Shimano XTR Schnellspanner Test: Ein umfassender Überblick

Hardtails erfreuen sich großer Beliebtheit, denn zum einen sind sie effiziente Kletterer, zum anderen wartungsärmer und meist günstiger verglichen mit Fullys. Das MERIDA BIG.TRAIL ist ein solides und gut durchdachtes Hardtail mit einem großen Einsatzgebiet für Einsteiger über Pendler bis hin zum Trail-Shredder.

MERIDA BIG.TRAIL 2024: Ein Überblick

Das BIG.TRAIL war das erste „Trail-fokussierte“ Hardtail von MERIDA und kam 2016 auf den Markt. Mit dem BIG.TRAIL 2024 setzt MERIDA auf effiziente 29”-Laufräder vorne und hinten und einen Aluminiumrahmen mit Trail-optimierter Geometrie. Das BIG.TRAIL entwickelte sich zum meistverkauften Mountainbike der Taiwanesen, denn es spricht eine große Bandbreite von Fahrern an, vom Mountainbike-Einsteiger über den Pendler bis hin zum Trail-Shredder.

Neben dem angepassten Größenkonzept, das man bei MERIDA schon vom ONE-FORTY und ONE-SIXTY kennt, gab es beim BIG.TRAIL ein Update an der Rahmengeometrie, das es in der Abfahrt potenter als sein Vorgänger gestalten soll. Die Kabel laufen sauber über den Steuersatz in den Rahmen, dafür sorgt der zweiteilige Wire Port aus Plastik von MERIDA, der ein Klappern effektiv verhindert.

An der Unterseite des Oberrohrs befindet sich ein Toolmount für eure Trail-Essentials. Zusätzlich hat MERIDA in einer kleinen Box unter dem Sattel ein Multitool verstaut und am Schnellspanner der hinteren Steckachse ist ein 6-mm- und 4-mm-Inbus-Schlüssel versteckt. Ein Highlight ist der Kettenstrebenschutz, er ist der erste dieser Art, den MERIDA verbaut.

Unser MERIDA BIG.TRAIL 600 hat eine RockShox Pike Base-Federgabel mit simpler Rush RC-Kartusche, bei der man allerdings nur die Low Speed Compression und den Rebound einstellen kann. Dazu gibt es eine Shimano XT-Vierkolbenbremse, in Kombination mit zwei großen 200-mm-Bremsscheiben. So hat man genug Bremspower auch auf steilen Abfahrten.

Die mechanische 12-fach-Schaltung DEORE von Shimano sorgt beim MERIDA BIG.TRAIL für einen zuverlässigen Gangwechsel. Eine Kettenführung ist von MERIDA bereits verbaut und die integrierte ISCG05- Aufnahme ermöglicht euch, einen Bashguard nachzurüsten, falls gewünscht. Die hauseigene MERIDA-Sattelstütze hat bei unserem Bike in Größe L einen Hub von 200 mm und kann komplett im Sitzrohr versenkt werden.

Die ebenfalls hauseigenen 29”-Aluminium-Laufräder sind vorne mit dem MAXXIS Minion DHF und hinten mit einem MAXXIS DISSECTOR aufgezogen. Wer mit dem BIG.TRAIL aber ruppige Trails mit Steinfeldern und technischen Wurzelpassagen in Angriff nehmen will, sollte zumindest hinten auf Reifen mit der stärkeren Doubledown-Karkasse zurückgreifen.

MERIDA hat bei ihrem BIG.TRAIL 2024 ihr Größensystem angepasst und richtet sich dabei nach ihrer ONE-SIXTY- und ONE-FORTY-Modellreihe, die das gleiche System bereits verfolgt. So sind die Bikes im neuen System nicht mehr in S/M/L/XL/XXL unterteilt, sondern in X-Short/Short/Mid/Long/X-Long.

Die Rahmengeometrie ist mit einem Lenkwinkel von 64° sehr flach, laut Hersteller erhält das Bike im Downhill so mehr Stabilität, auch auf ruppigen Trails. Schwingt man sich auf das MERIDA BIG.TRAIL, nimmt man direkt eine zentrale Sitzposition ein. Auf Forststraßen und flowigen Uphills zaubert das einem ein Grinsen ins Gesicht.

