Sie sind so ärgerlich wie alltäglich: Fahrraddiebstähle. Um nicht eines Tages Opfer eines Fahrraddiebstahls zu werden, sollte ein stabiles Fahrradschloss die Grundausstattung eines jeden Fahrradfahrers sein. Mit einem hochwertigen Fahrradschloss kann man Fahrraddieben einen Riegel vorschieben. Stellt sich nur die Frage, welches Fahrradschloss für die Fahrradsicherheit das beste ist. Ein Fahrradschloss ist ratsam, um sein Rad gegen Diebstahl zu sichern. Je hochwertiger ein Rad, umso besser sollte es gegen Diebe geschützt werden. Die Auswahl an Fahrradschlössern ist groß, die Wahl sollte gut überlegt sein. Mit der richtigen Art von Fahrradschloss lässt sich in den meisten Fällen erfolgreich verhindern, dass ein Rad gestohlen wird.
Verschiedene Sicherheitsstufen bei Fahrradschlössern
Fahrradschlösser gibt es in den unterschiedlichsten Sicherheitsstufen. Häufig ist auf der Verpackung eine Skala angebracht, die anzeigt, wie hoch der Diebstahlschutz des Fahrradschlosses eingeordnet wird: Je höher die Zahl, umso besser der Schutz. Dabei hat jeder Hersteller seine eigenen Angaben, die von 5 bis 100 Sicherheitsstufen reichen können. Ein Beispiel eines Schlossherstellers, der eine Skala von 1 bis 15 verwendet:
- Die Sicherheitsstufen 1 bis 4 bedeuten: grundlegender Schutz vor Diebstahl in Bereichen mit geringem Risiko.
- Die Sicherheitsstufen 5 bis 9 bedeuten: zusätzliche Sicherheit in Bereichen mit geringem bis mittlerem Risiko.
- Die Sicherheitsstufen 10 bis 15 bedeuten: maximaler Schutz für hochwertige Fahrräder und für Bereiche mit hohem Risiko.
Grundsätzlich gilt: Vor dem Kauf sollte man sich schlaumachen, wie die Sicherheitsstufen der Hersteller des Schlosses zu bewerten sind. Es muss nicht immer gleich ein Fahrradschloss mit der höchsten Sicherheitsstufe sein. Geht es nur darum, ein einfaches Rad vor Gelegenheitsdieben zu schützen, reicht ein Schloss einer niedrigeren Sicherheitsstufe aus. Handelt es sich hingegen um ein teures Rad, das häufiger unbeaufsichtigt auf der Straße steht, sollte es ein hochwertiges Schloss mit einer möglichst hohen Sicherheitsstufe sein - auch wenn es wahrscheinlich teuer und schwerer ist als andere Schlösser.
Schlüssel oder Zahlencode?
Ob ein Zahlenschloss sicherer ist oder ein Fahrradschloss, das mit einem Schlüssel geöffnet wird, daran scheiden sich die Geister. Der Vorteil bei einem Zahlenschloss: Man muss keinen Schlüssel bei sich tragen, kann ihn entsprechend nicht verlieren oder im Schloss abbrechen. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass ein Langfinger durch Ausprobieren der Zahlenkombination das Schloss knacken könnte.
Außerdem sind so gut wie alle Zahlenschlösser bei einem Test der Stiftung Warentest durchgefallen, weil das Material sich problemlos mit Zange, Säge oder Bolzenschneider durchtrennen ließ. Fast alle der getesteten Schlösser hatten dabei eine Schwachstelle, die Modelle mit Schlüssel nicht haben. Um Fahrraddieben die Schwachstelle nicht zu verraten, nennen die Tester das konkrete Problem nicht.
Wichtiger als das Schließsystem ist ohnehin das Gewicht: Je dicker und schwerer die Modelle sind, umso hochwertiger sind die Fahrradschlösser in der Regel. Vom Durchmesser des Bügels hängt es ab, wie schwer es ist, das Schloss aufzusägen. Die Qualität sowohl des Materials als auch des Schließzylinders und Schlosskörpers muss stimmen, denn der beste Stahl nützt nichts, wenn der Schließzylinder leicht zu knacken ist. Um es Fahrraddieben zusätzlich schwer zu machen, bietet sich die Verwendung von zwei unterschiedlichen Schlosstypen an.
