Ein Schuh für alles: lange Radtouren, Fußpassagen im Gelände und entspannte Abende im Camp. Genau wie Gravelbikes müssen auch Gravelschuhe vielseitig einsetzbar sein.
Ähnlich wie bei Gravelbikes stellt sich auch bei den passenden Schuhen die Frage nach dem tatsächlichen Mehrwert gegenüber den klassischen Klickschuhen. Natürlich lassen sich Graveltouren auch mit Cross-Country- oder Straßenklickschuhen bewältigen - doch das ist nicht immer optimal. Unsere Tests haben gezeigt: Die Investition in spezielle Gravelschuhe lohnt sich.
Hochwertige Gravelschuhe vereinen den Tragekomfort von Rennradschuhen mit einer alltagstauglichen Sohle. Dank ihrer speziellen Außensohle ermöglichen sie sicheres Gehen, was bei Straßenradschuhen oft problematisch ist. Ihr griffiges Profil bietet zudem besseren Halt auf schotterigen Wegen. Besonders auf längeren Touren zahlt sich der Gehkomfort aus - sei es beim Café-Stopp oder abends am Lagerfeuer.
Alle Gravel-Schuhe im Vergleich
Bontrager GR2
Beschreibung: Laut Bontrager kann der GR2 für lange Abenteuertouren, Langstreckenrennen und Cyclocross-Wettkämpfe eingesetzt werden. Mit dem hauseigenen Steifigkeitsindex 6 von 14 ist der Schuh allerdings kein reiner Racer, sondern ein vielseitiger Offroad-Schuh. Die weich gummierte Sohle des GR2 bietet verlässlichen Halt auch auf unbefestigtem Boden. Dank des klassischen Schnürsystems lassen sich Druckpunkte gut einstellen, das Tragegefühl empfanden wir als recht komfortabel. Für die Einstellung der Cleats hätten wir uns Markie- rungen an der Sohle gewünscht.
Fazit: Langstrecken-Tourer und Graveller, die häufiger zwischendurch laufen, finden in dem GR2 einen gelungenen Gravel-Schuh. Auch in Rennen einsetzbar, aber nicht die erste Wahl.
Fizik Terra Atlas
Beschreibung: Jedes Gelände, egal ob mit dem Gravelbike oder dem MTB, ob kurze Alltags- flucht oder Bikepacking-Abenteuer - Fizik hat den Terra Atlas für alles konzipiert, was mit Gravel und Offroad-Rad- fahren in Verbindung gebracht wird. Im Praxistest präsentiert sich der Atlas als grundsolider und bequemer Begleiter, der im besten Sinne unauffällig seinen Dienst verrichtet. An- und ausziehen sowie festzurren funktionieren dank Boa-Drehverschluss ganz vortrefflich, die Passform geht voll in Ordnung, und auf kurzen Geh-Passagen im Gelände liefert der Atlas ausreichend Grip und Komfort.
Fazit: Ein Performance-Gravelschuh zum fairen Kurs. Wir haben am Atlas eigentlich nichts auszusetzen. Wer einen Schuh für jeden erdenklichen Einsatzbereich sucht, wird bei Fizik fündig.
Quoc Grand Tourer II
Beschreibung: Quoc Pham, Gründer und Namensgeber des 2009 gegründeten Schuhherstellers, hat sich als passionierter Radler nach sei- nem Modestudium ganz der Entwicklung von Fahrradschuhen verschrieben und dafür das Schuhmacherhandwerk quasi von der Pike auf gelernt. Das sieht man dem Grand Tourer II (Nummer eins wird mit Senkeln geliefert) an. Und zwar in beiderlei Hinsicht: Stil und Performance. Der Schuh passt wie eine Eins, ist komfortabel, verteilt den Druck aufs Pedal sehr gut und hat sehr gute Laufeigenschaften. Dass sein Schöpfer Wert auf gutes Aussehen legt - nicht zu übersehen.
Fazit: Kein Scherz, zum Grand Tourer könnte man (zumindest in der Schnürsenkel-Version) auch einen Anzug tragen. Das ist britische Schuhmacherkunst auf den Bereich Fahrradfahren übertragen. Gemacht für Leute, die etwas Besonderes tragen möchten.
