Die Auswahl an Motorrädern ist groß, und es ist nicht immer einfach zu entscheiden, welches Motorrad am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. Zunächst sollte man sich damit auseinandersetzen, was man mit seinem Motorrad eigentlich vor hat, denn nicht jedes Motorrad ist für jeden Zweck geeignet. Hier eine kurze Auflistung von einigen Motorradarten mit ihren Vor- und Nachteilen:
- Naked-Bikes: Sie bieten eine aufrechte Sitzposition, sind gut für zwei Personen geeignet und haben einen nackten, unverkleideten Motor darunter.
- Chopper und Cruiser: Sie sind für sportliches Fahren überhaupt nicht gedacht.
- Tourer: Diese Motorräder sind für Langstrecken bestimmt und für das gemütliche Fahren mit Sozius ausgelegt.
- Super-Sportler: Diese Motorräder bringen eine Menge Spaß, sind allerdings nichts für den normalen Einsteiger, der frisch auf einem Motorrad sitzt.
- Enduro: Ein absolut vielseitiges Motorrad: Man kann mit Ihr mal kurz in die Stadt fahren, sie ist wendig und flink.
Das Jahr 2024 bringt eine beeindruckende Auswahl an Sporttourern und Crossover-Motorrädern, die sowohl für lange Touren als auch für sportliche Fahrten geeignet sind.
Definition Sporttourer
Sporttourer sind für tourentaugliche Sportbikes oder Naked Bikes gemacht, wie zum Beispiel die Kawasaki Ninja 1000SX oder die BMW R 1250 RS. Man sucht ein Motorrad für ausgedehnte Straßentouren, aber auch der Fahrspaß soll nicht zu kurz kommen.
Merkmale von Sporttourern
- Halb liegende, halb sitzende Sitzposition
- Langgezogene, durchgehende Sitzbank
- Oftmals ein Superbike-Lenker
- Meist schwerer als Supersportler
Eigentlich ist es einfach, die Sportler von den Sporttourern zu unterscheiden. Supersportler haben eine zweigeteilte Sitzbank, eher meist ein winziges Sitzkissen für den Sozius, das eher als Notsitz fungiert und ("Sport"-) Tourer haben eine langgezogene durchgehende Sitzbank, die gemütlicher für Fahrer und Beifahrer ist. Dazu ist meist kein Stummellenker verbaut (wenn, dann erhöht), sondern ein durchgehender Superbike-Lenker und sind meist schwerer, haben oftmals einen Hauptständer und sehen hässlicher aus 😛
Nicht selten sind die Modelle bereits ab Werk mit Koffern versehen. Auch Ausstattung und Leistung sind bei Tourern auf gehobenem Niveau. Vibrationsarme Antriebe mit wartungsarmer Kardanwelle sind weitere typische Merkmale. Entsprechend den gehobenen Anforderungen an die Leistung sind Tourer meist in höheren Hubraumklassen vertreten.
Vergleich mit anderen Motorradtypen
Reiseenduro vs. Sporttourer
Vor so einem allgemeinen Vergleich und gerade bei den nicht klar voneinander abgrenzbaren Motorrad-Arten ist es wichtig, deutlich zu erläutern, was genau verglichen werden soll. Die KTM 1290 Super Adventure S und die 1290 Super Duke GT stehen sich hier stellvertretend für alle anderen Reiseenduros und Sporttourer gegenüber. Sportliche Straßentourer mit 17-Zoll-Rädern, wie die Tracer-Modelle von Yamaha oder die XR-Modelle von BMW unterscheiden durch ihre Ergonomie von den Sporttourern. Sie fallen für uns eher in die Kategorie Crossover und bilden als hohe Tourer für die Straße ein eigenes Segment.
Während es bei der Ausstattung und den technischen Daten teils sehr wohl Überschneidungen bzw. Übereinstimmungen zwischen Reiseenduros und Sporttourern gibt, ist das beim Handling eher nicht der Fall. Allein die verschiedenen Dimensionen der Bikes sorgen schon für unterschiedliches Fahrverhalten. Dabei sei angemerkt, dass mit "Dimensionen" nicht das Gewicht gemeint ist. Lustigerweise sind Reiseenduros, trotz der deutlich größeren Gestalt, nicht sonderlich schwerer als Sporttourer. Zum Beispiel wiegt die Super Adventure S 246 kg vollgetankt, die Super Duke GT 233,5 kg vollgetankt. Mit der BMW R 1250 RS gibt es sogar einen Sporttourer, der schwerer ist als die mächtige Super Adventure. Sporttourer sind also nicht immer leichter, doch die Masse ist auf einen schnittigen, niedrigen Körper verteilt, während Reiseenduros eher hoch und breit bauen.