Die Fahrradschloss-Arten: Ein Überblick
Die Auswahl an Fahrradschlössern ist groß. Ein Überblick über die verbreitetsten Arten kann die Wahl erleichtern. Neben den völlig unbrauchbaren Billig-Schlössern für oft unter fünf Euro unterscheidet man grundsätzlich fünf verschiedene Arten von Schlössern: Kabel- und Spiralkabelschlösser, Bügelschlösser, Panzerkabel und Rahmenschlösser. Was genau unterscheidet diese Schlosstypen?
Rahmenschloss
Einige Räder haben ein Rahmenschloss, das direkt in den Rahmen eingebaut ist. Mithilfe eines Rahmenschlosses wird das Hinterrad blockiert. Das verhindert zwar, dass man wegfahren oder dass das Hinterrad ausgebaut werden kann, aber gegen Diebstahl schützt ein Rahmenschloss kaum, weil das Fahrrad einfach weggetragen werden kann. Vom Hersteller vormontierte Rahmenschlösser reichen als alleinige Diebstahlsicherung nicht aus. Als Wegfahrsperre haben sie aber durchaus ihre Berechtigung.
Es sollte nur in Kombination mit einer anderen Fahrradschloss-Art zum Einsatz kommen oder nur für kurze Stopps etwa beim Bäcker, wenn das Rad in Sichtweite ist. Die billigen sind in Sekunden geknackt. Rahmenschlösser eignen sie sich als zusätzliche Sicherung neben dem Panzerkabel oder Bügelschloss und haben den Nebeneffekt, dass das Hinterrad gegen Teileklau gesichert ist.
Einsteckkette als sinnvolle Ergänzung zum Rahmenschloss
Rahmenschlösser reichen als alleinige Diebstahlsicherung nicht aus - als „Wegfahrsperre“ haben sie aber durchaus ihre Berechtigung. Durch die Ergänzung eines Rahmenschlosses mit einer sogenannten Einsteckkette, kann der Diebstahlschutz deutlich erhöht werden. Die Einsteckkette wird um einen festen Gegenstand in der Nähe des Rades gelegt. Das kann zum Beispiel eine Straßenlaterne, ein Radbügel oder eine Metallstrebe eines Zauntores sein.
Eine Einsteckkette hat dazu eine große Öse, durch die die Einsteckkette gesteckt werden kann. Der Sicherungsbolzen wird dann in das Rahmenschoss eingeführt und damit gesichert. In Kombination mit einer stabilen praktischen Einsteckkette, einer sogenannten Schlosserweiterung, wird eine deutlich höhere Sicherheit, ABUS Sicherheitslevel 9 erreicht.
Kabel- und Spiralkabelschlösser
Die billigen sind in Sekunden geknackt. Auch teurere Kabelschlösser schützen allenfalls vor Gelegenheitsdieben. Mit einer Zange lässt sich ein Stahlkabel schnell durchtrennen. Allerdings können mit langen Kabelschlössern gut zwei Räder zusammengeschlossen werden. Für den einfachen Transport werden dünne, leichte Spiralkabelschlösser angeboten. Diese sind ebenfalls schnell aufgeschnitten und bieten daher nur einen geringen Schutz gegen Diebstahl.
Für die dünnen Spiralkabel gilt das gleiche wie für Rahmenschlösser: Sie bieten nicht genug Sicherheit, um das Rad unbeobachtet lassen zu können. Dabei spielt der Schließmechanismus eine eher untergeordnete Rolle, da meist ein Seitenschneider ausreicht, um das Seil zu knacken.
Panzerkabel und Kettenschloss
Die Schutzummantelung und die dicken Kettenglieder lassen sich nur mit einigem Aufwand durchtrennen. Ein weiterer Vorteil von Panzer- und Kettenschlössern: Sie sind flexibel und können dadurch überall angeschlossen werden. Gute Panzerkabel und Kettenschlösser sind mittlerweile fast so sicher wie Stahlbügel, da meist die gleichen Schließmechanismen verwendet werden und die Panzerung, beziehungsweise die Kettenglieder, nahezu genauso widerstandsfähig sind.
