Harley-Davidson Sportster: Ein umfassender Test

Die Harley-Davidson Sportster ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Motorradwelt. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf verschiedene Aspekte der Sportster, von Testberichten über Gebrauchtmarktpreise bis hin zu Modellvergleichen.

Die neue Harley-Davidson Sportster S

Die Harley-Davidson Sportster S markiert den Beginn einer neuen Ära für die Sportster-Baureihe. Sie kombiniert eine starke Cruiser-Optik mit Scrambler-Elementen und bietet einen 122-PS-Motor sowie zahlreiche Assistenz- und Sicherheitssysteme. Die Sitzposition ist bequem, und die Fahreigenschaften sind solide. Nach der Reiseenduro Pan America war die Harley-Davidson Sportster S das zweite Modell mit dem Revolution-Max-1250-Triebwerk.

Motor und Leistung

Der Revolution Max 1250T Motor leistet zwar 30 PS weniger als in der Pan America, bietet aber dennoch eine beeindruckende Leistung. Der Vierventil-V2 liefert 90 kW/122 PS und ein starkes Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich. Im Test zeigte sich der Motor kultiviert und kraftvoll.

Fahrverhalten und Bremsen

Die Sportster S verzögert zuverlässig und geht auch bei harter Beanspruchung nicht in die Knie. Bis zu 34 Grad Schräglage sind möglich, bevor die Fußrasten Bodenkontakt aufnehmen. Im extrem breit bereiften Vorderrad ist lediglich eine einzelne Scheibenbremse montiert. Die ist zwar 32 Zentimeter groß, zudem gelocht, und wird von einem radial montierten Vierkolben-Bremssattel in die Zange genommen, unüblich ist sie angesichts von 122 PS und 228 Kilogramm Leergewicht aber trotzdem. Beides, Single-Scheibe und der breite Reifen, hat allerdings keine negativen Auswirkungen auf das Fahr- bzw. Bremsverhalten.

Sitzposition und Komfort

Die Sitzposition im Feet-forward-Stil ist bequem, jedoch könnten kleinere Fahrer Schwierigkeiten haben, Schalthebel und Bremspedal zu erreichen. Eine mittig montierte Alternativ-Fußrastenanlage könnte hier Abhilfe schaffen. Der hintere Federweg ist mit fünf Zentimetern arg schwächlich dimensioniert, so dass etwa Kanaldeckelkanten gerne direkt ans Fahrerkreuz weitergegeben werden.

Tank und Reichweite

Der Tank fasst knapp zwölf Liter, was eine Reichweite von rund 200 Kilometern ermöglicht, dank eines Normverbrauchs von 5,1 Litern auf 100 Kilometer.

Die Harley-Davidson Nightster

Die Nightster ist die kleine Schwester der Sportster S und soll ein neues Kapitel in der Sportster-Saga einleiten. Mit einem 975 ccm Revolution-Max-Motor und 90 PS ist sie agil, wendig und komfortabler als die Sportster S. Mit 14.995,-- Euro ist sie in der Basisfarbe Schwarz „nur“ 1.000,-- Euro günstiger als die immerhin 32 PS stärkere Sportster S, aber deutlich leichter und drahtiger.

Motor und Fahrmodi

Der flüssigkeitsgekühlte V-Twin hat einen Zylinderwinkel von 60 Grad und liefert 95 Nm Drehmoment bei 5.750 U/min. Die Leistungsentfaltung ist direkt, und die Antriebsschlupfregelung sorgt für genügend Grip. Harley-Davidson hat für die Nightster drei Fahrmodi komponiert Road, Sport und Rain. Im Regenmodus liegen 15 Prozent weniger Leistung an.

Design und Individualisierung

Die Nightster präsentiert sich schlank, niedrig und kraftvoll. Der Kraftstofftank versteckt sich unter dem Sitz, und Schwarz dominiert als Farbe. Die Nightster ist ideal für Customizing-Projekte.

Gebrauchtmarkt: Chopper und Cruiser

Chopper und Cruiser erlebten ihren Höhepunkt in den 90er Jahren. Heute sind sie eher eine Randgruppe, aber auf dem Gebrauchtmarkt gibt es attraktive Angebote. Die Geschichte der Harley-Davidson Sportster Modelle ist geprägt von zwei Jahrzehnten erfolgreicher Neugeschäfte und hoher Zulassungszahlen, was sich nun positiv auf den Verbraucher auswirkt.

Die Evolution der Sportster

Bereits 1957 wurde die Sportster in ihrer Urform vorgestellt und diente traditionell als Einstiegs-Harley. Als der alte Shovelhead-Graugussmotor durch den Evolution-Twin (kurz "Evo") mit Leichtmetall-Zylindern und -köpfen abgelöst wurde, gewann die US-amerikanische Ikone deutlich an Alltagstauglichkeit. Abgesehen von einem kurzen Gastspiel der 1100er Variante war die Evo-Sporty für Gebrauchtkäufer immer in zwei Hubraumvarianten erhältlich: als 883er und als 1200er.

