Specialized S-Works Rennradschuhe im Test: Innovation und Performance auf dem Prüfstand

Specialized hat sich mit seinen S-Works Rennradschuhen einen Namen gemacht, der für höchste Ansprüche in Sachen Leistung, Komfort und Innovation steht. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf verschiedene Modelle der S-Works Reihe, darunter den S-Works Torch Remco, den S-Works Ares 2 und den S-Works 7 Vent, um ihre jeweiligen Stärken und Schwächen zu beleuchten.

Specialized S-Works Torch Remco: Ein Statement in Sachen Leichtbau und Komfort

Der neue Specialized S-Works Torch Remco setzt ein Statement in Sachen Leichtbau und Komfort. Mit nur 356 Gramm pro Paar (in Größe 44) vermittelt er beim Fahren ein fast schuhloses Gefühl - ideal für Profis und ambitionierte Radsportler, die bei der Ausrüstung um jedes Gramm Gewichtsersparnis ringen.

Remco Evenepoel zeigte sich angesichts der Vorstellung seines neuen Arbeitsschuhs begeistert: „Nur bei Specialized kann ich das Produktteam nach einem solchen Schuh fragen und diesen acht Monate später beim Rennen tragen. Superleicht, wahnsinnig stabil und bequem - das ist alles, was ich für die Rennen und Etappen mit vielen Anstiegen brauche. Und genau das, was ich wollte.“

Design und Passform

Der Oberschuh aus leichtem Mesh-TPU-Material ist atmungsaktiv und dennoch robust. Innen umschließt eine sockenartige Konstruktion den Fuß, ganz ohne klassische Zunge. Die Passform überzeugt: Der breite Vorderfußbereich bietet auch bei Hitze und langen Ausfahrten ausreichend Platz, sodass die Zehen nicht einschlafen. Der schlupffreie Fersenhalt ist exzellent. Die Größen fallen regulär aus.

Die Kombination aus Boa-Drehverschluss und Klettstreifen über den Zehen schafft einen präzisen Sitz. Wermutstropfen: Der Einstieg ist durch den engen Sockenschaft ohne Schuhlöffel etwas mühsam.

Vor- und Nachteile

  • Plus: sehr leicht, top verarbeitet, viel Platz für die Zehen, schlupffrei, optimale Kraftübertragung
  • Minus: Im Spannbereich etwas eng

Technische Daten

  • Größen: 39 bis 46; 39,5 bis 45,5
  • Preis: 600 Euro
  • Gewicht: 356 Gramm pro Paar (Gr. 44)

Dennoch: Der Torch Remco vereint geringes Gewicht, hohe Steifigkeit und ausgezeichneten Komfort - ein High-End-Schuh für alle, die Performance ohne Kompromisse suchen.

Specialized S-Works Ares 2: Mehr Leistung und Komfort

Mehr Leistung und dabei trotzdem mehr Komfort: Specialized zeigt den neuen Top-Rennradschuh S-Works Ares 2. Primoz Roglic fährt ihn, Demi Vollering auch. Und Tim Merlier sammelte mit dem neuen Top-Schuhe Specialized S-Works Ares 2 bereits zahlreiche Sprintsiege.

Als Nachfolger des 2021 präsentierten S-Works Ares soll der neue Topschuh der US-Amerikaner satte sieben Watt mehr Leistung an der Laktatschwelle bringen und dabei 44 Prozent weniger Druck auf dem Vorderfuß lasten. Über 100.000 3D-Scans von Füßen wurden laut Specialized dafür vorgenommen. Hinzu kam das Feedback von zahlreichen Topfahrerinnen und -fahrern, die den Vorgänger bei mehreren Grand-Tour-Siegen, Monument-Erfolgen und Weltmeistertiteln trugen. Topstar Demi Vollering trägt den neuen Specialized S-Works Ares 2 in Training und Wettkampf.

Die Sohle des Specialized S-Works Ares 2

Die Sohle des neuen Specialized S-Works Ares 2 ist voll und ganz auf Kraftübertragung ausgelegt und wurde in ihrer Form gegenüber dem Vorgänger während mehr als 2000 Teststunden überarbeitet, um mehr der natürlichen Fußform zu entsprechen. Die Sohle kippt weiterhin dank eines "Varus-Keils" den Fuß um 1,5 Grad nach außen.

