Der Sommer ist da! Was gibt es Schöneres, als ihn auf dem Fahrrad zu genießen und sich vom Fahrtwind kühlen zu lassen? Allerdings birgt die Sommersonne auch Gefahren, denen man sich bewusst sein sollte. Daher ist ein effektiver Sonnenschutz beim Radfahren unerlässlich, um Sonnenbrand und langfristige Hautschäden zu vermeiden.
Warum Sonnenschutz beim Radfahren so wichtig ist
Beim Radfahren sind wir oft stundenlang der UV-Strahlung ausgesetzt, besonders auf offenen Strecken und bei schweißtreibender Anstrengung. Diese Strahlung kann die Haut schädigen, zu vorzeitiger Hautalterung führen und das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Ein veritabler Sonnenbrand ist vergleichbar mit einer Verletzung oder Entzündung, gegen die sich der Organismus mit allen Mitteln wehrt und deren Heilung Energie kostet. In der Folge leidet die sportliche Leistung.
Die richtige Sonnencreme für Radfahrer
Eine wasserfeste Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30-50) ist unerlässlich. Sonnenschutzmittel für den sportlichen Einsatz sind schweiß- und wasserresistent, damit die ersten Schweißtopfen den Schutz nicht wieder wegspülen. Es gibt hier keine pauschale Empfehlung. Im Grundsatz unterscheidet man zwei Arten von Sonnencreme, die mit mineralischem Filter und die mit chemischem Filter. Beides hat Vor- und Nachteile. Am meisten verbreitet und in Drogerie- und Supermärkten erhältlich sind Sonnencremes mit chemischem Filter. Dieser Sonnenschutz aktiviert sich nach dem Auftragen auf die Haut.
Wichtig: Die Cremes sollten Schutz vor UV-A und UV-B-Strahlung bieten und auf bedenkliche Inhaltsstoffe wie Octocrylene, Oxybenzone, Avobenzone oder Nanopartikel verzichten, die die Gesundheit oder Umwelt belasten können. Ein Beispiel dafür ist der Sonnenschutz von New Layer mit der vielversprechenden Beschreibung: „100 % vegan, 100 % umweltbewusst, 0 % schlechtes Zeug.“
Anwendung der Sonnencreme
Trage den Sonnenschutz am besten zu Hause auf und nicht erst, wenn du bereits in der Sonne stehst. Wer seine Haut optimal vor der Sonne schützen möchte, sollte sich mindestens eine halbe Stunde bevor es nach draußen geht, eincremen - und zwar mit einer ausreichend großen Portion Sonnencreme, denn auch beim Radfahren gilt: Das beste Produkt kann nicht zuverlässig schützen, wenn es zu sparsam aufgetragen wird. Die Faustregel besagt, dass ein Erwachsener vier Esslöffel Sonnencreme braucht, um sich einmal komplett einzucremen. Müssen nur Arme und Beine eingecremt werden, reicht natürlich entsprechend weniger Creme aus.
Vor allem das Gesicht, aber auch Schultern, Dekolleté, Arme und Beine solltest du vor der Fahrt großzügig eincremen. Vergiss nicht, auch deine Nase, die Ohren und die Lippen ausreichend zu schützen. Diese Stellen solltest Du beim Eincremen auf keinen Fall vergessen und vielleicht sogar einen etwas höheren Lichtschutzfaktor verwenden als für den Rest des Körpers. Besonderen Schutz für die Lippen bieten zum Beispiel Lippenpflegestifte mit Sonnenschutzfaktor.
Trage den Sonnenschutz mehrmals auf, besonders bei langen Touren. Durch Schwitzen und Windeinwirkung verliert die Sonnencreme an Wirkung. Regelmäßiges Nachcremen sorgt für anhaltenden Schutz.
Empfehlenswerte Sonnencremes
Die Sonnencremes schnitten im vergangenen Test von Ökotest mit mindestens gut ab:
- Eco Elio Sonnencreme LSF 50: Nicht ganz günstig, dafür aber ohne künstliche Duftstoffe, Parabene, Mikroplastik und Silikone.
- Sundance Sonnenspray Sport transparent: Bietet sicheren Schutz beim sportiven Radfahren und hinterlässt keinen unangenehmen klebrigen Schutzfilm.
- Mawaii After Sun Aloe Vera Body Balm: Hilft bei der Linderung der Haut nach einem Sonnenbad.
- Sundance Med Ultra Sensitiv Sonnenfluid LSF 50: Geeignet für sensible Haut und bietet hohen Lichtschutzfaktor.
- Mawaii Duo Care Lip & Face Protection LSF 50: Praktisch für Fahrrad- und Trekkingtouren und schützt zuverlässig gegen Sonnenbrand.
- Mawaii Lip Care Balm LSF 30: Schützt die Lippen mit einem dünnen, kaum merklichen Film.
