Ob bei der Fahrradtour mit Freunden, einem Besuch im Trailpark oder beim Radrennen unter Wettbewerbsbedingungen - dein Fahrrad ist oft großen Belastungen ausgesetzt. Den Dämpfern, Lagern, Gelenken, Bowdenzügen sowie dem Antrieb inklusive Kette und Ritzel verlangt das viel ab. Außerdem läuft eine verschmutzte oder schlecht geschmierte Kette deutlich schwerer als eine saubere. So musst du mehr Kraft aufwenden, um vorwärtszukommen.
Warum ist die richtige Kettenpflege wichtig?
Bei deinem Fahrrad solltest du alle beweglichen Teile schmieren. Das gilt besonders für den Antrieb, also die Kette mit ihren Gliedern, das Kettenblatt sowie die Zahnkränze. Geht der Antrieb nur schwer, brauchst du mehr Kraft beim Fahren. Die Kette ist oft schon verschmutzt, wenn am Rahmen noch alles im grünen Bereich ist. Der Schmutz wirkt sich dabei massiv auf den Fahrspaß und die Haltbarkeit von Fahrradkette und Ritzeln aus. Daher solltest du besonders auf sie achten. Wenn die Kette schmutzig wird, solltest du sie gleich waschen und danach ölen. Besonders wenn sie matschig wird oder Staub, z.B. von der Fahrt über Feldwege, darauf kommt. Ansonsten hängt es davon ab, wie viel du radelst. Fährst du nur gelegentlich, überprüfe die Fahrradkette regelmäßig, am besten spätestens alle 3 Monate. Bei jeder Fahrt kommt Schmutz auf die Kette wie Straßendreck und Staub. Ölst du die Kette, ohne sie vorher sauber zu machen, schließt das Öl den Schmutz ein. Er wird dann mit der Zeit in die Glieder gedrückt. Die Kette läuft nicht mehr so leicht und verschleißt stark. Deshalb gilt: Zuerst Schmutz entfernen, dann Kette ölen. Wenn die Teile, die du schmierst, dreckig sind, schließt das Öl den Schmutz ein. Eigentlich soll das Öl die Teile beweglich halten, aber der eingeschlossene Schmutz reibt am Material. So verliert das Öl seine Funktion. Schlimmer noch: Es schadet deinem Fahrrad, weil das Material abgerieben wird.
Eine schmutzige Kette nutzt sich selbst und die Zahnkränze schnell ab. Das hat dann bald teure Reparaturen zur Folge. Auch macht das Radeln mehr Spaß, wenn man nicht gegen den Schmutz "antreten" muss.
Die richtige Vorbereitung
Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete - das gilt auch fürs Kette Reinigen. Bevor du dich ans Werk machst, solltest du einige Dinge bereithalten, die für eine intensive Kettenpflege nötig sind.
- Reinige das Fahrrad und die Kette.
- Lege mehrere saubere Tücher bereit.
- Um Flecken auf dem Boden zu vermeiden, decke ihn am besten ab - z.B. mit einem Karton oder einer Gummimatte.
- Decke die Bremsscheibe und den Bremssattel mit einem Tuch ab. Denn wenn Öl darauf kommt, funktioniert die Bremse nicht mehr optimal.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kettenpflege
Hier sind die Schritte zur richtigen Anwendung von Kettenspray:
Schritt 1: Reinigung der Kette
Die schnellste Methode ist das Abwischen der Kette mit einem Lappen. Drücke ihn fest um die Kette (am besten unterhalb der Kettenstrebe) und drehe die Kurbel rückwärts. Die Kette wird schnell sichtbar sauberer - und der Lappen schmutzig. Wenn Du etwas gründlicher vorgehen willst oder die Kette sehr stark verschmutzt ist, kannst Du sie vorher mit einem Kettenreiniger behandeln und mit Bürsten oder Pinseln etwas gezielter arbeiten als nur mit einem Lappen. Spezielle Kettenreinigungsgeräte erleichtern diesen Arbeitsschritt. Nach einer Feuchtreinigung empfehlen wir, die Kette trocknen zu lassen, bevor Du mit der Schmierung fortfährst. Da sich auch an Schalträdchen, Kettenblättern und der Kassette Verschmutzungen ansammeln, lohnt es sich, auch ihnen ab und zu etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn Du dabei hartnäckige Ablagerungen nicht mit dem Lappen bzw. einer Ritzelbürste entfernt bekommst, kannst Du sie vorsichtig mit einem kleinen Schlitzschraubendreher abschaben. Reinige Deine Kette gründlich. Je häufiger, desto weniger Schmutz sammelt sich in der Regel.