Zusammen mit der speziell angepassten Einlegesohle sollen so Knöchel, Knie und Hüfte in eine Linie gebracht werden, was Verletzungen vorbeugen und die Kraftübertragung verbessern soll. Radprofi Red Bull Bora-hansgrohe: "Ich habe mich noch nie so verbunden mit meinem Rennrad gefühlt. Wenn ich antrete, springt mein Rad regelrecht nach vorn. Gleichzeitig spüre ich keine Druckstellen am Fuß, nicht mal an langen Tagen."

Design und Verschluss

Optisch ähnelt der neue S-Works Ares 2 stark seinem Vorgänger. Das Verschlussdesign ist auffällig: Von den Seilzüge der beiden Boa-Li2-Verschlüsse verläuft nur der untere quer über den Schuh. Der obere beschreibt dagegen eine "Herzform". So soll der Druck auf eine größere Fläche verteilt und der Fuß besser im Schuh festgehalten werden. Die zwei Li2-Verschlüsse von Boa lassen sich sehr fein anpassen.

Die Verschlüsse können in minimalen Schritten enger und weiter gestellt werden, zum An- und Ausziehen lassen sie sich auch durch Hochziehen des Reglers blitzschnell komplett öffnen. Die beiden Li2-Verschlüsse von Boa halten den Fuß im Specialized S-Works Ares 2 fest, ohne dabei unangenehm zu drücken.

Anders als beim Vorgänger kommt der S-Works Ares 2 mit einer Zunge, die sich in unseren Tests allerdings sehr bequem anfühlte und weder am Spann drückte, noch an den Seitenrändern zum Scheuern neigte. Und dank eines extra Fersenpolsters und der geformten Fersenkappe sitzt der Fuß sicher im Schuh.

Technische Daten

Merkmal Wert
Gewicht 577 Gramm (Paar in Größe 46)
Preis 549 Euro
Größen 36 bis 49, zum Teil halbe Größen
Farben White, Team White, Black, Green Gecko

Gegenüber dem Vorgänger, bei dem noch einige Druckstellen am Fußbett festgestellt wurden, zahlt sich die überarbeitete Sohlenform des S-Works Ares 2 deutlich im Komfort aus, ohne die Kraftübertragung zu schmälern. Zudem zeigt sich das Obermaterial sehr atmungsaktiv. Die feste Sohle mit dem maximalen Steifigkeitsindex hält zudem, was sie verspricht. Selbst bei kurzen Sprints war kein Nachgeben des Schuhs zu spüren. Auch die Zugführung der Boa-Verschlüsse funktioniert wie beschrieben und hält den Fuß fest, aber komfortabel im Schuh. Selbst bei sehr eng angezogenen Boas fühlt sich der Sitz keinesfalls unangenehm oder gar schmerzhaft an.

Specialized S-Works Torch: Die Spitze des Schuh-Portfolios

Leistung - nichts anderes lässt Specialized für den brandneuen S-Works Torch-Rennrad-Schuh gelten. Er soll mit absoluter Steifigkeit, minimalem Gewicht und höchstem Tragekomfort glänzen. Damit setzt er sich an die Spitze des Specialized-Schuh-Portfolios und ersetzt den S-Works 7. Mit dem S-Works Torch spendiert Specialized der Torch-Linie ein neues Top-Modell und ersetzt damit den S-Works 7, das bisherige Top-Modell der Kalifornier im Bereich der Rennrad-Schuhe.

Im Mittelpunkt der Entwicklung stand die Frage, wie aus Fahrer und Rad eine bestmögliche Einheit werden kann. Für Specialized ist klar, dass die Schnittstelle zwischen beiden eine besondere Rolle spielt, weshalb dem Schuh eine wichtige Bedeutung zukommt. Mit der hauseigenen Body Geometry-Technologie will Specialized Probleme an den Kontaktpunkten mit durchdachtem Design lösen. Auch der S-Works Torch vertraut darauf, soll so den S-Works 7 bei der Performance übertreffen und dabei kaum am Fuß zu spüren sein.

Im Mittelpunkt des S-Works Torch stehen drei durch Body Geometry entwickelte Lösungen: Varus-Keil, Fußgewölbestütze und Metatarsal Button sollen für eine stabileren und verbesserten Bewegungsablauf sorgen. Dadurch soll die Effizienz gesteigert und Gelenkschmerzen in den Beinen sowie Taubheit oder Brennen im Fußbereich minimiert werden. Mehr Leistung und mehr Komfort lautet also das Credo von Specialized.

