In der Fahrradbranche, besonders im Mountainbike-Segment, werden ständig neue Grenzen überschritten. Der Mountainbike-Rennsport entwickelt sich stetig weiter, die Strecken werden anspruchsvoller, und die Bikes werden immer besser darauf abgestimmt, diese Herausforderungen zu meistern.
Das Ziel: Optimale Trittfrequenz und Vortrieb
Ausgangspunkt für die Neuentwicklung im Antriebsbereich war das Ziel, möglichst geringe Schaltschritte zu realisieren. Damit sollen die Trittfrequenzsprünge beim Schalten möglichst klein bleiben, Rhythmus und Vortrieb aufrecht erhalten werden und damit letztlich die Geschwindigkeit hoch gehalten werden.
Daraus resultierte am Ende das große 51-Zähne-Ritzel, das gerade in den kleinen Gängen die einheitliche Differenz von 6 Zähnen pro Gang aufrecht erhält (10-12-14-16-18-21-24-28-33-39-45-51Z).
Darüber hinaus kommt die XTR aber auch mit einer 10-45Z 12-fach-Kassette (10-12-14-16-18-21-24-28-32-36-40-45Z), die auf schnelle-ren oder weniger steilen Rennkursen eine noch feinere bzw. engere Abstufung zwischen den Gängen ermöglicht.
Damit ist die 10-45Z-Kassette ideal für XC-Racer, für die enge Abstufungen entscheidend sind und jedes Gramm zählt, die 10-51Z-Kassette ist dagegen die ideale Wahl für Trail-Rider, die damit auch steiste Rampen in Angriff nehmen können.
Beide Kassetten zeichnen sich durch den Einsatz verschiedener Materialien für die einzelnen Ritzel aus, wodurch ein ausgewogenes Verhältnis von Gewicht und Haltbarkeit gewährleistet wird.
Speziell für Mountainbiker, für die besonders stabile Laufräder bei dennoch geringem Gesamtgewicht des Bikes von Bedeutung sind, hält die neue XTR zudem eine dritte Kassetten-Option (CS-M9110-11) bereit.
Basis für stabile Laufräder ist in der Regel ein breiterer Naben-flansch, der jedoch den zur Verfügung stehenden Raum für die Kassette beschränkt.
Daher baut die CS-M9110-11 Kassette auf der regulären 10-51-Z-Kassette auf, allerdings ohne das 51er-Ritzel.
Damit bietet sie nach wie vor ausreichend Bandbreite für viele Einsatzszenarien, baut aber schmaler und ist deutlich leichter.
Für die neuen 12-fach-Kassetten hat SHIMANO bei der XTR M9100 das Design der Freilaufnabe überarbeitet und setzt dafür die neue MICRO SPLINE Technologie ein.
Gleichzeitig verfügen die neuen Freilaufnaben über die so genannte SCYLENCE Technologie. Dabei wird die bisherige Sperrklinkenkonstruktion durch ein Ratschensystem ersetzt, das den Reibungswiderstand im Freilauf signifikant reduziert und praktisch geräuschlos arbeitet.
Das „Knattern“ des Freilaufs gehört damit der Vergangenheit an, sodass die Konzentration voll und ganz dem Trail voraus gelten kann.
Neben einer neuen speziellen 12-fach-Kette (CN-M9100) mit entsprechend neuem 12-fach QUICK LINK Ver-schluss stattet SHIMANO die XTR M9100 auch mit neuen Kurbel-garnituren für 12-fach aus (FC-M9100/9120-1), die selbstver-ständlich über die berühmten hohlgeschmiedeten Kurbelarme verfügen.
Für XC-Racer, die überwiegend auf 1-fach-Systeme setzen, steht eine große Bandbreite an Kettenblättern (30 Z bis 38 Z) zur Verfügung, die für rund 80 g Gewichtsersparnis sorgen.
