Der Spreewald lässt sich am besten auf dem Fahrrad erkunden, und mit dem Gurkenradweg ist dies hervorragend auch auf einer mehrtägigen Radtour möglich. Der Spreewald ist eine mystische Landschaft, durchzogen von malerischen Fließen. Die Haupt-Wasserstraße des Spreewaldes ist die Spree, von der die vielen kleiner Fließe abzweigen.
Der Spreewald teilt sich in den Unterspreewald und den Oberspreewald, wobei verwirrenderweise der Unterspreewald im Norden und der Oberspreewald im Süden liegt. Die Grenze der beiden Gebiete liegt bei der Stadt Lübben, die neben Lübbenau und Burg zu den touristischen Zentren des Spreewalds gehört.
Jeder hat schon einmal von den Spreewälder Gurken gehört und wahrscheinlich sogar ein Glas davon im Schrank stehen. Schon im 19. Jahrhundert wurden Gurken im Spreewald angebaut, die feuchten, humusreichen Böden sind ideal für das Wachstum der Gurken. Auch heute begegnet man den Spreewälder Gurken an jeder Ecke, es gibt zahlreiche Verkaufsstände, Imbisse und Restaurants bieten Gurkenteller und Gerichte mit Gurken an. Daher ist der Name Gurkenradweg für einen Radweg durch den Spreewald sehr passend. Das Tourenlogo ist eine lachende Gurke auf einem Fahrrad!
Der Gurkenradweg: Eine Übersicht
Der Gurkenradweg ist 265 km lang, Start und Ende ist in Lübben. Auch Freizeitradler und wenig ambitionierte Radfahrer kommen auf ihre Kosten, denn der Gurkenradweg ist weitestgehend flach und weist kaum Höhenmeter auf. Auf den ganzen 265 km sind es gerade mal 680 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Man fährt überwiegen auf Radwegen und sehr wenig befahrenen Landstraßen. Der Großteil der Route ist asphaltiert, aber es gibt auch immer mal wieder Abschnitte über Schotter- und Feldwege. Der Gurkenradweg ist sehr gut ausgeschildert, es gilt das Motto: Immer der Gurke nach! Trotzdem ist es natürlich ratsam, eine Karte oder zumindest den GPS-Track auf dem Handy dabeizuhaben.
Der Gurkenradweg lässt sich, je nach Vorliebe, sehr individuell in verschieden lange Etappen einteilen. Denn der Gurkenradweg besteht aus drei unterschiedlich langen Schleifen, die jeweils in Lübben starten und enden. So lässt sich, je nachdem wie viel Zeit zur Verfügung steht, auch ohne Probleme nur ein Teil des Gurkenradwegs befahren.
Die drei Schleifen des Gurkenradwegs
- Süd-östliche Schleife: Sie führt durch den Oberspreewald und somit durch den touristischsten Teil des Spreewalds. Die süd-östliche Schleife des Gurkenradwegs ist 141 km lang, perfekt also für eine 2- oder 3-Tagestour.
- Nördliche Schleife: Sie führt durch den noch nicht ganz so touristischen Unterspreewald. Mit 85 km eignet sich diese Schleife sehr gut für eine 2-Tagestour. Ambitionierte Radfahrer können sie natürlich auch an einem Tag fahren.
- Westliche Schleife: Mit 54 km ist sie die kürzeste Schleife des Gurkenradwegs und somit gut als Tagestour machbar.
Gurkenradweg Unterkünfte: Hotels, Pensionen, Campingplätze
In den touristischen Zentren Lübben, Lübbenau und Burg gibt es eine breite Auswahl an Unterkünften. Doch gerade in den Ferien und an den Wochenende ist es oftmals schwierig, kurzfristig noch eine bezahlbare Unterkunft zu finden. In den kleineren Dörfern sind Unterkünfte oft rar gesäht und es sind manchmal doch etliche Kilometer bis zur nächsten Unterkünft. Daher sollte man seine Tour auf dem Gurkenradweg gut planen und die Unterkünfte möglichst schon im Vorfeld buchen.
