Als im Jahre 1949 zum ersten Mal eine Motorrad-WM stattfand, galt die 500-ccm-Klasse schon bald als die Königsklasse. Es waren die schnellsten Motorräder in den Händen der renommiertesten Piloten der Welt. Mit dem Aufkommen der japanischen Hersteller in den späten 1960er-Jahren fanden Zweitaktmotoren eine weite Verbreitung. Da sie bei gleichem Hubraum mehr Leistung als Viertaktmotoren boten, dominierten sie die Meisterschaft, bis die Dachverbände Anfang der 2000er beschlossen, den Zweitaktmotor zu verbieten, weil er als veraltet galt. Der Zweitaktmotor war aus der Serienherstellung so gut wie verschwunden und wurde immer seltener.
Das Technische Regelwerk der MotoGP
Das technische Regelwerk der MotoGP wird in Abschnitten von 5 Jahren festgelegt. Der aktuelle Abschnitt trat 2022 in Kraft und dauert demnach bis 2026.
Große Änderungen erst 2027
Anfang Mai gab die MotoGP den Rahmen für ihr neues Technisches Reglement ab 2027 bekannt. Am 06. Mai 2024 wurden die neuen Regeln gefasst, die einige Änderungen mitbringen. Die Königsklasse soll sicherer, nachhaltiger und spektakulärer werden.
Da die Änderungen für 2027 weitreichend sind, mussten sie mit allen Parteien diskutiert und vereinbart werden. In der MotoGP gibt es Fünf-Jahres-Zyklen. Das aktuelle Reglement endet 2026.
Wesentliche Änderungen ab 2027
Eine wichtige Änderung umfasst die Motoren. Denn ab dem Jahr 2027 werden die Motoren erstmals seit 2007 verkleinert. Statt der 1.000-ccm-Motoren kommen dann nur noch 850-ccm-Motoren zum Einsatz. Der Hubraum der MotoGP-Klasse wird von 1000ccm auf 850ccm reduziert. Auch die maximale Zylinderbohrung wird von 81 auf 75 Millimeter reduziert. Die Motoren sind Viertakter. Die maximale Zylinderzahl bleibt bei vier. Gleichzeitig wird ab 2027 die Aerodynamik verringert: Die maximal zulässige Größe des vorderen Aero-Körpers wird angepasst, während die Nase um 50 mm zurückversetzt wird. Teile am Heck des Motors werden zudem homologiert. Dabei wird weiterhin 1 Aero-Update pro Saison erlaubt sein. Die Aerodynamik wird ab 2027 strenger reglementiert. So wird die maximal zulässige Breite des oberen Teils der Frontverkleidung von 600 auf 550 Millimeter reduziert, die maximale Höhe des Hecks von 1250 auf 1150 Millimeter. Außerdem wird die "Nase" der Frontverkleidung um 50 Millimeter nach hinten versetzt. Alle Aero-Anbauteile hinter dem Fahrer, die bisher nicht Teil des im Reglement definierten Aerokörpers waren, müssen als Teil dieses Aerokörpers homologiert werden. Wie bei der Front- und Seitenverkleidung ist den Herstellern nur ein Update pro Saison erlaubt.
Das ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass die Motorräder mittlerweile Geschwindigkeiten von über 360 km/h erreichen, was zu enormen Sicherheitsrisiken auf verschiedenen aktuellen Strecken führt. Auch die Motorenanzahl pro Saison wird von 7 Motoren auf sechs bei 20 Rennen, beziehungsweise von 9 auf 7 bei 21 bis 22 Rennen reduziert. Das Mindestgewicht der Motorräder sinkt von 157 kg auf 153 kg, während der Tankinhalt auf 20 Liter im Grand Prix (bisher 22 Liter) beziehungsweise 11 Liter im Sprint (bisher 12 Liter) angepasst wird. Das zulässige Tankvolumen sinkt von 22 auf 20 Liter bei Grands Prix und auf maximal elf Liter bei Sprintrennen.
Auch die zu 100 Prozent nachhaltigen Kraftstoffe, die sogenannten E-Fuels, werden ab der MotoGP-Saison 2027 zur Pflicht. Aktuell besteht der Sprit bereits zu 40 Prozent aus nachhaltigen Materialien. Ab 2027 wird die MotoGP mit 100 Prozent nachhaltigem Kraftstoff fahren - eine deutliche Steigerung gegenüber dem Mindestanteil von 40 Prozent, mit dem der Sport seit 2024 fährt.