Enduro-Piloten, die ebenfalls überwiegend auf 1-fach-Systemen an den Start gehen, können ihr Setup durch eine neu entwickelte Kettenführung (SM-CD800; E-Type, D-Type oder ISCG05 Montage) ergänzen, und dadurch den ohnehin schon hervorragenden Halt der Kette auf den DYNAMIC CHAIN ENGEGEMENT PLUS Kettenblättern weiter optimieren.
Zudem steht ihnen mit der FC-M9120 eine Kurbelgarnitur mit breiterem Q-Faktor zur Verfügung, die für gewisse Rahmenformen benötigt wird.
Athleten, für die die größtmögliche Übersetzungsbandbreite und damit Flexibilität in unbekanntem Gelände wichtig sind, wählen dagegen oft eine 2-fach-Konfiguration, für die mit der 2-fach-Kurbel FC-M9100/9120-B2 ebenfalls eine Lösung im Gewand der neuen XTR bereitsteht.
Der Einsatz eines 1-fach oder eines 2-fach-Systems erfordern die Montage des jeweils spezifischen 1-fach oder 2-fach-Schaltwerks (1x: RD-M9100-GS/SGS, 2x: RDs-M9120-SGS), wobei für 1-fach je eine Version mit mittllangem (10-45Z) oder langem Käfig (10-51T) zur Verfügung stehen.
Alle Schaltwerke zeichnen sich durch ein elegantes, aber zugleich aggressiv angewinkeltes Design und attraktive anodisierte Alumi-nium-Oberflächen aus.
Für verbesserte Schaltperformance sor-gen unter anderem neue, große Leit- und Spannrollen mit 13 statt bislang 11 Zähnen.
Außerdem tragen diese ebenso zur Verbesserung der Kettenstabilisierung bei wie das Shadow RD+ Design mit Reibungsdämpfer.
Optimierte Schalthebel für schnelle Reaktionen
Die Theorie hinter der Entwicklung der neuen Schalthebel war, es dem Fahrer zu ermöglichen, auf plötzliche Veränderungen durch den Kurs oder die Rennsituation unmittelbar reagieren zu können. Dazu wurde die intuitive Bedienung der Lenkerelemente noch einmal deutlich optimiert, was im Renngeschehen die entscheidenden Zehntelsekunden an Vorteil bedeuten kann.
Einen entscheidenden Beitrag dazu leistet die neue I-SPEC-EV Konstruktion, mit der SHIMANO Schalthebel direkt am Bremshebel montiert, dadurch auf eine Klemmschelle verzichtet und der Einstellbereich deutlich vergrößert werden können.
14 mm stehen mit I-SPEC-EV für die Einstellung in Längsrichtung, 60° für die Anpassung in Rotationsrichtung zur Verfügung, sodass jeder Fahrer ein zu seiner individuellen Anatomie oder zu seinen Vorlieben passendes Setup vornehmen kann.
Bewährte Features wie RAPIDFIRE Plus, 2-WAY RELEASE und MULTI-RELEASE hat die neue XTR selbstverständlich von ihrer Vorgängerin übernommen.
Hinzugekommen ist beim rechten Schalthebel der M9100 Serie (SL-M9100-R/-IR) dagegen ein Mode-Converter für die Umstellung von 12-fach auf 11-fach.
Der linke RAPIDFIRE Plus Mono Schalthebel für 2-fach-Systeme ist dagegen eine komplette Neuentwicklung, bei der mit nur noch einem Hebel aufs große wie aufs kleine Kettenblatt geschaltet wird.
So wird der Hebel zum Hochschalten mit dem Daumen nach vorne gedrückt, federt aber nicht wie bisher danach zurück, sondern bleibt in dieser Positionarretiert.
Überarbeitete Bremsanlage für maximale Leistung
Ausgehend von einem Bremssystem, das bereits das Maß aller Dinge bei Mountainbike-Bremsanlagen war, überarbeiteten die SHIMANO Ingenieure die Konstruktion der neuen Bremshebel (BL-M9100/9120). Geändert wurden sowohl die Klemmschelle als auch der Hebelkörper selbst.