Hier eine Liste mit möglichen Unterkünften, zur besseren Übersicht und für eine individuelle Planung sind die Unterkünfte nach Anzahl km auf dem Gurkenradweg geordnet. Solange nicht gesondert ausgewiesen, befinden sich alle Unterkünfte direkt am Gurkenradweg oder nur wenige 100 m entfernt.
| Kilometer | Ort | Unterkunft |
|---|---|---|
| 1,5 | Lübben | Pension am Markt |
| 2 | Lübben | Hotel Standhaus |
| 2 | Lübben | Spreewald Camping |
| 13 | Lübbenau | Brauhaus und Pension Babben |
| 13 | Lübbenau | Spreewald Pension am Spreeschlößchen |
| 13,5 | Lübbenau | Schloss Lübbenau |
| 13,5 | Lübbenau | Gasthof Mühle |
| 13,5 | Lübbenau | Spreewald-Natur-Camping |
| 15 | Lehde | Ferienhof Bludnik |
| 19 | Leipe | Pension & Biergarten Spreewaldhof Leipe |
| 25 | Raddusch | Spreewaldhotel Garni Raddusch |
| 25 | Raddusch | Gasthof zum Slawen |
| 28 | Burg | Wilde Wiese Zeltplatz (1,4 km vom Radweg entfernt) |
| 35 | Vetschau | Spreewaldhof |
| 40 | Burg | Gasthaus & Pension Am Kurfürstendamm |
| 41 | Burg | Gästehaus Bohg |
| 46 | Burg | Spreewald Thermenhotel |
| 46 | Burg | Kur und Wellnesshaus Spreebalance |
| 46 | Burg | Zum Alten Schulhaus |
| 47 | Burg | Pension zum Holzpantoffelmacher |
| 47 | Burg | Zum Leineweber |
| 47 | Burg | Kneipp- und ErlebnisCamping (1,2 km vom Radweg entfernt) |
| 64 | Cottbus | Lindner Congress Hotel |
| 64 | Cottbus | Jugendgästehaus |
| 76 | Maust | Pension Maustmühle |
| 79 | Peitz | Ostsee Radlerpension |
| 107 | Burg | Bismarckschänke |
| 108 | Burg | Pension Lukask |
| 119 | Neu Zauche | Spreewaldhof Romantik |
| 132 | Radensdorf | Gasthaus Bukoitza |
| 139 | Lübben | siehe oben |
| 141 | Lübben | Pension Lehnigksberg |
| 153 | Schlepzig | Spreewaldresort Seinerzeit |
| 153 | Schlepzig | Pension zum Unterspreewald |
| 165 | Groß Leuthen | Eurocamp Spreewaldtor (Campingplatz, auch Mobilheime, 1,4 km vom Radweg entfernt) |
| 173 | Pretschen | Pension Döring |
| 179 | Alt-Schadow | Camping Nord |
| 190 | Neu Lübbenau | Scheunenherberge (1,6 km vom Radweg entfernt) |
| 193 | Groß Wasserburg | Campen im Spreewald |
| 207 | Krausnick | Landhotel Krausnick |
| 244 | Sagritz | Gutshof Sagritz |
| 265 | Lübben | siehe oben |
Erfahrungsberichte zu den einzelnen Schleifen
Süd-östliche Schleife
Der Gurkenradweg startet in Lübben. In Lübbenau gibt es einen netten Kahnhafen mit ein paar Ständen, an denen sich man mit Spreewälder Gurken und anderen Spreewaldspezialitäten eindecken kann. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte auf jeden Fall eine Kahnfahrt oder Paddeltour nach Lehde machen. Auch ein kurzer Abstecher zum Lübbenauer Schloss mit großem Schlosspark lohnt sich. Nachdem man Lübbenau wieder verlassen hat, führt der Weg idyllisch an einem Fließ entlang. Bald erreicht man einen Abzweig nach Lehde. Hier bietet es sich an, die Fahrräder kurz abzustellen (es muss eine Brücke überquert werden) und Lehde zu Fuß zu erkunden. Lehde ist ein Spreewalddorf, dessen Häuser größtenteils nur zu Fuß und zu Wasser erreichbar sind.