Sämtliche Ride Height Devices, darunter die für den Start genutzten Holeshot-Vorrichtungen, sind ab 2027 zudem verboten. In der neuen Ära ab 2027 sind alle Ride-Height- und Holeshot-Devices verboten. Das bedeutet: Weder für den Rennstart (Holeshot-Device) noch für mehr Drive am Kurvenausgang (Ride-Height-Device) dürfen die Fahrer das Heck manuell absenken.
Das aktuelle Konzessionssystem bleibt beibehalten, wird allerdings etwas angepasst. Das Ende 2023 eingeführte Konzessionssystem bleibt bestehen. Allerdings starten alle Hersteller, die 2026 Rennen gefahren sind, mit Inkrafttreten des neuen Reglements in der Saison 2027 in der Kategorie B. Nach der Hälfte der Saison erfolgt eine Neubewertung auf Basis der bis dahin erzielten Ergebnisse. Potenzielle Neueinsteiger, die 2026 kein Rennen gefahren sind, starten in der Saison 2027 in der Kategorie D und genießen damit mehr Zugeständnisse als die anderen Hersteller. Sie dürfen zum Beispiel zwei zusätzliche Motoren pro Fahrer und Saison einsetzen.
Gleichzeitig soll, um das Niveau des Fahrerfeldes anzugleichen, jedes Bike mit einem GPS ausgestattet sein, dass sämtliche Daten in allen Sitzungen wie Freien Trainings, Qualifyings und Rennen sammelt und allen Teams zugänglich macht. Um für mehr Chancengleichheit zu sorgen, werden die GPS-Daten aller Fahrer am Ende jeder Session allen Teams zur Verfügung gestellt. So haben auch schwächere Teams bessere Chancen, Fortschritte zu machen, ohne ihre Riding Coaches für Videoaufnahmen um die Strecke schicken zu müssen.
Das Mindestgewicht der Motorräder in der MotoGP-Klasse wird von 157 auf 153 Kilogramm gesenkt. Auch bei den Übersetzungsmöglichkeiten gibt es Änderungen: Die Gesamtzahl der erlaubten Getriebeübersetzungen (Gangpaare) wird auf 16 reduziert.
Von der Beschränkung der Aerodynamik erhofft man sich noch engere Rennen mit mehr Überholmanövern - ebenso wie vom Verbot von Hilfsmitteln. Das Können der Fahrer soll wieder mehr Gewicht bekommen.
Ziel der Änderungen
Die Königsklasse soll sicherer, nachhaltiger und spektakulärer werden. So wird die Höchstgeschwindigkeit durch den Wechsel von 1000ccm- auf 850ccm-Motoren gesenkt, was den Sport sicherer macht und die Laufleistung zugunsten der Effizienz erhöht.
Laut Dorna haben sich - wie schon beim neuen Konzessionssystem, das Ende 2023 eingeführt wurde - alle darauf geeinigt, was für die Zukunft des Sports am besten ist, auch diejenigen, die unter dem aktuellen Reglement an der Spitze stehen. Von den Vorschlägen, die den Herstellern unterbreitet wurden, seien die meisten sofort akzeptiert worden, für den Rest habe man einen Konsens gefunden. Alles, was bisher veröffentlicht wurde, sei zu 100 Prozent einstimmig beschlossen und bestätigt worden.
Die Hersteller schätzen, dass die Motorräder 2027 - je nach Strecke - etwa ein bis zwei Sekunden pro Runde langsamer sein werden als heute. e mehr sich die Teams mit den neuen Regeln vertraut machen, desto kleiner könnte dieser Unterschied jedoch werden.
Jetzt, wo sich die MotoGP der Grenze dessen nähert, was unter dem aktuellen Reglement möglich ist, sollten die Änderungen für 2027 eigentlich nur zu mehr Innovation ermutigen, wie es bei jeder ähnlichen Regeländerung der Fall ist. Diese Innovation soll jedoch nachhaltiger und straßentauglicher sein und der Industrie und den Herstellern - also allen Beteiligten des Sports - zugutekommen.