Die Klemmschelle rückt weiter in die Mitte des Hebels und ist angewinkelt.
Dadurch stützt sich das äußere Ende des Ausgleichsbehälters auf clevere Weise direkt am Lenker ab und schafft dadurch ein zusätzliches Widerlager bei der Hebelbetätigung.
Die Zwei-Kolben-Bremse (BR-M9100) kommt dabei in Kombination mit einem leichten XC-Bremshebel, dessen Griffweite selbstverständlich individuell einstellbar ist.
Die Vier-Kolben-Bremse (BR-M9120) ruft ihr immenses Potenzial im Zusammenspiel mit einem speziellen SERVO-WAVE Bremshebel (BL-M9120) ab, dessen Griffweite sich auch werkzeuglos einstellen lässt und der zusätzlich über eine Einstellmöglichkeit für den Leerweg verfügt.
Passend zu den neu entwickelten Bremssätteln wurden auch die Bremsbeläge und Bremsscheiben überarbeitet.
Bei den Vier-Kolben-Bremsen kommen die Bremsbeläge mit Kühlrippen zum Einsatz. (N03/04A, Resin/Metall).
Dagegen sorgen bei den Zwei-Kolben-Bremsen die Beläge ohne Kührippen (K02/04S, Resin/Metall; optional K02/04Ti mit Titan-Trägerplatte) für gute Verzögerung bei geringem Gewicht.
Das Design der Bremsscheiben ist eine Weiterentwicklung des erfolgreichen ICE TECHNOLOGIES FREEZA Designs.
Während bei den 140- und 160-mm-Scheiben insbesondere die nochmalige Gewichtsreduktion um 5 bzw.
Shimano XTR Di2 M9200: Kabellose Revolution
Mit der neuen XTR-Di2-Funkschaltung schlägt Shimano zurück. Schnell, haltbar und edel soll der elektronische Antrieb sein. Die XTR Di2 M9200 kommt ohne Kabel oder Seilzug, dafür mit einer Vielzahl an Konfigurierungsmöglichkeiten für Crosscountry- und Enduro-Fahrer. Mit im Gepäck: überarbeitete Scheibenbremsen und Laufräder mit dem Logo der Shimano XTR.
Karl Platts erste Meter auf der neuen Shimano XTR-Schaltgruppe
Marathon-Legende und Shimano-Athlet Karl Platt schraubte die neue XTR an sein Racebike, lud es ins Auto und fuhr zur BIKE. Gemeinsam mit unseren Testredakteuren fuhr Platt, welcher dieses Jahr erneut das prestigeträchtige Cape Epic Etappenrennen gewinnen konnte, die brandneue Schaltgruppe zum ersten Mal. Im Gelände war er die Teile bis dahin noch keinen Meter gefahren.
Shimanos neue Funkschaltung im ersten Test
Ganz ohne Züge und Kabel ist der Shimano XTR M9200 Antrieb im Handumdrehen montiert. Weder wird ein neuer Freilaufkörper notwendig, noch braucht es ein spezielles Schaltauge oder ein exotisches Werkzeug. Shimano setzt auf den bekannten Microspline-Freilauf, lässt Kompatibilität mit allen Schaltaugen (inklusive Sram UDH-Standard) zu und vertraut in Kombination mit wahlweise geschraubten BSA- oder verpressten Pressfit-Tretlagern auch an der Kurbel auf den bewährten Hollowtech II Standard.
Schöne neue Welt: Zur Kopplung von Schaltwerk und -hebel braucht es die Shimano E-Tube-App. Den Durchschnitts-User sollte die digitale Einrichtung jedoch nicht vor Herausforderungen stellen. Nicht einmal ein Konto muss zwangsweise angelegt werden. Dafür lassen sich von Hebelfunktionen bis Multishift-Einstellung auf dem Smartphone alle möglichen Setups finden. Spannend: In der App lässt sich sogar die Schaltgeschwindigkeit von dezent bis blitzschnell einstellen.
