Die Shimano XTR-Gruppe ist bekannt für ihre tadellose Funktion bei geringstem Gewicht, was sie zu einem absoluten Highend-Produkt macht. Allerdings ist sie auch teuer im Unterhalt. Im Folgenden werden verschiedene Komponenten der Shimano XTR-Gruppe genauer betrachtet.
Shimano XTR Kassette: CS-M9000 im Detail
Getestet: CS-M9000, 11-40 Zähne
Nachdem nach 1500 Kilometern eine neue Kette montiert wurde, rutschte diese unter Last über das 11er-Ritzel. Alle anderen Ritzel der 300 Euro teuren Kassette funktionierten jedoch einwandfrei. Sechs der Ritzel (19 bis 35 Zähne) bestehen aus Titan, was die hohe Qualität unterstreicht.
Ein Problem ist jedoch, dass durch die enge Kurbelabstufung (36/26) bei Geschwindigkeiten über 25 km/h fast nur die kleinen Ritzel genutzt werden. Da sich die Kettenlast auf weniger Zähne verteilt, verschleißen diese schneller. Im Verschleiß-Test der 11-fach-Antriebe hielt die Shimano XTR-Kassette nicht so lange wie die SRAM-Kassetten der XX1 und X1.
| Komponente | Details |
|---|---|
| Kassette | CS-M9000, 11-40 Zähne |
| Material | Titan (19-35 Zähne) |
| Problem | Verschleiß der kleinen Ritzel |
Weitere Komponenten der Shimano XTR im Test
Schaltwerk und Umwerfer
Das Schaltwerk der neuen Shimano XTR schaltet präzise. Matsch und Schnee konnten Schaltwerk und Umwerfer fast nichts anhaben. Nur am Umwerferblech sieht man deutliche Gebrauchsspuren.
Der neue Side-Swing-Umwerfer sowie das Schaltwerk schalten kraftvoll und präzise. Der Shadow-Plus-Hebel ist etwas fummelig. Die Federspannung kann exakt eingestellt werden.
Kurbel
Getestet: 2 x 11 Race, 36/26 Zähne, 175 mm
Bereits nach wenigen hundert Kilometern sahen die Kurbelarme abgenutzt aus. Die Beschichtung scheint nicht so widerstandsfähig zu sein wie bei den Vorgängerkurbeln. Das große Kettenblatt besteht aus einem Mix aus Alu und Carbon-Faser-verstärktem Kunststoff und sieht nach 2000 Kilometern noch sehr gut aus. Beim Pressfit-Innenlager läuft die rechte Seite bereits etwas rau.
Kette
Getestet: HG 900-11
Die laufrichtungsgebundene Elffach-Kette der XTR ist nicht dieselbe wie die der Elffach-Rennradgruppen. Die speziell beschichtete Kette enttäuschte bei der Haltbarkeit: Bereits nach 1500 Kilometern war das 50 Euro teure Bolzen-Laschen-Konstrukt reif zum Wechseln. Das geringe Gewicht der schmalen 11-fach-Kette scheint auf Kosten der Haltbarkeit zu gehen. Ein günstigeres, etwas schwereres Modell bietet Shimano auch an. Diese Vermutung bestätigte unser Verschleiß-Test der Elffach-Antriebe in BIKE 10/2015. Er zeigte, dass die 11-fach-Kette der Shimano XTR schneller verschleißt als das alte 10-fach-Modell der XTR.
Schalthebel/Züge
Getestet: SL-M9000 2/3 x 11-fach mit Schelle
Die Schalthebel der XTR waren bereits in der Vergangenheit schlanker und filigraner als die der günstigeren Gruppen. Das setzt die 2015er-XTR fort. Bestehende Eigenschaften wie das Schalten von mehreren Gängen mit Zeigefinger- und Daumenhebel hat Shimano übernommen. Die Schaltvorgänge sind sehr direkt. Der Hebelweg am Umwerfer unterscheidet sich nicht spürbar von einer aktuellen XT. Die abgedichteten Zughüllen samt der Polymer-beschichteten Züge funktionieren nach 2000 Kilometern einwandfrei und reibungsarm.
