Siroko Fahrradbekleidung Test: Rennradhosen bis 100 Euro im Vergleich

Das Kernstück jeder Rennrad-Garderobe ist eine gute Radhose. Die kommt leider oft recht teuer. Aber es gibt auch für wenig Geld schon gute Modelle! Das zeigt der ROADBIKE-Test von 12 Hosen unter 70 Euro!

ROADBIKE hat 12 Hosen für Damen und Herren unter 70 Euro getestet. Hier die besten Modelle aus dem Test:

Die Testsieger

  • Ale PRR Strada
  • Dos Caballos Kyyrus Pro

Alé PRR Strada

Preis: 98,90 Euro
Größen: XS-3XL
Made in: Italien
Passform: 4,5 von 5
Polster: 4,5 von 5
Verarbeitung: 4 von 5
Testergebnis: Sehr Gut (88 Punkte)

Fazit: Sehr breite Bündchen und ein angenehmes, recht festes Material zeichnen die etwas kleiner ausfallende PRR Strada von Alé aus. Auch das gute, angenehm dünne Polster kann überzeugen - Testsieg!

Bioracer Spitfire Bibshort

Preis: 89 Euro
Größen: S-XL
Made in: EU
Passform: 3,5 von 5
Polster: 4,5 von 5
Verarbeitung: 3,5 von 5
Testergebnis: Sehr Gut (78 Punkte)

Fazit: Das etwas straffere Polster der Spitfire Bibshort von Bioracer gehört zu den besten im Testfeld, auch die breiten Bündchen und das feste Material überzeugen. Nur die Träger neigen zum Einrollen.

Campagnolo Uranio Bibshort

Preis: 95 Euro
Größen: XS-3XL
Made in: Italien
Passform: 3 von 5
Polster: 4 von 5
Verarbeitung: 4 von 5
Testergebnis: Sehr Gut (72 Punkte)

Fazit: Campagnolos Uranio Bibshort trägt sich sehr gut, nur die schmal ausfallenden Beinabschlüsse sind nicht ganz auf der Höhe der Zeit und drücken minimal. Das Polster hingegen kann überzeugen.

Canyon Classic Road II

Preis: 89,95 Euro
Größen: S-XXL
Made in: China
Passform: 3,5 von 5
Polster: 3,5 von 5
Verarbeitung: 3,5 von 5
Testergebnis: Gut (70 Punkte)

Fazit: An Canyons Classic Road II gefällt das gut dämpfende Polster mit Belüftungsöffnungen an der Vorderseite, die Bündchen fallen allerdings etwas weit aus und lagen nicht bei allen Testern eng an.

Castelli Competizione Bib

Preis: 99,95 Euro
Größen: S-3XL
Made in: Kroatien
Passform: 4 von 5
Polster: 4,5 von 5
Verarbeitung: 4 von 5
Testergebnis: Sehr Gut (84 Punkte)

Fazit: Die Competizione von Castelli bietet das festeste Polster im Testfeld und verspricht so eine sehr gute Langstreckenperformance. Auch die sehr breiten Bündchen überzeugen.

Dos Caballos Kyyrus Pro Bibshort (Testsieger)

Preis: 99 Euro
Größen: XS-XXL
Made in: Albanien
Passform: 4,5 von 5
Polster: 4,5 von 5
Verarbeitung: 4 von 5
Testergebnis: Sehr Gut (88 Punkte)

Fazit: Anziehen und vergessen: Die Kyyrus Pro von Dos Caballos bietet hervorragenden Tragekomfort mit sehr guten Bündchen und Trägern, auch das Polster überzeugte. Verdienter Testsieg!

Endura FS260-Pro Bibshort

Preis: 99,99 Euro
Größen: XS-XXL
Made in: China
Passform: 4 von 5
Polster: 4 von 5
Verarbeitung: 4 von 5
Testergebnis: Sehr Gut (80 Punkte)

Fazit: Enduras Bibshort FS260-Pro bietet ein sehr gutes Gesamtpaket: mittelbreite Bündchen, gute, aber nicht zu starke Kompression und ein Polster, das keinen Anlass zur Kritik bietet.

