Die US-Marke Specialized verbindet man eigentlich mit leichten, schnellen und eher rein muskelbetriebenen Rädern. Doch es geht auch anders, wie das Pendler- und Touren-Pedelec Turbo Como 5.0 IGH zeigt.
Specialized Turbo Vado 5.0 IGH: Komfort und Vielseitigkeit im Fokus
Den Fokus auf Vielseitigkeit gesetzt, sollen sich die Fahreigenschaften des Specialized Turbo Vado 5.0 IGH auf allerhöchster Komfortebene bewegen. Das Außergewöhnliche: E-Bike, Motor und Ausstattung sind vom ersten Schritt der Entwicklung an aufeinander abgestimmt, was in eine quasi komplett selbst „mitdenkende“ Antriebseinheit vom hauseigenen drehmomentstarken 2.2.-Motor und automatischer wie stufenloser Enviolo-Nabenschaltung mündet.
Einfacher Aufstieg, bequemer Sattel, gut in der Hand liegender Lenker: vom Start weg genießen wir hohen Cockpit-Komfort und die Zugstärke des Speci-Motors. 90 Newtonmeter sind eine Ansage und Einladung, auch vor Steilstücken nicht zurückzuschrecken. Der Fahrfluss ist einzigartig, weil Enviolos Automatiq Pro maximal unscheinbar schaltet und sich sehr zielgenau auf wechselndes Tempo und Topografie anpasst. Ebenfalls genial: Das auf die Pedalierleistung reagierende interne Steuergerät, wonach auch die Unterstützung automatisiert erfolgt und ein sehr natürliches Fahrgefühl erzeugt. Breite und satt aufliegende Feinstollen-Pneus spenden viel Kurvensicherheit und begünstigen zügiges Vorankommen auf Asphalt.
Specialized Turbo Como 5.0 IGH: Das Tiefeinsteiger-E-Bike im Detail
Das Turbo Como in der schicken Lackierung Red Tint/Silver Reflective ist ein klassisches "Damenrad" für beide Geschlechter, ein sehr tiefer und damit ohne große Verrenkungen zu erklimmender Tiefeinsteiger. Das ist nicht jedermanns Geschmack, was die Optik betrifft. Aber die Vorteile dieser Rahmenform gerade im hektischen Stadtverkehr oder bei kurzen Zwischenstopps sind unbestreitbar - auch für Radelnde, die ihr Bein beim Aufsteigen noch locker über den Sattel schwingen könnten.
Das dicke Unterrohr mit dem integrierten, nach unten etwas mühsam herausnehmbaren 710-Wattstunden-Akku signalisiert beim ersten Blick: Hier kommt ein Pedelec. Das Unterrohr geht nahtlos und fein geschliffen in den Rahmen über, der den hauseigenen 2.2-Motor und die komplette Elektronik beherbergt. Einen ganz eigenen Akzent setzen die Amerikaner mit ihrem Lenker, der so etwas wie eine moderne Version des gebogenen Hollandrad-Lenkers darstellt und sich auch beim Fahren so anfühlt. Das sieht speziell aus, erinnert ein bisschen an die Form eines Büffelhorns und ist designtechnisch durchaus gelungen.
Lediglich zwei Bremshebel und links noch eine Mini-Bedienung für den E-Antrieb gibt es am Lenker, dazu mittig die vom Hersteller vollmundig Mastermind-Display genannte Anzeige für Tempo, Akkustand und diverse sonstige Daten.
Wie gut funktioniert die Automatik?
Das Fehlen der Schalt-Paddles erklärt sich durch das IGH im Namen des Pedelecs. Das Kürzel steht nämlich für Internal Gear Hub, die automatisch arbeitende stufenlose Getriebenabenschaltung von enviolo. Die übernimmt, kombiniert mit einem Karbonriemen statt der üblichen Kette, die Gangabstimmung selbstständig in Abhängigkeit von Tempo, Trittfrequenz und -stärke und sogar vom Neigungsgrad des Bikes.
Das ist für eingefleischte Kettenschalter erst einmal gewöhnungsbedürftig, stellt sich beim Stop-and-Go auf dem städtischen Radweg aber als angenehm heraus. Durch einen Knopf am Bedienknubbel lässt sich die Übersetzung der jeweiligen Fahrsituation anpassen, und das gleich in sieben Stufen zwischen "fastest" und "lowest". Ersteres ist die schnelle Trittfrequenz für steile Anstiege, wie der kleinste Gang einer Kettenschaltung. Und Zweiteres steht für gemütliches, langsames Treten bei hohem Tempo, entspricht also dem größten Kettenschaltungsgang. Die anderen Übersetzungsmöglichkeiten liegen fein abgestuft dazwischen.