Shimano gegen SRAM: Ein Vergleich
Shimano und SRAM stehen seit zwei Jahrzehnten in Konkurrenz. Während Shimano früher dominierte, wagte SRAM mit der Einführung der 11-fach-Schaltungen Revolutionäres: ein Kettenblatt statt zwei oder drei. Erst als vor fünf Jahren der Adler landete, wendete sich das Blatt: Srams neue Eagle-Gruppen bieten seitdem mit 1 x 12 Gängen genug Bandbreite für alle Biker.
Auch die erste Antwort des japanischen Riesen floppte: Die Einführung der teuren Shimano-XTR-Gruppe mit 1 x 12 und 2 x 12 Gängen im Jahr 2018 unter extremen Startschwierigkeiten. Doch jetzt schlägt Shimano zurück! Die neuen, erschwinglichen "Volksgruppen" SLX und XT kommen à la Eagle in einer Variante mit 1 x 12-Gängen.
Um einen fairen Vergleich zu gewährleisten, wurden für diesen Test die 1 x 12-Varianten von SLX und XT den bewährten SRAM-Gruppen NX Eagle und GX Eagle gegenübergestellt. In Sachen Preis und Gewicht liegen die Kontrahenten eng beieinander. Auch in Sachen Optik und Haptik sind die Unterschiede nicht groß. Tatsächlich agieren die Shimano-Schaltungen sogar ein wenig knackiger als die SRAM-Pendants.
Tatsächlich setzt die neue Shimano XT den neuen Maßstab in dieser Klasse. SRAMs GX ist ebenso eine Topgruppe, in Nuancen aber schlechter. Ebenso kann sich die Shimano SLX leicht von der NX Eagle absetzen und Platz 3 im Vergleich erobern.
Shimano SLX (M7100)
Die Shimano SLX kam dieses Jahr zeitgleich mit der neuen XT auf den Markt. Auch das Gewicht ist um rund 180 g geringer als bei der NX. Aber kann sie auch in Sachen Funktion mithalten?
Im Vergleich zu den Konkurrenten, speziell mit Blick auf die XT, läuft das System etwas rauer. Hinzu kommt, dass der Gangwechsel minimal träger abläuft. Beim Schalten unter hoher Last ächzt die SLX, führt den Schaltbefehl jedoch problemlos und präzise aus.
Der SLX-Schalthebel ist einfacher gehalten als der der XT. So haben die Japaner auf die Gummibeschichtung sowie auf die "Multi-Shift"-Funktion am kleinen Hebel verzichtet. Es lässt sich also nur ein Ritzel auf einmal nach unten wechseln. Auch können nur drei Gänge auf einmal in Richtung großes Ritzel geschaltet werden. Wie bei der XT praktisch: Der kleine Hebel kann mit Zeigefinger oder Daumen betätigt werden, was der SLX in Sachen Ergonomie eine sehr gute Note einbringt. Und auch unter dem Strich steht ein verdientes "Sehr gut"!
SRAM NX Eagle
Als SRAM 2018 die NX Eagle vorstellte, machte diese die 1 x 12-Philosophie der US-Amerikaner noch attraktiver. Im Falle der NX ist es die Verwendung von günstigeren Materialien (Stahl und Kunststoff statt Alu), vor allem aber die Größe des kleinsten Ritzels. Statt 10-50 bietet Sram die NX mit 11-50-Zähne-Kassette an. Dadurch ergibt sich eine Bandbreite von nur 454 statt der 500 Prozent, die alle anderen Eagle-Gruppen so erfolgreich machten. Ein Vorteil ist wiederum, dass die Kassette auf herkömmlichen Shimano-Freiläufen montiert werden kann, was die NX Eagle für Nachrüster mit älteren Bikes extrem spannend macht.
Bei der Schaltperformance sind hingegen klar die Gene der teureren Eagle-Brüder erkennbar. Der Gangwechsel verläuft zuverlässig, leise und butterweich. In Richtung der großen Ritzel ist der Schaltvorgang aber eine Spur zu schwammig. In Richtung der kleinen Gänge verzögert sich der Schaltvorgang schon mal, ist dann aber schön knackig. Die NX bietet die Möglichkeit, fünf Gänge auf einmal hoch- und einen runterzuschalten.