Gonso Sitivo Bibshort

Preis: 99,95 Euro
Größen: S-6XL
Made in: Türkei
Passform: 4,5 von 5
Polster: 4,5 von 5
Verarbeitung: 3,5 von 5
Testergebnis: Sehr Gut (86 Punkte)

Fazit: Das herausragende Alleinstellungsmerkmal von Gonsos Sitivo: Die Bib gibt es mit drei verschiedenen Polstern - je nach bevorzugter Sitzposition. Auch sonst absolut überzeugend.

Gore Wear C5 Opti Bib Shorts+

Preis: 99,95 Euro
Größen: S-XXL
Made in: Rumänien
Passform: 4 von 5
Polster: 3 von 5
Verarbeitung: 4 von 5
Testergebnis: Sehr Gut (72 Punkte)

Fazit: Die Bib C5 Opti von Gore Wear trägt sich dank angenehmem Material und breiter Bündchen sehr gut, allerdings fällt sie im Hüftbereich etwas weiter aus, so kann sie das Sitzpolster nicht gut fixieren.

Pearl Izumi Attack Bibshort

Preis: 99,95 Euro
Größen: S-XXL
Made in: China
Passform: 4 von 5
Polster: 3 von 5
Verarbeitung: 4 von 5
Testergebnis: Sehr Gut (72 Punkte)

Fazit: Das Material der Attack von Pearl Izumi fällt etwas elastischer aus, so bietet sie nur wenig Kompression. Das Polster hat zwar eine angenehm glatte Oberfläche, ist aber weniger fest.

Shimano Hikari Bibshort

Preis: 99,95 Euro
Größen: S-3XL
Made in: Rumänien
Passform: 4 von 5
Polster: 3,5 von 5
Verarbeitung: 4,5 von 5
Testergebnis: Sehr Gut (78 Punkte)

Fazit: Reinschlüpfen, wohlfühlen - und vergessen: Das gilt für die Hikari Bibshort von Shimano. Material, Träger und Bündchen geben wie auch das Polster keinen Anlass zu größerer Kritik.

Sportful Classic Bibshort

Preis: 89,90 Euro
Größen: S-3XL
Made in: Italien
Passform: 4 von 5
Polster: 4 von 5
Verarbeitung: 4,5 von 5
Testergebnis: Sehr Gut (82 Punkte)

Fazit: Etwas enger und mit spürbarer Kompression fällt die Classic Bibshort von Sportful aus. Bündchen, Träger und Material machen einen sehr hochwertigen Eindruck, auch das Polster überzeugt.

Die Bibshort - das unbekannte Wesen

Wohl kaum ein Bekleidungsstück ist Außenstehenden und Neulingen im Radsport so suspekt wie diese komische Trägerhose, englisch Bibshorts genannt. Muss das sein? Und trägt man die wirklich knalleng und ohne Unterwäsche? Vor allem aber: Gewöhnt man sich irgendwann an dieses windelartige Sitzpolster in der Hose?

Klare Sache: Ja, ja und ja!

Wie viel muss eine gute Rennradhose kosten?

Haben Sie sich für ein Rennrad entschieden, sollte Sie deshalb Ihr erster Weg von der Fahrradabteilung zum Bekleidungsbereich führen, egal ob beim Fachhändler oder im Webshop. Erfahrungsgemäß wird Sie das Angebot dort aber schnell erschlagen, denn die Auswahl an Bibshorts ist immens - wie auch die Preisspanne: Kosten die günstigsten Modelle rund 50 Euro, wird für die Bib zwei Ständer weiter glatt das Sechsfache verlangt.