Fährt man auf der Shimano XTR Di2 M9200 durchs Gelände, vergisst man fast, ob am Ausfallende ein elektronisches oder ein mechanisches Schaltwerk hängt. So viel ist klar: Die Haptik des Schaltgefühls ist Shimano sehr gut gelungen. Mit einem definierten Klacken wird der Hebel ausgelöst und die Kette wechselt mit knackiger Reaktion aufs nächste Ritzel. Die Hebel lassen sich zwar vielseitig verdrehen, für unser Gefühl stehen sie jedoch etwas zu sehr übereinander, sodass zur Betätigung des unteren Hebels etwas zu sehr in den Controller gegriffen werden muss.
Davon abgesehen lässt die Schaltungs-Neuheit nichts anbrennen. Die Gangwechsel funktionieren definiert und selbst unter Last problemfrei. Unsere Tester bestätigen Karl Platts Ersteindruck: Die neue XTR ist schnell. Das war die alte auch, ihr Nachfolger setzt die Schaltvorgänge jedoch in hektischen Situationen etwas genauer und zuverlässiger um. Im direkten Vergleich zu Srams AXS Transmission Antrieben liegt die Präzision der neuen Shimano auch unter Last fast auf Augenhöhe - aber eben nur fast. Sram bleibt beim Schalten mit viel Kraftinput an der Kurbel ein My sauberer. Die XTR hat jedoch gerade bei mehreren schnellen Gangwechseln hintereinander einen Geschwindigkeitsvorteil. In Rennsituationen dürfte das bedeutsamer sein als auf Feierabend-Tour.
Wir testeten auch die neue Kompakt-Kassette mit neun bis 45 Zähne. Der Gedanke dahinter: Mit kleinem Ritzel kann ohne Verluste bei der Übersetzungsbandbreite ein kleineres Kettenblatt gefahren werden. Tatsächlich hat das nun um einen Zahn kleinere Zahnrad eine nicht zu unterschätzende Wirkung. Mit einem 30er Blatt standen im Test bei hohen Geschwindigkeiten ausreichend dicke Gänge bereit, um mit Schmackes in die Pedale zu treten. Andererseits wünschten wir uns in steilem alpinen Gelände einen etwas leichteren Klettergang. Das neue 28er Kettenblatt dürfte das Problem lösen. Allerdings liegt dann die Kette bei vielen Rahmen extrem eng an der Kettenstrebe an. Das hat den Vorteil, dass - vor allem im Zusammenspiel mit der merklich verstärkten Stabilisierung des Schaltwerks - kaum noch Kettenschlag stattfindet. Ob es in dieser Konfiguration zu Kompatibilitätsproblemen kommen kann, bleibt abzuwarten. Die gewohnte 10-51-Kassette steht in jedem Fall auch zur Auswahl.
Leider spart sich Shimano am neuen XTR-Schaltwerk einen Hebel zum Abschalten der Stabilisierungsfunktion. So braucht es zum Ein- und Ausbau des Hinterrads etwas mehr Geduld als bei Sram.
So fahren sich die neuen Shimano-Bremsen
Eine große Stärke aller Shimano-Bremsen bringt auch die neue XTR wieder mit: Montage und Entlüftung sind ein Kinderspiel. Ebenfalls erfreulich bekannt: die kurze Einbremsdauer. Für eine leichte Race-Bremse legt die Zweikolben-XTR eine ordentliche Power an den Tag. Beherzt greifen die Stopper in die neuen Scheiben. Der Druckpunkt war im ersten Test durchgehend zuverlässig und konstant. Gekonnt mittig platziert zischen knallhart und weich begeistern die neuen Shimano Bremsen mit guter Dosierfähigkeit.
Ohne um die Hintergründe zu wissen, werden den meisten Bikern die Detailverbesserungen bei Ergonomie und Funktion vermutlich kaum auffallen. Oder anders gesagt: Bei einem Blindtest wäre vermutlich schwer auszumachen, ob eine neue oder eine alte XTR am Lenker klemmt. Die Shimano XTR Stopper kommen von einem hohen Niveau und docken dort in der Neuauflage nahtlos an. Schön: Das Klappern der IceTech-Bremsbeläge gehört endlich der Vergangenheit an.