Shimano RX8
Beschreibung: Für seine Gravelschuhe hat Shimano laut eigener Aussage die besten Eigenschaften der ohnehin schon beliebten Straßen- und Cross-Country-Schuhe kombiniert. Das Ergebnis ist der RX8, der neben der klassischen Passform auch in einer weiten Version sowie in einer Damenvariante verfügbar ist. Neben der Optik fällt das sportliche Fahrgefühl - enge Passform plus steife Sohle - auf. Da die Öffnung recht schmal ist, gestaltet sich der Einstieg in den Schuh etwas beschwerlich. Besonders Performance-orientierte Fahrer werden mit diesem leichten Modell jedoch ihren Spaß haben.
Fazit: Mit dem RX8 haben die Japaner einen guten Sweetspot getroffen, man kann gut und gern ein paar Meter laufen, dennoch ist der Schuh auch hart genug für den Renneinsatz und generell für lange Tage auf dem Gravelbike.
Sidi Gravel
Beschreibung: Bei Rennrad- und Mountainbikeschuhen zählt Sidi zu den beliebtesten Marken. Straßenrad- und Geländefahrer, die einmal bei den Radschuhen der Italiener sind, kommen so schnell nicht mehr davon weg. Klar, dass auch Sidi die Lücke zwischen Rennrad und MTB geschlossen hat und nun ein Gravelmodell am Markt hat. Die Schotterschuhe kommen etwas weniger technisch daher, besonders in Braun und Grün finden wir die Optik äußerst gelungen. Auf technischer Seite - Passform, Sohle - haben wir keinen Grund zur Klage. Der hauseigene Boa-Verschluss funktioniert prima.
Fazit: Nicht nur Mountainbiker, auch Graveller werden mit diesem Schuh glücklich. Auch Sidi schafft den Spagat, bei einem Radschuh sowohl Fahr- als auch Gehkomfort zu gewährleisten. Den Preis bewerten wir als (noch) angemessen.
Specialized S-Works Recon
Beschreibung: Wer den S-Works Recon in Weiß fährt, ist vermutlich gesponserter Profisportler - alle anderen dürften sich im Gravelsport eher bei den dunkelgrünen oder schwarzen Ausführungen wiederfinden. Die Schnürsenkel (Lace-Variante) sorgen für Style-Punkte, erschweren aber auch die Druckanpassung während der Fahrt. Nicht nur äußerlich, auch technisch ist der Recon Profimaterial. Die Carbonsohle ist steif wie bei Rennradschlappen, weswegen der Schuh auch für Straßenradsportler eine tolle Wahl ist. Leider drückte die harte Fersenkappe an unseren Testfüßen auf längeren Ausfahrten.
Fazit: Toll für Leute, die Gravel- oder auch Straßenrennen fahren möchten. Für längere Touren mit Hike-a-bike-Pas- sagen ist der S-Works Recon nach unserem Empfinden zu hart. Wer nicht das Topmodell braucht, findet bei Specialized auch günstigere Recon-Modelle.
Welche Pedalplatten (Cleats) passen bei Gravel-Schuhen
An Gravelschuhen kommt das Zwei-Loch-Klicksystem zum Einsatz, das sich auch im MTB- und Tourenbereich bewährt hat - vielen auch als Shi- mano SPD bekannt, wenngleich es Alternativen von Crankbrothers, Look und Co. gibt.
Dieses kompakte System ermöglicht zum einen, eine Außensohle drum herum konstruieren zu können, auf der Sie gehen können. Ebenso wichtig ist, dass die kleinen Metall-Cleats auch verdreckt noch funktionieren. Ein Vorteil, den alle zu schätzen wissen, die schon einmal mit den klassischen, breiten Rennrad-Cleats von Look oder Shimano im Matsch, Sand oder Schnee stecken geblieben sind.
Müssen es wirklich Gravel-Schuhe sein?
Ehrlicherweise sei an dieser Stelle gesagt: Mit den meisten Cross-Country- und Trekking-Klickschuhen können Sie ganz vortrefflich graveln. Besonders Neulinge finden hier oft auch etwas günstigere Modelle.