Doch wie viel muss eine gute Hose kosten? Und wie finden Sie die richtige, worauf sollten Sie bei der Auswahl achten? Denn schließlich ist eine perfekt passende Hose mit die wichtigste Voraussetzung fürs angenehm entspannte Absolvieren auch längster Touren. Was die Entscheidung so ausgesprochen schwierig macht: Sitzkomfort auf dem Rennrad ist eine extrem individuelle Sache und die mehr oder weniger blumigen Beschreibungen der Hersteller helfen da oft nur begrenzt weiter - genauso wenig übrigens wie die oftmals gut gemeinten Ratschläge von Freunden und Bekannten.

Denn was beim einen funktioniert, kann für den anderen die Hölle sein: Größe, Gewicht, Fahrstil, Sattel, Sitzposition, übliche Tourendauer, Leistungszustand und nicht zuletzt die Tagesform sind nur die wichtigsten Faktoren, die im Zusammenspiel von Po, Polster und Sattel über Wohl und Wehe entscheiden.

Um bei der Suche nach Ihrem persönlichen X-Faktor für diese komplizierte Gleichung zu helfen, hat ROADBIKE zwölf Modelle von A wie Alé bis S wie Sportful in der Preisklasse bis 100 Euro getestet. Ein Betrag, für den Sie bereits grundsolide Modelle für jeden Anspruch erwarten können. In diesen Bibs mögen im Gegensatz zu High-End-Hosen nicht die komplexesten Polster und die exklusivsten Stoffe vernäht sein, für den Alltagseinsatz reichen sie indes völlig aus.

Die Hosen im Test erfüllten die Erwartungen und größere Ausfälle waren nicht zu vermelden.

Worauf sollte man bei der Anprobe achten?

Worauf sollten Sie nun bei der Anprobe achten, damit Sie auch die für sich beste Hose finden? Erste Prüfkriterien: Konstruktion und Schnitt. Konkret: Liegen die Beinabschlüsse sauber an? Vor allem schmale Bündchen neigen oft dazu, an den Oberschenkeln einzuschneiden, während breitere Bündchen besseren Halt versprechen und den Druck flächiger verteilen, was sich in der Regel deutlich angenehmer trägt.

Der zweite, oft unterschätzte Punkt sind die Träger. Sie müssen (in Sitzposition) straff genug sein, um die Hose in optimaler Position zu halten, ohne einzuschneiden oder sich im feuchten Zustand einzurollen und gar zu scheuern. Zudem muss das Material der Bib fest genug sein, um das Polster zuverlässig zu fixieren. Denn sonst verschiebt es sich beispielsweise im Wiegetritt und kann seine Aufgabe nicht wie vorgesehen erfüllen.

Aus diesem Grund sollten Sie auch nie den Fehler begehen, Bibshorts zu groß zu kaufen. Wie bei Rennrädern gilt auch hier: Wenn Sie zwischen zwei Größen schwanken, ist im Zweifel die kleinere die bessere Wahl. Und ganz wichtig: Eine Bib muss nicht im Stehen perfekt anliegen, sondern in der leicht gekrümmten Haltung, die Sie auf dem Rad einnehmen.

Das Polster ist das Herzstück der Hose

Passt die Bib vom Schnitt, steht vor der finalen Kaufentscheidung "nur" noch die vielleicht wichtigste Frage: Wie gut funktioniert das Polster bei meinen Anforderungen? Abgesehen vielleicht vom Sattel gibt es wenig, was individueller ist als das Pad: Je nach Sitzposition lasten zwischen 50 und 80 Prozent des Körpergewichts auf einer Fläche kaum größer als eine Hand. Und das über Stunden mit zigtausenden von Pedalumdrehungen. Feuchtigkeit und Reibung inklusive.

Ein gutes Polster besteht deshalb aus verschiedenen Zonen mit unterschiedlich dichtem Schaumstoff, um den Druck ohne Belastungsspitzen möglichst gleichmäßig zu verteilen. Grundsätzlich gilt: je dichter und damit fester ein Polster, desto besser funktioniert es auch auf langen Strecken. Gleichzeitig muss das Polster die entstehende Feuchtigkeit vom Körper ableiten, denn aufgeweichte Haut scheuert sich schneller wund. Eine spezielle Sitzcreme kann hier mitunter zusätzlich Linderung verschaffen.

