Bei der Wahl einer Schaltgruppe für dein Rennrad, Gravelbike oder Mountainbike stehen zwei große Namen im Mittelpunkt: Shimano und SRAM. Beide Marken bieten hochwertige, zuverlässige Systeme mit innovativen Technologien. In diesem Artikel vergleichen wir die wichtigsten Gruppen von Shimano und SRAM, zeigen ihre Stärken und helfen dir, die beste Wahl für dein Bike zu treffen.
Shimano vs. SRAM: Ein Vergleich
Wenn es um Fahrradgruppen geht, stehen Radfahrer oft vor einer entscheidenden Frage: Shimano oder SRAM? Beide Marken gehören zu den führenden Anbietern von Schaltgruppen für Rennräder, Gravelbikes und Mountainbikes. Doch welche Option bietet die beste Performance, Schaltpräzision und Haltbarkeit? Egal, ob du auf der Straße, im Gelände oder auf langen Touren unterwegs bist - hier findest du die optimale Lösung für deine Ansprüche.
Shimano ist bekannt für seine sanften, präzisen Schaltvorgänge und die weit verbreitete Di2-Technologie, die elektronische Schaltungen mit hoher Präzision ermöglicht. Die mechanischen Gruppen von Shimano, wie 105, Ultegra und Dura-Ace, sind für ihre Langlebigkeit und ihren gleichmäßigen Schaltkomfort geschätzt.
SRAM setzt hingegen auf Innovation und ein geringeres Gewicht. Die SRAM eTap AXS-Technologie ermöglicht kabelloses Schalten, was für eine aufgeräumte Optik und einfache Wartung sorgt. Zudem bietet SRAM mit 1x-Antrieben (ein Kettenblatt vorne, große Kassette hinten) eine minimalistische, aber effektive Lösung, besonders im Mountainbike- und Gravelbereich. Serien wie SRAM Force, Red und XX1 Eagle sind für ihre schnelle und knackige Schaltperformance bekannt.
Die Entscheidung hängt von deinen persönlichen Vorlieben ab. Wenn du Wert auf sanftes, präzises Schalten und bewährte Technik legst, ist Shimano die beste Wahl. Bist du hingegen ein Fan von Innovationen, kabellosem Schalten und geringem Gewicht, könnte SRAM besser zu dir passen. Egal, für welche Marke du dich entscheidest - beide bieten Top-Performance für alle Fahrertypen!
Shimano Dura-Ace R9200: Ultimative Performance
Die Shimano Dura-Ace R9200 ist das ultimative Schalt- und Bremssystem für Rennradfahrer, die höchste Performance und Präzision verlangen. Diese 12-fach-Gruppe setzt neue Maßstäbe in Sachen Geschwindigkeit, Effizienz und Ergonomie. Dank der Di2-Technologie ermöglicht sie ultraschnelle, kabellose Schaltvorgänge mit minimaler Verzögerung, während das optimierte Hyperglide+-System für butterweiches und nahtloses Schalten sorgt - selbst unter Last. Die Hollowtech II-Kurbel reduziert das Gewicht und maximiert die Kraftübertragung, während die hydraulischen Scheibenbremsen mit verbesserter Kühlung für erstklassige Kontrolle sorgen. Wenn du auf der Suche nach der besten Kombination aus Geschwindigkeit, Präzision und Innovation bist, führt kein Weg an der Shimano Dura-Ace R9200 vorbei!
Shimano Ultegra R8100: Ausgewogene Performance
Die Shimano Ultegra R8100 ist die ideale Wahl für ambitionierte Rennradfahrer, die eine perfekte Balance zwischen Performance und Preis-Leistungs-Verhältnis suchen. Diese 12-fach-Gruppe bietet eine außergewöhnliche Schaltpräzision und Effizienz, die der Dura-Ace R9200 sehr nahe kommt, jedoch zu einem attraktiveren Preis. Mit der Di2-Technologie für kabelloses Schalten und der verbesserten Hyperglide+-Technologie kannst du blitzschnelle, präzise Gangwechsel genießen, selbst unter hoher Belastung. Das leichte Design und die Hollowtech II-Kurbel sorgen für eine optimale Kraftübertragung, während die hydraulischen Scheibenbremsen exzellente Bremskraft und Kontrolle bei allen Bedingungen bieten.
