Wer bei Specialized auf der Suche nach XC-Speed ist, hat nun die Auswahl aus vier unterschiedlichen Modellen: die drei Fullys Epic World Cup, Epic und Epic EVO sowie das Epic Hardtail.
Der US-amerikanische Mountainbike Hersteller Specialized enthüllt sein neues Race Bike: das Epic Carbon Hardtail. Hier finden Sie alle Infos sowie unseren ersten Testeindruck.
Das neue Specialized Epic Hardtail
Am neuen Epic Carbon Hardtail wurde ordentlich Hand angelegt und nahezu kein Detail unberührt gelassen. Das Rahmendesign hinsichtlich der Rohrformgebung und dem Carbon Layup wurde gemeinsam mit Peter Denk von Denk Engineering aus Freiburg, Deutschland, erarbeitet. Ziel war es, einen absolut modern geschnittenen XC Hardtail Mountainbike Rahmen mit geringstem Gewicht, guten Komforteigenschaften und klasse Handling zu entwickeln.
Brian Gordon, Rennfahrer und XC MTB Product Manager bei Specialized USA, stellt uns zusammen mit Peter Denk von Denk Engineering aus Freiburg, Deutschland, das brandneu entwickelte Epic Carbon Hardtail vor. Rund zwei Jahre Entwicklungszeit sind in das Projekt geflossen, bis alle Erwartungen und Ziele erfüllt wurden. Peter Denk arbeitet nun schon seit rund 5 Jahren eng mit Specialized zusammen und bringt seine Expertise in der Carbon- und Leichtgewichtskonstruktion ein, um gemeinsam unterschiedlichste Projekte zu realisieren, wie eben auch das Epic HT.
Geometrie und Design
Von Jahr zu Jahr werden die XC- und Marathon-Rennkurse technisch schwieriger und anspruchsvoller. So ist es wenig verwunderlich, dass Specialized dem neuen Epic Carbon Mountainbike unter anderem ein großzügiges Geometrie Update verpasst. Der Lenkwinkel wurde auf 68,5 Grad abgeflacht und der Gabel-Offset verkürzt, um den Radstand dennoch kompakt zu halten. Hingegen ist der Reach angewachsen und mit kürzeren Vorbauten von 60 bis 75 Millimeter (je nach Rahmengröße) kombiniert.
Zudem wurde die Reifenfreiheit am Hinterbau erhöht, um auch voluminösere Pneus bis zu 2,4 Zoll fahren zu können. Der Sattelstützen Durchmesser beträgt nun 30,9 Millimeter, was eine vielfältigere Auswahl an Variostützen ermöglicht, die wiederum bergab mehr Fahrsicherheit gegenüber bietet.
Gewicht und Materialien
Stolz präsentiert uns Brain Gordon das Rahmengewicht des neuen Epic HT Carbon-Rahmen von nur 760 Gramm in der S-Works Ausführung (Rahmengröße Medium), hergestellt aus FACT 12M Carbon. Die weiteren verfügbaren Modellausführungen, wie Pro, Expert, Comp und Carbon 29, werden aus FACT 11M Carbon hergestellt. Gegenüber der S-Works Ausführung ist mit etwa 140 Gramm Mehrgewicht zu rechnen. Rund 75 Gramm konnten zum Vorgängermodell eingespart werden. Clevere Carbon Layups, spezielle Rohrformen, hochwertige Materialien und präzise Produktionsvorgänge machen dies möglich.
Viel Zeit und Energie wurde auch in die sogenannte Rider-First-Engineered Rahmen investiert. Sprich, für jede Rahmengröße wird ein individuelles Carbon Layup erarbeitet, um eine bestmöglichste Rahmenperformance zu erreichen. Kurzum: Jede Rahmengröße ist dadurch bezüglich Steifigkeit an die Fahrergröße angepasst. Dadurch sind kleinere Rahmengrößen nicht zu steif konstruiert und große Größen verfügen über die entsprechende Steifigkeit gemessen an der Körpergröße des Fahrers.
Ausstattungsvarianten und Preise
Das Epic Hardtail Mountainbike wird in sieben verschiedenen Ausstattungsvarianten ab einem Einstiegspreis von 2.099 Euro bis hin zum Topmodell dem S-Works Epic Hardtail AXS für 9.499 Euro erhältlich sein. Zudem ist ein S-Works Rahmenset für 2.999 Euro verfügbar.