Ob ein Polster wirklich zu 100 Prozent funktioniert, spüren Sie leider nicht schon bei der Anprobe oder nach einem kurzen Probesitzen, sondern erst nach einer mehrstündigen Ausfahrt. Dann ist es allerdings zu spät, um die Hose noch umtauschen zu können.

Ein Geheimrezept, wie sich solche Fehlkäufe vermeiden lassen, gibt’s leider nicht. Aber es hilft schon, bei der kurzen Anprobe (am besten auf dem eigenen Rad) darauf zu achten, dass sich das Polster gut anfühlt, vom Material sicher fixiert ist, an der richtigen Stelle sitzt und keine "Kanten" oder Ähnliches spürbar werden. Ein kurzes Reinschlüpfen (mit Unterwäsche) zur Anprobe und Größenauswahl (wie es auch in einem normalen Laden möglich wäre) ist auch bei Online-Versendern in den meisten Fällen kein Problem, ohne den Rücksendeanspruch bei Nichtgefallen zu verlieren.

Test aus dem Jahr 2019: 15 weitere Rennradhosen unter 100 Euro

Schon 2019 hat ROADBIKE insgesamt 15 Modelle - zehn für Herren, fünf für Damen - zum Test angefordert. Auch damals war die Preisobergrenze für den Test 100 Euro.

Hervorragende Passform und ein sehr angenehmes, festes Polster mit sehr guter Druckverteilung: Die Volo Bibshort von Castelli begeisterte die Tester rundum - und holte sich den Testsieg mit klarem Vorsprung.

Bei den Damenmodellen überzeugte die C5 W Shorts Tights+ von Gore die meisten Testerinnen und belegte hier den Spitzenplatz.

Castelli Volo Bibshort (Testsieger Herren)

Preis: 99,95 Euro
Größen: S-3XL
Made in: Bosnien-Herzegowina
Passform: 4 von 5
Polster: 5 von 5
Verarbeitung: 4 von 5

Fazit: Das herausragende Polster ist die große Stärke der Volo Bibshort von Castelli. Aber auch die Passform und die Verarbeitung können rundum überzeugen. Das Ergebnis: ein klarer Testsieg!

Note: Sehr Gut (84 Punkte)

Craft Essence Bib Shorts M

Preis: 89,95 Euro
Größen: XS-3XL
Made in: China
Passform: 4 von 5
Polster: 3 von 5
Verarbeitung: 4 von 5

Fazit: Die Essence Bib Shorts von Craft gefällt vor allem mit ihrer sehr guten Passform. Das Polster war aber einigen Testern etwas zu weich und neigt auf längeren Touren leider zum Durchsitzen.

Note: Gut (68 Punkte)

Dos Caballos Praetor 2 Bib Short

Preis: 99,90 Euro
Größen: XS-3XL
Made in: Italien
Passform: 4 von 5
Polster: 4 von 5
Verarbeitung: 4 von 5

Fazit: Die guten Beinabschlüsse der Praetor 2 von Dos Caballos sorgen für sehr guten Sitz, das Material trägt sich sehr angenehm. Das Pad bot einigen Testern im vorderen Bereich zu wenig Polsterung.

Note: Sehr Gut (72 Punkte)

Endura FS260-Pro Bibshort

Preis: 99,99 Euro
Größen: XS-4XL
Made in: China
Passform: 4 von 5
Polster: 5 von 5
Verarbeitung: 4 von 5

Fazit: Vor allem das herausragende Polster der FS260-Pro Bibshort von Endura hat die Tester überzeugt; aber auch die Passform, das festere Material und die sehr gut anliegenden Bündchen gefielen.

Note: Sehr Gut (80 Punkte)

Gonso Sitivo Bibshort

Preis: 99,95 Euro
Größen: XS-6XL
Made in: k.A.
Passform: 4 von 5
Polster: 4 von 5
Verarbeitung: 4 von 5

Fazit: Die neue Sitivo Bibshort bietet ein rundum gelungenes Gesamtpaket. Innovativ: Die Hose gibt es mit drei unterschiedlichen Polstern - je nach bevorzugter Sitzposition auf dem Rad.