Shimano 105 R7100: Top-Leistung zum fairen Preis
Die Shimano 105 R7100 ist die neueste Generation der beliebten 11-fach-Schaltgruppe von Shimano und bietet eine ausgezeichnete Performance zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit ihrer 12-fach-Kompatibilität (während sie weiterhin ein 11-fach-System nutzt) und der verbesserten Hyperglide+-Schaltung bietet sie eine präzise und geschmeidige Gangwechsel, die mit den High-End-Gruppen wie Ultegra und Dura-Ace konkurrieren kann. Die hydraulischen Scheibenbremsen bieten hervorragende Bremsleistung unter allen Bedingungen, während das Hollowtech II-Kurbelset für eine effiziente Kraftübertragung sorgt. Mit dieser Gruppe erhältst du eine zuverlässige, langlebige und leistungsstarke Lösung für dein Rennrad, ideal für Fahrer, die viel Wert auf Qualität legen, ohne das Budget zu sprengen.
Shimano GRX RX810: Für Gravel-Abenteuer
Die Shimano GRX RX810 ist eine der fortschrittlichsten Gravel-Schaltgruppen, die speziell für das Offroad-Fahren und Abenteuerreisen entwickelt wurde. Mit der 2×11- oder 1×11-Schaltung bietet sie eine hervorragende Übersetzungsbandbreite, die dir hilft, selbst die anspruchsvollsten Gravelstrecken und steilsten Anstiege zu meistern. Die Shimano Shadow RD+ Technologie sorgt dafür, dass die Kette stabil bleibt und Kettenschläge auf rauen, unbefestigten Wegen minimiert werden. Der GRX RX810 setzt zudem auf eine ergonomische Gestaltung, die speziell auf die Bedürfnisse von Gravel- und Adventure-Fahrern abgestimmt ist, mit komfortablen, rutschfesten Bremshebeln und einer hervorragenden Bremsleistung, auch bei Nässe.
Shimano Deore XT M8100: Für anspruchsvolle Mountainbiker
Die Shimano Deore XT M8100 ist eine hochentwickelte 12-fach-Schaltgruppe, die für anspruchsvolle Mountainbiker entwickelt wurde, die auf Trail- und Enduro-Touren maximale Performance suchen. Mit ihrer 12-fach-Übersetzung (10-51T) bietet sie eine breite Bandbreite für alle Geländearten, von steilen Anstiegen bis hin zu schnellen Abfahrten. Die Hyperglide+ Technologie sorgt für blitzschnelle, geschmeidige Schaltvorgänge, auch unter hoher Last, während die Shadow RD+ Technologie für einen stabilen Kettenlauf und weniger Kettenschläge sorgt - ideal für technisches Gelände. Die Deore XT M8100 ist zudem mit hydraulischen Scheibenbremsen ausgestattet, die exzellente Bremskraft und Kontrolle bei allen Bedingungen bieten.
Die Shimano XTR Di2 im Test
Als die Shimano XTR Di2-Antriebsgruppe vor einem Jahr in der Redaktion ankam, kannte man elektrisches Schalten nur von der Lycra-Fraktion. Das Di2-System wurde von unseren Testern in Schottland hart rangenommen und musste sowohl den Winter als auch den Kampf gegen die Uhr bestehen. Das System wurde inzwischen an das zweite Testbike montiert, ein SCOTT Genius LT für die Saison 2016.
Das Di2-System wurde anfangs im englischen Shimano-Hauptquartier an das Testrad angebracht. Wir sahen zu, wie ein Computer zum Rad gebracht und das komplizierte System peinlich genau durch die Kabelkanäle unseres Bikes geführt wurde. Letztes Jahr war das Hauptproblem, die Batterien im Rahmen unterzubringen (wobei inzwischen viele Rahmen Aussparungen für die Batterien haben). Deshalb entschied sich Shimano dazu, sie am Flaschenhalter zu befestigen, was unhandlich und nicht besonders hübsch aussah.