In Sachen Aussehen ist bei der Enduro- und Trailversion der Shimano Scheibenbremsen mehr passiert. Die Leitung verläuft nun näher am Lenker. Optisch trägt die Vierkolben-Version auch am Hebel dicker auf als ihre schlanke Race-Schwester. Dass die Hebel nun in einem etwas flacheren Winkel stehen, soll die Hände und Arme auf anspruchsvollen Abfahrten entlasten und helfen den Schwerpunkt besser im Bike zu platzieren. Im ersten Test der neuen XTR-Vierkolben-Bremse verfehlte das Update seine Wirkung nicht. Auch die zügige Rückstellung der Hebel spart Körner und schafft Vertrauen. Zu merken ist der Unterschied zur Vorgängerin jedoch nur auf wirklich langen Trails. Die Trail- und Enduro-Variante verwöhnt mit der bekannt hohen Bremskraft. Einen Vorteil der nun geringeren Viskosität des Bremsmediums konnten wir im Testzeitraum nicht ausmachen. Auch hier hatten wir jedoch kein Druckpunktwandern zu beklagen.
Das können die neuen Shimano XTR Laufräder
Ganz ähnlich, wie der Rest der neuen XTR-Gruppe, bauen die Carbon-Felgen der getesteten Enduro-Variante optisch bullig. Das gibt in Sachen Haltbarkeit ein gutes Gefühl. Mit 1806 Gramm pro Satz bricht Shimano keine Rekorde. Da ist es fast etwas schade, dass Shimano keine Zwischenlösung zum schmalen XC-Laufradsatz anbietet, denn für ein leichtes Trailbike kann das fast schon zu viel des Guten sein. Der Tubeless-Aufbau gelingt mittels vormontierten Ventilen und Felgenband problemfrei und schnell. Bereits im Montageständer gefällt der Leichtlauf und der feine Sound der ebenfalls erneuerten XTR-Naben.
Auf dem Trail verrichteten die Laufräder ihren Job unauffällig. Die Felgen mit 30 Millimeter Innenweite lassen sich mit wenig Luftdruck fahren und geben dem Reifen eine gute Basis zum Abstützen. Der auf 3,5 Grad verkleinerte Eingriffswinkel des Freilaufs sorgt für einen direkten Antritt und ist auf Augenhöhe mit anderen hochwertigen Laufradsätzen.
Gewichte und Preise im Überblick
Dass die neue XTR kein Schnäppchen ist, versteht sich von selbst. Mit 665 Euro kostet alleine das Schaltwerk rund zehn mal so viel, wie das erste spezifische MTB-Schaltwerk der Welt (Shimano Deore XT von 1982, 65 D-Mark). Preislich ist der Schaltungs-Roboter jedoch vergleichbar mit den Top-Produkten von Sram (zum Beispiel Sram X0 Eagle Transmission Schaltwerk für 660 Euro). Dafür fällt das neue Funk-Schaltwerk von Shimano trotz Elektronik mit 388 Gramm (zum Vergleich: Sram XX SL Eagle Transmission, 414 Gramm) erfreulich leicht aus. Den Gewichtsvorteil verspielt allerdings der im Vergleich zu einem Sram AXS Controller (46 Gramm) gut doppelt so schwere Schalthebel wieder. Beim Akkugewicht sind Shimano und Sram quasi gleichauf.
