Das Fernsehen spielt im Motorsport weiterhin eine tragende Rolle. Promoter Dorna hat für diese Saison einige neue Verträge abgeschlossen. Insgesamt ist die MotoGP in 83 Ländern weltweit zu sehen. Neben Übertragungen im Free-TV gibt es auch Länder, in denen Marc Marquez, Valentino Rossi und Co. nur noch im Pay-TV zu sehen sind.
Veränderungen in der TV-Landschaft
In Großbritannien hat sich der Markt für die Motorradfans komplett verändert. 'Eurosport UK' zeigt die MotoGP nicht mehr. Auch die 'BBC' hat die Rechte verloren. Wer die MotoGP komplett live erleben will, benötigt ein Abonnement von 'BT-Sports'. Allerdings brachen die Zuschauerzahlen durch das Pay-TV-Modell ein.
Zuschauerzahlen im Vergleich
Den Saisonauftakt in Katar verfolgten im Durchschnitt 187.000 Zuseher mit einer Spitze von 230.000 Zuschauern. Das entsprach einem Marktanteil von 0,9 Prozent. Zum Vergleich verfolgten den Saisonauftakt 2013 in Katar im Durchschnitt 1.67 Millionen Zuseher in der 'BBC'. Der Höhepunkt lag bei 2,12 Millionen Zusehern. Das entsprach einer Quote von 6,9 Prozent Marktanteil.
Am Montag nach jedem Grand Prix zeigt 'ITV4' eine einstündige Zusammenfassung. In Katar sahen sich das im Durchschnitt 492.000 Zuseher an, die Spitze lag bei 603.000 Zusehern. Der Marktanteil lag bei 2,2 Prozent und damit deutlich über 'BT-Sports'.
Situation in Italien und Spanien
Ein ähnliches Phänomen ist auch in Italien und Spanien zu beobachten, wo die Motorradbegeisterung extrem groß ist und deutlich höher als in allen anderen europäischen Ländern. In Italien hat der Pay-TV-Sender 'Sky Italia' einen eigenen Kanal für die MotoGP eingerichtet. Alles wird live übertragen. Dazu kommt ein Vertrag mit dem Free-TV-Sender 'Cielo', der acht Rennen live überträgt, die restlichen zehn Grands Prix kommen in einer zweistündigen Highlight-Sendung am Renntag. Auch in Italien sind die Zuschauerzahlen eingebrochen.
Interessant war am vergangenen Wochenende auch der Vergleich mit der Superbike-WM, die so wie in Deutschland bei 'Eurosport' läuft. Das zweite Rennen aus Aragon wurde in Italien von rund 1,3 Millionen Zusehern verfolgt. 'Sky Italia' wirft für die MotoGP zur Primetime 833.000 Zuseher aus. Der Vergleich zum Vorjahr, als die MotoGP-Rennen noch von 'Mediaset' übertragen wurden, ist dramatisch: 'Mediaset' listet für den Grand Prix von Texas 2013 3.420.000 Zuschauer auf. Erstmals sahen in Italien mehr Menschen die Superbike-WM als die MotoGP.
Auch bei 'BT Sport' gingen die Zuschauerzahlen beim zweiten Saisonrennen nach unten. Es schalteten im Durchschnitt nur noch 121.000 Leute ein, was einem Marktanteil von nur noch 0,7 Prozent entsprach.
Ganz ähnlich sieht es auch in Spanien aus. 'Movistar TV' hat einen eigenen Kanal für die Motorrad-WM eingerichtet. Ab Juni wird dieser Kanal rund um die Uhr ausgestrahlt. Somit gibt es auch in Spanien die MotoGP komplett live nur noch im Pay-TV zu sehen. Als Free-TV-Partner fungiert 'Tele5' von Mediaset Spanien. Es werden neun Rennen live ausgestrahlt, die restlichen werden mit einer Verzögerung von drei Stunden komplett gezeigt. Die Zahlen entwickeln sich ähnlich dramatisch wie in Italien: Bei 'Movistar TV' verfolgten rund 400.000 Menschen den Grand Prix in Texas. Im freien 'Tele5' waren es immerhin 1,76 Millionen. Zum Vergleich schalteten im Vorjahr 4,51 Millionen Fans den Fernseher im Free-TV ein.
Als Alternative zum Fernsehen bietet die Dorna auf der offiziellen MotoGP-Webseite ein Streaming-Service an. Das Standard-Paket liegt bei 100 Euro pro Saison.