Als die Änderung 2007 eingeführt wurde, gab es keine Beschränkungen für die Motorarchitektur, insbesondere nicht für die Zylinderbohrung. Bei der Rückkehr zur aktuellen 1000ccm-Spezifikation im Jahr 2012 wurde eine maximale Bohrung eingeführt. Ziel war es, die Motoren straßentauglicher, langlebiger und fahrerfreundlicher zu machen, aber auch die Leistung zu begrenzen. Dies wird als "Downboring" bezeichnet. Diese Bohrungsbegrenzung wird 2027 an den neuen Hubraum angepasst, was bedeutet, dass die neuen Motoren, die 850er-Motoren, die derzeitigen Eigenschaften (ähnlich den 1000er-Motoren) beibehalten und straßentauglicher sein werden.
Sprintrennen in der MotoGP
Ab der MotoGP-Saison 2023 gibt es zusätzlich am Samstag ein Sprintrennen der Königsklasse. Im Zuge dessen wurde in der Grand-Prix-Kommission das Format des Wochenendes komplett neu geplant und ein neuer Zeitplan für alle drei Tage entworfen.
Zeitplan der MotoGP-Sprintrennen
Das Sprintrennen findet um 15 Uhr Ortszeit am Samstagnachmittag des Rennwochenendes statt. Es ersetzt nicht die beiden üblichen Qualifying-Sitzungen, in denen ausschließlich die Startaufstellung für das Sprint- und das Sonntagsrennen festgelegt wird. Die beiden Freitags-Trainings werden von ihrer 45-minütigen Dauer verlängert. Die kombinierten Zeiten werden verwendet, um den direkten Zugang zum zweiten Qualifying zu bestimmen, anstatt bis nach dem dritten freien Training am Samstagmorgen zu warten.
An allen drei Tagen wird die MotoGP künftig die letzte Klasse jedes Blocks sein. Die Ausnahme ist der Samstag, denn am Samstag finden beide MotoE-Rennen statt. Am Sonntag ist das MotoGP-Rennen der krönende Abschluss des Wochenendes. Am Freitag haben alle drei Grand-Prix-Klassen je zwei Trainings unterschiedlicher Länge. Die beiden Moto3-Trainings wurden jeweils um fünf Minuten auf 35 Minuten verkürzt. Bei der Moto2 bleibt man bei zwei Sessions über 40 Minuten. Das erste MotoGP-Training am Vormittag bleibt wie gewohnt bei 45 Minuten. Das Nachmittagstraining wurde auf eine Stunde verlängert. Für die Königsklasse gilt das Gesamtergebnis des Freitags für die Einteilung in Q1 und Q2. Am Samstag gibt es am Vormittag für alle drei Klassen je ein halbstündiges Training. Für die MotoGP hat diese Session für das Qualifying keinerlei Bedeutung. Für die Moto2 und die Moto3 bestimmt das Gesamtergebnis der drei Trainings die Einteilung in Q1 und Q2. Nach dem Freien Training der MotoGP geht es am späten Vormittag für die Königsklasse direkt ins Qualifying. Das Format mit Q1 und Q2 bleibt dabei unverändert. Das Ergebnis ist dann die Startaufstellung sowohl für das Sprintrennen als auch für den Grand Prix am Sonntag. Am frühen Nachmittag fahren dann die beiden kleinen Klassen ihre gewohnten Qualifyings. Das MotoGP-Sprintrennen findet jeden Samstag um 15:00 Uhr Ortszeit statt. Es wird über die Hälfte der Grand-Prix-Distanz gefahren.
Im Gegensatz zur Formel 1, in der die Sprints - zumindest in der aktuellen Saison - nur bei sechs Grand Prix‘ gefahren werden, gibt es in der MotoGP bei jedem Meisterschaftslauf ein Sprintrennen.
Regeln für das MotoGP Sprintrennen
Das Rennen wird etwa halb so lang sein wie das volle Rennen, wobei die Hälfte der Punkte an die ersten neun Fahrer vergeben wird. Es wird eine 15-minütige Startaufstellung geben. Ansonsten gelten die gleichen Regeln wie für den Grand Prix in voller Länge am nächsten Tag.
