Die Fahrradbranche, insbesondere das Mountainbike-Segment, ist ständig im Wandel. Der Mountainbike-Rennsport entwickelt sich stetig weiter, die Strecken werden anspruchsvoller und die Bikes werden immer besser auf diese Herausforderungen abgestimmt. In diesem Kontext spielt die Wahl der richtigen Komponenten eine entscheidende Rolle. Hierbei soll es im Folgenden um die Shimano XTR FC Kurbelgarnitur gehen.
Shimano XTR: Eine Übersicht
Shimano unterteilt den Mountainbike-Bereich in vier grundlegende Kategorien: wettkampforientiertes Cross-Country, Enduro-Sport, freizeitorientiertes Trail Riding und technisch ausgeprägtes Trail Riding. Ausgangspunkt für die Neuentwicklung im An-triebsbereich war das Ziel, möglichst geringe Schaltschritte zu realisieren, damit die Trittfrequenzsprünge beim Schalten möglichst klein bleiben, Rhythmus und Vortrieb aufrecht erhalten werden und damit letztlich die Geschwindigkeit hoch gehalten wird.
Die Kassette
Darüber hinaus kommt die XTR aber auch mit einer 10-45Z 12-fach-Kassette (10-12-14-16-18-21-24-28-32-36-40-45Z), die auf schnelle-ren oder weniger steilen Rennkursen eine noch feinere bzw. engere Abstufung zwischen den Gängen ermöglicht. Damit ist die 10-45Z-Kassette ideal für XC-Racer, für die enge Abstufungen entscheidend sind und jedes Gramm zählt, die 10-51Z-Kassette ist dagegen die ideale Wahl für Trail-Rider, die damit auch steiste Rampen in Angriff nehmen können. Beide Kassetten zeichnen sich durch den Einsatz verschiedener Materialien für die einzelnen Ritzel aus, wodurch ein ausgewogenes Verhältnis von Gewicht und Haltbarkeit gewährleistet wird.
Speziell für Mountainbiker, für die besonders stabile Laufräder bei dennoch geringem Gesamtgewicht des Bikes von Bedeutung sind, hält die neue XTR zudem eine dritte Kassetten-Option (CS-M9110-11) bereit. Basis für stabile Laufräder ist in der Regel ein breiterer Naben-flansch, der jedoch den zur Verfügung stehenden Raum für die Kassette beschränkt. Daher baut die CS-M9110-11 Kassette auf der regulären 10-51-Z-Kassette auf, allerdings ohne das 51er-Ritzel. Damit bietet sie nach wie vor ausreichend Bandbreite für viele Einsatzszenarien, baut aber schmaler und ist deutlich leichter.
Freilaufnabe und Kette
Für die neuen 12-fach-Kassetten hat SHIMANO bei der XTR M9100 das Design der Freilaufnabe überarbeitet und setzt dafür die neue MICRO SPLINE Technologie ein. Gleichzeitig verfügen die neuen Freilaufnaben über die so genannte SCYLENCE Technologie. Dabei wird die bisherige Sperrklinkenkonstruktion durch ein Ratschensystem ersetzt, das den Reibungswiderstand im Freilauf signifikant reduziert und praktisch geräuschlos arbeitet. Das „Knattern“ des Freilaufs gehört damit der Vergangenheit an, sodass die Konzentration voll und ganz dem Trail voraus gelten kann.
Neben einer neuen speziellen 12-fach-Kette (CN-M9100) mit entsprechend neuem 12-fach QUICK LINK Ver-schluss stattet SHIMANO die XTR M9100 auch mit neuen Kurbel-garnituren für 12-fach aus (FC-M9100/9120-1), die selbstver-ständlich über die berühmten hohlgeschmiedeten Kurbelarme verfügen.
Die XTR FC-M9100/9120 Kurbelgarnitur im Detail
Die Shimano XTR FC-M9100/9120 Kurbelgarnitur ist ein Paradebeispiel für hochwertige Verarbeitung und durchdachte Konstruktion. Sie besticht durch ihr niedriges Gewicht und die saubere Verarbeitung. Die Flächen fühlen sich sehr hochwertig an, und die eloxierten Außenflächen sorgen dafür, dass die Kurbeln lange ansehnlich bleiben.