Reinrassige Gravel-Schuhe zeichnen sich jedoch durch ein etwas geringeres Gewicht aus, und rennorientierte Modelle bieten zudem eine steifere Sohle, ähnlich einem Rennradschuh.
Was leisten spezielle Gravel-Schuhe?
Weitere Qualitätsmerkmale von Gravel-Schuhen sind zum Beispiel verstärkte Zehenboxen und Fersenkappen, damit die Füße im Geröll besser geschützt sind. Hochwertige Modelle verfügen überdies oft über Boa-Drehverschlüsse oder Schnürsenkel statt Klett- oder Ratschenverschlüsse, mit denen sich die Schuhe sehr gut einstellen lassen.
Und den Style nicht vergessen!
Schnürsenkel zum Beispiel sind auch ein Faktor bei der letzten, nicht unwesentlichen Eigenschaft von Gravelschuhen: Style. Die Gravel- biker, die eine gewissen Aura von Coolness umweht, brauchen natürlich auch die passenden Schuhe, um ihren Look zu komplettieren.
Bereits mit ihrem Erscheinungsbild brechen die SIDI Atomus GTX MTB-Schuhe mit dem Bild feiner italienischer Stilettos. Massive Verstärkungen schützen Zehen und Fuß vor Krafteinwirkungen. Eine profilierte Sohle und die Aufschrift “Gore-Tex” machen klar: Diese MTB-Schuhe sind für den erbarmungslosen Einsatz im Gelände gemacht. SIDI bringt 60 Jahre Erfahrung in der Entwicklung solch leistungsstarker Treter mit und hat sich unter anderem einen Namen als Hersteller von Motocross-Stiefeln gemacht.
SIDI Atomus GTX im Detail
- Einsatzbereich: Enduro / Trail
- System: Klickpedal-Schuhe
- Gewicht: 1188 g (BIKE-Messung, Größe EUR 48, inkl. Cleats)
- Preis: 179 Euro
- Größen: EUR 36 - EUR 50 (ganze Größen)
- Besonderheiten: Gore-Tex-Membran, Aufprallschutz, Schnürverschluss, Seitenstütze
Dafür, dass die SIDI Atomus GTX mit so vielen Heavy-Duty-Features ausgestattet sind, sehen sie erstaunlich schnittig aus. Der Sneaker-Look gefällt mir und die klassische Schnürung ist herrlich unkompliziert. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
SIDI beschreibt den Atomus GTX als Schuh für besonders anspruchsvolle Trails. So soll dieser nicht nur mit großzügigem Schutz und guter Dämpfung, sondern auch mit einer langen Haltbarkeit überzeugen. In der Hand wirkt der Italiener tadellos verarbeitet. Das Gewicht fällt auffällig hoch aus, ist gemessen am anvisierten Einsatzgebiet aber nicht verwunderlich. Dicke Hartgummi-Aufsätze schützen die Zehen und den Hinterfuß. Im Bereich der Zehengelenke ist der Protektor besonders dick. Eine zusätzliche, flexible Plastik-Platte soll den seitlichen Fuß vor Verletzungen schützen. Das Obermaterial besteht aus sogenanntem Ripstop-Gewebe und soll nicht nur wasserfest, sondern auch besonders reißfest sein. SIDIS Materis-Sohle baut eher dick und soll bei harten Landungen den Impact abdämpfen.
Unter den 15 verschiedenen Größen sollte jeder Biker den passenden SIDI Atomus GTX finden. Die Passform fällt durchschnittlich aus, nur Fahrer mit besonders breitem Vorderfuß könnten an den Zehengelenken auf langen Fahrten Druckprobleme bekommen. Eine Anprobe lohnt in jedem Fall. Über den Schnürverschluss lässt sich der Schuh angenehm fixieren von eher locker bis bombenfest. Die Schnürsenkel lassen sich mittels eines Gummizuges auf dem Schuh verstauen und waren im Test nie im Weg. Eine dezente Polsterung an der Zunge und im Knöchelbereich erhöht den Tragekomfort. Die hintere Lasche hilft beim An- und Ausziehen. Über den Zwei-Schrauben-Montagepunkt ist der SIDI Atomus GTX mit einer Vielzahl von Cleats kompatibel. Das Einstellen gelingt gewohnt und unproblematisch.
