Spezialisiertes Aero Rennrad im Test: Die Königsdisziplin der Geschwindigkeit

Der Blick in einen gut sortierten Fahrradladen oder Online-Shop kann für Rennrad-Neulinge durchaus einschüchternd sein. Eine schier endlose Vielfalt an Modellen, Marken und Ausstattungsvarianten präsentiert sich interessierten Käufern. Von schnittig geformten Carbonrahmen über robuste Aluminiummodelle bis hin zu klassischen Stahlrennern ist alles vertreten. Zwischen dem klassischen Straßenrenner und dem Abenteuer-Geländeflitzer gibt es eine Vielzahl an Unter- und Zwischenkategorien, die optimal auf bestimmte Fahrertypen oder Nutzungsarten abgestimmt sein sollen, und nicht immer erklären sich ihre Bezeichnungen von selbst. Vom Einsatzzweck über die Komponenten bis hin zur richtigen Passform und Rahmengröße gibt es vieles zu beachten, damit die Kaufentscheidung nicht zum frustrierenden Fehler wird.

In unserem Guide zum passenden Rennrad ordnen wir die gängigen Kategorien ein und beschreiben, was sie ausmacht. Außerdem geben wir Tipps zu den wichtigsten Fragen rund um die Kaufentscheidung. Die obligatorische Probefahrt kann das zwar nicht ersetzen, denn bei einem neuen Rennrad sollten Sie auch auf ein gutes Bauchgefühl vertrauen. Eine gute Vorbereitung allerdings schadet nicht.

Rennradtypen im Vergleich: Die wichtigsten Infos zu den verschiedenen Modellen

Triathlonbikes

Spezialisten im Kampf gegen die Uhr. Der Liegelenker braucht Übung, die Sitzposition Training: Für Freizeitsportler ist diese Gattung höchstens zur Teilnahme an Triathlons oder für die Spezialisierung auf Hobby-Zeitfahren interessant. Gute Aerodynamik ist oberste Prämisse, wenig Gewicht und viel Komfort sind untergeordnete Kriterien. Wegen der hohen Entwicklungskosten, geringen Stückzahlen und seltenen Komponenten oft verhältnismäßig teuer. Nur bei sehr breit aufgestellten großen Herstellern gibt es auch Angebote in mittleren Preisklassen, das heißt, ab etwa 5000 Euro.

Aero-Rennrad

Straßenrenner für flache bis hügelige Strecken. Die Sitzposition ist betont gestreckt, die Übersetzungen sind eng abgestuft und selten bergtauglich. Systemintegration ist verbreitet: Lenker-Vorbau-Kombis und aerodynamische Sattelstützen sind Standard. Der Fokus beim Rahmen liegt auf bester Aerodynamik, weshalb konsequente Modelle schwerer sind als Allrounder und sich relativ hart fahren. Der Trend geht zu vielseitigen Konstruktionen, die alle Kriterien gut bedienen können (z. B. Giant Propel, Canyon Aeroad, Scott Foil) und deshalb nicht nur bei Profi-Rennfahrern erste und einzige Wahl aus dem Portfolio sind.

Wettkampf-Allrounder

Symbiose aus Leichtbau- und Aero-Rennrad: Weil die Konzeption verschiedener Modelle für unterschiedliche Streckenprofile kompliziert ist und mitunter (im Profisport) zu Fehlentscheidungen führt, setzen einige Hersteller auf nur noch ein Modell für alle (Wettkampf-)Ansprüche. Das soll gute Aerodynamik und geringes Gewicht möglichst gut ausbalancieren, dazu komfortabel sein. Technisch liegen die Allrounder oft näher an der Aero- als an der Leichtbau-Kategorie, wiegen (als Top-Version) aber unter sieben Kilogramm. Auch manche dezidierte Aero-Räder erfüllen diese Ansprüche vergleichbar gut.

Wettkampf-Leichtbau

Das Rad für sportliche Kletterspezialisten. Rahmen und Komponenten sind auf möglichst geringes Gewicht getrimmt. Meist bieten die Räder auch deutlich besseren Komfort als das Aero-Modell des gleichen Herstellers. Die Geometrien ergeben eine minimal weniger gestreckte Sitzposition, das Fahrverhalten ist etwas wendiger oder nervöser. Gute Aerodynamik ist nachrangig, aber nicht unwichtig: Fast ausnahmslos bieten die Räder auch angedeutete Aero-Profile, in den teureren Varianten auch hohe Carbonfelgen und windschnittige Lenkereinheiten.