Der entscheidende Unterschied ist jedoch die Regelmäßigkeit: Die Sprintrennen der MotoGP finden in dieser Saison bei jedem Grand Prix statt und bieten eine gleitende Punkteskala für die ersten neun Platzierten. Das Sprintrennen findet um 15 Uhr Ortszeit am Samstagnachmittag des Rennwochenendes statt. Es ersetzt nicht die beiden üblichen Qualifying-Sitzungen, in denen ausschließlich die Startaufstellung für das Sprint- und das Sonntagsrennen festgelegt wird.
Für das Sprintrennen dürfen maximal zwölf Liter Kraftstoff verwendet werden. Zum Vergleich sind maximal 22 Liter für einen Grand Prix erlaubt. Außerdem wendet man im Sprint die Tracklimit-Regel der MotoE an. Im Sprint gibt es schon bei der ersten Missachtung der Tracklimits eine Verwarnung und beim dritten Vergehen eine Long-Lap-Strafe. Beim Grand Prix gibt es erst nach der dritten Missachtung die erste Verwarnung und bei einem weiteren Vergehen eine Long-Lap-Strafe. Sollte ein Fahrer im Training eine Long-Lap-Strafe ("unsportliches Verhalten") bekommen, dann gilt sie nur für den Grand Prix und nicht für den Sprint. Sollte ein Fahrer aus technischen Gründen im Training oder Qualifying disqualifiziert werden, gilt das für die Startaufstellung beider Rennen. Alle anderen Regeln wie das Flag-to-Flag-Prozedere, Frühstarts oder Neustarts gelten beim Sprint so wie beim Grand Prix. Damit es bei einem Sprintrennen ein offizielles Ergebnis gibt, müssen drei Viertel der Renndistanz absolviert sein.
Punktesystem für Sprintrennen
Für das Sprintrennen gibt es auch WM-Punkte.Die Einführung des Sprintrennens hat das Wochenendprogramm der MotoGP natürlich revolutioniert. Es beginnt wie gewohnt am Freitag mit dem Freien Training, das am Nachmittag von 45 Minuten auf eine Stunde verlängert wird und dazu dient, die zehn Fahrer zu ermitteln, die direkt in Q2 einziehen. Der Samstagvormittag ist hingegen den bereits erwähnten Qualifikationen gewidmet, wobei Q1 und Q2 jeweils eine Viertelstunde dauern. An Q1 nehmen die Fahrer teil, die am Freitagnachmittag im zweiten Freien Training nicht unter die besten zehn gekommen sind, was in jeder Hinsicht mit einer Vorqualifikation vergleichbar ist.
Hier ist die WM-Punkteschlüssel für das Sprintrennen:
- 1. Platz: 12 WM-Punkte
- 2. Platz: 9 WM-Punkte
- 3. Platz: 7 WM-Punkte
- 4. Platz: 6 WM-Punkte
- 5. Platz: 5 WM-Punkte
- 6. Platz: 4 WM-Punkte
- 7. Platz: 3 WM-Punkte
- 8. Platz: 2 WM-Punkte
- 9. Platz: 1 WM-Punkt
Die MotoE fährt an acht der 21 Rennwochenenden des MotoGP-Kalenders zwei Rennen, und zwar beide am Samstag. Rennen 1 ist jeweils nach dem MotoGP-Qualifying angesetzt, Rennen 2 nach dem MotoGP-Sprint. Am Sonntag gibt es für die beiden kleinen Klassen kein Aufwärmtraining mehr. Das MotoGP Warm-up wird auf zehn Minuten verkürzt, damit die Fahrer und Teams die Motorräder checken können, falls es am Samstag im Sprint ein technisches Problem oder einen Sturz gegeben hat. Direkt nach dem Aufwärmtraining wird es neu eine "Fanshow" mit den MotoGP-Fahrern geben. Damit möchte man den Veranstaltern die Möglichkeit geben, dass die Fans mit den Fahrern in Kontakt treten können. Anschließend finden die drei Rennen zu den gewohnten Uhrzeiten statt, wobei die Distanzen der kleinen Klassen verkürzt wurden. Ein Moto3-Rennen soll künftig ungefähr 34 Minuten dauern und ein Moto2-Rennen ungefähr 36 Minuten. Das MotoGP-Rennen geht dann wie gewohnt um 14:00 Uhr über die volle Distanz. Man möchte die Königsklasse am Sonntag deshalb als letztes Rennen des Tages veranstalten, um danach die Strecke für die Fans vor Ort öffnen zu können. Für die ewige Siegerstatistik zählt ausschließlich der Grand-Prix-Sieg.