Der Schalthebel ist sehr einfach zu bedienen, ein kurzer Druck schaltet einen Gang hoch oder runter, ein längerer schaltet jeweils zwei Gänge. Man kann einstellen, welcher Knopf den Gangwechsel in welche Richtung betreibt, von Werk aus schien uns die Programmierung „verkehrt“ herum zu sein: Hielt man seinen Finger auf den jeweiligen Knopf, schaltete die XTR Di2 bis ganz nach oben oder unten. Daran musste man sich erst einmal gewöhnen, da es die Kette bei Anstiegen manchmal die Kassette viel weiter hochjagte, als man eigentlich wollte.
Über das Display kann man in die vielen Features der Di2 einsteigen. Mit einem kurzen Druck auf die Seite des Displays kommt man zum „Micro Adjustment“, wo man beim Treten in der Ebene kleine Änderungen vornehmen kann, um die Gangwechsel zu optimieren. Ähnlich der Einstellung des Kabelzuges an einem herkömmlichen Schalthebel ist dies dienlich, wenn man ein verbogenes Schaltauge hat oder die Schaltung an einen neuen Rahmen montieren möchte. Nutzt man das Synchro-System (hierbei arbeiten Umwerfer und Schaltwerk über nur einen Schalthebel) kann der Fahrer hier auswählen, welchen der beiden Schaltmodi er nutzen möchte.
Umwerfer und Schaltwerk arbeiten mit einem Schalthebel. Das Display passt gut an den Lenker und gibt einen Überblick über Schaltmodus, Ladezustand, derzeitigen Gang und kleinere Einstellungen und ist zudem der Knotenpunkt, an den ihr euren PC anschließen könnt. Die Kabel sind bis auf die Länge alle gleich und verbinden Display, Umwerfer, Schaltwerk, Schalthebel und Batterie und haben dieselben Enden, die leicht in die jeweilige Verbindung einrasten. Umwerfer und Schaltwerk werden montiert wie konventionelle Komponenten, der Umwerfer passt an alle gängigen Aufnahmen.
Das Schaltwerk ist das bisher schlankste von Shimano, schmiegt sich nah an die Kassette und geht so hässlichen Begegnungen aus dem Weg. Es gibt eine Version mit mittlerem und eine mit langem Käfig. Ende letzter Saison nutzten wir das komplette Synchro-System an einem 2-fach-Antrieb. Die Gangwechsel waren der Wahnsinn, so präzise und sicher, dass es schon unheimlich war.
Die Haltbarkeit der Batterie war wohl das Überraschendste, denn auch bei mehrmaligen Ausfahrten jede Woche konnte man die Ladezyklen in Monaten und nicht in Wochen messen! Das einzige Problem, das wir feststellten, tauchte während eines Isle of Man-Endurorennens auf, als wir nach einem Sturz die Kette verloren und dabei einen Teil des Käfigs abrissen. Doch wir konnten den Käfig problemlos ersetzen, denn alle Teile sind austauschbar.
Die große Übersetzungsbreite des 2-fach-Antriebs war super bei langen Tagen im Sattel und machte lange Anstiege trotz müder Beine zum Kinderspiel. Wir kombinierten die Di2 dann mit einem 1-fach-Antrieb und tauschten die XTR 11-40-Kassette mit einer 11-42er XT. Den Umwerfer sparten wir uns, auf die XTR-Kurbeln kam ein ovales Kettenblatt von AbsoluteBlack und die Kette wurde durch einen sehr effektiven Kettenführungs-Prototyp gebändigt (mehr zur Kettenführung in Bälde!).
Sobald das System eingestellt ist und man sich daran gewöhnt hat, hat es einige Vorzüge: seine Einfachheit, die unglaubliche Akkulaufzeit, die präzisen Gangwechsel ohne Haken und die beeindruckende Optik. Es hat uns nie enttäuscht und das einzige Geräusch ist ein leises elektrisches Klicken bei jedem Schalten, was auch den Fahrern hinter uns nicht verborgen blieb! Wir hatten nicht erwartet, dass ein solches Nischen-System so gut funktionieren würde - fast wünschten wir uns, dass es mal nicht funktionierte, um unsere Vorurteile zu bestätigen.