Endurance-Rennrad

Die beliebteste Kategorie für Hobbyradsportler: Die Übersetzungen sind tourentauglich, die Reifen breiter, der Federkomfort höher und die Sitzposition entspannter als auf den Rennboliden. Die Streuung der Geometrien ist breit: Vereinzelt gibt es rennmäßige Modelle, andere fallen extrem aufrecht aus. Aero-Features spielen kaum eine Rolle, Systemintegration bei hochpreisigen Modellen schon, in der Regel sind die Räder aber wartungsfreundlicher als Rennmaschinen. Viele Modelle bieten Befestigungsmöglichkeiten für Schutzbleche oder kleine Taschen.

Allroadbike

Wie der Name suggeriert, sollen die Rennräder für alle Straßen taugen, also auch unbefestigte Wege. Die Kategorie ist am wenigsten klar definiert, die Modelle changieren zwischen Endurance- und Gravelbike. Sonst stehen sie dem Endurance-Rennrad sehr nahe: Schutzblech- und Taschenösen bieten die meisten Modelle. Spezialisierte Modelle bieten einen etwas längeren Radstand und sicheren Geradeauslauf, sie fahren sich weniger wendig als ein Straßenrennrad.

Gravelbike

Das typische Gravelbike erweitert die Möglichkeiten des Endurance-Renners - mit deutlich breiteren Reifen, um Komfort und Grip im Gelände zu verbessern. Wie auf dem Endurance-Renner sitzt man eher gemütlich, gut gemachte Modelle bieten viel Federkomfort. Die Getriebe bringen auch Einsteiger über die Berge, deutliche Untersetzungen sind die Regel. Häufig finden sich Befestigungspunkte für Schutzbleche und Gepäck, mitunter auch kleine Staufächer im Rahmen.

Cyclocross

Die einst sehr populäre Gattung rutschte mit dem Aufkommen des Gravelbikes in die Nische, heute ist sie ausschließlich ein Thema für Wettkämpfe. Den klassischen Crosser unterscheidet vom Gravelbike die gestreckte, rennmäßige Sitzposition, das extrem kurvenfreudige Fahrverhalten und der hohe Schwerpunkt mit erhöhtem Tretlager. Die Reifen sind per Reglement auf höchstens 33 Millimeter Breite beschränkt, aber für weiche Untergründe meist stark profiliert. Schmal ist auch das Übersetzungsband, das dafür eng abgestuft ist - leichte Berggänge und schnelle Übersetzungen fehlen.

Rennradtypen im Vergleich: Wichtig sind die Reifen

Die erste Frage, die Sie sich beim Radkauf stellen sollten: Wo will ich damit überwiegend fahren? Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Kategorien ist die Reifenbreite, die auf den Untergrund abgestimmt ist: Für Wettkämpfe auf guten Straßen haben sich 28 Millimeter etabliert; für Touren 30 bis 32 Millimeter. Damit lassen sich schon glatte Feldwege unter die Räder nehmen. Mit noch breiteren Reifen, ab ca. 40 Millimeter auch mit ausgeprägtem Profil, wird das Rad geländetauglich. In gewissen Grenzen lässt sich ein Rad mit anderen Reifen an andere Gegebenheiten anpassen; entscheidend ist, was durch Rahmen und Gabel passt. Allerdings verändert sich mit stark variierender Reifenbreite auch das Fahrverhalten.

Sitzposition und Geometrie

Der Einsatzzweck bestimmt Sitzposition und Fahrverhalten eines Rades. Räder für Wettkämpfe haben tendenziell eine gestreckte, aerodynamische Sitzposition mit tiefem Lenker. Auf tourentauglichen Exemplaren sitzt es sich etwas entspannter, also aufrechter. Nicht immer passt das zu den eigenen Körpermaßen: Langbeiner können auch auf Endurance-Rennern sportlich sitzen, für Sitzriesen kann eine Race-Geometrie bequem sein. Das klassische Straßenrennrad zeigt außerdem ein sehr wendiges Fahrverhalten, es reagiert sensibel auf Lenkbefehle, was Übung erfordert. Endurance-Renner laufen ruhiger geradeaus, Gravelbikes sogar sehr ausgeprägt, um sicher im Gelände fahren zu können.