Das MotoGP-Wochenende im Detail
Hier ist ein detaillierter Zeitplan für ein MotoGP-Wochenende:
Freitag:
- 08:25 - 08:45 Uhr: MotoE Training 1 (bei 8 von 21 Terminen)
- 09:00 - 09:35 Uhr: Moto3 Training 1
- 09:50 - 10:30 Uhr: Moto2 Training 1
- 10:45 - 11:30 Uhr: MotoGP Training 1
- 12:25 - 12:45 Uhr: MotoE Training 2 (bei 8 von 21 Terminen)
- 13:15 - 13:50 Uhr: Moto3 Training 2
- 14:05 - 14:45 Uhr: Moto2 Training 2
- 15:00 - 16:00 Uhr: MotoGP Training 2
- 17:00 - 17:10 Uhr: MotoE Qualifying 1 (bei 8 von 21 Terminen)
- 17:20 - 17:30 Uhr: MotoE Qualifying 2 (bei 8 von 21 Terminen)
Samstag:
- 08:40 - 09:10 Uhr: Moto3 Training 3
- 09:25 - 09:55 Uhr: Moto2 Training 3
- 10:10 - 10:40 Uhr: MotoGP Freies Training
- 10:50 - 11:05 Uhr: MotoGP Qualifying 1
- 11:15 - 11:30 Uhr: MotoGP Qualifying 2
- 12:10 Uhr: MotoE Rennen 1 (bei 8 von 21 Terminen)
- 12:55 - 13:10 Uhr: Moto3 Qualifying 1
- 13:20 - 13:35 Uhr: Moto3 Qualifying 2
- 13:50 - 14:05 Uhr: Moto2 Qualifying 1
- 14:15 - 14:30 Uhr: Moto2 Qualifying 2
- 15:00 Uhr: MotoGP Sprintrennen
- 16:10 Uhr: MotoE Rennen 2 (bei 8 von 21 Terminen)
Sonntag:
- 09:40 - 09:50 Uhr: MotoGP Warm-up
- 10:00 - 10:30 Uhr: MotoGP Fanshow
- 11:00 Uhr: Moto3 Rennen
- 12:15 Uhr: Moto2 Rennen
- 14:00 Uhr: MotoGP Rennen
Qualifying für die MotoGP
Um in einem Rennen der MotoGP die Siegchancen zu erhöhen, ist ein Startplatz weit vorn im Fahrerfeld von entscheidender Bedeutung. Die Startaufstellung für jedes Rennen einer MotoGP-Saison wird im Qualifying, also der Qualifikation ermittelt. Ausschlaggebend für das Qualifying sind zudem die Ergebnisse in den Freien Trainings: Die zehn schnellsten Piloten aus den Trainings starten im Samstags stattfindenden Qualifying direkt in Q2, alle anderen Teilnehmer kämpfen zunächst in Q1 um den Platz im Rennen. Hierfür werden die schnellsten Runden aus den ersten beiden Trainingssession herangezogen und in ein Gesamt-Klassement zusammengerechnet.
Beide Sessions dauern jeweils 15 Minuten. In Q1 ermitteln die Fahrer, die es im Training nicht in die Top-10 geschafft haben, zwei Piloten, die in Q2 um die Pole Position (also den Platz ganz vorn in der Startaufstellung) eingreifen. Nur die zwei schnellsten Fahrer aus Q1 dürfen auch in Q2 wieder antreten, danach stehen die Startplätze ab Position 13 für ein Rennen der MotoGP fest. In Q2 treten entsprechend 12 Fahrer an: Die zehn schnellsten Piloten aus den Trainings und die zwei schnellsten aus Q1.
15 Minuten bleiben den zwölf Piloten in Q2, um die schnellstmögliche Rundenzeit zu fahren. Diese gibt am Ende Aufschluss über die Startposition. Der schnellste geht von der Spitze des Fahrerfeldes aus ins Rennen am Sonntag und nimmt die begehrte Pole Position ein.
