Ein grundlegendes Verständnis der physikalischen und technischen Aspekte des Fahrens ist essenziell, um sicher und effizient im Straßenverkehr unterwegs zu sein. Die Unterkategorie „Fahrbetrieb, Fahrphysik, Fahrtechnik“ ist ein zentraler Bestandteil der Hauptkategorie Technik. Der Fahrbetrieb umfasst alle Aspekte, die das Zusammenspiel von Fahrzeug und Fahrer betreffen. Die Fahrphysik beschreibt die Kräfte und Bewegungen, die während der Fahrt auf ein Fahrzeug wirken.
Eine gute Fahrtechnik sorgt für Sicherheit, Komfort und Effizienz. Das Verständnis von Fahrbetrieb, Fahrphysik und Fahrtechnik ist essenziell für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Wer die technischen und physikalischen Grundlagen kennt und eine vorausschauende Fahrweise praktiziert, minimiert Risiken und erhöht den Fahrkomfort.
Das Antiblockiersystem (ABS)
Das Antiblockiersystem (ABS), in der deutschen StVZO „Automatischer Blockierverhinderer“ (ABV) genannt, ist ein vorwiegend in Kraftfahrzeugen technisches System zur Verbesserung der Fahrsicherheit und zur Minderung von Verschleiß an den Laufflächen der Räder. Es wirkt bei starkem Bremsen einem möglichen Blockieren der Räder durch Verminderung des Bremsdrucks entgegen. Hierdurch ermöglicht ABS beim Bremsen von Kraftfahrzeugen eine bessere Lenkbarkeit und Spurtreue. Außerdem kann das System über die Regelung des Radschlupfs den Bremsweg auf nasser Straße verkürzen. Auf trockener Straße und losem Untergrund - zum Beispiel Schotter oder Schnee - kann sich der Bremsweg dagegen verlängern.
Fahrsicherheitstrainings des ADAC
Bei den Fahrsicherheitstrainings des ADAC stehen die Kursteilnehmer im Mittelpunkt. Moderne Technik sorgt dafür, dass sich die Trainer ganz auf ihre Gäste konzentrieren können. Die Kommunikation zum Fahrzeug erfolgt über Funk, Hindernisse und die Geschwindigkeitsanlagen werden über Lichtschranken ausgelöst. Beim Wasserverbrauch wird an die Umwelt gedacht: Das zum Bewässern der Pisten benötigte Wasser läuft über modernste Filter und Abscheider und kann gereinigt immer wieder verwendet werden.
Im etwas 45-minütigen Theorieteil im Schulungsraum geht der Trainer auf Erlebnisse der Teilnehmer ein, die später im Training behandelt werden können. Darüber hinaus werden hier Grundlagen der Fahrphysik und der Gefahrenlehre besprochen, die für das Verständnis der fahrpraktischen Übungen notwendig sind. Durch den individuellen Ansatz kann ein für die Teilnehmer optimales Trainingsergebnis erarbeitet werden. Nach dem Training trifft sich der Kurs noch einmal zu einer kurzen Nachbesprechung, in der die Erfahrungen nochmals besprochen und etwaige Fragen beantwortet werden.
Das Qualitätsmanagement für die ADAC Trainings (zertifiziert nach Norm ISO 9001:2008) umfasst nicht nur die Aus- und Weiterbildung der Trainer, sondern ebenso die pädagogisch fundierte Entwicklung und Durchführung von Trainings. Regelmäßig müssen ADAC Trainer Weiterbildungen machen um stets auf dem neuesten Stand zu sein, im Hinblick auf Technik, Fahrpraxis und Methodik/Rhetorik. So ist sichergestellt, dass die ADAC Trainer nicht nur technisch fit sind, sondern sich auch individuell auf die Teilnehmer einstellen können.
Übungen und Module in Fahrsicherheitstrainings
- Simulation einer Aquaplaningsituation: Hier wird die Reaktion auf Aquaplaning und das richtige Verhalten trainiert. Die Verbesserung der Koordination zwischen Lenken und Bremsen steht hier im Vordergrund.
- Hydraulische Dynamikplatte: Eine computergesteuerte Platte versetzt das Heck des Fahrzeugs seitlich, um Schleudern zu simulieren. Der Fahrer lernt, das Fahrzeug durch gezielte Lenkmanöver abzufangen.