Note: Sehr Gut (80 Punkte)

Gore C5 Opti Bib Shorts+

Preis: 99,95 Euro
Größen: S-XXL
Made in: Rumänien
Passform: 4 von 5
Polster: 4 von 5
Verarbeitung: 4 von 5

Fazit: Die sehr breiten Bündchen der C5 Opti von Gore liegen gut an, leider sind die Träger deutlich zu lang geraten und bieten wenig Halt. Auch das Polster zeigte auf längeren Touren Schwächen.

Note: Gut (64 Punkte)

Mavic Essential Bib Short

Preis: 99 Euro
Größen: S-XXL
Made in: Rumänien
Passform: 5 von 5
Polster: 4 von 5
Verarbeitung: 4 von 5

Fazit: Anziehen und wohlfühlen: Das gilt vor allem für die sehr überzeugende Passform mit breiten, gut anliegenden Bündchen der Essential von Mavic. Auch das Polster und das Material punkten.

Note: Sehr Gut (78 Punkte)

Pearl Izumi Elite Attack Bib Short

Preis: 99,95 Euro
Größen: S-XXL
Made in: China
Passform: 4 von 5
Polster: 3 von 5
Verarbeitung: 4 von 5

Fazit: Das feste, aber nicht zu feste Material der Elite Attack von Pearl Izumi sorgt für ein sehr angenehmes Tragegefühl, das Polster fällt allerdings sehr dünn aus, besonders vorn könnte es dicker sein.

Note: Sehr Gut (72 Punkte)

Rose High End Fluo

Preis: 94,95 Euro
Größen: XS-XXL
Made in: Rumänien
Passform: 4 von 5
Polster: 4 von 5
Verarbeitung: 5 von 5

Fazit: Bei der High End Fluo Hose lobten die Tester die sehr gute Druckverteilung durch das Polster, auch das Material mit verklebten Nähten am Oberschenkel und den sehr breiten Bündchen gefiel.

Note: Sehr Gut (78 Punkte)

Sportful Bodyfit Team Classic (Preis-Leistungs-Tipp)

Preis: 89,90 Euro
Größen: XS-3XL
Made in: Kroatien
Passform: 4 von 5
Polster: 4 von 5

Tabelle: Übersicht der getesteten Rennradhosen unter 100 Euro

Marke Modell Preis Testergebnis
Alé PRR Strada 98,90 Euro Sehr Gut (88 Punkte)
Dos Caballos Kyyrus Pro Bibshort 99 Euro Sehr Gut (88 Punkte)
Castelli Volo Bibshort 99,95 Euro Sehr Gut (84 Punkte)
Endura FS260-Pro Bibshort 99,99 Euro Sehr Gut (80 Punkte)
Gonso Sitivo Bibshort 99,95 Euro Sehr Gut (80 Punkte)

Radhose - das wichtigste Bindeglied

Die Radhose ist das wichtigste Bindeglied zwischen Fahrer und Fahrrad. Glücklich ist, wer bereits ein perfekt passendes Exemplar gefunden hat. Für alle anderen haben wir 18 kurze Radhosen für Frauen und Männer getestet. Dabei hatten wir die Hersteller eingeladen, uns ihr bestes Marathonmodell zu schicken, das auch nach vielen Stunden im Sattel noch besten Fahrkomfort verspricht.

Pünktlich zum Test hatten wir dann Langstreckenkandidaten von A wie Assos bis V wie Velocio auf dem Tisch liegen, zu Preisen ab 90 Euro (Frauenmodell von Protective) bis 290 Euro (Assos). Dass sich die aktuellen Modelle enorm von den oft labberigen Pellen früherer Tage unterscheiden, wurde bereits bei der ersten Anprobe klar.

