Wer ein Speedbike in Studioqualität für den Heimgebrauch sucht, das mit zeitgemäßen Features ausgestattet ist, die das Training effektiver und unterhaltsamer machen, wird beim IC8 von Schwinn fündig. Das Schwinn Speedbike 800IC ist eine preiswerte Alternative zum Peloton-Bike. Wie gut sich das Trainingsgerät schlägt, zeigt der Test.
Design und Aufbau
Das Schwinn 800IC bietet als Indoor Cycle Elemente eines Rennrads. So kommt ein Sportsattel zum Einsatz, der weniger für lange Strecken, sondern eher für ein knackiges Training gedacht ist. Das gebogene Lenkrad erlaubt verschiedene Griffe für das Fahren im Sprint, im Stehen oder beim Cool Down. Die Pedale verfügen sowohl über Riemen für normale Sportschuhe als auch Cleats zum Einklicken in Bike-Schuhe.
Der Sitz sowie das Lenkrad sind sowohl in der Höhe als auch horizontal verstellbar, um eine präzise und individuelle Anpassung an die Körpergröße fürs Training vorzunehmen. Das Lenkrad ist dabei angenehm gummiert. Der Drehknopf zum stufenlosen Anpassen des Widerstands befindet sich mittig auf der Rahmenstange unterhalb des Lenkrads und ist stets gut erreichbar.
Die Verarbeitung des Schwinn 800IC macht einen absolut hochwertigen und soliden Eindruck. Selbst nach einem Jahr der Nutzung knirscht und knarzt nichts. Als Material kommt vorrangig Metall zum Einsatz. Lediglich die Verkleidung der Kette, die die Pedale mit dem Schwungrad verbindet, ist in Kunststoff gehüllt. Das alles hinterlässt ein großes Vertrauen in die Verarbeitungsqualität des Produkts.
Am vorderen Standfuß sind zwei Rollen aus Gummi untergebracht. Dieser erleichtern den Transport des Fahrrads, wenn man es über das Lenkrad nach vorn neigt. Das ist auch nötig, denn das Indoor Cycle wiegt stolze 48 kg. Einfaches Umstellen dürfte hier für viele zu schwer sein. Zudem ist das Spinning Bike mit einer Abmessung von 124 × 54 × 131 cm (L/B/H) deutlich länger als ein herkömmlicher Ergometer, der meistens knapp unter 100 cm Länge bleibt. Das sollte man vor dem Kauf für einen geeigneten Standort in der Wohnung berücksichtigen. Dafür eignet sich das Schwinn 800IC auch für Personen mit einem Körpergewicht von bis zu 150 kg.
Für die Montage sollte man ebenfalls etwas Zeit einplanen, wir haben etwa 90 Minuten gebraucht, um den Hometrainer zusammenzubauen. Die Anleitung ist verständlich und alle nötigten Werkzeuge liegen bei.
Ausstattung und Funktionen
Besonders das fein dosierbare Bremssystem in 100 Schritten und die Peloton und Zwift-Kompatibilität gehören zu den Highlights dieses Bikes. Genau wie die App Anbindung ist auch das etwas größere LCD-Vollfarb-Display neu bei diesem Modell im Vergleich zu dem ebenfalls robusten Schwinn IC7. Während beim klassischen Speed Rad Bremsbacken aus Filz verwendet werden, die gewartet und von Zeit zu Zeit gewechselt werden müssen, setzt Schwinn beim IC8 jetzt auf ein Magnetbremssystem, das berührungslos, leise und völlig frei von Verschleiß arbeitet.
In 100 feinen Stufen kann die Intensität durch Drehung des Widerstandsknopfs am Rahmen auf bis zu 1000 Watt bei 100 Umdrehungen pro Minute gesteigert werden. Das Fahrgefühl im Bezug auf die Laufeigenschaften der beweglichen Teilen ist hervorragend. Beim IC8 Modell handelt es sich um ein echtes Speed Bike ohne Freilauf, d.h. das Schwungrad und die Kurbelarme sind gekoppelt und die Pedale drehen sich so lange weiter, wie sich das Schwungrad dreht.
Der Vorteil dieser Technik ist, dass dadurch hohe Trittfrequenzen leichter gefahren werden können. Der Nachteil ist, dass der Nutzer nicht durch das Unterbrechen der Tretbewegung abbremsen kann, sondern mithilfe einer Bremse. Das IC8 verfügt natürlich über eine solche „Not-Bremse“. Es handelt sich um den gleichen Einstellknopf, der für die Einstellung des Widerstandes benutzt wird.
Im Gegensatz zum IC7 Modell handelt es sich beim Display des IC8 um ein größeres LCD-Display, und zwar um ein Vollfarbbild-LCD. Bei Verwendung der Trainingssoftware Zwift kann zusätzlich auch die Tretleistung in Watt abgelesen werden. Alle Modellen ab Sommer 2020 enthalten die neue Firmware im Trainingscomputer, wodurch eine manuelle Kalibrierung der Magnetbremse entfällt.
