-M9250 Di2-Schalthebel glänzt mit super Ergonomie und vielen Einstellmöglichkeiten. Zudem gibt es mehrere Schaltmodi und eine Multi-Shift-Funktion, wenn ihr den Schalthebel gedrückt haltet. Drückt ihr einen Hebel komplett durch, könnt ihr zwei Gänge auf einmal schalten, oder mit einem Einzelklick einen Gang. Über die Shimano E-TUBE App lassen sich die Tasten auf eure Bedürfnisse konfigurieren.

Die neue CS-M9200 12-fach-Kassette gibt es sowohl in einer 10-51- als auch in einer 9-45-Abstimmung und beide Modelle setzen auf die HYPERGLIDE+ Technologie. Mit ihr sollen durch spezielle Schaltgassen die Schaltvorgänge unter Last noch reibungsloser werden. Die Kette hingegen ist gleich geblieben. Alle Freiläufe werden Shimano-typisch auf einem MICRO SPLINE-Freilauf montiert.

Fahr Eindruck

Als Erstes fällt die sehr gelungene Hebel-Ergonomie auf, die mit ihren vielen Verstellmöglichkeiten glänzt. Das Klicken der Hebel ist deutlich spürbar und fühlt sich knackig an. So weiß man immer genau, wann man geschaltet hat. Auch die Doppelklick-Funktion - bei der man den Hebel zwei Rasterungen durchschaltet - funktioniert gut und fühlt sich definiert an. Das eigentliche elektronische Schaltgeräusch des XTR-Schaltwerks ist deutlich zu hören und etwas lauter als bei der elektronischen Konkurrenz, ist aber nicht störend.

Die Schaltgeschwindigkeit kann per E-TUBE App in fünf Stufen eingestellt werden. Solltet ihr euch für die schnellste Stufe entscheiden, ist das neue XTR-Schaltwerk der ungeschlagene King in Sachen Schaltgeschwindigkeit, allerdings nimmt auch die Qualität der Schaltvorgänge mit steigender Geschwindigkeit ab. Selbst im langsameren Modus gehört die XTR-Schaltgruppe zu den schnellsten Schaltungen auf dem Markt und liefert hier präzisere und leisere Schaltvorgänge.

Auch unter Last solltet ihr - wie bei den meisten Schaltgruppen - Gangwechsel vermeiden, denn das kann die neue XTR nur sehr bedingt und unsaubere Schaltvorgänge und eine unschöne Geräuschkulisse sind vorprogrammiert.

Innovationen im Antriebsbereich

Ausgangspunkt für die Neuentwicklung im An-triebsbereich war das Ziel, möglichst geringe Schaltschritte zu realisieren, damit die Trittfrequenzsprünge beim Schalten möglichst klein bleiben, Rhythmus und Vortrieb aufrecht erhalten werden und damit letztlich die Geschwindigkeit hoch gehalten wird. Daraus resultierte am Ende das große 51-Zähne-Ritzel, das gerade in den kleinen Gängen die einheitliche Differenz von 6 Zähnen pro Gang aufrecht erhält (10-12-14-16-18-21-24-28-33-39-45-51Z).

Darüber hinaus kommt die XTR aber auch mit einer 10-45Z 12-fach-Kassette (10-12-14-16-18-21-24-28-32-36-40-45Z), die auf schnelle-ren oder weniger steilen Rennkursen eine noch feinere bzw. engere Abstufung zwischen den Gängen ermöglicht. Damit ist die 10-45Z-Kassette ideal für XC-Racer, für die enge Abstufungen entscheidend sind und jedes Gramm zählt, die 10-51Z-Kassette ist dagegen die ideale Wahl für Trail-Rider, die damit auch steiste Rampen in Angriff nehmen können.

Beide Kassetten zeichnen sich durch den Einsatz verschiedener Materialien für die einzelnen Ritzel aus, wodurch ein ausgewogenes Verhältnis von Gewicht und Haltbarkeit gewährleistet wird.

MICRO SPLINE Technologie

Für die neuen 12-fach-Kassetten hat SHIMANO bei der XTR M9100 das Design der Freilaufnabe überarbeitet und setzt dafür die neue MICRO SPLINE Technologie ein. Gleichzeitig verfügen die neuen Freilaufnaben über die so genannte SCYLENCE Technologie. Dabei wird die bisherige Sperrklinkenkonstruktion durch ein Ratschensystem ersetzt, das den Reibungswiderstand im Freilauf signifikant reduziert und praktisch geräuschlos arbeitet.