Shimano XTR M9100 vs. SRAM X01 Eagle: Ein direkter Vergleich
Shimano geht in direkte Konfrontation mit der formidablen SRAM X01 Eagle hinsichtlich Preis und Zielgruppe: Die XTR M9100 zielt auf anspruchsvolle Trail-Biker, die das Beste vom Besten wollen. Um herauszufinden, welche der beiden Schaltungen der King im Ring ist, haben wir beide Schaltgruppen in unserem knallharten schottischen Outdoor-Testlabor auf die Probe gestellt: Bergauf und bergab, bei Regen und Sonnenschein, mit guter und schlechter Schalt-Technik - und waren dabei alles andere als zimperlich. Wir fuhren beide Antriebe nur mit einem 32er Kettenblatt in Front und ohne Kettenführung.
Shimanos Freilauf mit SCYLENCE-Technologie ist eine Offenbarung. Fakt ist: SRAMs X01 Eagle hat die Notwendigkeit von Kettenführungen zunichte gemacht - außer vielleicht für die gröbsten Hooligans. Das X-SYNC 2-Kettenblatt mit einem Narrow-Wide-Zahnprofil krallt sich hartnäckig an der Kette fest. Wir haben die Kette in über einem Jahr der Nutzung nur durch Störfaktoren wie Stöcke und hartnäckigen Schlamm verloren. Shimanos XTR M9100 nutzt ein neues Dynamic Chain Engangement+, das in unseren Augen nahezu identisch aussieht wie SRAMs älteres Zahnprofil und - wenig überraschend - sehr effektiv ist. Wenngleich wir noch kein ganzes Jahr mit Shimanos XTR M9100 unterwegs gewesen sind, haben wir trotz aller Bemühungen wie idiotische Schaltvorgänge und unsere besten Künste im Rückwärts-Kurbeln die Kette nicht dazu gebracht, vom Kettenblatt herunterzuspringen.
Shimanos XTR M9100-Schaltwerk besitzt eine stärkere RD+ Clutch, welche die Kette spürbar fester hält und lautloses Fahrvergnügen abliefert.
Gewicht vs. Robustheit
Bei diesem Kampf der Schwergewichte ist natürlich klar, dass beide alles andere als schwer sind. Die Gewichte wurden sehr effektiv verringert und jede Komponente ist auf ihre bestmögliche Form reduziert worden - man würde vermutlich mehr Fett auf der Schürze eines Fleischers finden. SRAM hat zwar die Nase vorn, aber nur um ein paar Gramm und hauptsächlich wegen der leichteren X01-Carbon-Kurbel.
Auch wenn Shimano rein auf dem Papier im Nachteil ist, besitzt die XTR M9100 eine kleinere ungefederte Masse (Kassette + Schaltwerk) und steckt mehr Gewicht in die robustere Kurbel, wo die Extra-Gramm von Vorteil sein können. Mit einer Carbon-Kurbel lässt sich zwar Gewicht sparen, aber wir haben noch nie einen gebrochenen XTR-Aluminium-Kurbelarm gesehen - und einige aus den 1990ern sind noch immer im Einsatz. Wenn ihr also regelmäßig mit euren Pedalen aufsetzt, könnte dieser Punkt eine Überlegung wert sein.
Schaltperformance
Als die SRAM X01 Eagle herauskam, definierte sie geschmeidiges Schalten neu: Die gleichmäßigen Gangsprünge verteilen sich auf den mittleren Kassettenbereich, nur der finale Sprung auf das große 50-Zahn-Ritzel ist spürbar. Im Gegensatz dazu besitzt Shimanos XTR M9100-Kassette eine größere Bandbreite und verschiebt die größeren Sprünge zwischen die Ritzel mit 28 und 39 Zähnen. Auf dem Trail ergibt sich daraus ein sanfterer Übergang in das größte Ritzel mit 51 Zähnen, wodurch sich dieses mehr in die Bandbreite integriert anfühlt und weniger wie ein „Sicherheitsgang für den Notfall“.
