Wenn es um das Tuning der Auspuffanlage geht, sind Töfflibuebe und Töfflimeitli bekanntlich sehr kreativ. Dabei ist umstritten, ob Massnahmen wie Auspuff ausbrennen, aufbohren oder kürzen tatsächlich zu einer nennenswerten Leistungssteigerung führen. Unbestritten ist aber, dass ein Tuning- oder Resonanzauspuff für mehr Power deines Töfflis sorgt. In diesem Artikel erfährst du, warum du besser auf Teile aus dem Fachhandel zurückgreifst.
Gefühltes Tuning - Leistungsabfall beseitigen
Oft ist es gerade der Schalldämpfer, der für einen Leistungsschwund verantwortlich ist. Speziell wenn du viele kurze Strecken zurücklegst, kann sich der Auspuff „zusetzen“. Man spricht auch von „zurussen“. Dann ist es nötig, den Auspuff zu säubern. Ob das Ausbrennen in diesem Fall eine gute Wahl darstellt, ist umstritten.
Zugegeben, es ist eine spektakuläre Methode und macht sicher auch Spass. Allerdings ist das Ausbrennen nicht ganz ungefährlich und kann schädlich für Natur und Umwelt sein. Und überdies kann es passieren, dass dabei der Dämmstoff im Inneren des Schalldämpfers zerstört wird. So erreichst du keine Leistungssteigerung - der einzige Effekt ist, dass dein Töffli lauter wird.
Es spricht also vieles dafür, in einem solchen Fall die Auspuffanlage mit konventionellen Methoden zu säubern. Nach der Reinigung sollte der Leistungsabfall beseitigt sein und du bist wieder mit gewohnter Geschwindigkeit unterwegs.
Tuningauspuff im Test
Einige Töfflibuebe und Töfflimeitli sind der Sache mit dem Auspufftuning auf den Grund gegangen. Als Test-Töffli diente ein Piaggio-Ciao-Hödi. Das Italo-Kult-Mofa eignet sich deswegen besonders gut für die Testreihe, da Endrohr (Schalldämpfer) und Krümmer aus einem Stück bestehen.
Auf einer ebenen und geraden Strecke wurden zunächst die Höchstgeschwindigkeit und die Beschleunigung von 0 auf 25 Stundenkilometer gemessen. Bei der originalen Bestückung erreichte das Töffli 31 Stundenkilometer, die 25 km/h erreichte der Hobel nach 8,5 Sekunden.
Nachdem ein Tuningauspuff montiert und der Vergaser neu abgestimmt wurde, kam das Mofa auf 39 km/h, allerdings brauchte das Piaggio-Mofa 9,03 Sekunden, um diese Geschwindigkeit zu erreichen.
Du kannst mit einem Tuningauspuff und optimal abgestimmtem Vergaser die Endgeschwindigkeit zwar merklich erhöhen, aber dafür musst du in der Regel eine Verschlechterung der Beschleunigungsleistung in Kauf nehmen. Allerdings fällt die Verringerung nicht dramatisch aus und lässt sich mit dem Einbau eines anderen Ritzels auch problemlos ausgleichen. Es gilt also abzuwägen.
Testergebnisse im Überblick:
| Konfiguration | Höchstgeschwindigkeit | Beschleunigung 0-25 km/h |
|---|---|---|
| Original | 31 km/h | 8,5 Sekunden |
| Tuningauspuff + Vergaseranpassung | 39 km/h | 9,03 Sekunden |
Tuningauspuff verbauen
Wenn dein Entschluss feststeht und du deinen Auspuff austauschen willst, dann empfiehlt sich die folgende Vorgehensweise. Zunächst musst du natürlich das alte Teil ausbauen. Je nach Modell gestaltet sich die Montage bzw. Demontage unterschiedlich. Es ist aber kein Hexenwerk.
Oftmals besteht der Auspuff aus einem Teil. Du löst zunächst die Muttern am Krümmer, also dort, wo der Krümmer am Motor befestigt ist. Achte darauf, die Muttern nicht vollständig zu entfernen. Warum? Wenn du den Auspuff erst am hinteren Ende vollständig löst, entsteht eine Hebelwirkung, die unter Umständen die Stehbolzen, an denen der Krümmer befestigt ist, beschädigen. Löst du dagegen zuerst die Muttern am Krümmer, verschaffst du der Verbindung Luft und Spiel.