Neben einer neuen speziellen 12-fach-Kette (CN-M9100) mit entsprechend neuem 12-fach QUICK LINK Ver-schluss stattet SHIMANO die XTR M9100 auch mit neuen Kurbel-garnituren für 12-fach aus (FC-M9100/9120-1), die selbstver-ständlich über die berühmten hohlgeschmiedeten Kurbelarme verfügen.

Ergonomie und Anpassung

Die Theorie hinter der Entwicklung der neuen Schalthebel war, es dem Fahrer zu ermöglichen, auf plötzliche Veränderungen durch den Kurs oder die Rennsituation unmittelbar reagieren zu können. Dazu wurde die intuitive Bedienung der Lenkerelemente noch einmal deutlich optimiert, was im Renngeschehen die entscheidenden Zehntelsekunden an Vorteil bedeuten kann.

Einen entscheidenden Beitrag dazu leistet die neue I-SPEC-EV Konstruktion, mit der SHIMANO Schalthebel direkt am Bremshebel montiert, dadurch auf eine Klemmschelle verzichtet und der Einstellbereich deutlich vergrößert werden können. 14 mm stehen mit I-SPEC-EV für die Einstellung in Längsrichtung, 60° für die Anpassung in Rotationsrichtung zur Verfügung, sodass jeder Fahrer ein zu seiner individuellen Anatomie oder zu seinen Vorlieben passendes Setup vornehmen kann.

Bewährte Features wie RAPIDFIRE Plus, 2-WAY RELEASE und MULTI-RELEASE hat die neue XTR selbstverständlich von ihrer Vorgängerin übernommen. Hinzugekommen ist beim rechten Schalthebel der M9100 Serie (SL-M9100-R/-IR) dagegen ein Mode-Converter für die Umstellung von 12-fach auf 11-fach.

Bremsleistung

Ausgehend von einem Bremssystem, das bereits das Maß aller Dinge bei Mountainbike-Bremsanlagen war, überarbeiteten die SHIMANO Ingenieure die Konstruktion der neuen Bremshebel (BL-M9100/9120). Die Klemmschelle rückt weiter in die Mitte des Hebels und ist angewinkelt. Dadurch stützt sich das äußere Ende des Ausgleichsbehälters auf clevere Weise direkt am Lenker ab und schafft dadurch ein zusätzliches Widerlager bei der Hebelbetätigung.

Die Zwei-Kolben-Bremse (BR-M9100) kommt dabei in Kombination mit einem leichten XC-Bremshebel, dessen Griffweite selbstverständlich individuell einstellbar ist. Die Vier-Kolben-Bremse (BR-M9120) ruft ihr immenses Potenzial im Zusammenspiel mit einem speziellen SERVO-WAVE Bremshebel (BL-M9120) ab, dessen Griffweite sich auch werkzeuglos einstellen lässt und der zusätzlich über eine Einstellmöglichkeit für den Leerweg verfügt.

Passend zu den neu entwickelten Bremssätteln wurden auch die Bremsbeläge und Bremsscheiben überarbeitet. Bei den Vier-Kolben-Bremsen kommen die Bremsbeläge mit Kühlrippen zum Einsatz. (N03/04A, Resin/Metall). Dagegen sorgen bei den Zwei-Kolben-Bremsen die Beläge ohne Kührippen (K02/04S, Resin/Metall; optional K02/04Ti mit Titan-Trägerplatte) für gute Verzögerung bei geringem Gewicht.

Die Kette im Detail

Die Kette leitet mit einem sensationellen Wirkungsgrad um die 98 Prozent die Kraft ans Hinterrad und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum effizienten Fahren. Durch Reibung wird Material abgetragen, wenn das Rad im Alltagsbetrieb bei jedem Wetter oder im Gelände bewegt wird und Dreck in die Gelenke dringt. Radeln mit Motor fördert den Verschleiß ebenfalls, denn E-Bikes bringen mehr Power auf die Kette als die Waden.

Eine gelängte Kette verändert die Zahnprofile aber so, dass eine neue Kette darauf irgendwann nicht mehr läuft. Dann wird der Service teuer, weil neben der Kette auch Kettenblatt (vorn) und Ritzel (hinten) ausgetauscht werden müssen. Bei hochwertigen Rädern empfiehlt es sich daher, die Kette rechtzeitig zu wechseln, dann halten die Zahnräder zwei bis vier Ketten lang.

