Back to the Roots - so könnte man den Trend zu Singlespeed Bikes oder auf Deutsch Eingangrädern wohl am besten beschreiben. Nachdem bis vor einigen Jahren Fahrräder mit immer mehr Gängen konzipiert wurden, lässt sich nun schon seit Längerem eine komplett rückläufige Tendenz beobachten. Singlespeed Bike und Eingangrad bezeichnen beide synonym ein Fahrrad, das keine Gangschaltung besitzt.
Eine Sonderform der Singlespeed Bikes ist das Fixie, eine Kurzform für "fixed gear", also starrer Gang. Früher, in den Anfangszeiten des Fahrrads als Fortbewegungsmittel, etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts, waren diese noch äußerst minimalistisch ausgestattet. Selbstverständlich gab es keine Gangschaltung und es dauerte noch mehrere Jahrzehnte bis die Technik einer Gangschaltung so weit ausgereift war, dass sie serienmäßig zum Einsatz kam.
Die Geschichte und Entwicklung
Amerikanische Fahrradkuriere hingegen konnten an diesen Neuerungen keine Vorteile für sich und ihren Job erkennen, in dem sie schnell und flexibel unterwegs sein mussten und sich ohnehin nicht mit dem Schalten abgeben wollten. Daher verzichteten sie teilweise wieder auf die modernen Räder und nutzten stattdessen Eingangräder, die eigentlich nur noch im Sportbereich des Bahnfahrens zu finden waren. Dass sich die Singlespeed Bikes auch außerhalb der Berufsgruppe der Fahrradkuriere durchsetzen konnten, verdanken sie ihren Vorteilen, die immer mehr Radfahrer zu schätzen wissen.
Vorteile von Singlespeed Bikes
Wer regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann bestätigen, dass die Gangschaltung der Teil des Fahrrads ist, der auch am anfälligsten für Defekte ist. Keine Gangschaltung = Keine Defekte, das ist die Idee bei der Verwendung der Singlespeed Bikes. Auch Bremsen stellen neben der Schaltung ein klassisches Verschleißteil dar und auch auf diese kann man also im Zweifelsfall verzichten und dadurch potenziellen Schadensfällen und Zeit- wie geldaufwändigen Reparaturen radikal vorbeugen.
Ein weiterer Grund, warum Singlespeed Bikes im Allgemeinen und Fixies im Besonderen im Alltag genutzt werden, ist der Anspruch an technische Finesse des Fahrers. Klar, wenn keine Bremsen vorhanden sind, ist eben umso mehr Technik vonnöten, um das Fahrrad abzubremsen. Auf der Stelle abwechselnd vor und zurück treten ermöglicht sogar ein Ausbalancieren im Stand.
Des Weiteren sind die Singlespeed Bikes meist extrem leicht, was günstig ist für alle, die ihr Fahrrad des Öfteren einmal tragen müssen - egal ob durchs Treppenhaus, durch U-Bahn-Tunnel oder in die Bahn hinein. Leicht, schmal und wendig - das sind die Singlespeed Bikes. Ein letzter Vorteil: Singlespeed Bikes sind im Trend! Und wer ist nicht gerne am Puls der Zeit unterwegs?
- Simpel und wartungsarm: Ein Singlespeed Bike hat weniger bewegliche Teile als ein Mehr-Gang-Fahrrad. Was die Wartung und Reparaturen deutlich einfacher macht.
- Leicht und agil: Singlespeed Bikes sind in der Regel leichter als andere Fahrräder.
Nachteile von Singlespeed Bikes
Grob vereinfacht könnte man nun natürlich sagen, dass der größte Vorteil auch den größten Nachteil an einem Singlespeed Bike darstellt: Es gibt keine Gangschaltung. Was das bedeutet, weiß jeder, dessen Gangschaltung schon einmal defekt war; in erster Linie nämlich eine höhere Anstrengung und mehr Muskelkraft beim Fahren. Wer noch nicht allzu viel Übung beim Fahren hat, der wird die Singlespeed Bikes auch als wenig alltagstauglich empfinden. Außerdem muss die Kette in regelmäßigen Abständen manuell nachgespannt werden.
An dieser Stelle sei auch noch einmal erwähnt, dass die Verkehrssicherheit eines minimalistischen Eingangrades, selbst wenn es vorschriftsmäßig über Bremsen verfügt, herabgesetzt ist im Vergleich zu einem modernen und voll ausgestatteten Cityrad.
- Eingeschränkte Anpassungsfähigkeit: Das Fehlen von Schaltmöglichkeiten bedeutet, dass du auf eine einzige Option beschränkt bist.
- Schwierigeres Bergauffahren: Ohne leichtere Gänge gestaltet sich das Fahren Steigungen spannend. Du wirst mehr Beinkraft benötigen, um diese zu bewältigen.
- Begrenzte Vielseitigkeit: Singlespeed Bikes sind in erster Linie für den Einsatz in der Stadt und flachem Terrain ausgelegt. Für Offroad- oder Langstreckenfahrten sind sie dagegen kaum geeignet.
- Gefühlte Geschwindigkeitsbegrenzung: Aufgrund des fehlenden höheren Ganges kann es sich so anfühlen, als würdest du bei hohen Geschwindigkeiten langsamer treten. Was für einige Fahrer ungewohnt sein kann.
- Herausfordernd bei starkem Wind
- Höhere Körperbelastung: Da du nicht die Wahl hast, die Übersetzung an die Bedingungen anzupassen, kann die Belastung auf den Beinen bei längeren Fahrten zunehmen. Für Senioren und Menschen mit körperlichen Einschränkungen bieten Singlespeed Bikes daher keine attraktive Lösung.