Verglichen mit SRAMs X01 Eagle schaltet Shimanos XTR M9100 auf kurzen, knackigen Anstiegen und unter Last schneller und weicher auf die größten Ritzel. Das Einlegen des „Panik-Gangs“ in letzter Sekunde ist also kein Thema. Welche Schaltung ihr favorisieren werdet, hängt stark von eurem Fahrstil und dem bevorzugten Terrain ab. Wer in welligem Terrain zuhause ist, wird die grandiose Abstufung des mittleren Gangspektrums der SRAM X01 Eagle lieben. Wer jedoch in der Nähe von steilem Gelände mit harten Anstiegen lebt, wird die sanfteren Trittfrequenz-Wechsel in den letzten drei Gängen von Shimanos XTR M9100 zu schätzen wissen.
Einstellung und Wartung
Es gibt keinen Zweifel daran, dass SRAMs X01 Eagle ein grandioser Antrieb ist, aber wie bei einem Supersportwagen sind sorgfältige Einstellung und Wartung nötig, um die beste Performance herauszukitzeln. Falls die B-Tension-Screw falsch eingestellt ist oder die Kabelspannung auch nur um das kleinste Maß nachlässt, beginnt sich die reibungslose Performance in Wohlgefallen aufzulösen und geisterhafte Schaltvorgänge und Verzögerungen treten auf.
In unserem Test hat sich Shimanos XTR M9100 ähnlich pingelig beim Einstellen verhalten, reagierte dafür aber unempfindlicher auf ein suboptimales Setup. Während unserer Testmonate mussten wir nicht ein einziges Mal in die Werkzeugbox greifen. Selbst als wir die B-Tension etwas verstellten, blieben die Schaltvorgänge weiterhin weich und präzise.
Auch in dem Versuch, jegliche Marketing-Übertreibungen oder kritische Kommentare zu vermeiden - was das Schalten angeht, ist Shimanos XTR M9100 einfach phänomenal. Selbst wenn man wie ein Idiot schaltet und unter Last die Gänge durch den Ritzelblock nach oben jagt: Das Schaltwerk verspottete unsere vergeblichen Versuche und arbeitete sich mit Nähmaschinen-gleicher Präzision durch die Gänge. Das Schalten ist knackig und wunderbar leichtgängig, mit gerade genug Widerstand, um eine grandiose Rückmeldung zu geben.
Ergonomie
Ergonomisch gesehen sind die Schalthebel der Shimano XTR 9100 mit dem langen, gummierten Bereich unschlagbar - und die Möglichkeit, mit einem langen Drücken doppelt herunterzuschalten, kann SRAM ebenfalls nicht kontern.
Fazit
Shimano hat den Kampf zurück an SRAMs Türschwelle getragen und trumpft mit leichteren und effizienteren Schaltvorgängen gegenüber der SRAM X01 Eagle auf. Mit zuverlässiger Performance und überragender Ergonomie auf dem Trail sichert sich die XTR M9100 verdient den Sieg. Allerdings hat sie auch eine Schwäche, eine Achillesferse und letztendlich hat das Ergebnis damit einen sehr faden Beigeschmack.
Obwohl die XTR M9100 für Shimano einen riesigen Sprung nach vorn darstellt und die Messlatte in Sachen Schalten und Ergonomie höher legt, bedeutet der MICRO SPLINE-Freilauf in puncto Kompatibilität einen Schritt zurück. Wir freuen uns schon, wenn die Technologie auch auf das SLX- und XT-Level portiert wird und mehr Laufrad-Optionen erhältlich sein werden.
Weitere Schaltgruppen von Shimano
- Shimano Tourney: Für Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder konzipiert, bietet eine einfache Schaltung mit ausreichend Gängen und ist preisgünstiger.
- Shimano Altus: Eine der Einstiegs-Schaltgruppen von Shimano, bietet eine solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis.