Optisch erinnern die SIDI GTX an eine Mischung aus Sneakern und Arbeitsschuhen mit Stahlkappen. Für den harten Enduro-Einsatz ein schlüssiges Design.
Der SIDI Atomus GTX auf dem Trail
Im Test mit Pedalen und Cleats von Time ließen sich die SIDI Atomus GTX jederzeit einfach ein- und ausklicken. Obwohl die Sohle recht dick baut, gab es keine Probleme mit dem Anecken an Pedalkäfig oder -achse. Die Sohle bietet einen guten Kompromiss aus Steifigkeit und Dämpfung. So sorgen die Atomus GTX für einen sicheren Stand auf dem Bike und eine gute Kraftübertragung. Für Racer könnte das hohe Gewicht ein Kritikpunkt sein, alle anderen können die Grammzahl vergessen und sich auf einen hohen Schutzfaktor freuen. Auch abseits des Bikes machen die Atomus GTX eine gute Figur. Die Querrippen der Sohle verleihen beim Schieben ordentlich Grip. Das gilt auch für steile Hänge und rutschigen Untergrund. Auffallend schwitzig wurden unsere Füße in den SIDIs nicht. Gleichzeitig sorgt die Gore-Tex-Technologie für Feuchtigkeitsschutz von außen. Wird es jedoch richtig nass, kann das Wasser von oben in den Schuh laufen. An seiner Öffnung ist er nämlich eher tief geschnitten.
Die SIDI Atomus GTX überzeugen mit erstklassiger Verarbeitung und brachial starkem Schutz. Gore-Tex-Membran, Dämpfung, Grip und Steifigkeit können im Trail-Einsatz punkten. Für noch mehr Schutz vor Schlägen und Elementen wäre ein höherer Schaft oder sogar eine knöchelhohe Version konsequent. Schwer und teuer.
Gravelschuhe müssen mehr „können“ als Rennrad-Modelle: Sie müssen komfortabel sein und dennoch für eine gute Kraftübertragung sorgen. Sie sollen auf dem Pedal wie auch auf dem Boden performen. Denn: Während Offroad-Touren gehören Geh- beziehungsweise Schiebepassagen oftmals dazu. Daher sollten auch der Gehkomfort, die Trittsicherheit und der Sohlengrip passen.
Jeder Fuß ist anders. Den idealen Schuh für alle gibt es demnach nicht. Einige Hersteller wie etwa Fizik, Northwave, Rapha, Shimano, Sidi, Specialized, Suplest bieten halbe oder gar Zweidrittel-Größen. Letzteres gilt für Adidas und Mavic. Wer Größen außerhalb der Norm von 38 bis 47 benötigt, wird für kleine Schuhe bei Fizik, Northwave, Rapha, Specialized - die Größen ab 36 bieten - und vor allem Adidas fündig. Hier sind sogar 35er-Modelle erhältlich. Wer auf großem Fuß lebt, findet Größe 49 bei Specialized, während Adidas und Shimano sogar Größe 50 anbieten. Spezifische Herren- und Damenmodelle finden sich nur bei Shimano und Sidi.
Sollte am Ende ein Schuh doch nicht passen, bieten Bontrager und Triban eine 30-Tage-Rückgabegarantie. Damit der Schuh auch nach Stunden angenehm sitzt, gehen die Hersteller unterschiedliche Wege. So findet sich bei Adidas eine integrierte Socke, die Staub und Dreck aus dem Schuh hält. Bei DMT und Rapha gibt es gewebte Materialien, die besonders geschmeidig und luftig ausfallen. Specialized setzt auf die leichte Hightech-Faser Dyneema, die einigen aus dem Kletterbereich bekannt sein dürfte. Sie fällt besonders reiß- und abriebfest aus. Bei Sidi überzeugt der Materialmix Politex durch sein generelles Wohlfühlklima. Generell ist beim Obermaterial ein luftiges Design vorteilhaft, weil so das Fußklima nicht zu schwitzig wird. Geräumige Zehenboxen, wie sie vor allem bei Bontrager, Fizik, Northwave, Specialized und Triban zu finden sind, steigern den Tragekomfort während langer Touren und bieten Platz beim Abrollen auf Gehpassagen. Bei Adidas, DMT und Suplest hingegen sind die Platzverhältnisse im Vorfußbereich etwas beengt. Wer hier Probleme hat, sollte die Modelle länger anprobieren.