Im Downhill lässt sich das MERIDA BIG.TRAIL gut kontrollieren, ist agil und setzt Lenkimpulse direkt um. Auf flowigen Trails fühlt sich das BIG.TRAIL am wohlsten, da man das straffe Heck hier richtig durch Anlieger pushen und über Roller pumpen kann. Allgemein fährt sich das BIG.TRAIL auf Flowtrails und längeren Touren spaßig und effizient.

Auf Singletrails kommt es aber, wie alle Hardtails, schnell ans Limit, da man durch das steife Heck im technischen Uphill und Downhill markante Grip-Einbußen hat und das Bike nicht über Hindernisse bügelt wie ein Fully. Das MERIDA BIG.TRAIL 600 empfehlen wir fitnessorientierten Bikern, die einen effizienten Kletterer suchen und gerne Kilometer machen - und auch den ein oder anderen flowigen Trail mitnehmen wollen.

Shimano XTR M9100: Ein Blick auf die Details

Das Flaggschiff der Shimano MTB-Schaltgruppen erhält mit der neuen XTR M9100 nicht nur ein zwölftes Ritzel, sondern wurde grundlegend überarbeitet. Shimano XTR - für Mountainbiker seit je her ein klangvoller Name und die Referenz in Sachen Mountainbike Schaltgruppen seit ihrer Einführung im Jahr 1992.

Shimano verpasst der neuen XTR M9100 aber nicht nur ein Ritzel mehr, sondern hat alle Komponenten grundlegend überarbeitet und mit einer Vielzahl an technischen Innovationen ausgerüstet, welche die neue XTR zur ersten Wahl für Mountainbiker machen soll. Hier hat man also nicht nur fürs Marketing entwickelt, sondern „function-first“ und an die Bedürfnisse der einzelnen Fahrertypen gedacht.

Die wichtigsten Neuerungen der XTR M9100

  • Verbesserung der Schaltperformance
  • Reduzierung des Gewichts
  • Optimierung der biomechanischen Effizienz
  • Minimierung der Gangsprünge
  • Maximierung der Bremspower und -dosierbarkeit
  • Überarbeitung der Nabenkörper für haltbarere, reaktionsfreudigere Laufräder
  • Neue Hyperglide+ Technologie für sicheren Halt der Kette

Kurbel und Antriebssystem

Shimano wird die neue XTR FC-M9100 Kurbel auch als Zweifach-Version anbieten. Das Kurbeldesign wurde überarbeitet, wodurch zum einen das Gewicht nochmals gedrückt werden konnte und zum anderen die Steifigkeit erhöht wird. Für die M9100 setzt Shimano auf eine komplett neue Antriebstechnologie namens Hyperglide+, die mit neuem Kettendesign, angepasstem Zähneprofil und neu gestalteten Kassetten nicht nur zu einem um 4db leiseren Lauf der Gruppe, sondern vor allem zu wesentlich schnelleren Schaltzeiten und ruhigerem Kettenlauf führen soll.

Freilauf und Kassetten

Beim Freilauf setzt Shimano auf die Kombination zweier neuer Technologien: Im Inneren sorgt „SCYLENCE“ dafür, dass der Freilauf extrem leise ist und optimal kraftschlüssig und außen nimmt der Micro Spline Freilaufkörper die Kassetten auf. Wer also auf die neue XTR M9100 umsteigen möchte, kann seinen alten Freilaufkörper nicht weiterverwenden.

Schaltwerksvarianten

Anstatt einfach ein Schaltwerk zu entwickeln, welches alle Bereiche abdeckt, hat man 3 verschiedene Schaltwerkstypen entwickelt, um das Optimum an Performance für den jeweiligen Einsatzzweck herauszuholen. Alle Schaltwerke sind natürlich mit Shadow RD+ ausgestattet.

Ergonomie und Bremsen

Mit I-SpecEV hat Shimano ein System geschaffen, was alle Bedienelemente am Lenker sauber miteinander verbinden lässt. I-SpecEV erweitert dabei den Einstellbereich und ermöglicht eine noch ergonomischere Einstellung der Bedienelemente am Lenker. Die neuen Scheibenbremsen der XTR M9100 zeichnen sich durch ihr schnelles Ansprechverhalten bei reduziertem Leerweg aus. Erhältlich sind die Scheibenbremsen als 2- und 4-Kolben Version.