Alle der folgenden Angeben beziehen sich auf die getestete, fahrfertige Trail-/Enduro-Version der neuen Teile:
- Schaltwerk (kurzer Käfig, inkl. Akku): 388 g / 664,95 Euro
- Schalthebel: 101 g / 234,95 Euro
- Kassette (9-45 Z.): 322 g / 504,95 Euro
- Kette (ungekürzt): 269 g / 78,95 Euro
- Kettenblatt (30 Z.): 63 g/ 174,95 Euro
- Kurbel (170 mm): 528 g / 334,95 Euro
- Innenlager (BSA): 75 g / 50,95 Euro
- Antriebsgruppe gesamt: 1746 g / 2044,65 Euro (999 Euro als Upgrade-Kit)
- Bremse (vorne / hinten): 296/312 g / je 314,95 Euro (649,95 Euro als Upgrade-Kit)
- Bremsscheibe (Centerlock, vorne 203 mm / hinten 180 mm): 165/136 g
- Laufradsatz: 1806 g / 1649 Euro
Shimano XTR M9100 im Praxistest
Die offensichtlichste Neuerung ist der Sprung von 11 auf 12 Gänge. Der 12. Gang ist in der Praxis weit mehr als nur ein weiterer Klick am Schalthebel, denn er ebnet den Weg für einen breitbandigen 1-fach-Antrieb ohne Umwerfer.
Die neue 10-51Z XTR Kassette bietet 22% mehr Bandbreite als die bisher breitbandigste Shimano Lösung, die 11-46Z XT Kassette für 11-fach Antriebe.
In der Praxis lässt die Bandbreite kaum mehr Wünsche offen: Egal ob super steiler Anstieg oder Highspeed Downhill, es gibt einen passenden Gang für (fast) jede Biker-Lebenslage.
Über die Wahl des Kettenblatts lässt sich die Übersetzung an die eigenen Bedürfnisse und Strecken anpassen, zur Auswahl stehen 30 bis 38 Zähne.
Apropos Kettenblätter: Die neuen Kurbeln setzen erstmals auf Direct-Mount-Kettenblätter, die mit einem speziellen Tool gewechselt werden können. Das Tool liegt der Kurbel bei - praktisch.
Neu ist auch das “Narrow-Wide” Zahnprofil, das für besseren Kettenhalt sorgen soll.
Das kleine 10er Ritzel erfordert einen neuen Freilauf, die XTR ist nicht mit bisherigen Naben kompatibel.
Dank der SCYLENCE-Technologie entfällt das gewohnte Rattern der Sperrklinken oder Zahnscheiben völlig, die Nabe gitb beim Rollen keinen Laut von sich.
Bereits bei den ersten Schaltvorgängen fällt auf wie, sanft und leise die Gangwechsel mit der neuen XTR M9100 durchgeführt werden. Mit einem Druck des Hebels lassen sich wie bisher bis zu 4 Gänge hoch und 2 Gänge runterschalten. Die Hebelkräfte sind dabei sehr gering, fühlen sich aber immer definiert an.
Wirklich beeindruckend ist jedoch das Schaltverhalten unter Last, denn die neue XTR wechselt die Gänge auch mit viel Druck an den Pedalen, ohne zu murren. Schaltvorgänge, die bisherigen Schaltungen beunruhigende Geräusche provoziert hätten, gehen butterweich von statten.
Erst wenn man mehrere Gänge auf einmal unter Last schaltet, knarzt und knackt es etwas beim Schalten, die Gänge werden aber dennoch zuverlässig und schnell eingelegt.
Bergab sollen die neuen Schaltwerke dank größerer Pulleys und stärkerem RD+ Reibungsdämpfer die Kette noch besser stabiliseren und Kettenschlag minimieren.
Für Trail- und Endurofahrer stellt Shimano eine komplett neue XTR 4-Kolben-Bremse vor, die der Schaltung fast ein wenig die Schau stiehlt.
Bereits im Stand macht die neue Bremse ordentlich was her und die kompakten Hebel liegen hervorragend in der Hand.
Der Clou beim Hebeldesign: Die Schelle ist weiter in die Mitte gewandert und der Bremshebel stützt sich an einem zweiten Kontaktpunkt am Lenker ab - das soll mehr Steifigkeit und ein noch direkteres Bremsgefühl bieten.