Flag-to-Flag-Rennen
Flag-to-Flag-Rennen (d.h. von der Start- bis zur karierten Flagge) sind ein spezielles Format in der MotoGP, das bei wechselhaften Wetterbedingungen zum Einsatz kommt. Das System wird nur in der MotoGP angewandt, da dies die einzige Kategorie ist, in der es zwei Motorräder pro Fahrer gibt.
Die Flag-to-Flag-Regel greift, wenn sich während eines Rennens die Wetterbedingungen drastisch ändern, insbesondere bei plötzlichem Regen auf einer zuvor trockenen Strecke oder umgekehrt. Das Verfahren ist sehr einfach. Die Teams haben das zweite Motorrad in ihrer Garage mit Regenabstimmtung und Regenreifen bereits vorbereitet. Die Fahrer wechseln nach eigenem Ermessen, wenn sie es für notwendig erachten. Es gibt keine Zeitbegrenzung oder Mindestanzahl an Runden, die sie vor dem Wechsel fahren müssen. Im umgekehrten Fall, also wenn das Rennen als Regenrennen ("Wet Race") gestartet wird, ist das Procedere ähnlich, nur braucht es hier keine weiße Flagge, um die Erlaubnis zum Bikewechsel zu geben.
Zwei vorbereitete Motorräder: Jedes Team muss zwei Motorräder für jeden Fahrer bereitstellen.
Boxengasse: Der Boxenstopp und der Motorradwechsel müssen in der Boxengasse erfolgen. Das Team muss schnell und effizient arbeiten, um den Wechsel in kürzester Zeit zu ermöglichen.
Strategie: Die Entscheidung, wann der Fahrer zum Motorradwechsel in die Box fährt, kann rennentscheidend sein. Ein zu früher oder zu später Wechsel kann den Fahrer Zeit und Positionen kosten.
Punktesystem in der MotoGP
Die Motorrad-Weltmeisterschaft 2025 wird mit dem gleichen Punktesystem fortgesetzt, das seit der Saison 2023 mit der Einführung des Sprintrennens verwendet wird. Der bestplatzierte Fahrer erhält natürlich die meisten Zähler, wobei ein Sieg 25 Punkte wert ist. Dann geht es weiter bis zum Fünfzehnten in der Gesamtwertung, der lediglich einen Punkt erhält.
Dieses Kriterium für die Punktevergabe wird seit 1993 verwendet. Die eigentliche Neuerung, die 2023 eingeführt wurde und für die Saison 2024 sowie die aktuelle Saison beibehalten wird, ist das Sprintrennen.
Hier ist die Punkteverteilung für das Rennen am Sonntag:
- 1. Platz: 25 Punkte
- 2. Platz: 20 Punkte
- 3. Platz: 16 Punkte
- 4. Platz: 13 Punkte
- 5. Platz: 11 Punkte
- 6. Platz: 10 Punkte
- 7. Platz: 9 Punkte
- 8. Platz: 8 Punkte
- 9. Platz: 7 Punkte
- 10. Platz: 6 Punkte
- 11. Platz: 5 Punkte
- 12. Platz: 4 Punkte
- 13. Platz: 3 Punkte
- 14. Platz: 2 Punkte
- 15. Platz: 1 Punkt
Hier ist die Punkteverteilung für das Sprintrennen:
- 1. Platz: 12 Punkte
- 2. Platz: 9 Punkte
- 3. Platz: 7 Punkte
- 4. Platz: 6 Punkte
- 5. Platz: 5 Punkte
- 6. Platz: 4 Punkte
- 7. Platz: 3 Punkte
- 8. Platz: 2 Punkte
- 9. Platz: 1 Punkt
Es ist wichtig zu betonen, dass die Ereignisse am Samstag keinen Einfluss auf das eigentliche Rennen am Sonntag haben.
Bei Punktgleichheit zwischen zwei oder mehr Fahrern am Ende der Saison wird die Anzahl der gewonnenen Grand Prix‘ gezählt.
Der Allzeitrekord für die höchste Punktzahl in der MotoGP hält der Spanier Marc Marquez, der 2019 mit zwölf Siegen in neunzehn Rennen, sechs zweiten Plätzen und einer Aufgabe insgesamt 420 Punkte holte. Hätte es damals schon Sprintrennen gegeben, hätte der spanische Champion wahrscheinlich die 500-Punkte-Marke geknackt.
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