Skihelm zum Radfahren geeignet? Eine umfassende Betrachtung

Helme sind eine Investition in die Sicherheit, und wer Wert auf Qualität und Marken legt, muss dafür oft tief in die Tasche greifen. Daher liegt der Gedanke nahe, den Skihelm zum Fahrradfahren zu verwenden oder umgekehrt. Doch so einfach ist es nicht, denn es gibt nur wenige Helme, die für beide Sportarten geprüft und zugelassen sind.

Ein Fahrradhelm muss andere Anforderungen erfüllen als ein Skihelm. Beispielsweise muss er dem Aufprall auf eine Bordsteinkante standhalten, was beim Skifahren eher selten vorkommt. Zudem sind die Belüftungssysteme von Radhelmen auf wärmere Temperaturen ausgelegt als bei Skihelmen, was zu einem schnellen Auskühlen des Kopfes führen kann. Umgekehrt kann man mit einem Skihelm beim Radfahren schnell ins Schwitzen geraten.

Da es keine Pflicht zum Tragen von Fahrradhelmen gibt, ist man völlig frei in der Wahl seiner Kopfbedeckung. Zusammenfassend lässt sich sagen: Man kann Skihelme beim Radfahren tragen, oder auch blecherne Salatschüsseln.

Anforderungen und Unterschiede

Ein Skihelm (Wintersporthelm) ist für sportliche Aktivitäten im Winter konzipiert und eignet sich daher auch gut zum Fahrradfahren - im Winter. Im Sommer ist er jedoch zu warm, während ein normaler Fahrradhelm im Winter oft zu kalt ist. Schaut man sich Radhelme an, fällt auf, dass sie viel besser belüftet sind als Skihelme. Skihelme sind für niedrige Temperaturen gedacht, während Radhelme auch bei über 30°C noch tragbar sein sollten.

Radfahrerhelme und Skater-Helme werden nach der Prüfnorm EN 1078 (CE) geprüft, wodurch ein Inline-Skater durchaus einen gut belüfteten Radfahrerhelm tragen kann. Skihelme hingegen werden nach der EN 1077 getestet und müssen härteren Anforderungen standhalten. So werden beispielsweise Radhelme und Skater-Helme nach der Prüfnorm EN 1078 (CE) geprüft.

Praktische Erfahrungen und Tipps

Einige Radfahrer nutzen im Winter gerne Skihelme, insbesondere Brillenträger, da ein Helm mit Visier optimalen Schutz vor Zugluft bietet. Allerdings ist der Skihelm schwerer, was die Nackenmuskulatur beanspruchen kann. Dennoch berichten Nutzer von guter Sicht und verwenden den Helm nur bei Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt.

Von Mützen unter dem Sommerhelm wird oft abgeraten, da der Helm dann nicht mehr richtig sitzt und verrutschen kann. Ein hochwertiger Skihelm mit einstellbarer Belüftung kann angenehmer zu tragen sein. Abnehmbare Ohrenklappen sind praktisch, da sie erst bei sehr kalten Temperaturen benötigt werden. Ohne die Ohrenklappen ähnelt der Skihelm optisch Skaterhelmen, die viele Radfahrer bevorzugen.

Sicherheit und Zertifizierung

Es gibt Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Skihelmen beim Radfahren, da Fahrradhelme anderen Kriterien entsprechen müssen. Ein Velohelm muss die Zertifizierung EN 1078 erfüllen - ein Skihelm darf in Ländern mit dieser Gesetzgebung nur auf dem Rad getragen werden, wenn er AUCH diese Zertifizierung erfüllt.

Laut firmeneigener Homepage ist der Kraken nach den Norm EN 1078 zertifiziert. Das heißt, dass er für Fahrradfahrer, Skateboard, Inline und Rollschuh zugelassen ist. Die Norm für Ski- und Snowboardhelme ist die EN 1077.

Alternativen und Kompromisse

Wer im Winter nicht auf den Komfort verzichten möchte, kann eine Neoprenhaube unter dem Radhelm tragen. Auch Sturmhauben können eine gute Lösung sein, um Hals und Gesicht zu schützen. Einige Nutzer haben positive Erfahrungen mit Skihelmen beim winterlichen Arbeitsweg gesammelt, da diese leicht sind und durch das Öffnen der Belüftungslöcher ein angenehmes Klima entsteht.

Einige Skihelme tragen ein Zeichen, das die Nutzung für Roller oder Motorrad untersagt. Dennoch gilt: Besser ein Skihelm als gar kein Helm. Allerdings könnte die Belüftung für das Radfahren unzureichend sein.

Helmtypen und Bauarten

Hersteller haben in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und bieten heute sichere und hochwertige Produkte an. Es haben sich zwei Helmtypen durchgesetzt: der Microshell-Helm und der Hardshell-Helm. Beide besitzen eine innere Dämpfungsschale, wobei der Microshell-Helm eine dünne Kunststoffschale und der Hardshell-Helm eine stärkere Kunststoffschale aufweist. Hartschalenhelme werden überwiegend von Extremsportlern genutzt.

Wichtige Aspekte beim Helmkauf

Ein Helm sollte immer nach einem Sturz ausgetauscht werden. Um die Dämpfungseigenschaften zu erhalten, werden der Innenschale Weichmacher beigefügt, die sich im Laufe der Jahre verflüchtigen. Es ist wichtig, einen gut sortierten Fahrradhändler aufzusuchen, um verschiedene Helme anzuprobieren und den passenden Helm zu finden.

Die Helme der Markenhersteller sind oft besser belüftet und haben komfortablere Innen-Ausstattungen. Auch die Bedienungselemente werden permanent verbessert, wie z. B. die Innenbandverstellung per Drehknopf oder die Verriegelung der eingestellten Gurte.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0