Supersportler vs. Sporttourer
Als Supersportler bezeichnet man in der Regel die aktuellsten Sportler. Inzwischen bedeutet das eine sehr kompakte und gerade im Frontbereich niedrige Bauweise. Was vor 20 Jahren ein Supersportler war, gilt heute als Sporttourer. Ich denke da an CBR 1000 F oder FJ 1200 oder auch die GSX 1100 R (und die jeweiligen hubraumschwächeren Modelle). Was vor 30 Jahren als sehr sportlich galt (den Begriff Supersportler gab es damals noch nicht), geht heute nur noch als Allrounder oder reiner Tourer durch.
Ergonomie und Fahrgefühl
In den meisten Fällen sind moderne Sporttourer nicht mehr als verkleidete Naked Bikes, die sich hauptsächlich durch Aerodynamik und Sitzposition von ihren nackten Technikschwestern unterscheiden. Somit finden wir sportliche - und auch oft elektronische - Fahrwerke und den wohl wichtigsten Faktor für spritziges Fahrverhalten vor: Die Raddimension. Mit 17 Zoll Vorderrädern und Reifendimensionen wie Supersportler und Hyper Naked Bikes lassen sich auch die etwas behäbigeren Sporttourer äußerst zügig bewegen.
Auf Reiseenduros sitzt man in der Regel höher und aufrechter, der Kniewinkel ist flacher und die Arme ruhen ohne Druck auf einem breiten Lenker. Zwar findet man auch auf Sporttourern, wie zum Beispiel der Super Duke GT, breite Lenker, doch öfter sind vorne Stummellenker mit Risern angebracht. Dadurch ergibt sich eine vorgestreckte, gebückte Sitzhaltung. Auf den Handgelenken liegt mehr Druck und der Kniewinkel ist spitzer.
Reifen und Reisen
Grobstollige Offroad-Reifen aller Art sind sowieso schon seit jeher Markenzeichen der Enduros. Dank der Popularität des Adventure-Segments bieten aber mehr und mehr Reifen-Hersteller neben zahlreichen Touring-Pneus auch ihre sportlicheren Produkte in den typischen Enduro-Raddimensionen an.
120/70-17 und 190/50-17. Reifendimensionen, die man häufig auf Sporttourern, oder eben Supersportlern oder Hyper Naked Bikes findet. Damit ist der Sportlichkeit keine Grenze gesetzt, weshalb auch theoretisch Slick-Reifen montiert werden könnten. Gut, diesen Anblick haben wir selbst auf unseren 1000PS Bridgestone Trackdays noch nicht häufig erlebt, jedoch sehen wir immer wieder Sporttourer mit Bereifungen wie dem Bridgestone S22, der sowohl auf der Straße, als auch auf dem Track glänzt. Auch diverse Touringreifen mit hoher Laufleistung können aufgezogen werden - an Vielseitigkeit mangelt es also nicht.
Kostenfrage
Die Welt der Sporttourer siedelt sich fast ausschließlich in der Oberklasse an. Das liegt unter anderem aber auch an der wagen Definition dieser Gattung. Generell ist das Adventure-Bike Segment als sündhaft teuer verschrien. Umso überraschender ist es, dass der Durchschnittspreis der drei meistverkauften Reiseenduros unter dem der Sporttourer liegt.
Zusätzlich zum Anschaffungspreis kommen noch die laufenden Kosten. Wieviel man an Versicherung und für Wartung abdrücken muss, hängt von vielen Faktoren ab und kann von uns unmöglich beziffert werden. Aber durch die Wartungsintervalle weiß man zumindest, wie oft man in der Werkstatt vorstellig werden muss. Hier haben die Sporttourer leicht die Nase vorne. Die BMW muss alle 10.000 km zum Service, die Kawasaki alle 12.000 km. Den "Sieg" in dieser Kategorie holt die Super Duke GT mit einem Wartungsintervall von 15.000 km.
Hier eine Tabelle mit einigen beliebten Sporttourern und ihren Eigenschaften:
| Modell | Motor | Leistung | Gewicht (vollgetankt) |
|---|---|---|---|
| Suzuki GSX-S1000GT | 999 ccm Vierzylinder | ca. 152 PS | 226 kg |
| Kawasaki Ninja 1000SX | 1.043 ccm Vierzylinder | ca. 142 PS | 235 kg |
| BMW R 1250 RS | 1.254 ccm Boxermotor | ca. 136 PS | 243 kg |
| KTM 1290 Super Duke GT | 1.301 ccm V2-Motor | ca. 175 PS | 233,5 kg |
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