Vielleicht erinnern sich manche noch an den Hosenstandard von vor wenigen Jahren: Schmale, klebrige Silikon-Beinabschlüsse drückten unangenehm auf die Muskulatur, reizten die Haut und rutschten dennoch hoch. Dünne Träger mit dicken Nähten rollten sich auf den Schultern zusammen. Und das Material der Hosen hatte schon mal die Spannkraft der Haut eines chinesischen Faltenhundes. Was zur Folge hatte, dass das Sitzpolster zwischen Sattel und Hintern wanderte, statt stützend und rutschfest unter den Sitzknochen zu liegen.

Rennradhosen sollen bequem auf den Schultern sitzen

Dagegen sind aktuelle Rennradhosen wahre Luxusartikel. Selbst die günstigeren Modelle von Gonso, Protective oder Sportful sind mit nahtlosen Trägern ausgestattet, die sich bequem auf den Schultern breitmachen und den Druck großflächig verteilen, statt punktuell einzuschneiden. Auch die Spannkraft der Träger hat sich geändert und ist in der Regel ausreichend straff, um den Rest der Hose sauber in Position zu halten.

Hier gibt es lediglich zwei Ausreißer: Die Hosenträger bei Gore könnten etwas mehr Spannkraft vertragen, zudem neigt das dünne Material zum Einrollen. Das andere Extrem markieren die Hosen von Sportful: Hier sitzen die Mesh-Träger so stramm, dass sie sich nur mit Nachdruck über die Schultern ziehen lassen.

Besonders gut aufgehoben fühlten sich die Testerinnen übrigens im Mesh-Body von Café du Cycliste. Die Franzosen umhüllen den kompletten Oberkörper mit luftigem Netzgewebe. Das wird dabei weder zu warm noch drückt es an Schultern oder Brust. Lediglich unter den Achseln und im Nacken könnte der Body etwas weiter ausgeschnitten sein. Ähnlich gut sitzen nur noch die Träger der Assos-Frauenhose. Sie laufen bequem seitlich an der Brust vorbei und halten die Hose durch den doppelten Ansatz überm Hintern perfekt in Position.

Die beiden trägerlosen Hosen von Protective und Löffler erleichtern die Pipipause, haben aber prinzipbedingt das Problem, dass der Bund umklappen und auf den Bauch drücken kann. Auch die Schnitte der Hosen haben sich über die Jahre verändert. Es findet sich keine Radhose mehr im Test, von deren Kauf wir tatsächlich abraten würden. Dennoch gibt es klare Unterschiede: Die preiswerteren Modelle wie Protective oder Sportful werden aus zahlreichen Stoffbahnen zusammengefügt und weisen daher viele Nähte auf, die im schlechtesten Fall irgendwann auf der Haut scheuern können.

Hochpreisige Shorts wie die von Assos, Castelli oder Velocio bestehen im besten Fall aus gerade mal drei Stoffteilen. Dadurch reduzieren sich Nahtstellen auf ein Minimum. Auch die Abschlüsse werden hier nicht mehr separat an die Hosenbeine angesetzt, sondern sie laufen nahtlos aus - was Unterschiede in der Dehnbarkeit der Materialien und somit Druckstellen auf der Muskulatur effektiv unterbindet.

Hosenpolster: Immense Bandbreite

Beim Hosenpolster - dem eigentlich elementaren Bestandteil der Radhose - findet sich, bildhaft gesprochen, vom Plüschsofa bis zur Bierbank eine immense Bandbreite unterschiedlich dicker und harter Einsätze. Während Gelegenheitsfahrer gerne zum weichen “Sofakissen” greifen, das sich aber auf lange Sicht leicht durchsitzen kann, sollten Langstrecken-Radler lieber die straffere Polsterung wählen. Ihre Sitzknochen sind durch das regelmäßige Training an den Druck des Körpergewichts auf den Sattel in der Regel gut gewöhnt.

Zudem birgt ein dünnes, eher festeres Polster weniger die Gefahr, dass Druckstellen im Damm- Bereich entstehen und dort Gefäße abgeschnürt werden.

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