Wer meist in der Ebene unterwegs ist und deshalb selten die Frequenz an wechselnde topografische Umstände anpassen muss, ist mit dieser Schaltung sicher gut bedient. Einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterließ die Automatik bei Testfahrten im hügeligen Oberbayern. Dank des maximalen Drehmoments von 90 Newtonmeter (Nm) verwandelt er stets sehr leise auch steile Anstiege in dezent pulssteigernde Zwischenetappen. Die Steuerung seiner Kraftentfaltung ist in Kombination mit der Automatik sehr harmonisch.
Insgesamt dürften auch Pedelec-Anfänger mit dem Como-Antrieb auf Anhieb zurechtkommen. Specialized gibt die Reichweite mit "bis 100 Kilometer" im Eco-Modus an. Wer mehr Kraft braucht und Anstiege zu bewältigen hat, kann mit 60 bis 70 Kilometern kalkulieren.
Komfort und Ausstattung des Turbo Como 5.0 IGH
Das Fahren mit dem Turbo Como 5.0 IGH ist sehr komfortabel. Dafür sorgen die Rockshox-Vordergabel mit 80 Millimetern Federweg und die Sattelstütze, die bis zu 40 Millimeter wegfedern kann. Außerdem filtern schon die sehr leise laufenden und voluminösen Pathfinder-Sport-Reflect-Reifen ziemlich viele Straßenunebenheiten weg.
Der Gelsattel passt gut zur rückwärtigen menschlichen Anatomie und ermöglicht lange Ausritte, die Ergon-Lenkergriffe runden das Wellness-Angebot auf Rädern ab. Einen auf bis zu 27 Kilo ausgelegten Gepäckträger liefert Specialized serienmäßig mit, dazu vorn sehr lang hinuntergezogene Alu-Schutzbleche. Ein schwarzes Kästchen unter dem Rücklicht detektiert von hinten herannahende Fahrzeuge ab einer Entfernung von 140 Metern, sie werden durch einen Piepston und einen von unten nach oben wandernen Kreis im Display angezeigt. Nach dem Überholen wird mit einem Doppel-Pieps angezeigt, dass die Luft nach hinten rein ist.
Specialized Turbo Vado SL: Das leichte E-Bike für Pendler und Sportler
Am 2023er Specialized Turbo Vado SL 5.0 EQ gibt es einige Neuerungen. Seiner Idee bleibt das Bike aber treu: Reduzierte Motorleistung, kleiner Akku, sportliche Sitzposition, geringes Gewicht, das alles bei möglichst großem Alltagsnutzen.
Die Sitzposition ist recht sportlich, der Sattel tourenfreundlich straff. Am Flatbar-Lenker sorgen die Flossengriffe für komfortablen Halt. Der kleine Gepäckträger schultert 15 Kilogramm. Nicht gerade viel für große Reisen, aber ausreichend für Tagestouren oder die Arbeitstasche. Hier lohnt sich klar ein Blick auf die Fahrleistungen ohne Motor. Denn das SL fährt sich wie ein klassisches Trekkingrad. Dank der weit gespreizten 1×12-Gänge-Kettenschaltung erklimmt es auch ohne E-Schub ordentliche Hänge.
Beim 35-Nm-Motor steht Unterstützung und nicht brachialer Schub im Fokus. Er unterstreicht das natürliche Fahrverhalten, in dem er dann etwas Kraft dazu gibt, wenn sie gebraucht wird. Daher vermissen wir eine Federgabel ganz und gar nicht. Die Bremsen arbeiten präzise und kraftvoll.
Das Specialized Turbo Vado SL 5.0 EQ ist ein nahezu perfektes Pendlerrad. Leicht, agil, sportlich, schnell.
Komfort durch Ergonomie & Innovation
Aufsteigen und wohlfühlen: Wie von einem amerikanischen Anbieter erwartet, der sich Ergonomie groß auf die Fahnen geschrieben hat, ist hier alles am passenden Platz; der sportlich-bequeme Lenker liegt gut in der Hand, die Sitzhaltung ist entspannt, aber leicht gestreckt. Selbst das Mini-Bedienfeld für die Motorunterstützung am linken Griff verwöhnt den Daumen. Der dazugehörige Specialized-Motor, unter zwei Kilo schwer, schiebt sanft und sehr natürlich, aber auch deutlich hörbar an.
