Spanische MotoGP-Fahrer: Eine Übersicht

Traditionell startet der große Europa-Block der Motorrad-Weltmeisterschaft in Jerez de la Frontera. Rund um die Rennaction geht ServusTV der Frage nach, wer unter den elf spanischen Jerez-Startern für die lokalen Fans der aktuell größte Held auf zwei Rädern ist. Mit Rang drei in Mugello hat Joan Mir für den 500. Podestplatz eines spanischen Fahrers in der Königsklasse gesorgt. In der Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft war Spanien hauptsächlich in den kleinen Klassen vertreten. So wurde beispielsweise Angel Nieto 13 Mal Weltmeister.

Die Anfänge und der Aufstieg Spaniens in der Königsklasse

In der 500er-Klasse stellten sich für Spanien erst ab den 1990er-Jahren Erfolge ein. Alex Criville sorgte in Malaysia 1992 für den ersten Podestplatz. Damals wurde er in Shah Alam nur von Mick Doohan und Wayne Rainey geschlagen. Im gleichen Jahr gelang Criville in Assen der erste Sieg. 1999 wurde er erster spanischer Weltmeister der Königsklasse. Immer mehr junge Fahrer drängten in die Motorrad-WM und es brach eine goldene Ära an. Seit dem Jahr 2010 gingen mit einer Ausnahme (Casey Stoner 2011, Australien) alle MotoGP-WM-Titel nach Spanien. Jorge Lorenzo (2010, 2012, 2015), Marc Marquez (2013, 2014, 2016, 2017, 2018, 2019) und Joan Mir (2020) verewigten ihre Namen auf dem wichtigsten Pokal.

Top-Fahrer und ihre Erfolge

Mit 114 Podestplätzen hat Lorenzo die meisten zur Zahl von 500 beigetragen. Die Nationenwertung führt Italien mit insgesamt 686 Podestplätzen in der Königsklasse an.

Die 500 Podestplätze spanischer Fahrer in der Königsklasse:

  • Jorge Lorenzo (114): 47 Siege, 44 zweite Plätze, 23 dritte Plätze
  • Dani Pedrosa (112): 31 Siege, 40 zweite Plätze, 41 dritte Plätze
  • Marc Marquez (95): 56 Siege, 29 zweite Plätze, 10 dritte Plätze
  • Alex Criville (51): 15 Siege, 16 zweite Plätze, 20 dritte Plätze
  • Sete Gibernau (30): 9 Siege, 14 zweite Plätze, 7 dritte Plätze
  • Maverick Vinales (27): 9 Siege, 6 zweite Plätze, 12 dritte Plätze
  • Carlos Checa (24): 2 Siege, 14 zweite Plätze, 8 dritte Plätze
  • Alex Rins (12): 3 Siege, 6 zweite Plätze, 3 dritte Plätze
  • Joan Mir (9) 1 Sieg, drei zweite Plätze, 5 dritte Plätze
  • Toni Elias (6): 1 Sieg, 3 zweite Plätze, 3 dritte Plätze
  • Pol Espargaro (6): 6 dritte Plätze
  • Alberto Puig (5): 1 Sieg, 4 dritte Plätze
  • Alvaro Bautista (3): 3 dritte Plätze
  • Alex Marquez (2): 2 zweite Plätze
  • Aleix Espargaro (1): 1 zweiter Platz
  • Joan Garriga (1): 1 dritter Platz
  • Ruben Xaus (1): 1 dritter Platz
  • Jorge Martin (1): 1 dritter Platz

Herausragende Persönlichkeiten und Legenden

Die "Hall of Fame" der Motorrad-Weltmeisterschaft besteht aus der Creme de la Creme des Motorrad-Rennsports. Einige der bemerkenswertesten spanischen Fahrer, die zu MotoGP-Legenden ernannt wurden, sind:

  • Alex Criville: Der 500er-Weltmeister des Jahres 1999 war von 1987 bis 2001 aktiv und brachte es auf insgesamt zwei Weltmeistertitel (1989 in der 125er-Klasse) und 20 Siege.
  • Jorge Lorenzo: Zweimal 250er-Weltmeister (2006, 2007) und dreimal MotoGP-Weltmeister (2010, 2012, 2015). Mit 68 Grand-Prix-Siegen ist Lorenzo einer der erfolgreichsten Fahrer der Geschichte.
  • Dani Pedrosa: Er ist der erfolgreichste Fahrer ohne MotoGP-Titel und beendete 2018 seine Karriere. Der "kleine Samurai" war ab 2001 mit dabei. Drei WM-Titel (zwei in der 250er- und einer in der 125er-Klasse) und 54 Siege gehen auf sein Konto.
  • Jorge Martinez: "Aspar" war der dominierende Pilot Ende der 1980er-Jahre in der 80er-Klasse. Von 1986 bis 1988 holte er dreimal den Titel, im letzten Jahr außerdem auch in der 125er-Klasse. Er war bis 1997 aktiv und gründete danach seinen eigenen Rennstall.
  • Angel Nieto: Der 12+1 Weltmeister ist nach Agostini der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten. Er war von 1964 bis 1986 im Rennsport aktiv und gewann 90 Rennen. Sieben seiner Titel sicherte er sich in der 125er-Klasse, sechs davon in der 50er-Klasse.

Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

ServusTV-Experte Stefan Bradl: „Ich sehe hauptsächlich Ducatis vorne. Mit seinem Rodeo-Ritt in die Rekordbücher avancierte Maverick Viñales in Texas zum ersten MotoGP-Fahrer mit Rennsiegen für drei verschiedene Hersteller - obwohl der Aprilia-Racer nach einem Katastrophenstart von der Pole Position auf Rang neun zurückgespult worden war.

ServusTV-Experte Stefan Bradl: „Maverick hat einen schwierigen, sensiblen Charakter. Er ist brutal schnell, wenn er vorne wegfahren und seinen Stiefel abspulen kann. Fast noch beeindruckter zeigt sich Bradl von Superrookie Pedro Acosta, der sein Portugal-Podium mit Platz zwei in Austin noch einmal toppte. „Über sein fahrerisches Talent müssen wir nicht reden. Er ist aber extrem locker drauf, zieht sein Ding durch und lässt sich auch nicht verrückt machen, wenn ein Marc Márquez an ihm vorbeifährt.

Jorge Martín absolvierte indessen sein bisher unauffälligstes Wochenende, der Pramac-Pilot baute mit den Plätzen drei im Sprint und vier im Rennen die WM-Führung aber trotzdem aus. „Jorge geht jetzt voll auf Angriff“, weiß der ServusTV-Experte. „Er gibt sich auch Richtung Werksteam ein bisschen vorlaut, was ja verständlich ist.

Marc Márquez wiederum kratzte an seinen achten Sieg am Circuit of the Americas, rutschte mit Problemen an der Vorderradbremse in Führung liegend aber von der Strecke. „Er hat gewusst, dass einiges möglich ist. Und das Podium reicht ihm halt nicht“, analysiert Bradl. „Jetzt sitzt er aber auf dem richtigen Material und riecht, wie es da vorne zugeht.“ Der Wechsel zu Gresini sei jedenfalls die richtige Entscheidung gewesen.

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