Die Bremsleistung soll laut Shimano auf dem Niveau der hauseigenen SAINT-Bremse liegen und unser erster Test untermauert dieses Statement eindrucksvoll. Die neuen XTR-Bremsen bieten massig Power, lassen sich dabei aber deutlich besser dosieren als bisherige Shimano-Bremsen.
Das Bremsgefühl blieb jederzeit konstant und selbst auf einer steilen 1000 hm-Abfahrt blieben die Stopper entspannt, Fading Fehlanzeige!
Weitere Meinungen zur Shimano XTR M9100
- "König Karl” liebt nicht nur schnelle Bikes, sondern auch schnelle Autos. Bei der Shimano XTR Di2 M9200 sieht der Profi durchaus Parallelen.
- Die Schaltgeschwindigkeit der XTR M9200 macht richtig Laune.
- Die neue XTR ist schnell. Das war die alte auch, ihr Nachfolger setzt die Schaltvorgänge jedoch in hektischen Situationen etwas genauer und zuverlässiger um.
- Die Haptik des Schaltgefühls ist Shimano sehr gut gelungen.
- Die Ergonomie-Updates am Hebel zeigen Wirkung, bemerkbar wird die allerdings erst auf wirklich langen Abfahrten.
TRP Evo12 im Vergleich
Die Marktführer Shimano und Sram vom Thron zu stoßen, haben schon viele probiert. Und nie geschafft. Auch nicht Tektros Performance-Marke TRP. 2023 wagten sie mit der Evo 12 einen weiteren Anlauf. Wir haben die mechanische Gruppe anderthalb Jahre lang getestet.
TRP (Tektro Racing Products) stellte bereits 2020 das TR12-Schaltwerk samt -hebel vor. Mit der Evo 12 gibt es inzwischen eine Komplettgruppe. Dabei handelt es sich um eine mechanische 12-fach-Schaltung, die aus Schaltwerk, Hebel, Kurbel, Kassette und Tretlager besteht. Die Kette kommt von KMC.
Die hochwertigen Haptik und gute Ergonomie des Triggers gefallen, er verfügt zudem über einen Schiebehebel, mit dem man wählen kann zwischen Single-Shift und bis zu fünf Gänge auf einmal.
Alltagstaugliches Feature ist der Cage Release, der zwar nicht so simpel wie bei Sram ist, aber prima funktioniert, wenn man einmal den Dreh raus hat. Der Spannungsmechanismus Hall Lock auf der Oberseite des Schaltwerks sorgt dafür, dass die Schaltung zudem kaum klappert.
Preislich liegt der UVP ohne Tretlager folglich bei 1334 (schwarz/silber) bzw. 1414 Euro (gold), also deutlich über den üblichen Marktpreisen für Shimanos XTR und etwas über Srams XX1.
Beim Gewicht liegt man mit 1642 g für Schaltwerk und -hebel, Kassette (10-52 Zähne, Microspline), Kette (kommt von KMC) sowie Kurbel samt Kettenblatt hingegen etwas unterhalb der mechanischen Sram XX1 Eagle oder Shimano XTR.
Tabelle: Shimano XTR Di2 M9200 Gruppe - Gewichte und Preise
| Komponente | Gewicht | Preis (Euro) |
|---|---|---|
| Schaltwerk (kurzer Käfig, inkl. Akku) | 388 g | 664,95 |
| Schalthebel | 101 g | 234,95 |
| Kassette (9-45 Z.) | 322 g | 504,95 |
| Kette (ungekürzt) | 269 g | 78,95 |
| Kettenblatt (30 Z.) | 63 g | 174,95 |
| Kurbel (170 mm) | 528 g | 334,95 |
| Innenlager (BSA) | 75 g | 50,95 |
| Antriebsgruppe gesamt | 1746 g | 2044,65 (999 als Upgrade-Kit) |
| Bremse (vorne / hinten) | 296/312 g | je 314,95 (649,95 als Upgrade-Kit) |
| Bremsscheibe (Centerlock, vorne 203 mm / hinten 180 mm) | 165/136 g | N/A |
| Laufradsatz | 1806 g | 1649 |
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