Sportster XL 1200 C Custom

Die von uns bei Limbächer ausgewählte Sportster ist eine XL 1200 C, Baujahr 2007. Der druckvolle Motor der XL 1200 C Sportster Custom lässt sich leicht kontrollieren und bietet in der ersten Hälfte des Drehzahlbandes ordentlich Druck aus den niedrigen Touren. Mit einem Hubraum von 1200 cm³ und einem Drehmoment von 98 Nm bei 3200 U/min sorgt der luftgekühlte Evolution-Motor für kraftvollen Vortrieb.

Die ergonomische Gestaltung der XL 1200 C Sportster Custom ist atypisch für eine Sportster, mit weit nach vorne verlegten Fußrasten. Das Handling ist agil, sodass auch schnelle Wechselkurven problemlos gemeistert werden können. Die Mitverwendung der Hinterradbremse ist für verlässliche Bremsmanöver notwendig.

Die Gebrauchtmotorräder sind bereits vorbereitet und können nach dem Kauf direkt mitgenommen werden. Limbächer bietet zudem ein vierwöchiges Umtauschrecht, falls das gekaufte Bike nicht den Erwartungen entspricht. Darüber hinaus werden die Motorräder deutschlandweit geliefert, und eine besonders nützliche Funktion für Gebrauchtmotorräder ist die lebenslange Garantie. Gegen eine einmalige Zahlung von ein paar Hundert Euro, abhängig vom Motorrad, sind sämtliche Schäden und Abnutzungen versichert, die nicht durch Fahrlässigkeit oder Verschleißteile verursacht werden.

Harley-Davidson Sportster 1200 Sport Dauertest

Ein Dauertest der Harley-Davidson Sportster 1200 Sport über 50.000 Kilometer zeigte die Stärken und Schwächen des Modells. Während einige Fahrer die Agilität lobten, kritisierten andere die unbequeme Sitzposition und das harte Fahrwerk. Die Bremsen wurden als zögerlich empfunden.

Verschleiß und Defekte

Die Sportster zeigte ein gutes Verschleißbild, jedoch traten Vibrationen auf, die zum Bruch von Glühbirnen und Kennzeichenhaltern führten. Harley-Davidson zeigte sich kulant und hilfsbereit bei der Behebung dieser Probleme.

Lesererfahrungen

Leser berichteten von ähnlichen Erfahrungen, darunter Vibrationen, defekte Tachos und Probleme mit der Elektrik. Trotzdem wurde die Sporty im täglichen Betrieb und auf Urlaubsfahrten als spaßig empfunden.

Vergleich: Forty-Eight vs. XL 1200CA Custom Limited Edition

Die Forty-Eight und die XL 1200CA Custom Limited Edition sind sich auf dem Papier sehr ähnlich, unterscheiden sich aber im Fahrbetrieb deutlich. Beide tragen das exakt gleiche Herz, einen 1202 ccm großen V-Zweizylinder, beide haben die gleichen Leistungsdaten (67 PS bei 5.700 U/min), beide geben gemäß der Papierdaten das exakt gleiche Drehmoment von 98 Newtonmeter bei 3.200 U/min ab.

Tankvolumen und Fahrverhalten

Die Forty-Eight hat ein Tankvolumen von nur 7,95 Litern, während die Custom Limited Edition 17 Liter fasst. Die Forty-Eight erwies sich im Fahrtest als das spürbar agilere Bike, trotz eines längeren Nachlaufs. Untypischerweise erwies sich die Forty-Eight im Fahrtest aber als das spürbar agilere Bike. Diese Tatsache steht im Widerspruch zu den Regeln der Fahrwerksphysik.

Design und Ausstattung

Die CA besticht mit dem gelungenen Dreifarben-Lack und ihrem klassischen Sportster-Outfit. Auch im Praxiskapitel kann sie mit ihrem großen Tank und einer etwas bequemeren Sitzbank punkten.

Fazit

Die Harley-Davidson Sportster bietet eine breite Palette an Modellen und Optionen, sowohl neu als auch gebraucht. Ob Sportster S, Nightster, Forty-Eight oder XL 1200C Custom, es gibt für jeden Geschmack und Bedarf das passende Modell. Gebrauchtpreise für ordentliche 1200er liegen auf dem Niveau der damaligen Neupreise.

Sitzbänke und Komfort

Serienmotorräder sind oft für durchschnittliche Körpergrößen konzipiert. Harley-Davidson bietet eine Vielzahl von Sitzbänken an, um die Sitzposition und den Komfort zu verbessern. Reach Sitze ermöglichen es, den Boden leichter zu erreichen, während Sundowner Sitze für längere Touren entwickelt wurden. Es gibt auch die Möglichkeit, den Seriensitz vom Sattler umbauen zu lassen, um eine individuelle Anpassung zu erreichen.

Auch Sitzbänke von Drittherstellern werden oft verbaut. Eine Leserin hat berichtet, dass sie die Sitzbank bei FMC bestellt hat. Die Sitzbank ist recht dick gepolstert, da sie nicht auf dem Kunststoffrahmen aufliegt, sondern in ihn reingesetzt wird, wirkt sie wesentlich dünner als sie ist.

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