Testfahrt und Fahreindruck
Das Specialized Epic S-Works Carbon Hardtail Mountainbike ist mit der elektronischen Schaltgruppe Sram XX1 Eagle AXS ausgestattet. Die Schaltvorgänge waren astrein. Die Bremsleitung verläuft im Inneren des Carbon Rahmens. Bei einer Körpergröße von 1,75 Meter wählten wir Rahmengröße Medium - eine gute Wahl, wie sich schnell herausstellte. Die Sitzposition war sportlich gestreckt, wie es sich für ein XC-Racebike gehört.
Wir hatten die Gelegenheit, einen ganzen Tag lang eine große Tour auf dem neuen Epic Mountainbike zurückzulegen, in der wir jeglichen Fahrsituationen auf den Zahn fühlen konnten. Unser Fazit: In Sprinteinheiten und Wiegetritt Passagen zeigt sich das Specialized Epic HT S-Works Carbon absolut vortriebsorientiert und auf Geschwindigkeit getrimmt. Das Bike marschiert bei Pedaltritt ordentlich nach vorne, der Rahmen zeigt sich trotz des geringen Gewichtes von steifer Natur, was uns sehr gut gefällt. Steile Uphills meistern wir mit Bravour, die dabei gut ausbalancierte Position auf dem Bike lässt uns viel Druck auf das Vorderrad bringen. Die elektronisch gesteuerte Sram XX1 Eagle AXS Schaltgruppe versorgt uns dabei mit einer Bandbreite von 500 Prozent und der Gangwechsel geht selbst unter Last präzise vonstatten.
Auf Schotterwegen und Trail Passagen, die wir im Sattel absolvieren, ist auch ein gewisser Flex des Sitzrohrs spürbar, der den Komfort speziell bei langen Ausfahrten steigert. Bergab trauen wir uns ordentlich auf die Tube zu drücken. Der Lenkwinkel von 68,5 Grad in Verbindung mit dem längeren Reach vermittelt uns ein sicheres Gefühl. Der nicht zu lang gewählte Vorbau und der angenehm breite Lenker verstärken diesen Eindruck und verleihen dem Bike zusätzlich ein direktes und präzises Lenkverhalten. Die RockShox SID Brain Ultimate Federgabel legt in jeglichen Fahrsituationen eine gute Performance an den Tag.
Ausstattungsübersicht unseres Testbikes dem S-Works Epic Hardtail AXS:
- Elektronische Schaltgruppe Sram XX1 Eagle AXS
- RockShox SID Brain Ultimate Federgabel
- FACT 12M Carbon Rahmen
Das Handling war auf jeglichen Kursabschnitten direkt und präzise. Selbst in technisch schwierigen Uphills performt das Epic HT S-Works und wir sprinten im Wiegetritt durch. Schnelle Downhills treiben den Spaßfaktor nach oben. Für ein XC-Hardtail-Bike liegt das Specialized Epic HT S-Works sicherheitsvermittelnd auf der Piste. Unsere Teststrecke war mit Enduro-lastigen Abschnitten gespickt, die wir mit Bravour meisterten. Auf epischen Trails waren wir mit dem brandneuen Epic Carbon Hardtail von Specialized unterwegs.
Specialized Epic 2024: Mehr als nur ein Update
Das neue Specialized Epic 2024 ist und bleibt ein Cross Country Bike, das zum Rennen fahren entwickelt wurde. Allerdings liegt der Fokus bei der 8. Generation noch mehr auf Abfahrtsperformance, da ein potenteres Bike nicht nur weniger Sturzgefahr auf der Abfahrt bedeutet, sondern auch mehr Erholung ermöglicht, sodass ihr die Climbs danach wieder umso härter attackieren könnt.
Laut Hersteller soll das neue Specialized Epic 2024 12 % mehr Unebenheiten absorbieren und beim Pedalieren gleichzeitig 20 % weniger wippen als das alte Epic EVO.
Beim Design des Specialized Epic 2024 wurde natürlich auf Leichtbau geachtet, jedoch war dies nicht die oberste Priorität. Wichtig waren Features wie die neue, progressive Geometrie, Robustheit und die Integration eines Staufachs im Unterrohr, das Specialized SWAT-Box nennt. Das kennen wir bereits aus einigen anderen Modellen des Herstellers - am Specialized Epic 2024 ist es jedoch erstmals an einem Cross Country Bike verbaut. Das macht das Bike besonders für alle spannend, die seine Effizienz nicht zum Rennen fahren nutzen wollen, sondern um auch große Touren zu meistern. Hier lassen sich Snacks, Tools und sonstige Trail-Essentials easy verstauen. Trotzdem ist das S-Works-Modell laut Hersteller 76 g leichter geworden, vor allem durch die Optimierung von Feinheiten.