Flavio Briatore: Mehr als nur ein Teamchef
Nach Bernie Ecclestone gilt Ex-Renault-Teamchef Flavio Briatore als der Mann, der in der Formel 1 mit seinen berüchtigten Deals am meisten Geld verdient hat. Der Italiener war meist auch Manager der Fahrer, die für ihn fuhren - und blickte bei seinen Coups oft über den Tellerrand der Formel 1 hinaus.
"Das war die GP2", überrascht Briatore in Nico Rosbergs Podcast 'Beyond Victory'. "Denn ich habe die GP2 aus dem Nichts erschaffen." Die 2005 ins Leben gerufene GP2-Serie war der Nachfolger der wegen der hohen Kosten eingestellten Formel-3000-Serie.
"Die Idee ist so entstanden, dass ich mit Renault gesprochen habe. Ich hatte also Sponsorengelder in Höhe von 3,5 Millionen", gewann Briatore nach Ecclestone auch die Franzosen, für die er das Formel-1-Team leitete, für sein Vorhaben. Mit diesem Budget habe man "alles aufgebaut, und ich war zu 100 Prozent der Eigentümer. Dieser Deal, der Ende 2007 klammheimlich hinter den Kulissen stattfand, spielte die Formel-1-Talenteserie in die Hände der damaligen Formel-1-Rechteinhaber - und brachte Briatore viel Geld ein.
"Ich hatte Pech, denn Liberty war noch nicht hier", schmunzelt Briatore heute. Doch was war eigentlich das Geheimnis hinter Briatores Deals? "Ich war so gut, weil ich Risiken eingegangen bin", sagt er.
Der Spanien-Deal
Das Land auf der iberischen Halbinsel hatte zwar damals schon seit Jahren ein Rennen in Barcelona, dennoch fristete die Königsklasse des Motorsports neben dem Fußball und dem Motorradsport ein Schattendasein. "Niemand wollte die Formel 1 damals übertragen", erinnert sich Briatore. "Aber ich wollte aus Spanien ein Land wie Italien mit den Tifosi machen.
Doch Briatore hatte eine Trumpfkarte: "Ich wusste ja, wie gut Fernando ist - und ich wusste, dass er im Jahr darauf explodieren würde." Daher vereinbarte der Renault-Teamchef ein Gespräch mit dem Geschäftsführer des spanischen Privatsenders Telecinco, der im Besitz der Mediaset-Gruppe des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten und Medienmoguls Silvio Berlusconi steht.
"Berlusconi ist ein sehr guter Freund von mir. Das Gespräch mit dem Leiter des spanischen Senders lief aber nicht wie erhofft: "Er sagt zu mir, dass es in Spanien nur Motorrad gibt und man die Formel 1 nicht übertragen wolle." Auch die Frage, ob er dies mit Berlusconi besprochen habe, half nicht weiter - Briatore blitzte ab.
"Ich habe ihnen gesagt, dass ich Alonso habe", erzählt Briatore. "Gebt mir drei Millionen, denn das sind die Kosten für die Übertragung. Das ist eigentlich ein Geschenk." Daraufhin verhandelte er mit dem Telecinco-Rivalen Antena 3 über einen Deal, der den Sender nichts kosten würde, weil das Geld von Renault komme. "Der Kerl wollte anfangs sogar noch mehr", greift sich Briatore an den Kopf.
Denn nur ein Jahr später ging Briatores Plan tatsächlich auf: Alonso debütierte bei Renault, sicherte sich schon beim zweiten Saisonrennen seine erste Pole und fuhr beim Heimrennen in Barcelona auf Platz zwei. Es dauerte laut Briatore nicht lange, ehe das Telefon läutete und der Geschäftsführer von Telecinco mit ihm sprechen wollte.
"Mit dir spreche ich nicht mehr, habe ich gesagt", erinnert sich Briatore. Stattdessen ließ er den nunmehrigen Formel-E-Boss Alejandro Agag, der damals bei Briatores Team für den spanischen Sponsorenmarkt zuständig war, mit dem Telecinco-Mann verhandeln.
"Das war fantastisch, denn eigentlich wollte ich mit diesem Kerl einen Fünfjahresvertrag machen. Und der Preis für das zweite Jahr war höher als der ganz Fünfjahresvertrag", rieb sich Briatore die Hände. "Im Nachhinein weiß ich auch, was passiert ist: Berlusconi hat ihn angerufen.
Valentino Rossi's Zukunft
Publikumsliebling Valentino Rossi hat seine Fans geschockt: Der Italiener drohte im italienischen Fernsehen an, nach der kommenden Saison die MotoGP zu verlassen, wenn er nicht konkurrenzfähiger als in der Saison 2013 ist. Nach der Yamaha-Rückkehr tat sich der neunmalige Weltmeister schwer, mit den drei dominanten Spaniern mitzuhalten. Um neue Motivation zu erlangen, trennte sich Rossi bereits von Crewchief Jeremy Burgess.