Ein sportlich betriebenes E-Bike kann eine Kette auf 1000 Kilometer hinrichten. Am gepflegten Schönwetterrad hält die gleiche Kette auch 7000 Kilometer und mehr.

Kettenverschleiß im Test

Der Test auf dem Prüfstand fördert erhebliche Unterschiede im Verschleißverhalten zutage. Während manche Exemplare nach dem Testmarathon noch nicht austauschpflichtig wären, sind andere schon extrem gelängt. Auffällig ist, dass zwei ausgewiesene E-Bike-Ketten im Test - von KMC und von Miché - besonders schlecht abschneiden. Extrem haltbar sind hingegen alle Shimano-Ketten, auch die ganz günstigen, sowie die KMC X10.

Auch bei SRAM ist die teurere PC 1071 deutlich haltbarer als die billige PC 1031. Die schlechtesten Fahrradketten im Test verschlissen siebenmal schneller als die Top-Modelle. Wie lange Ketten insgesamt halten, hängt auch von der Pflege ab. Regelmäßig gereinigte und geölte Ketten halten deutlich länger als verschmutzte.

Den Verschleiß der Ketten haben wir auf einer Prüfmaschine bestimmt. Dazu wurden je sieben Kettenabschnitte zu einer Prüfkette zusammengesetzt, die auf dem Prüfstand verspannt wurde. 80 Stunden lang wurde die Kette mit 300 N Spannung und 75 U/min bewegt. Weitere 30 Stunden mit einer auf 750 N erhöhten Last, wie sie fürs E-Biken repräsentativer ist. Alle 20 Stunden wurde feiner, aggressiver Quarzsand auf die Kette gerieselt, die mit einfachem Motoröl geschmiert wurde. Am Ende jedes Zyklus wurde die Längung der Gelenke mit Messschiebern unter Vorlast ermittelt. Zusätzlich haben wir den Rollenverschleiß erfasst und mit einer Kettenmesslehre überprüft, ob ein Austausch anstünde. Ein Referenzkettenabschnitt wurde in beiden Prüfketten verwendet.

Die Grafik zeigt, wie sehr sich die Kettengelenke im Zuge der Prüfung durch Verschleiß gelängt haben. Ketten unter 0,02 Millimeter Längung pro Gelenk sind nach der Prüfung mit Kettenlehre, die auch den Rollenverschleiß erfasst, noch nicht austauschpflichtig.

Testergebnisse der Ketten im Verschleißtest

Nachfolgend finden Sie die Testergebnisse zu den 13 Fahrradketten im MYBIKE-Verschleißtest.

  • KMC E10: Spezifische E-Bike-Kette. Fällt im Test durch ausgesprochen schwache Haltbarkeit auf. MYBIKE-Testurteil: BEFRIEDIGEND
  • KMC X10: Die günstige Kette zeigt, dass Shimano-Zulieferer KMC auch unter eigener Flagge extrem haltbare Ketten anbietet. MYBIKE-Testurteil: SEHR GUT (Testsieger 3/2019)
  • KMC X10 EL Gold: Goldig glänzend durch Titan-Nitrit-Beschichtung. Sehr leicht durch durchbrochene Laschen, aber in der Haltbarkeit nicht toll. Testurteil: GUT
  • Miché E-Bike: Die E-Bike-Kette von Miché enttäuscht. Die Kette verschleißt von Beginn an schnell. Schlusslicht in der Haltbarkeitswertung. Testurteil: AUSREICHEND
  • Miché 10 Speed: Die vernickelte Kette mit durchbrochenen Laschen zeigt, dass Miché gute Ketten machen kann. Testurteil: GUT
  • Shimano CNE 6090: Extralange E-Bike-Kette mit geräuschmindernder Siltec-Beschichtung für Einfach-Antriebe. Hervorragende Haltbarkeit. Testurteil: SEHR GUT
  • Shimano Deore HG 54: Laufrichtungsgebundene Kette für Shimano Deore/XT/SLX. Etwas schlichte Optik, aber Top-Haltbarkeit. Günstig. Testurteil: SEHR GUT
  • Shimano HG 95: Laufrichtungsgebundene Kette für Shimano Deore/XT/SLX. Beschichtete Laschen. Hervorragende Haltbarkeit. Testurteil: SEHR GUT
  • SRAM PC 1031: Die günstige Kette der Amerikaner fällt stark ab gegenüber dem teureren Schwestermodell. Die Haltbarkeit ist schwach. Testurteil: AUSREICHEND
  • SRAM PC 1071: Hohlbolzen drücken das Gewicht, die vernickelten Außenlaschen sorgen für Glanz. Gute Haltbarkeit. Testurteil: SEHR GUT
  • Wippermann 10 S1: Komplett aus Edelstahl gefertigt. Das treibt den Preis, bedeutet aber hohen Rostschutz. Gute Haltbarkeit. Super Schloss. Testurteil: SEHR GUT
  • Wippermann 10 SE: E-Bike-Modell mit Innenglied aus Edelstahl. Gute Haltbarkeit der Gelenke, hoher Rollenverschleiß. Genialer Verschluss. Testurteil: SEHR GUT
  • Wippermann 10 SO: Auch die günstigste Kette von Wippermann schlägt sich wacker. Toll ist der leicht zu öffnende Verschluss.

