SRAM oder Shimano Bremsen im Vergleich: Welches Bremssystem ist das Beste?

Die Frage, welche Bremsen die besten für Mountainbikes (MTB) und Rennräder sind, beschäftigt viele Radfahrer. Dieser Artikel vergleicht die Top-Bremsen von SRAM und Shimano, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.

Mountainbike-Bremsen im Vergleich

Im Highend-Segment der Mountainbike-Bremsen sind die Zeiten, in denen man sich Sorgen machen musste, vorbei. Jede der getesteten Bremsen kann schwersten Fahrern und anspruchsvollsten Trails empfohlen werden. Die Unterschiede liegen eher in den Details und der Modulation.

Getestete Bremsen

  • Shimano XTR Trail M9120
  • Sram Code Stealth Ultimate
  • Magura MT7 Pro
  • TRP DH-R Evo
  • Hayes Dominion A4
  • Hope Tech 4 V4
  • Formula Cura4
  • Trickstuff Direttissima

Testmethoden

Der Test verzichtete auf Laborwerte und konzentrierte sich auf die Praxis auf dem Trail. Die Bremsen wurden über ein Jahr an verschiedenen Bikes unter realen Bedingungen getestet, wobei immer mindestens drei Bremsen gleichzeitig im Einsatz waren. Bewertet wurden Bremskraft, Dosierbarkeit, Ergonomie und Standfestigkeit sowie das Gewicht. Montage und Setup wurden zwar nicht benotet, aber ausführlich beschrieben. Auch mit Bremsbelägen wurde viel experimentiert, um Empfehlungen und Tuning-Tipps zu geben.

Kurz-Fazit

Jeden der acht Bremsanker in diesem Test kann ich besten Gewissens auch schwersten Ridern sowie für die anspruchsvollsten Trails empfehlen. Die großen Unterschiede liegen nicht in der Power, sondern in den Details sowie bei der Modulation.

Marktanteile

Shimano produziert und verkauft mit großem Abstand die meisten Fahrradteile weltweit, gefolgt von SRAM und Campagnolo. SRAM ist ein Innovationstreiber und aggressiver im Marketing, um Marktanteile von Shimano abzugewinnen, besonders im Mountainbike-Bereich.

Die Marktanteile spiegeln auch wider, wie kosteneffizient die Hersteller produzieren können. Shimano hat starke Wurzeln in der Fertigungstechnik, unterhält zahlreiche Werke in vielen Ländern und forciert die Automatisierung. So lässt sich sogar im Hochpreisland Japan konkurrenzfähig produzieren.

Qualitätsniveau bei Campagnolo, SRAM und Shimano insgesamt hoch: Schalten und Bremsen klappt mit allen Gruppen gut, das Qualitätsniveau ist insgesamt sehr hoch.

Rennrad-Bremsen im Vergleich

ROADBIKE hat die wichtigsten Modelle von Shimano, Sram und Campagnolo getestet: Ultegra, Force und Chorus.

Testmethoden

Alle Bremsanlagen wurden nacheinander auf dem Scheibenbremsenprüfstand des Schweizer Bremsenspezialisten Swiss Stop im Beisein von ROADBIKE getestet. Dafür wurden auf dem Prüfstand Hebel, Bremssattel samt Belägen und Bremsscheibe montiert - alle Teile "gruppenrein", wie vom Hersteller geliefert. Bei den Tests wird per Hydraulik am Bremshebel gezogen und eine definierte Handkraft in Newton auf die Bremsanlage gegeben. Die Grundbelastung des Systems beträgt einheitlich 100 Kilogramm. Vor jedem Testdurchlauf wird die Bremsanlage mit einem standardisierten Verfahren mit fünf Bremsungen aus 25km/h eingebremst. Drei Aspekte haben uns besonders interessiert: die Bremskraft trocken und nass bei definierter Handkraft, Bremsweg und Hitzeresistenz bei einem Belastungstest sowie der Belagverschleiß. Alle Bremsanlagen durchliefen das identische Testprotokoll.

Ergebnisse

Im Trockenen überzeugen sowohl Shimanos Ultegra- als auch Srams Force- und Campagnolos Chorus-Scheibenbremsanlagen. Bei Nässe bietet Shimano bei geringen Handkräften deutlich die höchste Bremsleistung.

Campagnolo und Sram bremsen auch bei zunehmender Hitze im System verlässlich, während die Ultegra-Bremsanlage von Shimano die Performance nicht über alle Testbremsungen hinweg halten kann, da die Bremshitze den Bremsscheiben und Belägen stark zusetzt. Die Bremsscheibe von Sram verkraftet die Belastungstests am besten. Shimanos organische Resin-Beläge L03A verschleißen im Vergleich zur Konkurrenz schneller.

Kompatibilität und Ersatzteile

Die Entscheidung für eine bestimmte Komponentenmarke wirkt lange nach, da sich die Teile verschiedener Marken untereinander kaum austauschen oder kombinieren lassen. Innerhalb einer Marke sind Kombinationen jedoch bis zu einem gewissen Grad möglich, um beispielsweise Verschleißteile aus einer preiswerteren Gruppe mit einer höherwertigen Schaltung zu nutzen.

Die Ersatzteilversorgung ist bei Campagnolo in der Regel vorbildlich, während Shimano ebenfalls ein großes Teilesortiment bietet. Bei SRAM können Ersatzteile rar und teuer sein.

Hydraulische Bremsflüssigkeiten: Mineralöl vs. DOT

Hydraulisch betätigte Bremsen übertragen die Kraft durch eine Flüssigkeit, wobei Mineralöl und DOT-Bremsflüssigkeit verwendet werden. DOT-Flüssigkeit ist hygroskopisch und muss regelmäßig getauscht werden, während Mineralöl kein Wasser anzieht, aber auch nicht bindet.

Bremsbeläge: Metallisch vs. Organisch

Es gibt zwei Arten von Belägen: metallische und organische. Beide bestehen aus Reibmaterial, Gleitmittel und Fasern, wobei sich die Fasern in organischen (Kevlar, Carbon) und metallischen (Kupfer, Stahl) Materialien unterscheiden. Die Wahl des Belags beeinflusst die Bremsleistung und den Verschleiß.

Empfehlungen

Gravelbikes, die viel in schwerem und steilem Terrain eingesetzt werden sollen, sollten unbedingt über Bremsscheiben mit 180 Millimeter Durchmesser verfügen!

Fazit

Die Wahl der besten Bremsen hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. SRAM bietet hohe Bremskraft und Hitzeresistenz, während Shimano mit guter Dosierbarkeit und einfacher Wartung punktet.

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