Auch er ist nicht auf Kraft, sondern auf Effizienz hin optimiert und liefert zuverlässig Unterstützung fast über das ganze Drehzahlband. Auch 36 Newtonmeter Drehmoment hören sich eher wenig an, durch die harmonische Steuerung kommt beim Fahrer aber die Kraft an, die er braucht.
Das Unterrohr beherbergt wie bei den anderen Testrädern den Akku, der hier 320 Wattstunden Kapazität bietet. Das SL ist vor allem ein flinkes, schön und komfortabel zu fahrendes Rad. Das liegt außer am geringen Gewicht und den ausgeglichenen Fahreigenschaften auch an einem Detail namens Future Shock: ein in den Vorbau integriertes Federungssystem, das dem Fahrer 20 Millimeter Komfort spendiert und damit tatsächlich auch grobem Kopfsteinpflaster seine Schrecken nimmt.
Um die Direktheit der Lenkung muss man sich dabei keine Sorgen machen, das Rad macht lediglich den Eindruck, auf schlechtem Terrain weicher um die Kurve zu gleiten. Anders als die Federgabel verändert der Future Shock die Geometrie des Rads nicht.
Pendel-Pedelec mit Lust auf Pedalieren
Angenehm ausbalanciert ist das Specialized Turbo Vado SL sowieso. Auch hier gilt: Das echte Fahrradfeeling ist sowohl beim Pedalieren wie auch beim Handling immer dabei. Auf dem bis 15 Kilogramm zugelassenen Träger passt die Bürotasche oder der kleine Einkauf in der Gepäcktasche. Dank vollwertiger Straßenausstattung mit Radschützern und zuverlässig arbeitender Beleuchtung von Lezyne ist das E-Bike bestens als Alltags-Pendlerbike einsetzbar. Aber auch auf der Tagestour ist es bestens besetzt.
Das Specialized Turbo Vado SL ist für Menschen, die den Motor nicht die ganze Arbeit machen lassen wollen. Es ist ein sehr angenehm zu fahrendes Pendler- und Sportrad mit spielerischem Handling und etwas stark hörbarer, aber sehr harmonischer Unterstützung, die effizient arbeitet.
Specialized Turbo Vado SL 5.0 EQ: Details & Preis
- Preis: 4500 Euro
- Rahmengrößen: S, M, L, XL
- Gewicht Testrad: 17 kg
- Zulässiges Gesamtgewicht: 115 kg
- Rahmen: Aluminium
- Gabel: Carbon
Leichte E-Mountainbikes: Ein Trend im Wandel
Lange Zeit drehte sich beim E-Bike fast alles um das Thema Reichweite. Kaum jemand fragte: Wie schwer ist ein E-Bike? Die 20 bis 28 Kilo eines herkömmlichen E-Bikes erschienen unwichtig. Gerade aber liegen super leichte E-Bikes im Trend und die Frage, welches ist das leichteste E-Bike, rückt in den Fokus.
Ein E-Bike ist kein Leichtgewicht - damit hatte man sich in den letzten Jahren abgefunden. Ein E-Bike bis 20 Kilo Gewicht wie das Canyon Roadlite:ON 8 war beinahe unvorstellbar, die meisten Modelle waren und sind deutlich schwerer. Zum einen bringen die Komponenten des Antriebs Zusatzgewicht ans Rad. Der Motor, der Akku, Sensoren, Display und Kabel - sie alle tragen ihren Teil zum höheren Gewicht bei.
Das Thema Reichweite wird oft groß geschrieben, als Konsequenz ist die Kapazität der Akkus in den letzten Jahren immer weiter gewachsen und mit ihr das Gewicht der Batterien. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Carbon-E-Bike wie das Rennrad Trek Domane+ SLR 9 oder ein Aluminium-E-Bike handelt.
Die Größe des Akkus hat enormen Einfluss auf das Gewicht eines E-Bikes, nicht unerheblich sind auch die Art und Größe des Motors und damit seine Leistungsfähigkeit. Sind das Drehmoment und die Leistung des Motors geringer, kann die Kapazität des Akkus weniger groß ausfallen und damit sinkt automatisch dessen Gewicht . Die Kategorie des Bikes hat ebenfalls Einfluss auf dessen Gewicht. So sind an einem schlanken Urban-E-Bike leichtere Komponenten montiert als an einem E-Mountainbike.