Die neuen Schalthebel lassen sich dank I-SPEC-EV direkt am Bremshebel montieren und die Position lässt sich in Längsrichtung und Rotationsrichtung großzügig anpassen. Grundsätzlich ist das System gut gelöst und sorgt für eine schicke Optik, für Fahrer mit sehr großen Händen reicht der Verstellweg allerdings nicht ganz aus. Wer auf einen besonders cleanen Look steht, kann sein Cockpit mit dem neuen Remote-Hebel für die Sattelstütze komplementieren.

SCYLENCE-Technologie

Bereits bei den ersten Schaltvorgängen fällt auf wie, sanft und leise die Gangwechsel mit der neuen XTR M9100 durchgeführt werden. Mit einem Druck des Hebels lassen sich wie bisher bis zu 4 Gänge hoch und 2 Gänge runterschalten. Die Hebelkräfte sind dabei sehr gering, fühlen sich aber immer definiert an.

Das kleine 10er Ritzel erfordert einen neuen Freilauf, die XTR ist nicht mit bisherigen Naben kompatibel. Bisher ist die Wahl der Naben durch den neuen MICRO SPLINE-Freilauf noch recht eingeschränkt, denn neben der Shimano-eigenen XTR-Nabe wird vorerst nur DT Swiss entsprechende Freilaufkörper anbieten. In Zukunft sollen aber weitere Hersteller folgen - wann, bleibt jedoch offen.

Dank der SCYLENCE-Technologie entfällt das gewohnte Rattern der Sperrklinken oder Zahnscheiben völlig, die Nabe gitb beim Rollen keinen Laut von sich. Besonders spannend ist, dass man die Abrollgeräusche der Reifen deutlich besser wahrnimmt und damit mehr Feedback vom Untergrund bekommt.

Gangsprünge

Ein weiteres Ziel bei der Entwicklung der neuen Kassette war es, möglichst gleichmäßige Gangsprünge zu erhalten. Die bisher breitbandigste Shimano Kassette, die XT 11-46, nervte mit einem riesigen 24,32 % Sprung auf das größte Ritzel. Bei der neuen 10-51Z-Kassette fallen die Gangsprünge auch in den kleinen Gängen sehr gleichmäßig aus, was deutlich angenehmer beim Klettern ist. Für alle, denen die Gangsprünge dennoch zu groß sind, bietet Shimano auch eine enger abgestufte 10-45Z-Kassette an - wir würden jedoch immer zur “großen” greifen.

Fazit

Die 12-fach Schaltung bietet auch unter Last präzise und sanfte Gangwechsel, die hohe Bandbreite dürfte auch die letzten 2-fach Fans überzeugen. Der unerwartete Star der Show ist jedoch die neue 4-Kolben-Bremse, denn sie liefert eine beeindruckenden Performance ab.

Die neuen XTR-Bremsen bieten massig Power, lassen sich dabei aber deutlich besser dosieren als bisherige Shimano-Bremsen. Das Bremsgefühl blieb jederzeit konstant und selbst auf einer steilen 1000 hm-Abfahrt blieben die Stopper entspannt, Fading Fehlanzeige!

Ich würde die XTR jedem leistungsorientiertem MTB Fahrer empfehlen, der die beste und zuverlässigste Gruppe fahren und keine Kompromissen eingehen will.

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