Für XC-Racer, die überwiegend auf 1-fach-Systeme setzen, steht eine große Bandbreite an Kettenblättern (30 Z bis 38 Z) zur Verfügung, die für rund 80 g Gewichtsersparnis sorgen. Enduro-Piloten, die ebenfalls überwiegend auf 1-fach-Systemen an den Start gehen, können ihr Setup durch eine neu entwickelte Kettenführung (SM-CD800; E-Type, D-Type oder ISCG05 Montage) ergänzen, und dadurch den ohnehin schon hervorragenden Halt der Kette auf den DYNAMIC CHAIN ENGEGEMENT PLUS Kettenblättern weiter optimieren. Zudem steht ihnen mit der FC-M9120 eine Kurbelgarnitur mit breiterem Q-Faktor zur Verfügung, die für gewisse Rahmenformen benötigt wird. Athleten, für die die größtmögliche Übersetzungsbandbreite und damit Flexibilität in unbekanntem Gelände wichtig sind, wählen dagegen oft eine 2-fach-Konfiguration, für die mit der 2-fach-Kurbel FC-M9100/9120-B2 ebenfalls eine Lösung im Gewand der neuen XTR bereitsteht.
Der Einsatz eines 1-fach oder eines 2-fach-Systems erfordern die Montage des jeweils spezifischen 1-fach oder 2-fach-Schaltwerks (1x: RD-M9100-GS/SGS, 2x: RDs-M9120-SGS), wobei für 1-fach je eine Version mit mittllangem (10-45Z) oder langem Käfig (10-51T) zur Verfügung stehen.
Kettenblätter
Wie bereits angesprochen, hat sich der Kettenblattstandard geändert, so dass es nun möglich ist Kettenblätter von Fremdherstellern zu montieren. Das große Kettenblatt ist eloxiert und hat vernickelte Zähne um die Haltbarkeit zu erhöhen. Zudem wurde bei diesen Kettenblätter noch nie solch ein Aufwand betrieben. Beim mittleren 32er Kettenblatt betritt Shimano nun Neuland. Es wird hierbei auf einen Titan-CFK-Mix zurückgegriffen. Dies soll eine erhebliche Verschleissminderung bewirken. Mit über 40 Gramm, liegt das Gewicht jedoch deutlich über den Nachrüstblättern von T.A., Stronglight oder Extralite.
Montage
Die Montage der Kurbel ist etwas komplizierter, als beim Vorgängermodell. So muss nun die linke Seite mit einer zentralen Aluminiumschraube montiert (45-55Nm) und danach mit einer Mutter das Kurbelspiel justiert werden. Die Kurbel ist auf meinem Rotwild montiert und im Zusammenhang mit einer neuen PC-89 Kette sind wunderbare Schaltvorgänge möglich.
Weitere Kurbelgarnituren
Bei der FC-M9020 handelt es sich dagegen um eine Trail-spezifische Kurbelgarnitur mit einer extrem widerstandsfähigen, kaltgeschmiedeten Konstruktion und einem Standard-Q-Faktor von 168 mm. Diese Kurbel kann mit einem, zwei oder drei Kettenblättern ausgestattet werden. Beide Kurbelgarnituren weisen einen einheitlichen Lochkreis auf, sodass sich alle denkbaren 1-, 2- oder 3-fach-Setups ganz einfach durch die Bestückung mit den entsprechenden Kettenblättern realisieren lassen, der Austausch der gesamten Kurbel ist daher nicht nötig.
Schaltwerk und Schalthebel
Alle Schaltwerke zeichnen sich durch ein elegantes, aber zugleich aggressiv angewinkeltes Design und attraktive anodisierte Alumi-nium-Oberflächen aus. Für verbesserte Schaltperformance sor-gen unter anderem neue, große Leit- und Spannrollen mit 13 statt bislang 11 Zähnen. Außerdem tragen diese ebenso zur Verbesserung der Kettenstabilisierung bei wie das Shadow RD+ Design mit Reibungsdämpfer.
Die Theorie hinter der Entwicklung der neuen Schalthebel war, es dem Fahrer zu ermöglichen, auf plötzliche Veränderungen durch den Kurs oder die Rennsituation unmittelbar reagieren zu können. Dazu wurde die intuitive Bedienung der Lenkerelemente noch einmal deutlich optimiert, was im Renngeschehen die entscheidenden Zehntelsekunden an Vorteil bedeuten kann. Einen entscheidenden Beitrag dazu leistet die neue I-SPEC-EV Konstruktion, mit der SHIMANO Schalthebel direkt am Bremshebel montiert, dadurch auf eine Klemmschelle verzichtet und der Einstellbereich deutlich vergrößert werden können. 14 mm stehen mit I-SPEC-EV für die Einstellung in Längsrichtung, 60° für die Anpassung in Rotationsrichtung zur Verfügung, sodass jeder Fahrer ein zu seiner individuellen Anatomie oder zu seinen Vorlieben passendes Setup vornehmen kann.