Beim Anprobieren fällt auf, dass Adidas und DMT keine Zunge besitzen. Zu dem erforderlichen Tragekomfort trägt auch ein ergonomisches Fußbett bei. Hier glänzen Quoc, Rapha, Scott und Shimano durch nachjustierbare Modelle. Suplest nutzt sogar eine hochwertige Einlage des spezialisierten Sohlen-Produzenten Solestar. Bei den Verschlüssen finden sich vier Systeme: Der klassische Klett ist im Vorfußbereich bei Shimano und in gesamter Länge bei Fizik zu finden.
Ein Revival feiert bei sechs der Test-Gravelschuhe die klassische Schnürung. Die Bedienung mag für manche zwar umständlicher sein, aber beim Faktor Gewicht und der individuellen Feinjustierung kann das System weiterhin stark punkten. Und auch Ersatz ist relativ günstig und einfach zu besorgen. Ein Ratschen-Verschlusssystem kommt nur an den Triban-Schuhen zum Einsatz. Bei neun Herstellern finden sich indessen Drehräder. Sieben Hersteller setzen dabei auf die Modelle des Marktführers BOA.
Da beim Graveln überwiegend mit MTB-Klickpedalen gefahren wird, lassen alle Schuhe die Montage von klassischen 2-Schrauben-Pedalcleats zu. Diese kennt man vor allem aus dem Mountainbike- und Cyclocrossbereich. Die Cleats werden im Bereich der Zehengrundgelenke montiert. Beim Pedalieren überträgt vor allem die Schuhbasis die Kraft aufs Pedal. Dazu sollte sie möglichst steif ausfallen.
Die Sohlen der Test-Schuhmodelle von Shimano, Specialized und Suplest sind sehr steif und daher vor allem für Racer interessant. Für viele andere Fahrertypen kann dagegen ein gewisser Flex der Sohle an manchen Stellen teils Sinn ergeben. Da man mit Klickpedalen nicht nur drücken, sondern auch ziehen kann, sollten die Schuhe auch in dieser Tretbewegung eine gute Führung bieten. Insbesondere Fizik, Shimano, Specialized und Suplest zeigen hier deutliche Stärken. Die Modelle von Adidas und DMT fallen hier aufgrund ihres recht weichen Materials etwas ab. Weiterhin sollten die Fersen keinen oder wenig Schlupf aufweisen. Bis auf die Modelle von Adidas, Bontrager, Sidi und Triban zeigen hier kaum Testschuhe Auffälligkeiten.
Anders verhält es sich mit der Steifigkeit beim Gehen. Hier kann ein ausgeprägter Flex, wie er etwa beim Vaude-Schuh festzustellen ist, sogar Vorteile bringen. Dass auch steife Schuhe mit einem guten Sohlendesign gut abrollen können, beweisen vor allem die Testmodelle von Rapha und Quoc. Doch auch die Trittsicherheit spielt im Gelände eine elementare Rolle. Sie wird durch eine breite Auflagefläche unter der Ferse und im Mittelfußbereich sowie einem offenen Design samt griffigem Material spürbar verbessert. Mehr Trittsicherheit in tiefen Böden und bergauf bieten Schraubstollen. Sie können bei den Bontrager-, Gaerne-, Mavic-, Northwave-, Sidi-, Specialized- und Suplest-Schuhen montiert werden.
Wer häufig auch in der Dämmerung und nachts unterwegs ist, profitiert von Reflexelementen zur passiven Sicherheit. Zu finden sind diese bei Adidas, DMT, Gaerne, Northwave, Quoc, Rapha, Sidi und Triban.
Adidas und Vaude setzen an ihren Test-Modellen viele recycelte Materialien ein.