Unterschiedliche Übersetzungen

Je nach Kategorie ist auch das Getriebe an Bedürfnisse und Anforderungen angepasst. Während Rennmaschinen etwas größer übersetzt sind und leichte Berggänge oft fehlen, lassen Endurance-Bikes etwas weniger Maximalspeed zu. Dafür sind die kleinen Gänge leichter übersetzt und erlauben es auch weniger gut trainierten Fahrern, lange und steile Anstiege mit Spaß zu erklimmen. Kettenblatt- und Ritzelgrößen können mit wenig Aufwand angepasst werden. Als Faustregel gilt: Eine 1:1-Übersetzung sollte es für Hobbyfahrer im kleinsten Gang sein, besser ist eine leichte Untersetzung. Deutlich zu den leichten Gängen verschoben ist das Spektrum bei Gravelbikes, weil das Geschwindigkeitsniveau auf Schotter niedriger ist. Hier sind Untersetzungen die Regel, dafür fehlen Gänge, die das Mittreten ab 40 km/h noch erlauben.

Integrierte Bauteile

Integration ist der neueste große Trend bei Aero-Bikes. Der Schlüssel dazu ist die Kabelverlegung. Die elegantesten Aero-Bikes halten die Schalt- und Bremszüge so lange wie möglich versteckt, indem sie durch den Lenker, den Vorbau und den Rahmen verlegt werden, bevor sie in der Nähe ihrer Partnerkomponenten, meist auf der Rückseite der Rohre, auftauchen.

Zusätzliche Features

Auch eng anliegende Kleidung und ein Aerohelm können einen großen Unterschied machen. Die Vorteile sind vielleicht nicht so groß wie die Veränderung deiner Position.

Die besten Aero-Bikes im Test

Specialized Tarmac

Wie kaum ein anderes Rad verkörpert das Specialized Tarmac den Spagat zwischen Aerodynamik und Leichtbau. Es ist leicht genug, um rennfertig punktgenau bei 6,8 Kilogramm zu landen - dem Mindestgewicht für Rennräder nach UCI-Reglement. An dieser Grenze reizten die Entwickler die Aerodynamik aus; nach TOUR-Messungen kann es mit vielen Aero-Boliden anderer Hersteller mithalten. In unserem Benotungssystem gehört es aktuell in der teuersten Variante zu den besten Allroundern.

Scott Addict RC

Brandneu und schon ein Meilenstein: Das Scott Addict RC ist das leichteste derzeit erhältliche Serienrad, in der Top-Version wiegt es atemberaubende 5,9 Kilogramm.

Giant Propel Advanced Pro 0

Mit der Top-Version Advanced SL des aktuellen Propel gelang Giant ein Kunststück, wie es derzeit nur wenige Rennräder hinbekommen: Das Arbeitsgerät der Profis des Teams Jayco AlUla ist vergleichsweise schnell, sehr leicht, kritiklos steif und angemessen komfortabel.

Cervélo S5

Das Cervélo S5 ist ein High-End Aero-Rennrad, das für ambitionierte Fahrer entwickelt wurde, die Wert auf Geschwindigkeit und aerodynamische Effizienz legen. Das S5 hat nur eine Aufgabe - vor allen anderen die Ziellinie zu erreichen.

Trek Madone SLR 7

Das Trek Madone SLR 7 gilt als eines der herausragendsten Aero-Rennräder auf dem Markt. Ein zentrales Merkmal des Madone SLR 7 ist das IsoFlow-System. Diese auffällige Aussparung im Sitzrohr reduziert nicht nur das Gewicht, sondern optimiert auch den Luftstrom, wodurch der Luftwiderstand minimiert wird.

Wilier Triestina Filante SLR

Das Wilier Triestina Filante SLR überzeugt als ein hochmodernes Aero-Rennrad, das Geschwindigkeit, Effizienz und Eleganz auf einzigartige Weise vereint. Mit seinem ultraleichten und aerodynamisch optimierten Carbonrahmen bietet es ein herausragendes Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht, wodurch selbst bei hohem Tempo maximale Stabilität gewährleistet ist.