Ihr Vorteil: Sie sind wesentlich flexibler, was das Anschließen an Bäume oder Straßenlaternen ermöglicht. Allerdings wiegen sie auch recht viel und sind daher schwer zu transportieren. Das ABUS Yardo 7807F Kettenschloss besteht im Wesentlichen aus einer 7 Millimeter starken Rundkette, die einen robusten Schutz vor Diebstahl bietet. Die Enden der 110 cm langen Kette werden mit einem Schlosskörper aus beschichtetem Zinkdruckguss verbunden.
Das Besondere an diesem Schlosskörper: Er ist mit einem präzisen Fingerprint-Sensor ausgestattet, der bis zu 20 eingescannte Fingerabdrücke erkennt. Legst du deinen sauberen Finger auf den Sensor, ist das Schloss im nächsten Augenblick geöffnet. Das Einlesen mehrerer Fingerabdrücke ermöglicht eine flexible Handhabung, zum Beispiel wenn das Fahrradschloss oder Fahrrad mit mehreren gemeinsam genutzt werden soll.
Der Schließvorgang ist denkbar einfach, denn das Schloss verriegelt automatisch mit dem Einstecken der Schlossenden in den Schlosskörper. Das ABUS Yardo erreicht ABUS Sicherheitslevel 8. Damit keine Kratzer am Fahrradrahmen entstehen können, ist der Schlosskörper mit einem Silikon-Cover umhüllt. Die IP66 und IP68 Zertifizierung attestiert, dass der Schlosskörper staubdicht und wetterfest ist.
Bügelschloss
Sie können selbst mit einem Bolzenschneider kaum durchgeschnitten werden und gelten als die sicherste Schlossvariante. Die schweren Stahlbügel der Markenprodukte sind so stabil gebaut, dass ein gewaltsamer Aufbruchsversuch auf offener Straße kaum Chance auf Erfolg hat. Je größer der Durchmesser des Bügels ist, desto stabiler ist er - und desto mehr wiegt er auch. Viereckige Bügel erschweren nicht nur den Einsatz von Bolzenschneidern, sie lassen sich auch im Schlosskörper nicht drehen, daher müsste der Bügel an zwei Stellen aufgetrennt werden, was mehr Zeit kostet.
Der Nachteil: Sie sind schwer und sperrig. An Bäumen oder dicken Gegenständen lassen sie sich oft nicht befestigen. Markenprodukte sind mittlerweile so stabil gebaut, dass ein gewaltsamer Aufbruchversuch auf offener Straße extrem wenig Chance auf Erfolg hat. Gegen ein professionelles Knacken des Schlosses, sogenanntes „Lockpicking“, schützen aber meist nur die Topmodelle der renommierten Hersteller. Doch die Mehrinvestition lohnt sich.
Die spezielle Wolframcarbid-Materialmischung um Schlossbügel und Schlosskörper ist die Antwort auf dieses Phänomen und macht es Dieben extra schwer. Knacken lassen sich hochwertige Bügelschlösser fast nur mit einem Winkelschleifer knacken. Neue Bügelschlossmodelle mit Wolfram-Carbid-Beschichtung bieten auch hiergegen hohen Widerstand, kosten aber auch mehrere hundert Euro.
Faltschloss
Hochwertige Faltschlösser bieten eine vergleichbare Sicherheit wie Bügelschlösser. Ist das Faltschloss ausreichend lang, können Räder damit zum Beispiel auch an Laternenpfählen befestigt werden. Die sogenannten Faltschlösser kombinieren die Flexibilität eines Kettenschlosses mit der stabilen Sicherheit eines Bügelschlosses. Sie lassen sich wie ein Zollstock auf ein kompaktes Maß zusammenlegen und gut am Fahrrad befestigen.
Die hochwertigen und damit auch hochpreisigen Versionen bieten eine ähnlich hohe Sicherheit wie Bügelschlösser. ADFC-Tipp: Die längste Version wählen, so hat man auch an Laternen wenig Mühe beim Anschließen.