- Ungebremster Spurwechsel: Hier wird nur gelenkt, um die Grenzen der Fahrphysik auszuloten und die Gefahren zu analysieren.
- Gleitflächen: Auf diesen Kunststoffbelägen können potentiell gefährliche Situationen auch im langsamen Geschwindigkeitsbereich erzeugt werden.
- Plötzlich auftauchende Hindernisse: Diese Hindernisse werden mittels Lichtschranken gesteuert, um das blitzschnelle Ausweichen oder eine Vollbremsung zu trainieren.
- Kreisbahn: Hier erleben die Teilnehmer fahrphysikalische Zustände wie die Fliehkraft und lernen, wie sie im Notfall die Situation wieder unter Kontrolle kriegen können.
- Kreismodul: Hier wird das Verständnis der richtigen Blickführung im Kurvenbereich vertieft und die Wirksamkeit elektronischer Fahrhilfen erkannt.
Weitere Übungsplätze
In Augsburg, Kempten, Ingolstadt und Regensburg/Rosenhof wird die Anlage zu den jeweiligen Öffnungszeiten am Abend unter dem Namen „Verkehrsübungsplatz“ für alle Fahrer ohne Führerschein geöffnet. In Begleitung eines Führerscheininhabers können die Anfänger hier ungefährdet und versichert erste Erfahrungen mit dem Auto machen.
Moderne Assistenzsysteme für Motorräder
Viele der modernen, direkt eingreifenden Assistenzsysteme nutzen ausgefeilte Sensoren zur Bestimmung der räumlichen Lage der Maschine und der Kräfte, die auf das Motorrad einwirken. Bis zu dem Moment, wo es in der Kurve heißt: Vollbremsung - aus welchem Grund auch immer. Plötzlich richtet sich das Bike auf und verlässt die angepeilte Kurvenlinie Richtung Gegenverkehr oder Straßengraben. Oder die Reifen verlieren ihren Grip, das Motorrad rutscht unkontrolliert weg.
So war es zumindest früher, als es noch keinerlei Assistenzsysteme für Motorräder gab. Inzwischen, mit kurventauglichem ABS, sind Notmanöver in Schräglage durchaus beherrschbar - vorausgesetzt, man hat das System an Bord und sich mit seinen verbesserten Möglichkeiten vertraut gemacht. Die gewünschte Linie kann stressfrei gefahren werden. Gesetzlich ist das herkömmliche und vorrangig für Geradeaus-Fahrt ausgelegte ABS bei neuen Maschinen seit 2017 Pflicht. Doch die Hersteller statten ihre Modelle längst mit weiteren, teils hocheffektiven Assistenzsystemen aus.
Sicherheitssysteme zur Verringerung des Unfall- oder Verletzungsrisikos (z.B. ABS, kurventaugliches ABS, kurventaugliche Traktionskontrolle) Komfortsysteme zur Entlastung des Fahrers und zur Verbesserung der Ergonomie (z.B. Das leisten AssistenzsystemeAssistenzsysteme sollen das bestehende Risiko des Motorradfahrens verringern. Es wäre also unklug, diesen Sicherheitsgewinn durch riskanteres Fahren wieder zunichtezumachen. Sicherheitssysteme für MotorräderIn den folgenden Tabellen werden auch jene Systeme aufgeführt, mit denen sich Motorleistung, Gasannahme oder Fahrwerk an besondere Bedingungen wie z.B. Regen anpassen lassen.