BMC Roadmachine Four

Die BMC Roadmachine Four ist ein vielseitiges Endurance-Rennrad, das Komfort und Performance für lange Streckenfahrten vereint. Der leichte Carbonrahmen mit integriertem Cockpit und interner Kabelführung sorgt für eine aufgeräumte Optik und verbessert die Aerodynamik.

Vitus Venon EVO

Das Vitus Venon Evo ist ein echtes Multitalent. Mit einer Reifenfreiheit von bis zu 45 mm bietet es die Möglichkeit, auch abseits der Straße zu fahren. Der Carbonrahmen wiegt weniger als 1 kg und bietet eine hohe Flexibilität.

Rose Reveal AL

Das Rose Reveal AL ist ein herausragendes Einsteiger-Rennrad, das durch seine hochwertige Verarbeitung, komfortable Geometrie und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis besticht. Der Aluminiumrahmen mit verschliffenen Schweißnähten und interner Zugführung verleiht dem Rad eine edle Optik, die an teurere Carbon-Modelle erinnert.

Pinarello Dogma

Das Pinarello Dogma ist mehr als nur ein Fahrrad; es ist ein Traum auf zwei Rädern. Es mag teuer sein, aber manchmal sind Träume jeden Cent wert.

Scott Foil

Das Scott Foil ist ein Aero-Rennrad, das in Sachen Geschwindigkeit und Design punktet. Es ist ideal für Fahrer, die ein schnelles und gleichzeitig gut aussehendes Rad suchen.

Canyon Aeroad CF SLX

Merida Reacto Disc Limited

Faktor One

Bianchi Oltre XR4

Tifosi Auriga

Das Auriga ist das erste Aero-Bike der britischen Marke Tifosi.

Die Wahl des richtigen Aero-Rennrads

Die Wahl des besten Rennrads ist eine Kombination aus persönlichen Vorlieben, dem beabsichtigten Verwendungszweck und natürlich dem Budget. Die Frage, wie viel man für ein Rennrad ausgeben sollte, ist nicht einfach zu beantworten, da sie von verschiedenen Faktoren abhängt. Diese reichen von deinem Budget und deinen fahrerischen Zielen bis hin zu deinem technischen Verständnis und deinen ästhetischen Vorlieben.

Rennräder gibt es in verschiedenen Preisklassen, die sich in der Regel nach den verwendeten Materialien und den technischen Spezifikationen richten. Einsteigermodelle aus Aluminium mit grundlegenden Komponenten können bereits für wenige hundert Euro erhältlich sein. Mittelklasse-Rennräder bewegen sich oft im Bereich von 1.500 bis 3.000 Euro und bieten bereits hochwertige Komponenten und Rahmen aus Carbon oder hochwertigem Aluminium. High-End-Modelle können leicht 5.000 Euro oder mehr kosten. Diese Räder sind oft aus den neuesten Materialien gefertigt und mit den besten Komponenten ausgestattet, die der Markt zu bieten hat.

Giant Propel Advanced Pro 0: Infos & Test-Note

Eigenschaft Wert
Preis 6499 Euro
Gewicht Komplettrad 7,6 Kilo
Rahmengrößen S, M, ML, L, XL
TOUR-Note 2,1

Geometrie

  • Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 543/565/156 Millimeter
  • Stack/Reach/STR: 573/388 Millimeter/1,48
  • Stack+/Reach+/STR+: 617/593 Millimeter/1,04
  • Radstand/Nachlauf: 990/57 Millimeter

Ausstattung

  • Antrieb/Schaltung: Shimano Ultegra (2x12; 52/36, 11-30 Z.; PM)
  • Bremsen: Shimano Ultegra (160/140 mm)
  • Reifen: Cadex Race TL 25 mm (eff.: 28 mm)
  • Laufräder: Giant SLR 1 50

Messwerte

  • Gewicht Komplettrad: 7590 Gramm
  • Aerodynamik: 216 Watt
  • Fahrstabilität: 8,9 N/mm
  • Komfort Heck: 169 N/mm
  • Komfort Front: 96 N/mm
  • Antritt/Tretlagersteifigkeit: 63 N/mm

Vor- und Nachteile

  • Plus: unkomplizierte Ausstattung, Powermeter serienmäßig
  • Minus: -

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