Sehenswert ist auch das Freilandmuseum Lehde, in dem original Spreewälder Hofanlagen aufgebaut sind. Wenn man die Fahrt fortsetzt, erreicht man Leipe, auch ein original Spreewalddorf. Es folgen Abstecher nach Raddusch (sehenswert ist die Slawenburg Raddusch) und Vetschau, bis man dann Burg erreicht. Burg ist eine Streusiedlung, die sich auf 35 km² verteilt. Ein kleiner Bummel durch Burg Dorf lohnt sich auf jeden Fall. Burg bietet sich auch zur Übernachtung an, da es eine große Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurants gibt. Der Radweg führt weiter durch kleinere Ortschaften bis nach Cottbus. Cottbus bietet viele Sehenswürdigkeiten, am bekanntesten sind das Schloss Branitz, das Flugplatzmuseum und das Staatstheater. Es geht durch die Innenstadt hindurch und dann an der Spree entlang wieder aus der Stadt heraus, vorbei am Cottbuser Ostsee, einem riesigem Braunkohletagebau, das gerade geflutet wird. Gleich darauf kommen die nächsten Gewässer in den Blick, man fährt auf einem Damm durch die Peitzer Teiche. Damit ist der östlichste Punkt der Tour erreicht und es geht, teilweise an der Spree entlang, zurück nach Burg.
Durch die Burger Streusiedlung fährt man weiter nach Straupitz. In Straupitz lohnt sich ein Besuch der Holländerwindmühle, die man besichtigen kann. In der Mühle wird nach altem Verfahren Spreewälder Leinöl hergestellt, das man in einem kleinen Laden auch kaufen kann. Nach einem kurzen Stück ist Neu Zauche erreicht und von da aus geht es am Nordumfluter entlang zurück nach Lübben.
Varianten
Natürlich muss man nicht unbedingt in Lübben starten, man kann an jeden Punkt des Gurkenradweges einsteigen. Durch die Bahnanbindung lassen sich auch Tagestouren realisieren, z.b. von Lübben nach Vetschau. Burg - Cottbus -Burg oder Lübben - Burg - Lübben bieten sich als weitere Tagestouren an.
Nördliche Schleife
Man verlässt Lübben Richtung Norden, das erste Stück der Strecke führt am Nordumfluter entlang. Nach kurzer Zeit zweigt der Gurkenradweg nach links über eine Holzbrücke zum Gasthaus Lehniksberg ab. An dieser Stelle kann man auch weiter geradeaus fahren. Diese Strecke ist reizvoller, da sie an der Spree entlang und danach durch eine Teichlandschaft führt. Dieser Weg ist allerdings teilweise sehr schmal, nicht asphaltiert und daher ab und zu etwas holprig. Mit normalem Trekkingrad aber kein Problem. Man folgt dann einfach den Wegweisern Richtung Petkamsberg, wo man wieder auf den Gurkenradweg trifft.
Schlepzig eignet sich im übrigen auch sehr gut als Ausgangspunkt für eine Paddeltour durch den Unterspreewald. Von Schlepzig aus geht es weiter auf einer sehr wenig befahrenen Landstraße Richtung Osten und danach auf Radwegen Richtung Norden. Man fährt durch kleine Ortschaften, durch Wälder, Felder und Wiesen. Mit dem Neuendorfer See ist der nördlichste Punkt der Gurkenradweges erreicht. Man umrundet den See fast komplett auf einer sehr angenehm zu fahrenden Fahrradstraße. In Neundorf am See gibt es eine sehr schöne Badestelle, man muss allerdings noch ein paar Meter auf einem Feldweg fahren. Die Badestelle liegt direkt am Waldcamp Seeblick.
Weiter geht es auf wenig befahrenen Landstraßen über Leibsch und Groß Wasserburg nach Köthen. Auch in Köthen gibt es eine sehr schöne Badestelle am Köthener See. Nachdem man Köthen verlassen hat, folgt nun der anstrengendste Teil des Gurkenradweges. Es geht auf Forstwegen, teilweise holprig und steinig, durch den Wald. Zuerst noch an ein paar Seen entlang, dann folgt nur noch Wald. Auf diesem Abschnitt macht man auch definitiv die meisten Höhenmeter, denn es geht immer leicht auf und ab. Wenn man dann Krausnick erreicht, hat man es geschafft und es geht auf einem sehr angenehmen Fahrradweg durch den Wald zurück nach Lübben.