Tabelle: Assistenzsysteme für Motorräder
| Bezeichnung | Wirkung | Sicherheitspotenzial |
|---|---|---|
| Standard-ABS | Verhindert vor allem bei Geradeausfahrt einen Sturz durch Notbremsung mit blockierten Rädern | Sehr hoch |
| Kurventaugliches ABS | Wie Standard-ABS, zusätzlich anwendbar in starker Schräglage, verhindert das Aufrichten der Maschine und ein Wegrutschen der Räder | Sehr hoch |
| Hinterrad-Abhebe-Kontrolle | Verhindert beim starken Bremsen das Abheben des Hinterrades, im Extremfall einen Fahrzeugüberschlag | Hoch |
| Kombi- oder Integral-Bremssystem | Bremskreise für Vorder- und Hinterrad sind ganz oder teilweise verknüpft, sorgt für bessere Bremsstabilität und schnelleren Bremseinsatz | Hoch |
| Wheelie-Kontrolle | Verhindert das Abheben des Vorderrades beim zu heftigen Beschleunigen, Motorkraft wird ggf. begrenzt | Hoch |
| Kurventaugliche Schlupfkontrolle | Sichert bei Kurvenfahrt den Grip des Hinterrades durch etwaige Begrenzung der Motorkraft, kann sogenannte Highsider verhindern | Hoch |
| Standard-Schlupfkontrolle | Sichert Grip und Führung des Hinterrades bei Geradeausfahrt, "Durchdrehen" wird verhindert | Mittel |
| Anti-Hopping-Kupplung, Motorbremsmoment-Kontrolle | Verhindert beim Runterschalten oder Gaswegnehmen ein kurzzeitiges Blockieren des Hinterrades | Mittel |
| Automatische, dynamische Anpassung des Feder-Dämpfer-Systems | Verbessert den Kontakt der Räder auf unebenem Untergrund, erhöht Fahrstabilität bei sehr dynamischen Fahrmanövern | Mittel |
| Abstandsradar | Überwacht fortlaufend den Abstand zu anderen Fahrzeugen, Steuerung der Motorleistung, autonome Bremsung bis 0,5 g | Mittel |
| Totwinkel-Assistent | Warnt vor seitlich fahrendem Fahrzeug, das man beim Spurwechsel übersehen könnte | Mäßig |
| Verschiedene Fahrmodi | Motorcharakteristik kann den Witterungs- und Straßenverhältnissen angepasst werden, umfasst oft auch Einstellungen von Bremse und Fahrwerk | Unterschiedlich |
| Blinkendes Bremslicht | Bei Vollbremsung blinkt das Bremslicht, um den nachfolgenden Verkehr zu warnen | Mäßig |
| Reifendruckkontrollsystem | Warnt bei Druckverlust im Reifen, kann bei korrekter Fahrerreaktion das Unfallrisiko verringern | Mäßig |
| Berg-Anfahr-Hilfe | Klemmt an starken Steigungen die Hinterradbremse bis zum Anfahren fest, um eine Rückwärtsrollen zu verhindern | Mäßig |
| (Adaptives) Kurvenlicht | Leuchtet die Straße bei Kurvenfahrt besser aus als Standardlicht | Mäßig |
| Warnblinkanlage | Wie Pkw, sinnvoll z.B. bei Pannen oder an Stauenden | ./. |
| Notruf-System / eCall | Vergleichbar Pkw, automatischer Notruf bei Ereignissen, die das System als Unfall interpretiert | ./. |
Komfortsysteme für Motorräder
- Automatikgetriebe: Macht Kuppeln und Schalten überflüssig
- Schaltautomat: Ermöglicht das Schalten ohne zu kuppeln
- Elektronische Fahrwerkseinstellung: Federvorspannung und Dämpfungseigenschaften können per Knopfdruck angepasst werden
- Rückfahrhilfe: Erleichtert das Manövrieren schwerer Maschinen
Neue Assistenzsysteme: Ausblick
Weitere Maßnahmen und Systeme zur Verbesserung der Motorradsicherheit werden sich mit zunehmender Vernetzung der Fahrzeuge untereinander ergeben. Dabei spielt die Vehicle-2-X-Kommunikation eine wichtige Rolle. Sie kann Risikopotenziale frühzeitig erkennen und entsprechende Warnungen erzeugen. Dadurch können mögliche Konfliktsituationen reduziert und somit die Motorradsicherheit zum Beispiel in Kreuzungs- und Einmündungsbereichen erhöht werden. Außerdem werden erste Spurhalteassistenten entwickelt, die bei Untätigkeit des Fahrers auf die Fahrspur aktiv Einfluss nehmen sollen.
Machen Sie sich intensiv mit der Wirkung, Funktionsweise und den Einstellmöglichkeiten von Assistenzsystemen und Sicherheitsausstattungen Ihrer Maschine vertraut. Das bedeutet: Die Bedienungsanleitung ist Pflichtlektüre. Mit ABS - und ganz besonders mit modernem Kurven-ABS - muss man im Notfall richtig umgehen können, um den Sicherheitsgewinn auch wirklich nutzen zu können. Die ADAC Experten empfehlen: Machen Sie in regelmäßigen Abständen ein passendes Sicherheitstraining.
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