- Shimano Alivio: Eine hochwertige Komponentengruppe, die für Alltagsfahrten und leichtes Gelände geeignet ist und sich durch reibungslose und präzise Schaltvorgänge auszeichnet.
- Shimano Deore: Eine hochwertige und leistungsstarke Schaltgruppe, die für den Einsatz im Gelände und für Mountainbike-Touren geeignet ist.
- Shimano SLX: Bietet viele Vorteile für Mountainbiker:innen, ist sehr langlebig, zuverlässig, leicht und kompakt.
Kassetten im Detail
Traditionelle Hinterradnaben wurden mit einem genormten Gewinde für aufschraubbare Ritzelpakete mit Freilauf - sogenannte „Schraubkränze“ - ausgestattet. Dies ermöglichte die Verwendung jeder beliebigen Marke von Schraubkränzen auf den Naben unterschiedlicher Hersteller. Wenn die Ritzel abgenutzt waren oder man andere Übersetzungen benötigte, konnte man den Schraubkranz abnehmen und einen anderen montieren.
Im Laufe der letzten Jahre haben Shimano-Kassettennaben die traditionellen Schraubkranznaben grösstenteils abgelöst. Aufgrund der Anordnung der Lager in einer Shimano-Kassettennabe, wird die Achse näher an den Enden gestützt. Als Ergebnis sind verbogene Achsen ein sehr seltenes Problem bei diesen Naben.
Der Freilaufkörper integriert den Ratschenmechanismus in den Nabenkörper (wenn auch der Ratschenmechanismus immer noch austauschbar ist). Die Ritzel werden üblicherweise in einem kompletten Satz, der „Kassette“ verkauft. Die Ritzel in einer Kassette werden normalerweise durch drei Schrauben oder Bolzen zusammengehalten, um die Montage zu erleichtern. Diese Verbindung ist in keinster Weise notwendig, sie sorgt nur dafür, die Ritzel und Zwischenringe in der richtigen Reihenfolge und Ausrichtung zu halten, wenn man die Kassette vom Freilaufkörper abgenommen wird.
Einige der hochwertigeren Kassetten verwenden eine „Spinne“ (Spider), einen Metallträger, auf dem die 4 oder 5 grössten Ritzel montiert sind. Moderne Hyperglide-artige Kassetten (alles, was seit den späten 1980ern hergestellt wurde) verwenden einen Verschlussring mit Gewinde, um die Ritzel auf dem Freilaufkörper zu fixieren. Es gibt ein spezielles Werkzeug mit Rippen, die in die entsprechenden Aussparungen des Verschlussrings greifen - sogenannte „Abzieher“.
Uniglide vs. Hyperglide
Die älteren Shimano-Ritzel verwendeten ein Design mit „gedrehten“ Zähnen mit dem Namen „Uniglide“. Sie wiesen 9 identische Stege auf, die in entsprechende Aussparungen auf dem Freilaufkörper griffen. Zwischen die Ritzel wurden zusätzlich Abstandshalter eingesetzt. Ritzel mit weniger als 14 Zähnen verwendeten einen integrierten Abstandshalter, aber alle übrigen Ritzel waren beidseitig nutzbar, so dass man sie, wenn sie abgenutzt waren, einfach umdrehen konnte und eine Seite hatte, die wie neu war!
In den späten 1980ern führte Shimano „Hyperglide“ ein, ein neues Design für die Ritzel, mit dem die Kette gleichzeitig über zwei angrenzende Ritzel laufen kann. Die Kette läuft auf dem neuen Ritzel, bevor sie sich vom alten Ritzel gelöst hat. Damit dies funktioniert, müssen die Zähne der Ritzel untereinander exakt ausgerichtet sein. Die älteren „Uniglide“-Ritzel konnten in jeder der 9 möglichen Positionen (18, wenn man die umgedrehte Montage dazurechnet!) montiert werden. Hyperglide-Ritzel müssen dagegen in einer festen Position angebracht werden.