Schritt 2: Schaltwerk und Zugrolle ölen
Bringe das Kettenspray punktgenau am Schaltwerk und der Zugrolle auf. Es verdrängt Restwasser, beseitigt ölige Verschmutzungen und schmiert die Kette. Bei unserem BIKE Kettenspray hilft dir das Sprührohr des SONAX EasySprays, das Mittel perfekt und punktgenau zu dosieren. Benetze dann das Ritzelpaket flächig mit dem Kettenspray. Klappe dafür das Sprühröhrchen einfach nach unten.
Schritt 3: Kettenspray verteilen
Drehe die Kurbel rückwärts und bringe dabei das Pflegespray auf den unteren Teil der Kette innen auf. Behandle dabei wieder die Innenseite der Kette. So vermeidest du, dass sich das Öl schnell abscheuert.
Schritt 4: Überschüssiges Öl entfernen
Wische die Kette abschließend mit einem sauberen, fusselfreien Tuch nach.
Schritt 5: Lager, Gelenke, Bowdenzüge und Dämpfer pflegen
Behandle sämtliche bewegliche Teile wie Lager, Gelenke oder auch Bowdenzüge sparsam mit einem Fahrrad-Pflegeöl. Tropfe bei Bowdenzügen zwischen Kabelhülle und Innenzug. Wiederhole den Vorgang, falls nötig.
Welches Schmiermittel ist das Richtige?
Welcher Schmierstoff der beste für Dich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Für eine staubige Langstrecken-Tour mit dem Gravelbike beispielsweise brauchst Du eine Mischung mit langer Schmierfähigkeit und geringer Schmutzanhaftung. Für eine Mountainbike-Runde an einem verregneten Tag hingegen sollte die Schmierung möglichst standfest sein und Wasser abweisen. Im Folgenden stellen wir die verschiedenen Arten von Schmierstoffen vor.
Kettenöle
Kettenöle sind der Klassiker. Viele dieser Öle sind universelle Rezepturen, die als guter Kompromiss in allen Bedingungen funktionieren. In der Produktbeschreibung erfährst Du in der Regel, wofür ein bestimmter Schmierstoff optimiert ist. Die meisten bestehen aus Mineralöl, synthetischem Öl, pflanzlichem Öl oder Paraffin. Dazu werden verschiedene Additive beigemischt, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen, zum Beispiel Silikon, PTFE oder andere Polymere und Keramik. Flüssige Schmierstoffe bekommst Du entweder in kleinen Kunststoffflaschen, die eine genaue Dosierung erlauben, oder als Kettenspray.
Wet Lube, Dry Lube und Kettenwachs
Kettenöle für nasse Bedingungen (Wet Lube) beispielsweise sind zähflüssiger, um einen Schmierfilm zu bilden, der nicht so leicht von Spritzwasser ausgewaschen wird. Sie wirken wie eine Art Imprägnierung der Kette und schützen bestens vor Korrosion. Dieser zähere Schmierfilm ist aber nur bei Nässe von Vorteil, da trockener Dreck leichter daran haftet. Für trockene und staubige Bedingungen sind daher Trockenschmierstoffe (Dry Lube) die bessere Wahl. Sie sind deutlich dünnflüssiger. Nach etwas Einwirkzeit verfliegen die Lösungsmittel und es bleibt ein Schmierfilm zurück, an dem kaum Schmutz haftet. Wenn Du mit Dry Lube auf der Kette doch mal in den Regen gerätst, dann wird der Schmierfilm allerdings schneller ausgewaschen als bei den Wet Lubes. Trockenschmierstoffe gibt es auf Basis von Öl oder Paraffin (Wachs).
Kettenwachs ist unumstritten der mit Abstand leistungsfähigste Schmierstoff für Fahrradketten. Wachs erzeugt einen trockenen Schmierfilm, den man anfassen kann, ohne fettige oder schmutzige Hände zu bekommen. Gewachste Ketten bleiben sauberer und können leicht ein Mehrfaches der Fahrleistung von geölten Ketten erreichen. Kettenwachse erfordern allerdings grundsätzlich, dass die Kette vor dem Auftragen komplett fettfrei ist.
Regelmäßige Pflege für eine lange Lebensdauer
Idealerweise wird die Kette nach jeder längeren Tour gereinigt und geschmiert, damit sie immer im Topzustand ist. Findest Du direkt nach der Tour nicht die Muße, ist der Abend vor der nächsten Ausfahrt auch ein guter Zeitpunkt für die Kettenpflege. Wenn Du nur eine kurze Feierabendrunde in trockenen, aber nicht staubigen Bedingungen gefahren bist, reicht die Schmierung meist noch für die nächste Runde. Eine Sichtkontrolle und kurz an der Kette fühlen hilft für die Einschätzung. Zudem ist es sinnvoll, hin und wieder auf die Geräusche der Kette zu hören. Läuft sie leise und geschmeidig über Kettenblatt und Ritzel, ist sie wahrscheinlich gut geschmiert. Wenn sie beginnt, leicht metallisch zu rasseln oder gar zu quietschen, ist sie überfällig.
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