Mit nur 5 Tasten (Bluetooth-Funktion, Start / Eingabe-Funktionen, Reset-Funktion und Erhöhen/Verringern von Trainingswerten) ist die Konsole sehr einfach zu bedienen. Die Konsole benötigt einen Stromanschluss im Gegensatz zum IC7 Modell, bei dem Batterien die Energiequelle sind. Da aber die Steuerung des Widerstandes beim IC8 per Hand erfolgt und nicht elektronisch, ist es auch ohne Stromquelle möglich das Speed Bike zu fahren und den Widerstand einzustellen. Die Konsole muss für ein Training nicht eingeschaltet sein.
Auf der Konsole des IC8 sind keine vordefinierten Bergprofil- oder Intervallprogramme gespeichert. Man kann jedoch Trainingsziele für Trainingszeit, Entfernung und Kalorien auswählen, indem man auf die START-Taste drückt und anschließend mit den Pfeiltasten den Wert erhöht oder verringert. Der Computer zählt dann von dem eingegebenen Wert rückwärts. Das Training wird einfach durch Treten der Pedale gestartet und schon zählt die Trainingszeit zurück.
Konnektivität und Apps
Für mehr Motivation und Spaß beim Training sorgen stattdessen interaktive Trainings-Apps wie Peloton, Kinomap, „Explore the World by Bowflex“ oder Zwift. Dazu lässt sich die Konsole per Bluetooth mit einem Mobilgerät koppeln. Über die Bluetooth-Schnittstelle können Daten von der Schwinn-Konsole an Apps weitergegeben werden, sodass eine App-Steuerung möglich ist.
Zwift ist wie World of Warcraft für Radfahrer - man trainiert in virtuelle Welten und nicht auf realen Routen. Die Avatare der anderen Online-Mitglieder, die an Dir vorbeifahren spornen Dich zu Bestleistungen an. Durch die Geräuschkulisse (Bikes fahren vorbei, Vögel zwitschern) und Interaktionen mit der Community kommt das Gefühl auf, man nimmt an einem echten Wettrennen teil. Während der Fahrt können kurze Nachrichten gesendet werden, die für alle auf dem Bildschirm sichtbar sind. Du kannst Deinem Hintermann per Ellenbogen anzeigen, dass er jetzt bitte mal im Wind fahren soll. Du kannst auch einzelnen Fahrern „Likes“ geben.
Es können WM-Strecken virtuell abgefahren werden, ein New York aus der Zukunft oder eine ausgedachte Welt Namens Watopia, die aus Bergen und Vulkanlandschaften besteht.
Die Software Zwift lässt sich auf ein Windows PC/Laptop installieren oder auf ein Apple PC oder Mac. Die App läuft auch auf iPad, iPhone oder ein Apple-TV. Am besten nutzt man Zwift auf einen großen Bildschirm, wie z.B. den heimischen Fernseher, denn dann hat man am meisten von dem interaktivem Erlebnis und man kann völlig in die Zwift-Rennrad-Welt eintauchen. Dazu kann der Computer, das iPad oder das iPhone auf dem Zwift installiert ist über einen HDMI Kabel mit dem Fernseher verbunden werden und so der Bildschirm auf den Fernseher gespiegelt werden. Auch über Apple TV kann Zwift auf dem Fernseher gestreamt werden.
Die Installation und Kopplung der Zwift App mit dem Schwinn IC8 erwies sich im Test sehr einfach. Zuerst muss man ein Account bei Zwift anlegen mit Nutzername und Passwort. Dein Name ist öffentlich sichtbar für die anderem Teilnehmer. Danach wird die Software hier heruntergeladen und auf dem PC, Smartphone oder iPad installiert, geöffnet und man meldet sich mit seinen Benutzerdaten an. Bitte daran denken, die Bluetooth Verbindung am PC bzw. Smartphone zu aktivieren.
Das Schwinn IC8 jetzt am Strom anschließen, und schon verbindet sich Zwift automatisch mit dem Indoor Bike. Nun kann man sofort mit dem Ride starten. Wer seine Herzfrequenz während des Trainings verfolgen möchte, um noch effektiver zu trainieren, benötigt einen bluetoothfähigen Pulsgurt, wie z.B. der Wahoo TICKR Herzfrequenzmesser.
Um die Leistung auf dem Indoor Bike mit der auf dem Rennrad draußen zu vergleichen, kann man ein Powermeter (Leistungsmesser) wie das Garmin Vector 3 oder das Favero Assioma UNO Pedal Wattmess-System nutzen. So erhält man normalisierte, vergleichbare Daten hat. Außerdem sind die Watt Werte in dem Fall genauer. Zwift kann man zuerst gratis testen und danach fallen monatliche Kosten von 14,99 Euro an (Stand: 03.02.2022).