Kassetten-Kombinationen
Kassetten werden mit verschiedenen Übersetzungsbereichen angeboten, und solche, deren Gänge sehr dicht beieinander liegen und keine wirklich grossen Ritzel enthalten, werden üblicherweise als „Rennrad-Kassetten“ vermarktet. In ähnlicher Weise werden Schaltwerke mit langen und kurzen Käfigen angeboten. Die kurzen Käfige („Rennradschaltung“) funktionieren nur mit Kassetten mit engen Übersetzungsbereichen, weil sie nicht genügend Kapazität haben um die Kette bei grossen Übersetzungsbereichen aufzunehmen. Schaltwerke mit langen Käfigen haben eine grössere Kapazität und arbeiten mit allen Arten von Kassetten zusammen. Solche Schaltwerke werden üblicherweise als „Mountain Bike“-Schaltwerke bezeichnet, obwohl diese Art von Schaltwerk früher auch als „Tourenschaltwerk“ bekannt war.
Shimano 8- und 9-fach-Naben und -Kassetten sind vollständig untereinander austauschbar, so dass jede 8-fach-Nabe mit einer 9-fach-Kassette bestückt werden kann und umgekehrt.
Anpassung von Shimano-Kassetten
Es ist nicht schwer, Shimano-Kassetten anzupassen. Wenn man ein nicht freigegebenes Ritzel als Austausch verwendet, Uniglide oder Hyperglide, wird es immer noch funktionieren, aber Schaltvorgänge von/zu diesem Ritzel sind möglicherweise nicht so weich wie dies bei Hyperglide normalerweise ist. Nachdem Leute es aber einige Jahrzehnte auch ohne Hyperglide geschafft haben, sollte das nicht abschrecken.
Als Beispiel, Shimano bietet keine echten „Maiskolben“-Kassetten (ein-Zahn-Sprünge) für Zeitfahrer oder Fahrten in der Ebene an. Wenn man das 21er-Ritzel einer J-Kassette entfernt, kann man sie in einen 13-19-Maiskolben ändern, indem man ein 18er-Ritzel kauft und es zwischen 17 und 19 einfügt. Ähnliche Veränderungen sind mit anderen Übersetzungen möglich.
Fahrradketten im Verschleißtest
Ein Test auf dem Prüfstand fördert erhebliche Unterschiede im Verschleißverhalten zutage. Während manche Exemplare nach dem Testmarathon noch nicht austauschpflichtig wären, sind andere schon extrem gelängt. Auffällig ist, dass zwei ausgewiesene E-Bike-Ketten im Test - von KMC und von Miché - besonders schlecht abschneiden. Extrem haltbar sind hingegen alle Shimano-Ketten, auch die ganz günstigen, sowie die KMC X10.
Durch die Bank glänzend sind die Ergebnisse der Shimano-Ketten. Auch die günstigste, die HG 54, schneidet sehr gut ab. Punktabzug gibt es nur durch das umständliche Handling mit dem Verschlussbolzen. Den Testsieg holt sich KMC mit der günstigen X10, die mit einem Kettenschloss montiert wird.
Die schlechtesten Fahrradketten im Test verschlissen siebenmal schneller als die Top-Modelle.
Testergebnisse der Fahrradketten im Verschleißtest
| Kette | Preis | Gewicht | Verschleiß | Testurteil |
|---|---|---|---|---|
| KMC E10 | 52,95 Euro | 285 Gramm | 0,078 Millimeter | BEFRIEDIGEND |
| KMC X10 | 33,90 Euro | 264 Gramm | 0,017 Millimeter | SEHR GUT (Testsieger 3/2019) |
| Shimano CNE 6090 | 42,95 Euro | 303 Gramm | 0,017 Millimeter | SEHR GUT |
| Shimano Deore HG 54 | 29,95 Euro | 276 Gramm | 0,016 Millimeter | SEHR GUT |
| Shimano HG 95 | 32,95 Euro | 277 Gramm | 0,016 Millimeter | SEHR GUT |
| SRAM PC 1031 | 22,00 Euro | 272 Gramm | 0,102 Millimeter | AUSREICHEND |
| SRAM PC 1071 | 48,90 Euro | 260 Gramm | 0,026 Millimeter | SEHR GUT |
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