Irgendwie fahre ich seit zwei Jahren mit Winterschuhen durch die Gegend, weil die Sommermodelle alle kaputt sind. Jetzt hatte ich die Nase voll: neue Bike-Schuhe sollten her und die Wahl fiel auf einen Gravel Schuh von Sidi. Zuvor fragte ich mich: Gibt es eigentlich besonders nachhaltig hergestellte Fahrradschuhe? Was würde einen nachhaltigen Fahrradschuh überhaupt auszeichnen? Ich denke, ein besonders nachhaltiger Schuh sollte verantwortungsvoll hergestellt werden. Vielleicht sogar in Europa, ganz sicher unter fairen Bedingungen und mit hohen Umweltstandards. Ein nachhaltiger Fahrradschuh sollte mit möglichst umweltfreundlichen Materialien hergestellt werden. Die Qualität sollte hoch sein, damit der Schuh lange hält. Er sollte reparierbar sein. Und vor allem: Er muss mir gefallen und gut passen - denn was bringt mir der tollste Schuh, wenn ich ihn nicht gerne trage und mir schon bald ein anderes Modell zulegen will?
Also machte ich mich auf die Suche. Ich stellte fest, dass es nur wenige Hersteller gibt, die mit dem Thema Nachhaltigkeit für sich werben. Am präsentesten zeigte sich während meiner Suche Vaude. Ich hatte allerdings mal einen Vaude MTB Schuh, der mir nicht so recht passte und ständig gedrückt hat. Also suchte ich weiter. Und landete beim Italienischen Schuh-Spezialisten SIDI.
SIDI Schuhe sind für ihre hohe Qualität bekannt - aber wie sieht es mit dem Rest auf meiner „Nachhaltigkeits-Checkliste“ aus?
Stilvoll wie ein klassischer italienischer Radschuh - funktionell wie ein moderner MTB Schuh: Der Sidi Gravel Schuh kombiniert das Beste aus allen Schuh-Welten.
Beginnen wir mal mit dem Produktionsstandort. SIDI gibt es seit mehr als 60 Jahren. Das Unternehmen wurde 1960 von Dino Signori gegründet. Dessen Inititialien in umgekehrter Reihenfolge ergeben den Firmennamen. Seither werden in der norditalienischen Provinz Treviso nahe Venedig SIDI Motocrosstiefel und Schuhe hergestellt. Die Gegend ist bekannt für dieses Handwerk: Auch Alpinestars und Gaerne kommen hierher. Allerdings wurde ein Großteil der Produktion vor geraumer Zeit nach Rumänien ausgelagert. Nur die Highend Schuhe entstehen noch vor Ort im italienischen Headquarter. Immerhin: Rumänien ist nicht so weit weg und die Qualitätskontrolle erfolgt zumindest noch in Italien.
Bezüglich Qualität eilt SIDI Schuhen ihr Ruf voraus: Hier bin ich recht unbesorgt und zuversichtlich, ein absolut hochwertiges Produkt zu bekommen. Was mir gut gefällt ist die Tatsache, dass viele Teile an meinem favorisierten Gravel Schuh von Sidi, dem MTB Dust, erneuert werden können. Dazu gehören der Drehverschluss mit Seilzugsystem sowie die vorderen Gumminoppen des Sohlenprofils, die beim Laufen einem erhöhten Verschleiß ausgesetzt sind.
SIDI verspricht auf seiner Webseite, möglichst viele Recycling Materialien zu verwenden. Die Verpackungen wurden bereits komplett nachhaltig gestaltet: Der äußere Karton ist FSC zertifiziert. Die verwendeten Farben sind auf pflanzlicher Basis hergestellt, Klebstoffe aus Maisstärke. Es kommt kein Plastik zum Einsatz und sämtliches verwendetes Papier, bis hin zur Bedienungsanleitung, ist recyclebar. Das klingt doch schonmal vernünftig.
Der Sidi MTB Dust soll es also sein. Rein optisch gefällt er mir, weil er eher wie ein klassischer Radschuh aussieht und nicht wie ein klobiger MTB Schuh. Er kommt in dezenten Schwarz-/Brauntönen, nutzt ein Drehverschluss-System und besitzt eine profilierte, aber nicht zu hohe Sohle. Ideal also auch für den Graveleinsatz. Es handelt sich offenbar um einen sehr hochwertigen Schuh, der natürlich seinen Preis hat: Für rund 250 Euro wechselt der Gravel Schuh von Sidi seinen Besitzer oder seine Besitzerin.
