Speiseöl für die Fahrradkette: Erfahrungen und Alternativen

Die Schmierung der Fahrradkette ist essenziell, um die Lebensdauer zu verlängern und einen reibungslosen Lauf zu gewährleisten. Dabei stellt sich oft die Frage, welches Schmiermittel am besten geeignet ist. Einige Radfahrer experimentieren mit Speiseölen, um ihre Kette zu schmieren, doch das kann unerwünschte Folgen haben.

Speiseöl als Kettenschmiermittel: Ein Risiko?

Ich habe heute meine Fahrradkette mit Pflanzenöl eingeölt, da sie ständig abgesprungen ist und mit Rost befallen war. Nun, das Pflanzenöl hat geholfen, ich kann jetzt wieder damit fahren, doch ich habe gelesen, dass das Folgen haben kann, dass die Kette alles verklebt und so weiter.

Experten raten jedoch dringend von derartigen Experimenten ab. Hinzu kommt, dass zum Verzehr bestimmtes Sonnenblumenöl zahlreiche Stoffe enthält, die in Hinblick auf die Ernährung zwar gesund sind, sich jedoch für technische Anwendungen nicht eignen.

Die meisten Pflanzenöle enthalten hohe Anteile an ungesättigten OMEGA-3-Fettsäuren, die das Öl an der frischen Luft schnell ranzig machen. Nur Öle mit einem sehr geringen Gehalt an OMEGA-3-Fettsäuren eignen sich grundsätzlich für anspruchsvolle technische Anwendungen.

Tu das bloß nicht. Pflanzenöle verkleben nach ein paar Wochen. Das habe ich als kleiner Junge mit Spielzeug gelernt. In dem Fall kann ich auch nur synthetische Öle und Fette empfehlen, Grund, siehe oben: Biologisch basierte Fette und Öle verharzen mit der Zeit.

Trocknende und nichttrocknende Öle

Bei Speiseöle sollen trocknende und nichttrocknende Öle unterschieden werden. Trockene Speiseöle sollen durch Oxidationsprozess verharzen. Bei nichttrocknende Öle soll das nicht der Fall sein.

Zu den trocknenden Ölen, die verharzen sollen, sollen gehören: Leinöl, Hanföl, Walnussöl, Sonnenblumenöl und Sesamöl. Zu den nichttrocknenden Ölen, die nicht verharzen sollen, sollen gehören: Olivenöl, Rapsöl, Mandelöl, Kokosnussöl und Rizinusöl. Auch Ballistol (Weißöl) soll aufgrund seiner Zusammensetzung nicht verharzen können. Ballistol soll aber Wasser binden und daher zur Oxidation bzw. im Winter zum Vereisen führen.

Die Reinigung der Kette

Die Kette kannst du auch im eingebauten Zustand mit Petroleum, Kettenreinigerspray oder Waschbenzin reinigen. Auf einen Lappen geben und damit die Kette abwischen.

Du solltest deine Fahrradkette ölen, nachdem du sie gereinigt hast. Wenn du deine Kette reinigst, greifst du gleichzeitig auch den Schmierfilm an, der für den reibungsarmen Lauf der Kette sorgt.

Alternativen zu Speiseöl

Es gibt eine große Anzahl an Schmiermitteln zum Ölen von Fahrradketten:

  • Kettenöle: Sie sind speziell für die Anwendung an Fahrradketten entwickelt worden. Fahrradöle sind dickflüssig, damit sie das noch vorhandene Fett nicht verdünnen und somit auch keine Schmutzpartikel in das Innere der Kette befördern.
  • Biologisch abbaubare Öle: Statt zum Ölen der Fahrradkette Öle auf Mineralölbasis zu verwenden, kannst du auch auf Öle zurückgreifen, die aus nachwachsenden Rohstoffen (beispielsweise Soja) hergestellt werden. Solche umweltfreundliche Alternativen erhältst du im Fahrradgeschäft deines Vertrauens oder im Internet.
  • Wachs: Du kannst deine Kette schon früh mit speziellem Wachs einfetten. Dabei musst du die eingewachste Kette mit einem Föhn erwärmen, damit sich das Wachs gleichmäßig verteilt. Das Wachs schützt das ursprüngliche Schmiermittel und macht es länger haltbar.

Biologisch abbaubare Schmierstoffe

Biologisch abbaubare Schmierstoffe lassen sich laut international anerkannter OECD-Norm in leicht biologisch abbaubare und in nicht leicht biologisch abbaubare Schmierstoffe grob unterteilen. Genauere Aussagen über die biologische Abbaubarkeit ermöglicht die OECD-Testserie 301 (A-F), die die biologische Abbaubarkeit über einen Prüfzeitraum von 28 Tagen testet.

Das in Deutschland hergestellte Bio-Fahrradkettenöl der Firma Danico GmbH*, besteht zu mehr als 95 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Das Bio-Kettenöl konnte seine Leistungsfähigkeit in vielen Tests, unter anderem in der bike 06/14 und im Freeride-Magazin 02/15, unter Beweis stellen.

In das BEST-OF- MTB-Verzeichnis 2016 des Magazins „World of MTB“, wurde BIOTECH Chain Lube als eines der innovativsten Fahrradprodukte der letzten Zeit, aufgenommen.

Bedenken hinsichtlich PTFE

Für die Umwelt wäre es wohl ganz gut ein Speiseöl für die Kette zu verwenden. PTFE sind besonders schlecht, da sie wohl gesundheitsschädlich sind und sich wohl nie abbauen werden. Ist auch in vielen Kleidungstücken (z.B. GoreTex) und Zelten drin.

Sägekettenöl als Alternative?

Demnach müsste man Sägekettenöl durchaus auch für Fahrradketten verwenden können und käme dabei evtl sogar billiger weg. Experimentiert habe ich damit noch nicht, aber das Öl soll auf der Sägekette eher haften bleiben und nicht in die Gegend geschleudert werden.

Von Sägekettenöl würde ich dringend abraten. Das schmiert in erster Linie die Schiene und die Treibglieder innerhalb der Schiene. Ich habe ein biologisch abbaubares, das ist etwas dünner als die synthetischen Öle. Dennoch glaube ich nicht, dass es überhaupt in ausreichender Menge in die Röllchen gelangen könnte. Für die Kette würde ich das nie nehmen. Abgesehen davon ist das so klebrig, da bleibt der Dreck vermutlich in echten Kilos an der Kette hängen.

Die richtige Anwendung

Du hast deine Kette vom Schmutz befreit und möchtest den dabei angegriffenen Schmierfilm wiederherstellen? Warte einige Minuten, damit sich das Öl im Inneren der Kette gut verteilen kann.

Weniger ist mehr: Geh beim Ölen der Fahrradkette sparsam mit dem Schmiermittel um. Öle die Kette nur von innen, um den gewünschten Schmiereffekt zu bekommen. Achte also darauf, dass das Öl möglichst nicht auf die Außenseiten der Laschen kommt.

Kettenöl gibt es zum Sprühen und zum Träufeln - beides eignet sich gut. Sei beim Sprühen jedoch vorsichtig, dass kein Öl auf die Felge oder auf die Scheibenbremsen gelangt.

Kettenkasten als Schutz

Ein geschlossener Kettenkasten schützt die Kette vor Staub und Dreck und sorgt dafür, dass sie lange sauber bleibt. So kannst du sehr lange radeln, bevor du das erste Mal zum Fahrradöl greifen musst.

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