Bewährte Features wie RAPIDFIRE Plus, 2-WAY RELEASE und MULTI-RELEASE hat die neue XTR selbstverständlich von ihrer Vorgängerin übernommen. Hinzugekommen ist beim rechten Schalthebel der M9100 Serie (SL-M9100-R/-IR) dagegen ein Mode-Converter für die Umstellung von 12-fach auf 11-fach. Der linke RAPIDFIRE Plus Mono Schalthebel für 2-fach-Systeme ist dagegen eine komplette Neuentwicklung, bei der mit nur noch einem Hebel aufs große wie aufs kleine Kettenblatt geschaltet wird. So wird der Hebel zum Hochschalten mit dem Daumen nach vorne gedrückt, federt aber nicht wie bisher danach zurück, sondern bleibt in dieser Positionarretiert.
Bremsen
Ausgehend von einem Bremssystem, das bereits das Maß aller Dinge bei Mountainbike-Bremsanlagen war, überarbeiteten die SHIMANO Ingenieure die Konstruktion der neuen Bremshebel (BL-M9100/9120). Geändert wurden sowohl die Klemmschelle als auch der Hebelkörper selbst. Die Klemmschelle rückt weiter in die Mitte des Hebels und ist angewinkelt. Dadurch stützt sich das äußere Ende des Ausgleichsbehälters auf clevere Weise direkt am Lenker ab und schafft dadurch ein zusätzliches Widerlager bei der Hebelbetätigung.
Die Zwei-Kolben-Bremse (BR-M9100) kommt dabei in Kombination mit einem leichten XC-Bremshebel, dessen Griffweite selbstverständlich individuell einstellbar ist. Die Vier-Kolben-Bremse (BR-M9120) ruft ihr immenses Potenzial im Zusammenspiel mit einem speziellen SERVO-WAVE Bremshebel (BL-M9120) ab, dessen Griffweite sich auch werkzeuglos einstellen lässt und der zusätzlich über eine Einstellmöglichkeit für den Leerweg verfügt.
Passend zu den neu entwickelten Bremssätteln wurden auch die Bremsbeläge und Bremsscheiben überarbeitet. Bei den Vier-Kolben-Bremsen kommen die Bremsbeläge mit Kühlrippen zum Einsatz. (N03/04A, Resin/Metall). Dagegen sorgen bei den Zwei-Kolben-Bremsen die Beläge ohne Kührippen (K02/04S, Resin/Metall; optional K02/04Ti mit Titan-Trägerplatte) für gute Verzögerung bei geringem Gewicht. Das Design der Bremsscheiben ist eine Weiterentwicklung des erfolgreichen ICE TECHNOLOGIES FREEZA Designs. Während bei den 140- und 160-mm-Scheiben insbesondere die nochmalige Gewichtsreduktion um 5 bzw.
Shimano XTR M9200 Di2 Wireless-Schaltgruppe
Lange hat es gedauert, aber endlich hat das Warten ein Ende: Der japanische Komponenten-Hersteller Shimano stellt seine neue Shimano XTR M9200 Di2 Wireless-Schaltgruppe vor. Es ist die erste vollständig kabellose MTB-Schaltgruppe von Shimano und wurde vorgestellt, um dem Trend der Bike-Industrie zu folgen. Die neue XTR M9200 Di2-Schaltgruppe soll nun schnelle und präzise Schaltvorgänge liefern und dabei vor allem robust sein.
Die Bezeichnung Shimano XTR M9200 Di2 umfasst den kompletten Antriebsstrang, das heißt: Kurbel, Kassette und Schalthebel wurden alle erneuert. Geblieben sind die Star Wars ähnlichen Bezeichnungen der Modelle, was die Übersichtlichkeit etwas komplexer macht.