Deore XT im Vergleich

Ich fahre Kettenschaltung und sehr viele Jahre davon mit der Shimano XT. Von den mehr als 58.000 Kilometern, die ich bislang durch die Welt geradelt bin, habe ich ca. Während sich die Rohloff wie eine Automatik-Schaltung fährt, so ist die Shimano XT die Handschaltung. Hier wird noch „ehrlich“ geschaltet und man arbeitet mehr mit dem Rad.

Was mir an der Kettenschaltung sehr gut gefällt - neben der „Ehrlichkeit“ und Unmittelbarkeit des Schaltens - ist die Möglichkeit, alles immer und egal wo reparieren zu können. Zudem ist die XT sehr robust und so manche Beanspruchung unterwegs, wie Schläge auf Schaltkörper und Hebel nimmt sie gelassen hin. Auch das Schalten unter Last, am Berg beispielsweise, macht die XT problemlos und präzise mit.

Natürlich bedarf die Kettenschaltung mehr Pflege: Kette reinigen, Ritzel säubern, Schaltwerk und Umwerfer nachstellen und Ölen, Bowdenzüge prüfen. Wo die Kettenschaltung unschlagbar ist, ist beim Preis: eine Komplettgruppe Shimano XT 3×10 ohne Naben bekommt man schon um die 350 Euro, wohingegen eine Rohloff mit um die 1.000 Euro zu Buche schlägt.

Shimano XT: Erfahrungen auf dem Trail

Die Schaltvorgänge sind knackig und „on point“. Die Gangwechsel laufen sauber, leichtgängig, geräuscharm und vor allen Dingen schnell ab. Was mir aber ausdrücklich gut gefallen hat, das sind die neuen Schalthebel. Dabei sind es nicht die gummierten Kontaktflächen der Schalt-Paddles, sondern vor allem der Verstellbereich der I-SPEC EV Montage.

Damit lassen sich die Hebel in seitlicher Richtung um mehr als 14 mm verschieben und wie gehabt auch in Rotationsrichtung anpassen. Das Thema Ergonomie ist damit definitiv vorbildlich gelöst. Dank 2-Way-Release Technik funktioniert der Schalthebel überdies auch intuitiv - je nach Vorlieben des Nutzers.

Hinterradnaben: Deore vs. Deore XT

Angesichts meines Felgenschadens (Felgenriss an Schürmann YAK19 (Ausrüstung Reiserad)) muss das Hinterrad neu eingespeicht werden. Ich habe am Rad fast überall Deore XT-Komponenten verbaut, nur die Hinterradnabe ist "nur" Deore. Mein Fahrradhändler meinte nun, dass man die Gelgeneheit gleich nutzen sollte, die Hinterradnabe auf Deore XT zu "upgraden". Mir ist am Reiserad an Robustheit gelegen; das Einsparen von ein paar Gramm sind mir eher egal.

Qualitative Unterschiede

Ist eine Hinterradnabe Deore XT auch qualitativ besser (sprich haltbarer) als Deore? Das einzig sinnvolle ist die konkrete Nabenbezeichnung (z.B. FH-M8000) und mit dieser bei Shimano das EV-Dokument holen. Dann sieht man, wie das Teil aufgebaut ist. Im Laden kann man die "XT-Version" kaufen, die halt gerade noch rumliegt und die kann auch 4 Jahren alt sein.

Beim Online-Handel ist es ähnlich. Sie können gar nicht so schnell die Ware verkaufen, wie Shimano die nächste Sau durchs Dorf treibt. Es spricht auch nichts dagegen, eine "alte" Nabe zu verbauen, nur sollte man einfach wissen und checken, was man tut. Dabei gibt es Trends bei Shimano, welche Zweige ausgedünnt werden: z.B. non-disc + 6-Loch + Schnellspanner Q9 + 135mm .....

Erfahrungen und Probleme

Wenn du unbedingt eine XT Nabe fahren möchtest, dann die 756. Die 770 und 780er hatten Flanschbrüche und die neue 8000er Serie hat Probs mit dem Freilauf. Bei Deore 610/615 hatte ich etliche Naben mit defekten Konen gehabt, teilweise nach nur einem Monat. Das Problem mit den Freilauf gibt es von 770 bis 8000, da dicke Aluachse und folglich weniger Platz für Freilaufinnereien.

Mein Ansatz ist: Je schwieriger etwas zu ersetzen ist, je besser sollte die Qualität/Solidität sein. Es gibt auch Stimmen die Sagen, dass ein einmal gut aufgebautes Laufrad nicht mehr auseinander gebaut bzw repariert werden sollte, da die ursprüngliche Qualität danach nicht mehr erreicht werden kann. Da kan n man selbst Hochflanschnaben sprengen.

