Shimano XTR M9100 Schalthebel Test: Ein umfassender Überblick

In der Fahrradbranche, besonders im Mountainbike-Segment, werden ständig neue Grenzen gesetzt und überwunden. Der Mountainbike-Rennsport entwickelt sich stetig weiter, wodurch die Rennstrecken anspruchsvoller und die Bikes immer besser auf diese Herausforderungen abgestimmt werden. Mit der neuen XTR M9100 präsentiert Shimano das Flaggschiff der MTB-Schaltgruppen, das nicht nur ein zwölftes Ritzel erhält, sondern auch grundlegend überarbeitet wurde.

Neuerungen und Technologien der Shimano XTR M9100

Die neue Shimano XTR M9100 ist mehr als nur ein zusätzliches Ritzel. Shimano hat alle Komponenten grundlegend überarbeitet und mit technischen Innovationen ausgestattet, die sie zur ersten Wahl für Mountainbiker machen sollen. Neben der 12-fach Kassette wird es weiterhin eine 11-fach Option für Enduro-Fahrer geben, die eine neue Nabe mit breiterem Flansch fahren möchten, um eine höhere Steifigkeit am Hinterrad zu erreichen. Shimano hat hier „function-first“ entwickelt und an die Bedürfnisse der einzelnen Fahrertypen gedacht.

Das Antriebssystem: Hyperglide+

Für die M9100 setzt Shimano auf eine neue Antriebstechnologie namens Hyperglide+. Diese Technologie sorgt mit einem neuen Kettendesign, angepasstem Zähneprofil und neu gestalteten Kassetten nicht nur für einen leiseren Lauf der Gruppe, sondern auch für schnellere Schaltzeiten und einen ruhigeren Kettenlauf. Die Kassetten sind um einen neuen Spider aufgebaut, der sie leichter und steifer macht. Erhältlich sind die Kassetten in folgenden Abstufungen: 12-fach in 10-51 & 10-45 sowie als 11-fach in 10-45.

Der Freilauf: SCYLENCE & Micro Spline

Beim Freilauf setzt Shimano auf die Kombination zweier neuer Technologien: „SCYLENCE“ sorgt dafür, dass der Freilauf extrem leise und optimal kraftschlüssig ist. Außen nimmt der Micro Spline Freilaufkörper die Kassetten auf. Wer auf die neue XTR M9100 umsteigen möchte, kann seinen alten Freilaufkörper nicht weiterverwenden. Auch die 11-fach Option wird nur mit dem neuen Freilauf kompatibel sein und nicht mit bisherigen Freilaufkörpern.

Schaltwerksvarianten

Shimano bietet drei verschiedene Schaltwerkstypen an, um die optimale Performance für den jeweiligen Einsatzzweck herauszuholen. Alle Schaltwerke sind mit Shadow RD+ ausgestattet. Das RD-M9100-GS ist das Schaltwerk mit der höchsten Bodenfreiheit und die erste Wahl für einen aggressiven Fahrstil, kompatibel mit der 10-45 Kassette (12 Speed). Für die 10-51 Kassette wird das Schaltwerk RD M9100 SGS benötigt, während für den 2x12 Antrieb das RD-M9120-SGS nötig ist. Für den 1x11 Antrieb sind sowohl das RD-M9100-GS als auch das RD-M9100 SGS zulässig.

I-SpecEV: Ordnung am Lenker

Mit I-SpecEV hat Shimano ein System geschaffen, das alle Bedienelemente am Lenker sauber miteinander verbindet. I-SpecEV erweitert den Einstellbereich und ermöglicht eine ergonomischere Einstellung der Bedienelemente am Lenker. Dazu sind auch alle Shifter überarbeitet und mit dem neuen System ausgestattet worden. Die Bedienkräfte konnten dadurch signifikant verringert werden (35% im Vergleich zum Vorgänger M9000). Neu hinzu kommt ein Hebel für die Dropper-Post sowie dem Rapidfire Plus Mono Schalthebel mit Two-Way Release für den Umwerfer.