"Ich möchte gerne weitermachen. Doch ich mache nur weiter, wenn ich konkurrenzfähig bin", betont Rossi gegenüber 'Mediaset'. "Wenn ich in der kommenden Saison ein bisschen konkurrenzfähiger als in der abgelaufen Saison bin, werde ich für zwei Jahre weitermachen."
Mitte Februar wird Rossi 35 Jahre alt. Damit gehört der neunmalige Weltmeister zu den ältesten Piloten im MotoGP-Feld. Teamkollege Jorge Lorenzo bewies in der abgelaufenen Saison, wie konkurrenzfähig die Yamaha M1 wirklich ist. Der Spanier war meist der beste Yamaha-Pilot und mindestens ein paar Zehntelsekunden schneller als Rossi. Die Rangordnung im Yamaha-Werksteam ist seit Rossis Rückkehr klar definiert.
Einen Nummer-eins-Status wie zwischen 2008 und 2010 hat der "Doktor" nicht mehr. Rossi und Lorenzo kommen deutlich besser aus, als in den ersten Jahren. Auch wenn Lorenzo die klare Nummer eins im Team ist, lobt er Teamkollege Rossi bei jeder Gelegenheit.
Der Weltmeister von 2010 und 2012 wünscht sich, dass Rossi die MotoGP noch nicht nach dem Ende der kommenden Saison verlässt und möchte den Italiener noch einige Jahre bei Yamaha sehen. "Ich finde es gut, dass Valentino so schon viele Jahre dabei ist. Er ist ein Fahrer, der dem Sport viel gibt. Er zieht viele Leute an, die ihn sehen wollen und hat viele Fans. Er ist eine lustige Person und ein sehr kompletter Fahrer, der sehr konkurrenzfähig ist - einer der besten aller Zeiten. Es ist mir eine Ehre, die Box mit ihm zu teilen", wird Ex-Weltmeister Lorenzo von 'MotoGP.com' zitiert. "Ich hoffe, dass er noch einige Jahre dabei ist."
Yamaha möchte ebenfalls, dass Rossi weitermacht. Rennleiter Lin Jarvis bemerkte immer wieder, dass Lorenzo und Rossi ihren Platz im Werksteam sicher haben. "Ich habe bereits mit Yamaha gesprochen", bestätigt Rossi, der aber spätestens 2016 abtreten wird. "Danach wird es vermutlich vorbei sein, weil ich dann 37 Jahre alt bin. Doch wenn es in der kommenden Saison so läuft wie in der abgelaufenen Saison oder noch schlimmer wird, dann könnte ich über einen Rücktritt nachdenken."
Sky Deutschland als Motorsport-Sender Nr. 1
Allgemein positioniert sich Sky inzwischen als Motorsport-Sender Nummer 1. Nach eigenen Angaben laufen in diesem Jahr über 1000 Stunden Motorsport live. Rösner sprach von insgesamt 37 Rennwochenende, an denen Sky live die Motoren dröhnen lässt. Auf diese Zahl kommt man, wenn man nicht nur auf die Formel1 oder MotoGP schaut, sondern auch auf die Indy Car Series oder kleinere Serien wie etwa die GT World Challenge.
Bei der MotoGP, die vergangenes Wochenende in Thailand startete und laut Rösner den bisher drittbesten Wert bei Sky einfuhr, wird mehr Sendungen mit Moderation an der Strecke geben. Weiterhin wird das MotoGP-Studio im Sky-Deutschland-Foyer im Einsatz sein. Die Anzahl der Rennen, so Rösner gegenüber DIGITAL FERNSEHEN, bei denen man von der Strecke moderiere, habe man im Vergleich zu 2024 aber verdoppelt.
Zuschauerzahlen im Vergleich
Eine Übersicht über die Zuschauerzahlen verschiedener MotoGP-Übertragungen im Vergleich:
| Sender | Veranstaltung | Durchschnittliche Zuschauerzahl | Marktanteil |
|---|---|---|---|
| BBC (2013) | Saisonauftakt Katar | 1.67 Millionen | 6.9% |
| BT-Sports | Saisonauftakt Katar | 187.000 | 0.9% |
| ITV4 | Zusammenfassung Katar | 492.000 | 2.2% |
| Sky Italia | MotoGP zur Primetime | 833.000 | N/A |
| Mediaset (2013) | Grand Prix Texas | 3.420.000 | N/A |
| Movistar TV | Grand Prix Texas | 400.000 | N/A |
| Tele5 | Grand Prix Texas | 1.76 Millionen | N/A |
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