Varianten
Auch hier muss man natürlich nicht unbedingt in Lübben starten, man kann an jeden Punkt des Gurkenradweges einsteigen. Wer lieber Tagestouren macht, für den bietet sich Schlepzig als Standort an. Von dort aus sind z.B. die Touren Schlepzig - Neuendorfer See - Schlepzig oder Schlepzig - Köthener See - Lübben - Schlepzig möglich.
Westliche Schleife
Der Spreewald Gurkenradweg ist eine 260 km lange Rundtour und wird von Radfahrern gern als Sternentour genutzt. Dabei besuchen Sie die Orte und Sehenswürdigkeiten im Spreewald. Zahlreiche Touren auf dem Gurkenradweg führen Sie entlang von Kanälen, Feldern und Wiesen. Erleben Sie Natur pur und Geschichte hautnah. Besuchen Sie Museen mit spreewälder Geschichte, kehren in gemütliche Gaststätten ein und entdecken interessante Ausflugsziele der Spreewaldregion.
Planen Sie etwa 5 Tage für eine Tour auf dem gesamten Spreewaldradweg ein. So können Sie links und rechts noch kurze Abstecher zu Sehenswürdigkeiten im Biosphärenreservat unternehmen. Der Spreewald ist eher ein Flachland. Aufgrund der geringen Steigungen ist das Radfahren auf dem Gurkenradweg auch für den Familienurlaub geeignet. Wer mit dem E-Bike (Elektrofahrrad) unterwegs ist, findet ein nahezu flächendeckendes Netz an Ladestationen, Akkuwechselstationen im Spreewald.
Weitere Radwege in der Region
Neben dem Gurkenradweg gibt es auch andere interessante Radwege in der Region, wie die Niederlausitzer Bergbautour. Die Niederlausitzer Bergbautour führt auf über 500 Kilometern durch die Bergbaugeschichte der Lausitz. Aussichtspunkte entlang der Strecke geben den Blick auf imposante Weite und turmhohe Tagebaugeräte in den wenigen noch betriebenen Kohleabbaufeldern frei.
Die Niederlausitzer Bergbautour führt auf über 516 km durch den Süden Brandenburgs und durch den Norden Sachsens. Mit der Eröffnung der ersten Braunkohlegrube Mitte des 19. Jahrhunderts begann der industrielle Aufschwung in der Lausitz, vor allem in der Tuch- und Glasindustrie. Rund 100 Jahre später machte die Braunkohle das Lausitzer Revier zum Energiezentrum der DDR. Noch heute wird Kohle abgebaut. Wo die Förderung vorbei ist, vollzieht sich eine wundersame Metamorphose. Aus Tagebauen werden neue Seen.
Besucherbergwerk Förderbrücke F60: Die ehemalige Förderbrücke ist mit 502 Metern Länge die größte bewegliche technische Arbeitsmaschine der Welt und heute als „liegender Eiffelturm“ ein Wahrzeichen der Lausitz. UNESCO Global Geopark Muskauer Faltenbogen: Der Faltenbogen ist die Wiege des Braunkohletagebaus in der Lausitz. Wie die gewonnene Kohle verarbeitet wurde, zeigt unter anderem die Energiefabrik Knappenrode. Dreimal am Tag heißt es hier ohrenbetäubend Schichtbeginn. Modernste Ausstellungswelten treffen hier auf backsteinrote Industriekultur.
Packliste für eine Radtour im Spreewald
- Fahrradtasche
- Wasserdichte Handy-Halterung fürs Fahrrad
- Powerbank
- Fahrrad-Multitool und ein Ersatzschlauch
- Klein verpackbarer Regenponcho
- Fahrrad-Regenhose mit Schuh-Überzieher und eine Regenjacke
- Gepolsterte Fahrradhandschuhe
- Trinkflasche mit Fruchtsieb
- Mückenspray
- Bite Away Elektronische Stichheiler
- Fahrradkarte für den Spreewald bzw. ein Radtourenbuch Gurkenradweg
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