Keine Mini-E-Bikes, wie das Cube Compact Sport Hybrid, sondern leichte E-Bikes in herkömmlicher Dimension. Ein leichtes E-Bike für Damen, das unter 20 kg wiegt, wie das Ampler Juno, bietet dieselben Vorteile. Auch bei E-Bikes für Herren spielt das Gewicht eine Rolle.
Ein geringeres Gewicht spielt jedoch nicht nur bei der Handhabung generell eine Rolle, sondern es nähert das Fahrverhalten des E-Bike dem eines „normalen“ Fahrrads an. Das ist nicht zuletzt sportlichen Fahrern willkommen, ob am Gravelbike, am Rennrad oder am Mountainbike.
Je hochwertiger ausgestattet, desto teurer. Neben den bereits genannten sportlichen und stylischen E-Bikes sollen auch Klappräder möglichst leicht sein. Klar, denn sie sollen gut zu transportieren sein und da ist es hochwillkommen, wenn ein E-Bike Klapprad wie das Woscat C1 unter 20 kg wiegt.
Specialized Kenevo SL: Das leichte E-MTB im Test
Reduziertes Gewicht, reduzierter Akku, reduzierte Motorenleistung - so wie z.B. beim Specialized Kenevo SL mit eindrücklichen 170 mm Federweg. Man muss schon mehrmals hinschauen, um das Specialized Kenevo SL als e-Bike zu entlarven. Aber auch sonst hat es ein sehr cleanes und schlankes Erscheinungsbild. Über die richtige Farbe für ein Bike lässt sich immer streiten, aber für das auffällige Coral habe ich unterwegs viele Komplimente eingeheimst. Specialized nennt die Farbe klangvoll “gloss blaze”, was übersetzt so viel bedeutet wie “glänzende Flamme” - ziemlich vielversprechend für ein Enduro Mountainbike.
Die Specs sind stimmig und machen in der Kombination Sinn. Auch das Fahrwerk ist top und funktioniert ausgezeichnet mit dem Umlenksystem von Specialized. Der ganze Antrieb, die Gabel und der Dämpfer sind eher in der Mittelklasse angesiedelt. Dies hat uns aber im Dauertest nur wenig gestört.
Gerade auf verblockten Trails brilliert der Motor mit einem sensiblen Ansprechverhalten. Die Kraft steht beim Druck aufs Pedal sofort zur Verfügung. Demgegenüber ist der leichte Nachlauf des Motors für Fahranfänger eher gewöhnungsbedürftig. Fortgeschrittene profitieren davon jedoch in schwierigen Passagen. Wer zu leicht tritt bzw. zu wenig Druck aufs Pedal gibt, riskiert, dass die Unterstützung teils abbricht. Die Modi können einfach über den haptisch angenehmen und intuitiv bedienbaren Modeselektor-Schalter am Lenker bedient werden.
Die verfügbare Akkukapazität von 320 Wh reicht wohl für die meisten Einsatzbereiche und für ca. 30 - 50 km aus. Die maximalen 35 Nm sind für sportliche Fahrer ausreichend und garantieren im Zusammenhang mit dem geringen Gewicht eine Menge Fahrspaß. Wer an die bis zu 90 Nm gewöhnt ist, welche viele andere e-MTBs heutzutage mitbringen, der sollte das Specialized Kenevo SL unbedingt vorher testen und zur Probe fahren.
Auf dem Trail fühlt sich das Specialized Turbo Kenevo SL extrem agil an. In Kurven fährt es sich sehr präzise. Man merkt kaum, dass da ein Motor bei Bedarf mit unterstützen kann. Dank des eher langen Radstands und des tiefen Schwerpunkts wirkt das Spezialized auf langen Abfahrten sehr laufruhig.
Leichte E-Bikes im Vergleich: Daten und Fakten
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über einige der genannten leichten E-Bikes und ihre wichtigsten Merkmale:
| Modell | Gewicht (ca.) | Motor | Akkukapazität | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Specialized Turbo Vado SL 5.0 EQ | 17 kg | Specialized SL 1.1 | 320 Wh | Future Shock Federung, leichtes Handling |
| Specialized Kenevo SL | N/A | Specialized SL | 320 Wh | 170 mm Federweg, agiles Fahrverhalten |
| Canyon Roadlite:ON 8 | Unter 20 kg | N/A | N/A | Leichtes Urban E-Bike |
Diese Tabelle soll Ihnen helfen, die verschiedenen Modelle besser zu vergleichen und das passende E-Bike für Ihre Bedürfnisse zu finden.
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