Sidi MTB Dust - erste Testeindrücke
Der Schuh wird tatsächlich im Recycling-Karton geliefert und ist in Papier, nicht in Plastik eingewickelt. Auf der Verpackung steht ganz klein, aber gut lesbar: Made in Italy. Der Schuh selbst macht einen richtig edlen Eindruck. Der Drehverschluss wirkt robust und sorgt dafür, dass der Schuh perfekt sitzt. Um ihn zu betätigen, muss zunächst am Drehverschluss selbst ein kleiner Hebel nach oben geklappt werden.
Das ist minimal fummliger, als man das von anderen Systemen kennt, aber ich gewöhne mich schnell daran. Um den Verschluss nach der Fahrt zu öffnen, müssen zwei kleine „Druckknöpfe“ betätigt werden. Dann lässt sich der gesamte Verschluss nach oben/außen ziehen und du kannst den Schuh ausziehen. Insgesamt ein klein wenig unhandlich, dafür wirkt das Ganze sehr robust und wertig.
Minimal fummelig, dafür hochwertig, robust und im Falle eines Defekts austauschbar. Viele gute Eigenschaften des Drehverschlusses am Gravel Schuh von Sidi.
Während der Fahrt gibt es ausschließlich Grund zur Freude: Der Schuh sitzt hervorragend und ist wirklich bequem. Er wirkt ausgewogen sportlich, bietet also einen guten Mix aus Steifigkeit und Komfort. Viele eher aus dem Road-Bereich stammende Gravelschuhe sind nur „bocksteif“ - der Gravel Schuh von Sidi kombiniert das mit einer angemessenen Portion Gemütlichkeit.
Auf einer Graveltour ist es mir wichtig, dass ich mit einem Schuh auch laufen kann, ohne auszusehen, als würde ich auf rohen Eiern tanzen. Wie gut geht das mit dem Gravel Schuh von Sidi? Da der Schuh seine Wurzeln im MTB Bereich hat, funktioniert das Gehen ziemlich gut. Natürlich fühlt es sich nicht an wie mit einem Wanderschuh - dafür ist die Sohle dann doch etwas zu hart. Trotzdem hast du eine gute Auflagefläche und vor allem ein griffiges Profil, sodass du auch auf harten Böden souverän wirkst. Im Gelände bieten die tiefen Stollen natürlich echte Vorteile: Der Grip ist richtig gut. Wenn es mal steil oder besonders rutschig ist: Mit dem Gravel Schuh von Sidi kommst du trotzdem sicher voran.
Der MTB Dust ist mit Klick-Systemen aus dem Mountainbike-Bereich kompatibel. Wie zum Beispiel mit den Klickies von Crank Brothers.
Ein letzter Punkt in meiner Wertung bezieht sich auf die Optik. Mal ehrlich, das ist doch auch wichtig! So ein Schuh muss dir schon gefallen, oder nicht? Was das betrifft, kann mich persönlich der Gravel Schuh von Sidi absolut überzeugen. Die hochwertigen Materialien und die dezente, edle Farbgebung passt nach meinem Empfinden perfekt. Sidi gelingt es hier stilsicher, einen modernen Look mit klassisch italienischem Charme unter einen Hut zu bringen.
Die ersten Eindrücke vom Sidi MTB Dust sind also richtig gut. Jetzt muss er nur noch ein paar Sommer lang halten.
MTB Dust als Gravel Schuh von Sidi - mein Fazit
Viele Schuhhersteller gibt es nicht, die nachhaltig hergestellte Radschuhe bewerben. Auch SIDI hat sich das nicht besonders auffällig auf die Fahnen geschrieben. Als traditioneller italienischer Schuh-Produzent liegt eine gewisse Nachhaltigkeit in der Firmen-DNA begründet. Höchste Qualitätsansprüche sind bei SIDI der wichtigste Faktor.
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