Die neuen XTR Scheibenbremsen

Die neuen Scheibenbremsen der XTR M9100 zeichnen sich durch ihr schnelles Ansprechverhalten bei reduziertem Leerweg aus. Erhältlich sind die Scheibenbremsen als 2- und 4-Kolben Version. Bei der 2-Kolben Bremse ist der Leitungsanschluss am Bremssattel jetzt gerade und der Bremshebel aus Carbon. Die für Enduro-Biker entwickelte 4-Kolben Bremse kommt mit einer per Banjo an den Bremssattel angeschlossenen Leitung, die für interne Verlegung konzipiert ist. Shimano hat die Lenkerklemmschellen versetzt und erreicht somit eine Abstützung am Lenker. In Kombination mit der RT-MT900 Bremsscheibe wird für schnelle Kühlung und unschlagbare Bremspower auf den Abfahrten gesorgt.

Fahrtest und Praxiseindruck

Die neue Shimano XTR M9100 wurde im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis bei den Eurobike Media Days getestet. Der Freilauf ist sehr leise, selbst auf Asphalt kaum wahrnehmbar. Durch die geringe Abstufung der Kassette wechselt das Schaltwerk präzise und flott die Gänge. Auch das Schalten von zwei Gängen auf einmal stellt kein Problem dar. Bergab bleibt die Kette dank Shadow-Plus System an Ort und Stelle, wodurch auch ohne Kettenführung gefahren werden kann.

Die Hebel der Bremse fühlen sich ergonomisch an. Im Vergleich zur Shimano Saint ist die neue Shimano XTR anfangs feinfühliger geworden und lässt sich im ersten Bereich schön dosieren. Die Bremspower ähnelt sehr der Shimano Saint. Die Gangwechsel sind super intuitiv, die Kette gleitet fast geräuschlos von Ritzel zu Ritzel. Der ganze Antrieb läuft super leise und man hört kein Rattern oder Schleifen. Shimano tauft das ganze „Hyperglide+“, was bedeutet, dass Kette und Zähneprofil nun noch perfekter ineinander greifen.

Shimano XTR M9100 im Vergleich zur SRAM X01 Eagle

Shimano geht mit der XTR M9100 in direkte Konfrontation mit der SRAM X01 Eagle hinsichtlich Preis und Zielgruppe. Um herauszufinden, welche der beiden Schaltungen die bessere ist, wurden beide Schaltgruppen in einem schottischen Outdoor-Testlabor auf die Probe gestellt. Shimano hat den Kampf zurück an SRAMs Türschwelle getragen und trumpft mit leichteren und effizienteren Schaltvorgängen gegenüber der SRAM X01 Eagle auf.

Die Gewichte wurden sehr effektiv verringert und jede Komponente ist auf ihre bestmögliche Form reduziert worden. SRAM hat zwar die Nase vorn, aber nur um ein paar Gramm und hauptsächlich wegen der leichteren X01-Carbon-Kurbel. Shimanos XTR M9100-Schaltwerk besitzt eine stärkere RD+ Clutch, welche die Kette spürbar fester hält und lautloses Fahrvergnügen abliefert.

Im Gegensatz dazu besitzt Shimanos XTR M9100-Kassette eine größere Bandbreite und verschiebt die größeren Sprünge zwischen die Ritzel mit 28 und 39 Zähnen. Auf dem Trail ergibt sich daraus ein sanfterer Übergang in das größte Ritzel mit 51 Zähnen, wodurch sich dieses mehr in die Bandbreite integriert anfühlt und weniger wie ein „Sicherheitsgang für den Notfall“.

Shimanos XTR M9100 ist einfach phänomenal. Selbst wenn man wie ein Idiot schaltet und unter Last die Gänge durch den Ritzelblock nach oben jagt: Das Schaltwerk verspottete unsere vergeblichen Versuche und arbeitete sich mit Nähmaschinen-gleicher Präzision durch die Gänge. Das Schalten ist knackig und wunderbar leichtgängig, mit gerade genug Widerstand, um eine grandiose Rückmeldung zu geben.

Vor- und Nachteile der Shimano XTR M9100

Vorteile:

  • Leichtere und effizientere Schaltvorgänge
  • Zuverlässige Performance
  • Überragende Ergonomie

Nachteile:

  • MICRO SPLINE-Freilauf bedeutet einen Schritt zurück in puncto Kompatibilität
  • Begrenzte Laufrad-Optionen

Übersicht der Kassettenabstufungen

Die folgende Tabelle zeigt die verfügbaren Kassettenabstufungen für die Shimano XTR M9100:

Kassettentyp Abstufung Gänge
12-fach 10-51 12
12-fach 10-45 12
11-fach 10-45 11

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