Wenn du den alten Mofa-Auspuff entfernt hast, solltest du unbedingt auf Sauberkeit achten. Denn jetzt ist der Auslass am Zylinder völlig offen und ungeschützt. So kann sehr leicht Schmutz eindringen, der zu weitreichenden Schäden führen kann. Ein weiches, fusselfreies und vor allem sauberes Tuch in die Öffnung stopfen.
Endlich nimmt das Auspufftuning Gestalt an, denn jetzt kannst du dich an den Einbau des neuen Tuningauspuffs machen. Was dir nicht schwerfallen wird, denn du musst die beschriebenen Montageschritte einfach nur in umgekehrter Reihenfolge durchführen.
Der anspruchsvollere Teil dieser Methode des Auspufftunings steht dir aber noch bevor. Dein Vergaser wartet darauf, angepasst und abgestimmt zu werden. Wie du dabei vorgehen musst, erfährst du in diesem Artikel.
Massgeschneidertes Auspufftuning Marke Eigenbau?
Wen das Tuning-Fieber wirklich gepackt hat, der wird schon mal mit dem Gedanken gespielt haben, sich seinen eigenen massgeschneiderten Tuningauspuff selbst zu konstruieren. Für diese Form des Auspufftunings benötigt man aber nicht nur eine umfangreiche technische Ausstattung, sondern auch den Rechenschieber.
Nicht nur um die Leistung deines Töfflis zu kalkulieren, sondern auch um die Vorgaben für den idealen Tuningauspuff zu ermitteln. Es ist eine Sache, der sich wirklich nur Profis annehmen sollten. Einfach ein paar Rohre zusammenzuschweissen, reicht definitiv nicht aus.
Zunächst musst du einige Fragen klären. Zum Beispiel, über wieviel Hubraum dein Motor tatsächlich verfügt. Denn dieser wirkt sich unmittelbar auf das benötigte Volumen deiner Auspuffanlage aus. Je grösser der Hubraum, desto grösser muss deine Abgasanlage dimensioniert sein.
Wie breit kann oder soll der Drehzahlbereich sein? Wie viel Platz steht für den Auspuff zur Verfügung? Die anschliessenden Berechnungen, die du anstellen musst, kosten Zeit. Und manchmal auch Nerven. Welchen Durchmesser muss das Endrohr im Verhältnis zum Krümmer haben? Wie wirken sich die Kegelwinkel von Konus und Gegenkonus auf den Drehzahlbereich und das maximale Drehmoment aus?
Zum Glück kannst du auf Auspuffanlagen aus dem Tuning-Sortiment des Fachhandels zurückgreifen. Mit diesen Teilen ist Auspufftuning wesentlich leichter zu realisieren.
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Was bringt ein Tuning Auspuff am Mofa überhaupt?
In diesem Szenario tauschen wir nur den Auspuff und schauen, wie viel km/h es uns am Ende bringt. Wird das Mofa überhaupt schneller? Müssen wir die Düse im Vergaser wechseln? All das wird dir hier beantwortet, damit du einfach mehr Leistung aus deinem Mofa holen kannst. Wir testen das Ganze an einer Piaggio Ciao. Dort hat man Endtopf und Krümmer in einem. Also tauschen wir natürlich auch beides.
Zu aller Erst etwas zum Versuchsaufbau: Wir fahren eine gerade Strecke zunächst mit dem originalen Auspuff verbaut. Der Test beginnt. Anschließend wird der tuning Auspuff verbaut. Jetzt steht aber erst einmal eine Abstimmfahrt an. Sobald man ein neues Teil verbaut, besonders beim Tuning, muss nämlich der Vergaser neu abgestimmt werden. Dazu benötigst du einen Satz Düsen. Welche das sind kommt immer auf deinen Vergaser an. Ist der Vergaser abgestimmt kann es also losgehen.
Ein doch überraschendes Ergebnis. Die Höchstgeschwindigkeit ist deutlich gestiegen. Die 8 km/h sind mehr als wir erwartet hätten. Nur ein einzigest tuning Teil zu tauschen führt nämlich oft dazu, dass das Mofa in bestimmten Drehzahlbereichen nicht mehr so gut läuft und sich allgemein nur noch schlecht abstimmen lässt. Dies wird auch bei der Beschleunigung klar. Im unteren Drehzahlbereich ist ein kleines Loch, wohingegen die Piaggio Ciao im mittleren und oberen Drehzahlbereich sauber rausdreht.
Abschließend lässt sich sagen, dass es sich also durchaus lohnen kann, nur den Auspuff zu wechseln. Gigantische Sprünge in Sachen Leistung kann man allerdings nicht erwarten. Allerdings ist der verbesserte Sound natürlich auch immer ein Argument.