Die Daten aus der Zwift App (und auch anderen Apps) zu Steigungen und Gefälle können den Widerstand auf dem Schwinn IC8 nicht anpassen. D.h. wenn es bergauf geht, wird der Widerstand auf dem IC8 nicht automatisch höher, er muss manuell per Drehung am Widerstandsknopf angepasst werden. Ein Beispiel für ein Smart Indoor Bike, bei dem die App-Steuerung in beiden Richtungen funktioniert, ist das Wahoo Kickr Bike. In Verbindung mit Zwift kann der Rahmen des Bikes automatisch kippen, sodass man Anstiege der virtuellen Straße von bis zu 20% und Abfahrten von bis zu 15% simulieren kann. Zudem wird der Widerstand am KICKR BIKE automatisch über die App gesteuert. Allerdings kostet das Bike über 3.000 Euro.
Bei Einstellung des LEVELS (Widerstandsstufe) auf dem Bike werden folgende Trittfrequenzen (RPM=Umdrehungen pro Minute) und Leistung in Watt in der Zwift App angezeigt. Der Coach gibt während des Trainings die Widerstandsstufe an, die Du auf Deinem Indoor Bike einstellen solltest. Da die Stufen nicht der Belastungsstufen des Original Peloton Bikes entsprechen wurde eine Konversionstabelle / Umrechnungstabelle von der Community speziell für das Schwinn IC8 erstellt. Diese kann man drucken und unter dem Computer des Bikes kleben. Belastungsstufe (Level) 25 des Peloton Bikes ist bei Schwinn IC8 Level 5 und entspricht eine volle Umdrehung am Widerstandsknopf. Für Level 25 auf dem Schwinn brauchst Du 2,5 Umdrehungen und für Level 49 brauchst Du 3,7 volle Umdrehungen. Ab da entspricht der Widerstand des Peloton Bikes dem Widerstand des Schwinn IC8.
Das Schwinn IC8 Modell kann mit der Kinomap App in der Smart Version verbunden werden. Das heißt: Die gefahrene Trittfrequenz wird von Schwinn IC8 an die App übermittelt, aber den Widerstand muss man, genau wie bei Zwift, selbst einstellen. Allerdings sagt die App mit einer Frauenstimme jedes Mal mit welcher Widerstandsstufe man nun fahren soll. Zusätzlich wird der Widerstand noch eingeblendet. Von daher ist das kein großes Problem. Man kann die Frauenstimmer deaktivieren, wenn es stört.
Ergonomie und Komfort
Die horizontale und vertikale Verstellbarkeit des Rennsattels und des Multipositions-Lenkers sorgen für eine gesunde und rückenschonende Sitzhaltung und ein authentisches Trainingsgefühl. Sogar der Winkel des Sattels kann leicht verändert werden und gegen einen handelsüblichen Fahrradsattel ausgetauscht werden. Sowohl kleine Menschen ab einer Körpergröße von 165 cm, als auch große Menschen bis zu 195 cm konnten in unserem Test das Speed Bike ohne Probleme benutzen. Der Q-Faktor (Pedalabstand) beträgt 200 mm. Der Lenker kann um 10 cm in die Höhe verstellt werden.
Die Kombipedale des IC8 bieten mit ihren einstellbaren Fußschlaufen nicht nur gewöhnlichen Sportschuhen sicheren Halt, sondern lassen sich auf der Rückseite auch mit Radschuhen (Schuh-Clips /Cleats) nutzen, die das SPD-Klicksystem aufweisen.
Lautstärke und Laufruhe
Das Schwinn IC8 Indoor Bike ist nahezu lautlos. Die im Test gemessene Lautstärke betrug ca. 39-41 dB. Bei diesem Schwinn Modell sind sogar Hantelablagen inklusive Hanteln integriert und so kann jederzeit auch ein Arm-Workout im Training eingebaut werden.
Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Nahezu lautloser, flüssiger Rundlauf
- Feine Einstellung des Magnetbremssystems in 100 Schwierigkeitsstufen
- Hohe Widerstände können erzeugt werden
- Kompatibel mit verschiedenen Trainings-Apps (Peloton, Zwift, Kinomap)
- Geeignet für moderates und intensives Training
- Hochwertige Verarbeitung
Nachteile:
- Display könnte größer und moderner sein
- Keine Benutzerprofile im Trainingscomputer
- Keine Speicherung von Trainingseinheiten
- Kurbelarme lassen sich nicht auswechseln
Technische Daten
Hier ist eine Übersicht der wichtigsten technischen Daten des Schwinn IC8:
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Bremssystem | Magnetbremssystem |
| Widerstandsstufen | 100 |
| Schwungmasse | 18 kg |
| Maximales Benutzergewicht | 150 kg |
| Konnektivität | Bluetooth |
| Abmessungen | Länge 124 cm, Breite 54 cm, max. 61 cm |
| Lautstärke | ca. 39-41 dB |
Fazit
Das IC8 ist eine gelungene Kombination aus robustem Premium-Speedbike und moderner Technik. Außergewöhnlich ist der nahezu lautlose, flüssige Rundlauf und die feine Einstellung des Magnetbremssystems in 100 Schwierigkeitsstufen, sowie die hohe Widerstände, die erzeugt werden können. Das Speed Bike ist sowohl für ein moderates, als auch ein intensives Cardio-Training, Ausdauertraining, Gewichtsverlust und Muskelaufbau geeignet. Es kann sowohl im Sitzen als auch im Stehen und in der Aero-Position gefahren werden.
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