- Kein Rücktritt: Singlespeed Bikes verfügen meistens über keinen Rücktritt.
Das Fixie Fahrrad
Das Fixie Fahrrad ist der Urtyp des Fahrrads und bringt nicht viel an technischen Neuerungen mit. Seine Fans lieben es deswegen, seine Gegner finden es unpraktisch. Das Fixie oder Eingangrad ist ein Fahrrad ohne Gangschaltung. Der Name entstammt der englischen Bezeichnung „fixed gear“. Das steht für „starrer Gang“ bzw. „starre Nabe“. Das Hinterrad ist über die Nabe und Kette direkt mit den Pedalen verbunden. Dementsprechend fehlt der Freilauf.
Solange das Rad rollt, bewegen sich also die Pedale. Außerdem hat das Fixie Fahrrad keine Bremsen. Die meisten Fans des Fixie Fahrrads lieben den Minimalismus und das besondere Fahrgefühl des Fahrrads. Es gilt einerseits als Fitness-Bike, denn durch das Fahren in einem Gang schult der Fahrer seinen Rhythmus. Möchte er konstant mit der gleichen Geschwindigkeit unterwegs sein, muss er auch konstant im gleichen Rhythmus die Pedale treten.
Auch in der Szene der Fahrradkuriere ist das Fixie beliebt, da es äußerst robust ist und nicht so schnell kaputtgeht. Besonders geschickte Fahrer können mit dem Rad sogar stehen. Ein klassisches Fixie Fahrrad ohne Nachrüstungen ist eigentlich nicht für den öffentlichen Straßenverkehr geeignet. Denn es besitzt in seiner klassischen Form keine Bremse, kein Licht und auch kein Schutzblech. Es bietet nur einen Gang und gilt auch deswegen als sehr robust - wo keine Gangschaltung ist, kann auch keine kaputtgehen.
Entspanntes Rollen lassen kennen Fixie-Fahrer nicht. Bei anderen Fahrrädern kommt immer mehr Technik hinzu. Darauf verzichten Fahrer eines Single Speed Bikes bewusst, wie das Fixie Fahrrad auch genannt wird. Stattdessen genießen sie das ursprüngliche Gefühl des Fahrens.
Wichtig: Ohne Bremsen im Straßenverkehr unterwegs zu sein, ist in Deutschland selbstverständlich verboten. Grundsätzlich gilt für das Fixie Fahrrad, dass in Deutschland eine Handbremse Pflicht ist. Laut StVZO sind zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen Pflicht.
Wie bremst man ein Fixie?
Prinzipiell funktioniert dies wie bei einem Dreirad. Tritt der Fahrer langsamer in die Pedale, dann verlangsamt sich auch das Tempo. Zur starken Drosselung des Tempos verlagert der Fahrer das Gewicht auf das Vorderrad. Dann tritt er den hinteren Fuß gegen die Pedale. So blockiert er diese und das Fahrrad bremst ab. Dies ist aber häufig mit einem Rutschen (Skidden) verbunden und der Fahrer sollte dies in sicherer Umgebung üben. Nur so kann er im Stadtverkehr und im Ernstfall sicher bremsen.
Mit einer Flip Flop Nabe kann das Fixie durch einfaches Umdrehen in ein Rad mit Freilauf verwandelt werden und umgekehrt. Das sorgt für Flexibilität und bietet sich deswegen für Fahrer an, die hin und wieder mit Freilauf fahren möchten.
Kauftipps für Singlespeed Bikes
Beim Kauf eines Singlespeed Bikes gibt es einige wichtige Faktoren zu berücksichtigen, um sicherzustellen, dass du das richtige Fahrrad für deine Bedürfnisse auswählst.
- Zweck und Nutzung: Überlege, wofür du das Singlespeed Bike hauptsächlich verwenden möchtest. Soll es für den städtischen Pendelverkehr sein, für Freizeitfahrten oder vielleicht für den Radsport?
- Rahmenmaterial: Das Material des Rahmens beeinflusst das Gewicht und die Haltbarkeit des Fahrrads. Stahlrahmen sind robust, während Aluminiumrahmen weniger wiegen. Kohlefaser kann noch leichter sein, aber auch teurer.
- Übersetzungsverhältnis: Denke darüber nach, in welchem Gelände du fahren wirst. Einige Singlespeed Bikes nutzen verschiedene Übersetzungsverhältnisse, die sich entweder für flache oder hügelige Umgebungen eignen. Du kannst die Übersetzung durch den Austausch des Kettenblatts oder des Ritzels anpassen. Aber dazu gehört etwas Erfahrung.
- Bremsen: Manche Singlespeed Bikes setzen nur auf V-Brakes (Felgenbremsen), während andere auch Scheibenbremsen nutzen. Scheibenbremsen bieten in der Regel eine bessere Bremsleistung, insbesondere bei nassen Bedingungen.
- Reifen: Die Reifenwahl beeinflusst das Fahrkomfort und die Geländegängigkeit. Breitere Reifen bieten mehr Traktion, während schmalere Reifen schneller auf Asphalt sind.
- Rahmengröße: Stelle sicher, dass die Rahmengröße zu deiner Körpergröße passt. Ein zu großer oder zu kleiner Rahmen kann das Fahrerlebnis beeinträchtigen.
- Zubehör: Denke darüber nach, ob du Zubehör wie Schutzbleche, Gepäckträger, Beleuchtung oder einen Kettenschutz benötigst.
Tipp: Jeder Radfahrer sollte sich vor dem Kauf Gedanken über den eigenen Anspruch und das passende Fahrrad machen. Wer noch nie auf einem Fixie Fahrrad unterwegs war, sollte dies vor dem Kauf einmal testen.
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