Die Frage, ob eine SRAM GXP Kurbel mit einem Shimano Innenlager, insbesondere einem Ultegra HTII, kompatibel ist, beschäftigt viele Radfahrer. Dieser Artikel beleuchtet die technischen Aspekte und möglichen Lösungen.
Technische Unterschiede zwischen GXP und HTII
HTII Innenlager haben auf beiden Seiten einen Durchmesser von 24 mm. Eine GXP Kurbel hingegen benötigt auf der Antriebsseite 24 mm und auf der Nicht-Antriebsseite 22 mm Durchmesser.
Adapter als mögliche Lösung
Es gibt Adapter, um eine GXP Kurbel in ein HT2 Lager einzubauen. Allerdings ist die Funktionsweise dieser Adapter nicht immer einfach zu verstehen. Bei Shimano Kurbeln wird die linke Kurbel mit geringem Drehmoment (ca. 1 Nm) fixiert, um die Lager nicht zu beschädigen. Um eine GXP Kurbel in ein HT2 Lager zu bekommen, gibt es von den Lagerherstellern Adapter, zumindest von Hope und Chris King.
Ein Mega Exo Welle passt mit etwas Kraft in ein HT2 Lager, da der Wellendurchmesser identisch ist.
Fest/Loslagerung bei GXP
GXP ist eine Fest/Loslagerung.
Schaltkomponentenkompatibilität
Die Kompatibilität der Schaltkomponenten ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Die KMC-Kette funktioniert problemlos mit SRAM und Shimano.
Die KMC 11EL und 11SL Ketten funktionieren problemlos mit SRAM und Shimano.
Wheels Manufacturing Innenlager als Alternative
Die Outboard Innenlager von Wheeels Manufacturing bieten die Möglichkeit, SRAM MTB und Road Kurbeln mit 24-22 mm GXP Achse in Rahmen mit Pressfit30 Tretlagergehäusen mit 46 mm Einpressmass bei 68 und 73 mm Breite zu montieren. SRAM Kurbeln mit GXP Achsesystem haben auf der Nicht-Antriebsseite einen schmalleren Achsedurchmesser als Hollowtech II Shimano Kurbeln. Deshalb sie diese Innenlager nur mit Sram GXP Kurbeln kompatibel.
Die Wheels Manufacturing Outboard Lagerschalen werden im Unterschied zu anderen Einpress Innenlagern gegeneinander verschraubt. Dieses hat den grossen Vorteil, das das Innenlagergehäuse sehr fest und absolut parallel im Rahmen sitzt. Damit ist ein langes Innenlagerleben gesichert. Die Innenlager Schalen sind aus hochfestem Aluminium. Wheels Enduro Schrägkugellager: die Wheels Enduro ABEC5, Angular Contact, Schräg Kugellager sind speziell für den Einsatz in Naben und Innenlager konzipiert.
Während in Standard- Radiallagern, nur 3 oder 4 Kugeln gleichzeitig belastet werden, werden bei den Schräg-Kugellagern alle Kugeln gleichmässig belastet. Deshalb heist dieser Lagertyp auch Vollkantaktlager. Das verteilt die eingebrachte Kraft auf das ganze Lager, vermindert die Reibung und den Verschleiss. Die Kugeln dieser Lager sind extrem parezise gefertigt mit einer Toleranz von nur 10/1,000,000, doppelt zu präzise wie standart Industrielegern.
Das Sram GXP Kurbelsystem mit unterschiedlichen Achsdurchmessern. Die Achsaussendurchmesser auf der Antriebsseite beträgt 24 mm und auf der linken Seite 22 mm. Dafür werden die GXP kompatibelen Innenlager benötigt.
Die Pressfit 30 Tretlagergehäuse haben ein Breite von 73 bis 68 mm und ein Einpressmass für das Innenlager von 46 mm. Diese Innenlager werden eingepresst. Bei den Wheels oder Cane Creek Innenlagern werden die Innenlagerhüllsen gegeneinander verschraubt und so in das Tretlagergehäuse gezogen. Diese ist die deutlich haltbarere Montage, da die Lager durch die Innenlagerhüllse extra fixiert werden.
Wheels Manufacturing Pressfit30 Outboard Innenlager Technik:
- für Presffit 30 Tretlagergehäuse
- Einpressmass 46 mm
- Tretlager Gehäusebreite 68/73 mm
- für 24-22 mm Kurbelachsen : nur Sram GXP Kurbeln
- Einsatzbereich: Road Cross Country, All Mountain, Enduro
- 7075 Aluminium Lagerschalen, geschmiedete und CNC gefräst.
- ABEC5 Angular Contact Enduro Lager
- Gewicht 155 Gramm
Wheels Outboard Innenlager Kompatibilität:
- mit Sram GXP Kurbeln mit 24 mm Achse, auf der nicht Antriebsseite reduziert auf 22 mm, MTB und Rennrad, Zur Montage wird ein Hollowtech II/ GXP kompatibeles Innenlagerwerkzeug benötigt wie zB TL-FC32 oder TL-FC33
Die Wahl des richtigen Innenlagers
Das Innenlager vermittelt zwischen Rahmen und Kurbel. Die entscheidenden Parameter, wenn es darum geht das passende Innenlager für Dein Bike zu finden: Gehäusebreite, Einbautyp & Achstyp. Um alle wichtigen Schnittstellen messen zu können, darf kein Lager im Rahmen montiert sein. Wenn Du vom Rahmenhersteller ein Datenblatt vorliegen hast, ist das schon die halbe Miete.