Gleichzeitig stellt Shimano auch eine neue XTR-Vier- und Zweikolbenbremse vor, die wir euch in einem separaten Artikel vorstellen. Preislich liegt die neue Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe auf dem High-End-Niveau der elektronischen Konkurrenz. Zusätzlich zu allen einzelnen Komponenten gibt es für 999 € auch ein Upgrade-Kit, das Schaltwerk, Schalthebel, Akku und Ladegerät enthält. Eine gesamte Gruppe gibt es leider nicht zu kaufen und ihr müsst hier alle Einzelpreise kombinieren. So kommt ihr dann bei ca. 2.000 € für eine komplette XTR-Gruppe raus.
Details zum Schaltwerk
Auf den ersten Blick wirkt das neue Shimano XTR M9250 Di2-Schaltwerk recht globig, aber auch robust. Durch seine keilförmige Konstruktion und das flach gehaltene Profil soll es nicht so leicht an Hindernissen hängenbleiben und so vor Beschädigungen bewahrt sein. Solltet ihr doch einmal einen Stein treffen - was wir während unseres Tests definitiv getan haben - kann das Schaltwerk dank der sogenannten Automatic Impact Recovery-Funktion etwas nach hinten ausweichen, um den Schlag abzuschwächen. Danach rastet es elektronisch wieder in seine ursprüngliche Position ein - cool. Dennoch ist der Bewegungsspielraum begrenzt, wie bei allen anderen Schaltwerken auch, und so muss man hoffen, dass das Schaltauge nicht verbogen oder sogar gebrochen wird.
Der neue Di2-Akku ist sehr eckig gehalten und lässt sich von unten in das Schaltwerk einschieben. Es wird von einem Kunststoff-Cover mit Einrastmechanismus gesichert. So lässt sich der Akku zum Laden leicht entnehmen und wieder einsetzen. Laut Shimano hält der Akku ca. 340 km, wenn man von 30 Schaltvorgängen pro Minute ausgeht, was ziemlich ist. Nach 20 Minuten geht das Schaltwerk zudem in einem Schlafmodus über und lässt sich nur Betätigung des Schalthebels und nicht durch Wackeln wieder aufwecken.
Was die Kettenspannung angeht, hat Shimano am neuen XTR M9250 Di2-Schaltwerk auf eine Kupplung verzichtet. Stattdessen setzt der Komponenten-Hersteller auf ein doppelt gefedertes Design, was dem Schaltkäfig eine extreme Spannung verleiht, aber auch zu Problemen führt.
Laut Shimano ist das neue Schaltwerk für die Verwendung mit UDH-Schaltwerken optimiert, auf die nahezu jedes moderne MTB setzt. Das soll die Schaltperformance nochmal verbessern, bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass die neuen Schaltwerke an Rahmen ohne UDH-Schaltauge nicht so optimal funktionieren.
Details zum Schalthebel
Zu einem elektronischen Schaltwerk gehört natürlich auch ein elektronischer Schalthebel. Der SW-M9250 Di2-Schalthebel glänzt mit super Ergonomie und vielen Einstellmöglichkeiten. Mit einem kleinen Inbus lassen sich die Schaltwippen in ihrer Position verdrehen oder auch tauschen, denn es gibt eine größere und eine kleinere Wippe - praktisch! Zudem gibt es mehrere Schaltmodi und eine Multi-Shift-Funktion, wenn ihr den Schalthebel gedrückt haltet. Drückt ihr einen Hebel komplett durch, könnt ihr zwei Gänge auf einmal schalten, oder mit einem Einzelklick einen Gang. Über die Shimano E-TUBE App lassen sich die Tasten auf eure Bedürfnisse konfigurieren.
Montiert wird der Di2-Hebel entweder über die I-SPEC-Klemmung mit einer Shimano-Bremse oder mit einer eigenen Klemmschelle. Allerdings sind das zwei unterschiedliche Bauteile und ihr müsst euch bereits beim Kauf für eine Option entscheiden.
Kassette und Kurbel
Die neue CS-M9200 12-fach-Kassette gibt es sowohl in einer 10-51- als auch in einer 9-45-Abstimmung und beide Modelle setzen auf die HYPERGLIDE+ Technologie. Mit ihr sollen durch spezielle Schaltgassen die Schaltvorgänge unter Last noch reibungsloser werden - eine Technologie, die Shimano schon seit längerem in ihre Modelle integriert. Die Kette hingegen ist gleich geblieben, da sie ja bereits schon bei anderen HYPERGLIDE-Modellen eingesetzt wurde. Alle Freiläufe werden Shimano-typisch auf einem MICRO SPLINE-Freilauf montiert.