Der S-Works-Rahmen besteht weiterhin aus dem bereits bekannten 12M-Carbon, das auch an alten Epic S-Works zu finden ist. Das Layup soll dabei über alle Rahmengrößen hinweg fast identisch sein, allerdings bei unterschiedlichen Rohrformen, die auf das unterschiedliche Gewicht der verschieden großen Fahrer angepasst sein sollen. Die Leitung der hinteren Bremse verläuft durch den Steuersatz in den Rahmen, mit dem gleichen, selbst entwickelten System wie beim Epic World Cup. Bei den günstigeren Modellen laufen die Leitungen hingegen mit Standard interner Kabelführung seitlich am Steuerrohr in den Rahmen. Durch das elektronische Flight Attendant-Fahrwerk am Topmodell fallen hier keine weiteren Leitungen an. Die anderen Modelle setzen hingegen auf ein herkömmliches RockShox-Fahrwerk, bei dem Gabel und Dämpfer per Lenker-Remote gelockt werden können. Das ist zwar mit den gleichen, speziell für das Bike entwickelten, Tunes ausgestattet, allerdings ist es ein deutlicher Rückschritt zu den bisherigen Modellen, bei denen alle, bis auf das günstigste Modell, mit Brain-Gabel und -Dämpfer ausgestattet waren. Hier müsst ihr beim Fahren also wieder euer eigenes Brain verwenden und mit dem Drehgriff das Fahrwerk zwischen den drei Positionen umstellen, wenn es nötig ist. Meistens kein großes Ding, aber im Renneinsatz eine zusätzliche Belastung. Zudem lockt das System Dämpfer und Gabel immer nur parallel und macht das Cockpit zudem auch noch deutlich unaufgeräumter - lose, lose!
Modellvarianten und Preise des Epic 2024
Das Specialized Epic 2024 gibt es wie gewohnt in vier Ausstattungsvarianten: S-Works, Pro, Expert und Comp. Den preislichen Einstieg macht das Comp-Modell mit 5.200 €. Dafür bekommt ihr ein RockShox Select-Fahrwerk, SRAM GX-Schaltung und Roval-Alu-Laufräder. Beim Expert-Modell, für das ihr 7.500 € locker machen müsst, kriegt ihr ein RockShox Select+-Fahrwerk, eine elektronische SRAM GX Transmission-Schaltung sowie Roval-Carbon-Laufräder. Bei dem von uns getesteten S-Works-Topmodell kommen nur Teile aus dem allerobersten Fach: SRAM XX SL Transmission-Schaltgruppe, Roval SL-Carbon-Laufräder, Roval-Carbon-Onepiece-Cockpit und natürlich das RockShox Ultimate Flight Attendant-Fahrwerk. Der Preis von 14.500 € ist entsprechend gesalzen.
Flight Attendant: Intelligentes Fahrwerk
Mit der neuen Specialized Epic 8-Modellgeneration kommt eine der größten Veränderungen in der Geschichte des Epic: bye bye Brain. Doch das Motto war hier nicht „dumm fährt besser“, denn das Epic ist alles andere als kopflos. Mit dem neuen RockShox Flight Attendant-Fahrwerk bieten sich komplett neue Möglichkeiten.
Beim neuen Flight Attendant-Fahrwerk des Specialized Epic 2024 übernimmt ein mit Sensoren gefütterter Mini-Computer an der Gabel die Auswertung der Fahrsituation und bietet eine situationsabhängige Dämpfung zwischen drei Modi an. Im Wide-Open-Modus ist das Fahrwerk komplett geöffnet und bietet so viel Sensibilität und Traktion. Bei Sprint-on-Lock sind Dämpfer und Gabel gelockt für maximale Effizienz und der Magic-Middle-Modus bietet ein Zwischending, das zu Beginn des Federwegs viel Gegenhalt bietet, aber in der Mitte sensibel bleiben soll für mehr Kontrolle in High-Speed-Situationen.
Neu am Flight Attendant-Fahrwerk des Specialized Epic 2024 ist im Vergleich zu den Vorgängern des Systems an Trail- und Enduro-Bikes, dass am XC-Bike das System nun auch mit dem Powermeter in der Kurbel verbunden ist und damit sogenannte Adaptive Ride Dynamics ermöglicht.
- Sprint-Zone: Wenn euer Leistungsniveau die Sprint-Zone erreicht, wird das System in die Sprint-on-Lock-Position bei Dämpfer und Gabel gehen. Damit bekommt ihr maximalen Vortrieb beim Finish-Line-Sprint.