Gehäusebreite
Sie ist einfach zu messen - auch, wenn ein Lager montiert ist. Dabei misst Du nur am Rahmen die Gesamtbreite des Gehäuses, also OHNE Lagerschalen und eventuelle Spacer. Wenn die Gehäusebreite bekannt ist, kannst Du per Filterfunktion schon anfangen, einzugrenzen. Mit Hilfe eines Messschiebers lässt sich die Tretlager-Gehäusebreite schnell bestimmen.
Einbautypen
Die erste und wichtigste Unterscheidung ist jedoch, ob es sich um ein per Gewinde verschraubtes oder eingepresstes Innenlager handelt. Dies kannst Du sofort am Rahmen und am Innenlager erkennen? Ist hier ein Gewinde vorhanden oder nicht?
Wir unterscheiden bei der Art der Montage die Innenlager, die verschraubt werden und Innenlager, die eingepresst werden (Press-Fit).
Innenlager mit Gewinde
Ein Gewinde-Innenlager erkennst Du im montierten Zustand daran, dass die Lagerschalen außen eine Werkzeugaufnahme haben, meist eine Verzahnung, die die Lagerschale außen umläuft.
Innenlager ohne Gewinde (meist Press-Fit genannt)
Bei Tretlagergehäusen ohne Gewinde werden die Kugellager direkt oder mit Lagerschalen aus Aluminium oder Kunststoff in den Rahmen gepresst. Das Prinzip ähnelt dem von Steuersätzen. In dem Kontext taucht oft der Begriff „Pressfit“ oder das entsprechende Kürzel „PF“ auf. Die Gehäusetypen kannst Du am Innendurchmesser und der Breite unterscheiden. Den Durchmesser misst Du am besten mit einem Messschieber direkt am Rahmen bei demontiertem Innenlager.
Der Achstyp oder auch die Kurbelwelle
Mit dem Filter "Achstyp" kannst Du die Auswahl der Innenlager nach Kompatibilität zu Deiner Kurbel eingrenzen. Eigentlich ist "Achse" bei einer Kurbel das falsche Wort, denn sich drehende Achsen sind Wellen, also sollte es "Kurbelwelle" heißen. Im Sprachgebrauch hat sich aber die "Achse" etabliert, daher benennen wir es so.
Die Kurbelwelle zweiteiliger Kurbeln
Bei den meisten Kurbeln an hochwertigen Bikes ist die Kurbelwelle fest mit einem Kurbelarm verbunden. Die Maße der Shop-Filter und im Datenblatt entsprechen in der Regel dem Außendurchmesser der Kurbelwelle, den Du mit einem Messschieber an der Stelle messen kannst, wo sie im Lager sitzen würde. Alternativ kannst Du auch den Innendurchmesser des Lagers messen - also das Loch, durch das die Kurbelwelle gesteckt wird.
Bei der Auswahl des Lagers muss der Innendurchmesser des Lagers auf den Kurbelwellen-Durchmesser abgestimmt sein. Meist handelt es sich dabei um sogenannte Patronenlager, also in sich geschlossene Einheiten, die fast komplett im Rahmen verschwinden. Links und rechts schaut die Kurbelwelle heraus. Die beiden Kurbelarme werden einzeln auf der Welle verschraubt.
Außerdem gilt es bei Innenlagern mit integrierter Welle, neben der Einbaubreite des Innenlagers auch die Gesamtlänge der Welle passend zur Kurbel auszuwählen. Sie entscheidet über die Kettenlinie, den Q-Faktor und darüber, dass Deine Kurbel nicht mit den Kettenstreben kollidiert. Welche Wellenlänge für Deine Kurbel benötigt wird, kannst Du in der Dokumentation des Herstellers herauslesen.
Arten und Qualität der Lager
Die verschiedenen Preisklassen bei Typ-gleichen Innenlagern unterscheiden sich meist in der Fertigungsqualität und der Art der Lager. Heutzutage kommen meist gekapselte Kugellager zum Einsatz - oft als Industrielager bezeichnet. Sie bestehen entweder aus klassischem Stahl, Edelstahl oder Keramik.
Montage und Werkzeug
Zur Montage von Innenlagern brauchst Du Spezialwerkzeuge. Für Innenlager mit Gewinde gibt es verschiedene Schlüssel, je nach System. Für Lager ohne Gewinde benötigst Du ein Einpresswerkzeug. Zur Demontage eingepresster Lager wird ein Ausschlagwerkzeug (auch Austreiber genannt) benötigt. Ein Sonderfall sind Innenlager für gewindelose Tretlagergehäuse, bei denen die beiden Hälften miteinander verschraubt werden. Für sie brauchst Du kein Einpresswerkzeug, sondern einen Schlüssel wie für Gewinde-Lager. Das Lager zieht sich durch die Verschraubung im Rahmen zusammen.
Wir empfehlen in jedem Fall, Dich vorm Bestellen zu informieren, welche Art von Werkzeug zu Deinem neuen Innenlager passt. Bei der Montage solltest Du die Drehmomente beachten und auf jeden Fall Montagefett verwenden. Bei einem neuen Rahmen solltest Du prüfen, ob die Lagersitze sauber vorbereitet sind. Eventuell ist es nötig, die Stirnfläche planzufräsen oder die Gewinde nachzuschneiden.
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