Für welchen Auspuff braucht man einen Waffenschein und welcher ist doch eher was für Eure Oma?
Der Leovince Touring ist eher in die Kategorie original Optik ein zu ordnen. Optisch unauffällig, schwarz lackierte, und deshalb auch etwas rostanfällige Anlage. Der Touring bringt auch gleich paar Gramm mehr auf die Waage. Dafür recht leise Anlage- Leistungsmäßig ganz klar auf Anzug ausgelegt. Bereits bei 5500 U/min liegen 4.5 PS an. Leistungsspitze von 7.8 PS findet dann auch bereits bei 6994 U/min ihren etwas mageren Höhepunkt. Und über 8500 U/min dreht die Touring nicht hinaus. Somit ist bei dieser Anlage auch kein großer Anstieg der Endgeschwindigkeit zu erwarten. Aber der Stadtfahrer der was unauffälliges sucht das besser anzieht als die Serienanlage dürfte mit dieser Anlage ganz gut liegen. Für den 70cc Stage6 Streetrace Zylinder mit den nicht ganz so zahmen Steuerzeiten ist die Anlage sicher nicht die erste Wahl.
Wer auf der Suche nach einer Anlage mit ähnlicher Leistungscharakteristik wie die LeoVince Touring ist, aber doch nicht auf die Optik einer Sportanlage verzichten möchte, dürfte mit der Metrakit Handmade Ecologic nicht schlecht liegen. Kostenbewusste dürften zur Version mit poliertem Aluminium Enddämpfer greifen, für 10€ Aufpreis gibt’s dann aber bereits eine Version in Carbon Look. Auch hier gilt, früher, homogener Einsatz bei 5500 U/min 4.3 PS die sich dann bei 7437 U/min auf 8.7 PS steigern. Aber auch hier ein Abrupter Abbruch, und über 8500 U/min drehte der Motor mit der Metrakit Anlage dann auch nicht mehr.
Die Tecnigas NextR war Jahre lang, wegen ihrem recht niedrigen Anschaffungspreis, eine ziemlich beliebte Anlage. Verarbeitung und Optik, sowie Passgenauigkeit lässt aber etwas zu Wünschen übrig. Neben der klar lackierten Version ist diese Anlage auch als technisch verchromte Anlage erhältlich um Sie besser vor Rost zu schützen. Zum Leistungsverlauf kann man sagen das die Kurve recht homogen und einem sauberen Drehmoment verläuft. Da die Anlage aber für sportliche 70cc Zylinder ausgelegt wurde, liegt die Leistungsdrehzahl um einiges höher, genauer bei 8163 U/min liegen üppige 9.6 PS an.
Der Yasuni Z ist sozusagen das Einsteigermodell in der gesamten Yasuni Palette von Z, über R zur R.07 und Carrera. Lieferbar wahlweise mit Aluminium oder Carbon bzw. Kevlar Dämpfer. Unter den fünf hier vorgestellten Anlagen harmoniert die Anlage am besten mit dem getesteten 70cc Stage6 Streetrace Zylinder. Sauberer Anzug, bei 5500 U/min liegen bereits 4.4 PS an, die Spitzenleistung von 9.8 PS erreicht der Motor bei 8223 U/min.
Da alle hier vorgestellten Anlagen für den Gebrauch auf öffentlicher Strasse zugelassen sind, werden in den Auspuff, wie übrigens auch in den Serienseitig verbauten Anlagen Drosseln eingeschweißt. Wollt ihr eure Anlage zu Sport- oder Rennzwecken einsetzen, muss der Auspuff vor Anbau auf diese Verjüngungen im Krümmer oder Enddämpfer untersucht werden.
Bei der Radical Racing Sport Auspuffanlage handelt es sich um ein günstiges Einstiegsmodell mit hochwertiger Optik und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer ein günstiges Einstiegsmodell mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, liegt bei der Radical Racing Sport Auspuffanlage mit edler Optik genau richtig.
Durch Veränderungen am Auspuff können sowohl Optik als auch Sound und Leistung deines Mopeds frisiert werden. Wer das nötige Kleingeld hat, sollte sich für den kompletten Austausch der Auspuffanlage entscheiden. Eine komplett neue Sportauspuffanlage wird die besten Ergebnisse erzielen. Hiermit kannst du die Leistung steigern und zugleich durch geilen Sound und abgefahrenes Design auffallen. Die budgetfreundliche Variante ist der Austausch einzelner Teile.
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