- Hohe Leistungszone: Wenn euer Output in die hohe Leistungszone eintritt, passt Adaptive Ride Dynamics das Fahrwerk an, um eine effizientere Leistung zu ermöglichen.
- Mittlere Leistungszone: Sobald euer Output in die mittlere Leistungszone sinkt, sorgt das System für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Komfort und Effizienz.
- Niedrige Leistungszone: In eurer niedrigen Leistungszone und wenn ihr entspannter fahrt, tendiert Adaptive Ride Dynamics zu mehr Komfort.
Zusätzlich zur Anpassung des Fahrwerks zeigt Adaptive Ride Dynamics mit verschiedenen Farben an der Gabel an, in welcher Leistungszone ihr euch gerade befindet, um eine intuitive Rückmeldung während der Fahrt zu bieten.
Wer trotz allen smarten Algorithmen selbst eingreifen möchte, für den besteht die Möglichkeit, die Override-Funktion über den linken AXS-Pod zu verwenden, mit der für eine kurze Zeit die Automatik ausgeschaltet wird und das Fahrwerk in ein vorher definiertes Override-Setup geht. Was man allerdings beachten sollte, ist, dass bei dem XC-Flight-Attendant die Einstellung der Compression nicht mehr möglich ist, wie man es von älteren Flight Attendant-Gabeln kennt. Alle Einstellungen können über die AXS-App vorgenommen werden.
Geometrie des Epic 2024
Das Specialized Epic 2024 bringt eine neue Geometrie mit, die deutlich länger und mit einem Lenkwinkel von 66,4° im „High-Modus” etwas flacher geworden ist, was das Bike bereits sehr nah an ein Trailbike heranführt. Ein Flip Chip in der Dämpferanlenkung, bereits bekannt vom alten Modell, ermöglicht eine Anpassung der Winkel um 0,5° sowie eine Veränderung des BB-Drops um fünf mm. Standardmäßig kommt das Bike im High-Setting und so haben wir es auch die meiste Zeit getestet.
Besonders spannend ist die Tatsache, dass sich die Tretlagerabsenkung mit der Rahmengröße verändert. Konkret beträgt die Absenkung in der Rahmengröße S 47 mm, während sie dann schrittweise bis auf 37 mm in den Größen L/XL reduziert wird. Trotz dieser Veränderungen bleibt die Kettenstrebenlänge über alle Größen hinweg unverändert bei 435 mm.
Fahrverhalten und Testeindruck
Wir sind das Specialized Epic 2024 auf einer Vielzahl von Trails gefahren - von Highspeed-Trails über die steilen Hänge an der Pazifikküste bis zu anspruchsvollen Tech-Passagen und flowigen Jumplines im Bikepark. Von der ersten Sekunde an fühlt man sich gut ins Bike integriert. Eingefleischte XC-Piloten werden vielleicht erstmal überrascht sein, wieviel Bike unter ihnen steckt. Aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen: Die vortriebsorientierte Position, unterstützt durch das One-Piece-Cockpit, verleiht ein Gefühl von leichtfüßiger Explosivität und selbstbewusster Souveränität. Schnell wird klar: Das neue Epic hat viele Seiten.
Das Flight Attendant-Fahrwerk bietet eine große Bandbreite an Möglichkeiten und beeinflusst das Fahrverhalten maßgeblich. Von stiffem Hardtail-Feeling bis hin zu einem federnden Sofa-Erlebnis - soweit das mit 120 mm eben möglich ist. Das neue Specialized Epic passt sich flexibel den Anforderungen des Geländes an. Und der offene Modus heißt nicht ohne Grund Wide Open.
Beim Bergauffahren zeigt sich das Specialized Epic sportlich, aber dennoch angenehm und recht komfortabel, mit stets ordentlichem Druck auf dem Vorderrad. Die gute Feinfühligkeit des Hinterbaus ermöglicht ein geschmeidiges Überrollen von Hindernissen, während die deutlich bessere Beschleunigung und Leichtfüßigkeit im Vergleich zum neuen Epic EVO-Modell deutlich spürbar sind. Auf ebenem Gelände zeigt sich, dass der offene Modus wirklich weit offen ist und besonders auf „Waschbrett-Schotterautobahnen” richtig viel Komfort bringt. Komfort, den wir beim Epic EVO aufgrund des anderen Dämpfertunes deutlich vermisst haben. Auf welligem und technischem Terrain ist unser Gusto zu etwas mehr Bias im RockShox-Fahrwerk, wodurch das Fahrwerk sich öfter verhärtet. Dadurch wird ein Aufschaukeln des Bikes, wenn es zu lange im Open-Mode verharrt und die 120 mm zu leicht freigegeben werden, verhindert.