Alternativen und Empfehlungen

Ich würde eher zu einer (ruhig auch älteren) (S)LX Nabe zurückgreifen. Ich weiß nicht, was "Deore-Niveau" helfen soll. Aktuell (nächstes Jahr ist es schon wieder anders) bietet Shimano unter "Deore" nur als HR-Naben mit Schnellspannachse an: FH-MT401, FH-M475, FH-UR600. Für Steckachse heißen sie FH-MT400, FH-MT410.

Bei bc gibt es mit Deore-Label auch gerade FH-T610, FH-M6000, auf der FH-M756A steht dann zur Abwechslung mal Deore XT drauf usw. usw. quer durch den Gemüsegarten. Wozu neu investieren? Muss ja nicht schlecht sein. Schließli h sind mit der Verlagerung auch bessere Dichtungen an die unteren Gruppen weitergereicht worden. UR600 ist eher hochwertiger. UR600 heißt auch der beste Shimano Dynamo.

Lager und Dichtungen

Laut Explosionszeichnung haben die 780er und 8000er den selben Freilauf. Pitting ist ein Zeichen von viel zu strammer Einstellung.Verschleiß/entstehendes Spiel ist bei vorher korrekter Einstellung kein Problem. Erst Schnellspanner stärker schließen, später halt den Konus nachsetzen. Muss ja nicht schlecht sein. Schließli h sind mit der Verlagerung auch bessere Dichtungen an die unteren Gruppen weitergereicht worden.

Die Weichen sind lange gen Steckachsen gestellt.Meiner Beobachtung nach hängt die Lebensdauer einer Shimano HR Nabe vor allem davon ab, ob sie dicht bleibt. Vor allem die Antriebsseite scheint da schlechter zu sein. Und wenn da mal Wasser und Material reingekommen ist, dann wars das mit dem guten Stück. ...in diesem Sinne. ....Meiner Beobachtung nach hängt die Lebensdauer einer Shimano HR Nabe vor allem davon ab, ob sie dicht bleibt.... Das passt auch generell zu dem Thema "Lagerschäden". Die mit weitem Abstand häufigste Ursache ist Verschmutzung und Korrosion durch ein ungenügend wirksames Dichtsystem.

Es ist bei Shimano einfach auffällig, dass sie alles selbst konstruieren und als Spezialteile sich zuliefern lassen. Wer bitte im Maschinenbau baut sich Wälzlager selbst? Oder Dichtscheiben oder komplexe Gummiformteile für ein eigenes Dichtungssystem? Jeder andere (incl. der Edelmarken) arbeitet mit Normteilen (Wälzlager, O-Ringe, ....).

Fazit: Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis

30 € sind Wucher als Markteinstiegspreise für HR Naben während einer Inflation und schwierigen Weltmarktlage für Verbraucher. Wobei Shimano aufgrund seines riesigen Spektrums auch für veraltete Technik etwas anbietet, das aber eher in den unteren Gruppen. Vielleicht teilweise gefüllt aus ehemaligen "Top-Gruppen". Muss man eben anhand des Aufbaus sehen. Aber unabhängig davon ist Shimano beim P/L-Verhältnis gut bis sehr gut - auch wenn ich selbst Shimano kaum fahre und nur zerlege.

Definitiv nein, es gibt kein präziser gefertigtes Teil für wenig Geld als ein einfaches RKL, weil es in riesigen Mengen auf speziellen Maschinen gefertigt wird. Aber natürlich ist Shimano der Meinung, dass ihr Gesamtkonzept aus selbst konstruierten, aber zum Konuslager vereinfachten Schrägkugellager zusammen mit der gleich in die Gehäuse bzw. eben den Konus einkonstruierten Laufbahnen in den hohen Stückzahlen günstiger ist, als wenn sie Lager beziehen (vor allem Schrägkugellager) und die in eine Nabe hineinkonstruieren müssten.

Komponente Eigenschaften Empfehlung
Shimano XTR M9100 High-End, präzise, leicht Für ambitionierte Mountainbiker
Shimano Deore XT Robust, zuverlässig, gutes P/L-Verhältnis Für Touren und Alltagsgebrauch
Shimano Deore Einsteigerfreundlich, günstig Für Gelegenheitsfahrer

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