Bei der Shimano XTR M9200 Di2-Kurbel gibt es zwei Modelle. Eine gewichtsoptimierte Variante für den XC-Einsatz und eine robustere Version für den Trail- und Enduro-Bereich. Beide Versionen sind aus Aluminium, wobei letzteres eine steifere Achse für den härteren Einsatz besitzt. Verfügbar sind sie in unterschiedlichen Längen, von 160 mm bis 175 mm.
Testergebnisse und Fahreindrücke
Bereits im Februar hatten wir die Chance, zwei Tage mit der neuen Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe die Trails in Spanien unsicher zu machen. Dabei sind wir einen Tag auf einem analogen SCOTT Genius und einen zweiten Tag auf dem E-MTB Cannondale Moterra unterwegs gewesen, um beide Versionen zu testen. Auch haben wir einige Tage auf unseren Hometrails absolviert, um weitere Eindrücke zu gewinnen.
Als Erstes fällt die sehr gelungene Hebel-Ergonomie auf, die mit ihren vielen Verstellmöglichkeiten glänzt. Wir haben den kürzeren Hebel vorne montiert und den längeren Hebel hinten, um mehr Platz für unsere Finger zu schaffen. Auch die Gummierung ist gelungen und man rutscht nicht vom Hebel ab. Das Klicken der Hebel ist deutlich spürbar und fühlt sich knackig an. So weiß man immer genau, wann man geschaltet hat. Auch die Doppelklick-Funktion - bei der man den Hebel zwei Rasterungen durchschaltet - funktioniert gut und fühlt sich definiert an.
Das eigentliche elektronische Schaltgeräusch des XTR-Schaltwerks ist deutlich zu hören und etwas lauter als bei der elektronischen Konkurrenz, ist aber nicht störend. Die Schaltgeschwindigkeit kann per E-TUBE App in fünf Stufen eingestellt werden. Solltet ihr euch für die schnellste Stufe entscheiden, ist das neue XTR-Schaltwerk der ungeschlagene King in Sachen Schaltgeschwindigkeit, allerdings nimmt auch die Qualität der Schaltvorgänge mit steigender Geschwindigkeit ab und wir hatten während unserer Testfahrten mit höherer Schaltgeschwindigkeit ungewöhnlich viele unsaubere Schaltvorgänge. Zudem ist während der sehr schnellen Schaltvorgänge meist ein sehr metallisches Einrasten der Gänge hörbar, was etwas ungesund klingt. Je langsamer ihr mit der Schaltgeschwindigkeit werdet, desto sanfter werden die Schaltvorgänge und desto geringer wird das metallische Einrast-Geräusch. Selbst im langsameren Modus gehört die XTR-Schaltgruppe zu den schnellsten Schaltungen auf dem Markt und liefert hier präzisere und leisere Schaltvorgänge.
Von den schnellen Settings würden wir euch allerdings abraten, da hier die Geräuschkulisse - und voraussichtlich auch der Verschleiß - extrem steigt. Denn uns ist leider auch nach kurzer Zeit im schnellen Setting eine Kette gerissen und die XTR-Kassette hatte bereits nach ca. 50 km ordentliche Gebrauchsspuren. In den langsameren Settings ist das nicht passiert und die Kassette sieht auch nach mehreren Fahrtagen noch gut aus.
Auch unter Last solltet ihr - wie bei den meisten Schaltgruppen - Gangwechsel vermeiden, denn das kann die neue XTR nur sehr bedingt und unsaubere Schaltvorgänge und eine unschöne Geräuschkulisse sind vorprogrammiert. Sprich ihr müsst wie gewohnt die Last von den Pedalen nehmen, wenn ihr einen Schaltvorgang durchführt, um einen sauberen Gangwechsel zu garantieren.
In der Abfahrt erzeugt das XTR-Schaltwerk dann leider eine sehr hohe Geräuschkulisse bei Stufen oder Kompressionen, denn hier ist bei jeder Stufe ein lautes und metallisches Knallen vom Schaltwerk zu hören. Das kommt daher, dass die B-Screw des Schaltwerks gegen das Schaltauge knallt, wenn das Schaltwerk nach einer Kettenlängung - also beim wieder Ausfedern - zurück dreht. Das ist leider sehr störend.
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