Bergab ist das Stichwort ganz klar: Confidence. Hier macht sich die traillastigere Geometrie des neuen Specialized Epic deutlich bemerkbar. Die Devise lautet Vollgas und für ein Cross-Country-Bike mit 120 mm Federweg zeigt es eine hohe Laufruhe, auch in dem ein oder anderen ruppigen Steinfeld. Im direkten Vergleich zum EVO kosten die tiefere Front und die schwächeren Reifen jedoch etwas Draufhalte-Qualitäten, man muss seine Linie etwas sanfter und bewusster wählen.
Specialized Epic 8 Expert im Dauertest
Als Specialized vor einem Jahr das Epic 8 der Weltöffentlichkeit präsentierte, staunten wir nicht schlecht: 120 Millimeter Federweg mit Option auf mehr, progressive sowie anpassbare Geometrie, Staufach sowie clevere Details und das alles bei einem konkurrenzfähig leichtem Rahmengewicht. Im Test scheuchten wir das 7500 Euro teure Specialized Epic 8 Expert durch alle denkbaren Szenarien: alltägliche Brot-Und-Butter-Fahrten, hochalpine Enduro-Trails und als Saisonhighlight das härteste MTB-Etappenrennen Europas. Besonderes Bonbon: Um die Vielseitigkeit der Plattform auf die Probe zu stellen, bauten wir es im Laufe des elfmonatigen Tests auf die Evo-Version mit 130 Millimetern Federweg um.
Fahrleistung im Dauertest
- Kilometer: 3230
- Höhenmeter: 60.000
Ausstattung des Specialized Epic 8 Expert
- Gabel: Rockshox SID Select+
- Dämpfer: Rockshox SID Luxe Select+
- Schaltung: Sram GX AXS Transmission, 1x12
Geometrie des Specialized Epic 8 Expert
- Sitzrohrlänge: 500 mm
- Stack: 627 mm
- Reach: 501 mm
Fahreindruck im Dauertest
Bereits nach unserem Test des neusten Specialized S-Works Epic war mir klar, dass dieses Bike zu den aktuell besten Marathon-Fullys des Planeten gehören muss. Die ersten Ausfahrten auf den Hometrails machten Lust auf mehr. Die lange, flache Geometrie kann bergab so manchem Trailbike das Wasser reichen. Ein langes Front-Center und ein flacher Lenkwinkel sorgen für Laufruhe. Die 435 Millimeter kurzen Kettenstreben halten das Handling unkompliziert und agil. Gleichzeitig ist das Epic verhältnismäßig leicht und lässt sich mühelos in die Ideallinie steuern.
Verschleiß und Defekte im Dauertest
Schlamm und Matsch verkürzen erfahrungsgemäß die Lebensdauer von Lagern - zumindest, wenn diese nicht perfekt abgedichtet sind. So erreichte das Sram Dub Tretlager nur eine ernüchternde Laufleistung und drehte sich bereits nach 1500 Kilometern rau. Zum Ende des Dauertests ist das Teil defekt und hat sogar Spiel entwickelt. Gleiches Schicksal traf den Steuersatz.
Auch die Specialized-Reifen waren nach 1700 Kilometern abgefahren. Gleichzeitig brachten sie die vielleicht beeindruckendste Leistung des Dauertests und blieben trotz hartem Trail- und Renneinsatz bis zu diesem Zeitpunkt defektfrei. Generell bot die Laufrad-Reifen-Kombi mit Tubeless-Setup im gesamten Testzeitraum keinen Anlass zum Kummer. Die Lager der DT-Swiss-Naben laufen noch immer, wie am ersten Tag. Einzig die aufgeklebten Decals der Roval-Carbon-Laufräder lösen sich inzwischen ab. Mehr Abnutzung zeigte da ein weiteres typisches Verschleißteil. Beschleunigt durch den Schlamm des Marathon-Trainingslagers war der erste Satz Bremsbeläge schon nach knapp 1000 Kilometer durch. Das nächste Paar verschlang die BIKE Transalp mit ihren rund 17.000 Tiefenmetern. Ein drittes Paar ist zu Testende fällig. Schön und nicht selbstverständlich: Die X-Fusion Variostütze funktioniert weiterhin ohne Probleme. Bis auf ein leichtes seitliches Spiel liefert sie ein gutes Bild ab.
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