Verbesserungen gegenüber dem S-Works 7

Im Vergleich zum S-Works 7 wurden drei wesentliche Bereiche verändert. Die Carbonsohle wird breiter - 4 mm beim Standard-Modell und 7 mm beim etwas weiteren Wide-Modell. Trotz dieser Verbreiterung soll der Schuh 20 Gramm pro Paar leichter sein als der S-Works 7. Außerdem ist die Fersenmulde asymetrisch, was für mehr Komfort im Bereich der Achillessehne sorgen soll, ohne Stabilität und Knieführung zu beeinträchtigen. Zusätzlich wurde die Kabelführung des BOA-Verschlusses angepasst, um den Klettverschluss der S-Works 7-Schuhe überflüssig zu machen, ohne den optimalen Halt im Schuh zu gefährden.

Für den S-Works Torch hat Specialized das bekannte Dyneema-Material durch selbst entwickelte Materialien ersetzt, die je nach Bereich zu einem Material-Sandwich zusammengesetzt werden und für Fußunterstützung und Komfort sorgen sollen. Der S-Works Torch ist in den Farben White, Black und Oak Green und in Größen von 36 bis 49 erhältlich.

Technologie und Entwicklung

Mit den S-Works Torch treibt Specialized die Entwicklung im Bereich der Rennrad-Schuhe weiter voran und stützt sich dabei auf Erkenntnisse aus seiner Body Geometry-Technology und tausenden RETÜL-Bike-Fittings. Auf dem Papier erwarten wir deshalb einen herausragenden Schuh, denn schon der so entwickelte Vorgänger S-Works 7 ist für viele die Benchmark.

Specialized S-Works 7 Vent: Für heiße Tage

Pünktlich zum Beginn des Sommers hat Specialized mit dem S-Works 7 Vent einen Rennradschuh speziell für heiße Tage auf den Markt gebracht. Fast jeder Rennradfahrer kennt das Gefühl, wenn an einem langen, heißen Tag die Füße anschwellen und durch den Druck die Zehen schmerzen. Mit dem Specialized S-Works 7 Vent soll dieses Problem nun der Vergangenheit angehören. Das neu konstruierte Mesh-Obermaterial und die Zunge des Schuhs lassen die Luft durch den Schuh strömen. So wird der Zehenraum belüftet, was für Kühlung sowie Schweißverdunstung an heißen Tagen sorgt.

Design und Passform

Zusammen mit dem Mesh im Obermaterial hat Specialized eine Schicht Dyneema-Mesh verarbeitet, um einen festen Halt am Fuß zu gewährleisten. Zwei BOA S3-Verschlüsse aus Aluminium erlauben die Feinjustierung während der Fahrt. Mit der 66 Gramm leichten FACT Powerline-Carbonsohle und der PadLock-Fersenkonstruktion garantiert der S-Works 7 Vent eine optimale Kraftübertragung auf das Pedal.

Die Dreiloch-Plattenaufnahme passt zu allen gängigen Road-Pedalsystemen. Zudem können die Aufnahmen der Schuhplatten um bis zu fünf Millimeter nach vorn oder hinten verschoben werden. Das rutschfeste Fersenprofil mit nach innen versenkten Schrauben bietet sicheren Halt, wenn man doch einmal ein paar Schritte in den Schuhen laufen muss. Außerdem ist es bei Verschleiß problemlos austauschbar.

Kühlung und Komfort

Laut Specialized reduziert sich bei 37 Grad Außentemperatur die Innentemperatur des S-Works 7 Vent gegenüber dem S-Works 7 um etwa 1,5 Grad Celsius. Das Mehr an Komfort hat allerdings seinen Preis: Mit 399,90 Euro ist das neue Modell in der oberen Preiskategorie der Rennradschuhe angesiedelt und kostet 20 Euro mehr als der bisherige S-Works 7. Aufgrund seines Gewichts von 223 g pro Schuh (bei Größe 42) ist der S-Works 7 Vent zudem sehr leicht und in den klassischen Farben Schwarz und Weiß erhältlich.

Vor allem die eher unscheinbaren Mesh-Einsätze an der Fußspitze erwiesen sich als sehr effektiv. Hier konnte schon bei langsamen Geschwindigkeiten Luft einströmen und für Kühlung sorgen. Trotzdem wurde es auch auf schnellen Abfahrten nie zugig oder kühl. Das Obermaterial ist durch die Mesh-Einsätze flexibler geworden, was der Passform zu Gute kommt. Auch nach sechs Stunden Fahrtzeit drückte an dem Schuh nichts unangenehm.

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