Shimano XT (M8100)
Satte 511 Prozent Bandbreite bietet die neue XT mit einer Kassette mit 10-51 Zähnen. Genau einen Zahn mehr also als die direkte Konkurrenz der Sram GX Eagle - bei nur minimal mehr Gewicht. Und auch in Sachen Ergonomie setzt die Shimano XT ein dickes Ausrufezeichen. Ein gummierter Schalthebel sorgt für perfekten Grip. Zudem können durch die "Multi-Shift"-Technik gleich zwei Gänge auf einmal in Richtung kleine Ritzel geschaltet werden, was in diesem Test ein Alleinstellungsmerkmal ist. Es lassen sich zudem bei einem Schaltvorgang bis zu vier Gänge auf einmal hochschalten. Einziges Manko: Die Fingerkraft beim Betätigen des kleinen Hebels ist spürbar höher, als man es von einer XT gewohnt ist.
Doch egal ob unter voller Last oder beim gemütlichen Fahren, die Gänge werden knackig und maximal präzise eingelegt und stehen sofort zur Verfügung. Die Montage ist einfach, einzig dass der neue "Micro-Spline-Freilauf" etwas fummeliger ist, könnte man bemängeln - hier hat Sram die Nase vorn.
Dennoch: Die XT kann ihr Revier als Volksgruppe Nr.1 wieder knapp für sich gewinnen. Verarbeitung, Gewicht, Bandbreite, Ergonomie - alles top. Testsieg!
SRAM GX Eagle
Mit der GX Eagle hat Sram 2017 den 1 x 12-Antrieb zu erschwinglichen Preisen auf den Markt gebracht. Mit Erfolg: 1 x 12 ist seither nicht mehr wegzudenken und die GX Eagle seitdem an unzähligen Bikes von Werk aus verbaut. Die Montage der GX ist recht einfach, die Kassette besteht aus einem Stück und wird auf den speziellen XD-Freilauf aufgeschraubt.
In der Praxis erfolgen die Wechsel in den leichteren Gängen meist so sanft, dass man sie nicht mal hört. Das Gefühl im Daumen ist dabei auch etwas undefinierter. Beim Schalten in schwerere Gänge rastet die Kette dafür satt, schnell und selbst unter Last stets präzise ein. Auch der kleine Hebel lässt sich definiert drücken - bietet aber im Gegensatz zur Shimano XT lediglich einen Gangsprung zum nächstkleineren Ritzel. Hoch lassen sich bei der GX an der 10-50-Kassette fünf Gänge auf einmal schalten (bei Shimanos XT vier). Generell liegen die Hebel absolut angenehm am Daumen an, bieten sehr gute Schaltergonomie.
Das Finish ist bar jeder Kritik, die Gruppe der Erfahrung nach sehr haltbar und der Preis fair.
Shimano XTR M9200 Di2 Wireless-Schaltgruppe im Test
Die neue Shimano XTR M9200 Di2 Wireless-Schaltgruppe ist die erste vollständig kabellose MTB-Schaltgruppe von Shimano. Sie soll schnelle und präzise Schaltvorgänge liefern und dabei vor allem robust sein.
Die Bezeichnung Shimano XTR M9200 Di2 umfasst den kompletten Antriebsstrang. Das elektronische RD-M9250-Schaltwerk ist entweder mit einem kurzen als auch mittellangen Käfig verfügbar, um unterschiedliche Kassetten-Bandbreiten abzudecken. Für E-MTBs gibt es ein neues und kabelgebundenes Schaltwerk namens RD-M9260, das weiterhin die FREE SHIFT- und AUTO-SHIFT-Funktionen unterstützt.
Preislich liegt die neue Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe auf dem High-End-Niveau der elektronischen Konkurrenz.
Testeindrücke: Als Erstes fällt die sehr gelungene Hebel-Ergonomie auf, die mit ihren vielen Verstellmöglichkeiten glänzt. Auch die Gummierung ist gelungen und man rutscht nicht vom Hebel ab. Das Klicken der Hebel ist deutlich spürbar und fühlt sich knackig an. So weiß man immer genau, wann man geschaltet hat.
Das eigentliche elektronische Schaltgeräusch des XTR-Schaltwerks ist deutlich zu hören und etwas lauter als bei der elektronischen Konkurrenz, ist aber nicht störend. Je langsamer ihr mit der Schaltgeschwindigkeit werdet, desto sanfter werden die Schaltvorgänge und desto geringer wird das metallische Einrast-Geräusch.
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