Sicherheit hat ihren Preis
Aufgrund der eingeschränkten Flexibilität von Bügelschlössern ist es allerdings nicht immer leicht, einen geeigneten Ort zum Anschließen zu finden. Einen guten Diebstahlschutz bieten auch Faltschlösser sowie Panzer- und Kettenschlösser, wobei das Faltschloss leichter und einfacher zu verstauen ist. Kabel- und Rahmenschlösser eignen sich hingegen lediglich als kurzfristige oder zusätzliche Wegfahrsperre. Der Preis eines guten Schlosses hängt von der Fahrradschloss-Art und der Qualität ab. Ein einfaches Kabelschloss gibt es schon für unter 10 Euro. Gute Schlösser fangen ab 50 Euro an. Für teure Räder, die längere Zeit draußen stehen, sollte man um die 100 Euro oder mehr investieren. Nicht immer bedeutet ein deutlich höherer Preis auch deutlich mehr Sicherheit. Einen Überblick über die derzeit besten Fahrradschlösser bietet die Stiftung Warentest.
Richtiges Abschließen: Tipps für mehr Sicherheit
Neben dem Schloss erhöhen weitere Faktoren die Sicherheit. So sollte man sein Rad am besten immer an gut beleuchteten und belebten Orten anschließen - selbst, wenn man nur kurz abwesend ist. Ein Tipp: Das Schloss sollte nicht auf dem Boden aufliegen, weil es sich dann leicht mit Hammer und Meißel aufbrechen lässt. Außerdem sollte die Schließöffnung beim Abschließen nach unten zeigen, weil das den Einsatz eines Dietrichs erschwert.
Das Schloss sollte nicht nur am Fahrrad befestigt sein, sondern gleichzeitig immer auch an einem fest verankerten Gegenstand, zum Beispiel an einem Fahrradständer. Dadurch kann ein Dieb das Fahrrad nicht einfach abtransportieren, um das Schloss an einem sicheren Ort zu knacken. Ist kein Fahrradständer in der Nähe, tut es unter Umständen auch eine Straßenlaterne, ein Straßenschild oder ein Zaun. Hierbei sollte man darauf achten, dass das Anschließen eines Fahrrads erlaubt ist und niemand dadurch behindert wird.
Wichtig ist zudem, das Sicherheitsschloss nicht nur durch das Vorder- oder das Hinterrad zu ziehen, sondern auch den Rahmen mit anzuschließen. Als Faustregel gilt, dass dem Besitzer ein guter Diebstahlschutz fünf bis zehn Prozent des Neupreises des Fahrrads wert sein sollte. In einen ABUS Sicherheitslevel 8 sollte dabei schon investiert werden. Der ADFC empfiehlt, besser in zwei verschiedene Schlösser investieren.
Was kosten gute Schlösser?
Zahlreiche Tests belegen eindeutig: Die sichersten Schlösser sind Bügelschlösser. Gute Bügelschlösser mit Drehscheibenzylinder sind ab etwa 50 Euro erhältlich und viele Jahre im Gebrauch. Aber auch günstigere Modelle können gut sein - hier lohnt beispielsweise ein Blick auf die Tests der Stiftung Warentest. Wer viel in sein Fahrrad investiert hat, sollte sein Fahrrad mit zwei Schlosstypen an- und abschließen, da sich Fahrraddiebe oft auf eine Bauart spezialisieren.
ADFC-Checkiste: Qualitätsmerkmale für sichere Schlösser
- Schlosstyp: Bügel-, Falt-, Ketten- oder Panzerkabelschlösser bieten mehr Schutz als Schlösser mit Spiralkabeln, aus dünnen Drähten oder leichten Ketten.
- Materialqualität: Bügel, Ketten oder Faltglieder sollten aus hochwertigem gehärteten Stahl gefertigt sein, ebenso der Schlosskörper.
- Masse und Durchmesser: Schwerere Schlösser mit großen Bügel-Durchmessern sind stabiler. Deshalb wiegen qualitativ hochwertige Schlösser oft mehr als ein Kilogramm.
- Schließzylinder: Drehscheibenzylinder bieten hohen Schutz gegen das Lockpicking. Sie sind schwer zu manipulieren.
- Gesamtqualität: Ein Fahrradschloss ist nur so sicher wie seine schwächste Stelle. Die Qualität von Material, Schlosszylinder und Schlosskörper muss durchgängig hoch sein.
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