UV-schützende Kleidung und Brillen
Textilien schirmen die Haut effektiv vor UV-Strahlung ab, sofern sie dicht gewebt sind. Auch deshalb ist es sinnvoll, für die Radtour auf Funktionskleidung zu setzen. Gewebe aus Polyester gewähren einen höheren Sonnenschutz, sie transportieren deinen Schweiß ab und verhindern einen Hitzestau. Die im Textilbereich üblichen UPF-Angaben sind jedoch wenig zuverlässig, da sie an ungetragener, trockener und nicht gedehnter Kleidung ermittelt werden - ein Idealzustand, der auf dem Rad selten anzutreffen ist.
Es gibt sogar spezielle Sonnenschutzkleidung mit Sonnenschutzfaktor. Besser ist es daher, auf den UV-Standard 801 zu achten, der den gebrauchten und nassen Zustand berücksichtigt. Ein Beispiel dafür ist der Hersteller Hyphen Sports, der zahlreiche Kleidungsstücke mit UV-Schutz anbietet, zum Beispiel Armlinge für die beim Radfahren besonders der Sonne ausgesetzten Arme.
Ultraviolette Strahlung kann auch den Augen schaden. Deshalb solltest du immer eine Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen. Achtung: Preiswerte Modelle aus dem Drogerie- oder Supermarkt bieten oft nur einen Blendschutz, wodurch sich deine Pupillen weiten und noch mehr UV-Strahlen ins Auge gelangen können.
Eine hochwertige Sportbrille schützt zudem deine Augen vor UV-Strahlen. Brillen, die das Gesicht umschließen, bieten den besten Schutz. Polarisierende Gläser reduzieren die Blendung, zum Beispiel durch Wasser, Sand, Asphalt oder Schnee. Sie können während der Fahrt besser sehen und schützen Ihre Augen.
Weitere Tipps für den Sonnenschutz beim Radfahren
- Kopfbedeckung: Eine Kopfbedeckung unter dem Helm, wie ein dünnes Bandana oder eine Helmmütze, schützt die Kopfhaut vor Sonnenbrand. Auch unter den Lüftungsschlitzen des Helms kann die Sonne deine Haut schädigen.
- Flüssigkeitszufuhr: Denk daran, ausreichend zu trinken. Ein Flüssigkeitsmangel macht die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung.
- Zeitpunkt der Tour: Vermeide die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die UV-Strahlung am stärksten ist.
- Schatten suchen: Plane deine Route so, dass du möglichst viel im Schatten fährst.
Was tun bei Sonnenbrand?
Manchmal passiert es trotz Eincremens doch: du bekommst einen Sonnenbrand. Die erste Maßnahme lautet: ab in den Schatten! Bis der Sonnenbrand verschwunden ist, solltest du jegliche weitere Sonneneinstrahlung vermeiden. Außerdem tut Kühlung gut. Du kannst spezielle After-Sun-Produkte aus der Apotheke auftragen, feuchte Umschläge machen oder den Sonnenbrand mit Quark bestreichen. Sobald sich Blasen bilden, du Fieber bekommst oder dir übel wird, solltest du zum Arzt gehen.
Hautkrebsvorsorge
Der Hautarzt Dr. Martin Wurster empfiehlt folgende Maßnahmen zur Hautkrebs-Vorsorge. Denn wenn dieser früh erkannt wird, gibt es gute Heilungschancen:
- Eigenbeobachtung: Gibt es Leberflecken, die sich in Farbe, Form und Größe verändert haben oder verändern? Gibt es rote, trockene oder schuppende Stellen auf der Haut?
- Regelmäßig, aber spätestens alle 2 Jahre zur Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung. Die Krankenkassen bezahlen diese Untersuchung alle zwei Jahre.
Zusammenfassung
Mit dem richtigen Sonnenschutz können Sie unbeschwert Rad fahren und die Sonne genießen. Achten Sie auf eine wasserfeste Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, UV-schützende Kleidung und Brillen sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Vermeiden Sie die Mittagssonne und suchen Sie Schatten, wann immer möglich. So schützen Sie Ihre Haut vor Schäden und können Ihre Radtouren in vollen Zügen genießen.
Verwandte Beiträge:
- Sonnenschutz beim Radfahren: Tipps & Tricks für sonnige Touren
- Fahrradhelm mit Sonnenschutz für Glatze: Schutz & Komfort
- Fahrradhelm mit Sonnenschutz: Test & Kaufberatung für optimalen Schutz
- Kalkhoff Entice 5+ Advance Belt E-Bike Test – Das perfekte Alltagsrad mit Riemenantrieb entdecken!
- Laufrad Reifen Empfehlungen: So finden Sie die perfekten Reifen für maximale Sicherheit und Fahrspaß!
Kommentar schreiben