Der Starnberger See begeistert jeden Besucher auf seine persönliche Art und Weise. Um diese multiple Persönlichkeit, den Starnberger See, näher kennenzulernen, gibt es kein besseres Transportmittel als das Fahrrad. Gute 50 Kilometer misst der offizielle Radweg rund um den See. Für die gut 50 Kilometer lange Strecke um den See sollte man sich reichlich Zeit lassen.
Im Westen Natur, im Osten Architektur: So lässt sich eine Radtour um den Starnberger See kurz und knapp zusammenfassen. Während auf der Westseite der Naturliebhaber auf seine Kosten kommt, muss man auf der Ostseite des Sees einige verbaute Streckenabschnitte bewältigen. Unterwegs laden außerdem viele hübsche Badebuchten mit Aussicht über den See zu einer Picknick-Pause ein, dazu Biergärten und lauschige Lokale, in denen die Beute der lokalen Fischer frisch und schmackhaft zubereitet serviert wird.
Knapp 50 km lange Radtour, die hauptsächlich über Forstwege, schmale Uferwege und wenig befahrene Straßen führt. Gerade am Westufer können die Wege bei Nässe sehr matschig sein. Der Uferweg ist als solches nicht ausgeschildert, doch die Radwage zwischen den einzelnen Orten sind mit grünen Fahrradwegweisern beschildert.
Die Route im Detail
- Start in Starnberg: Wir verlassen den Bahnhof in Starnberg in Richtung Uferseite. Am Ufer des Starnberger Sees stehend wenden wir uns nach rechts und folgen der Uferpromende.
- Possenhofener Straße: Schon nach kurzer Zeit müssen wir das Ufer nach rechts verlassen und treffen auf den Unteren Seeweg. Nun wenden wir uns nach links und folgen dem Unteren Seeweg für 850 Meter, bis wir bei einer Unterführung zur Possenhofener Straße gelangen. Hier halten wir uns leicht links und fahren über die Possenhofener Straße aus Starnberg hinaus und durch Niederpöcking hindurch.
- Abzweigung nach Possenhofen: Nach dem Ortsendeschild von Niederpöcking bleiben wir für 1,3 km auf der Hauptstraße und biegen nach einer leichten Rechtskurve rechts ab (grüner Radwegweiser). Über die Teerstraße fahren wir in ein Waldstück hinein und biegen kurz darauf vor einem Parkplatz links ab (grüner Radwegweiser "Tutzing/Possenhofen").
- Schlosspark Possenhofen: Wir fahren am Parkplatz vorbei, halten uns nach den Parkbuchten schräg links und treffen kurz darauf auf einen Querweg. Nun biegen wir links ab und kommen wieder zurück zur Hauptstraße, die wir überqueren. Nach dem Überqueren der Straße wenden wir uns nach rechts, fahren am Kiosk Schlosspark vorbei und erreichen in einem großzügigen Linksbogen das Ufer des Starnberger Sees. Diesem folgen wir nun wieder südwärts und passieren mit dem Schloss Possenhofen Sisis ehemalige Heimat.
- Feldafing und die Roseninsel: Am Ende des Schlossparks bringt uns der Weg vom Ufer weg und zu einer Querstraße (Karl-Theodor-Straße). Nun biegen wir links ab und fahren in einer Rechtskurve bei einem Wegkreuz geradeaus weiter. Über den Seeuferweg verlassen wir Possenhofen und erreichen später das Forsthaus am See und die Anlegestelle von Feldafing. Vor dem Strandbad bringt uns der Weg wieder vom Ufer weg. Gleich bei der nächsten Mäglichkeit halten wir uns links, fahren am Strandbad vorbei und erreichen nun einen längeren und unverbauten Uferabschnitt. Die schöne Landschaft genießend und begleitet vom herrlichen Blick über den See Richtung Alpen radeln wir vorbei an der Roseninsel südwärts.
- Tutzing: Wir passieren das Freibad Garatshausen und erreichen die Strandpromenade in Tutzing. Vor dem Schlosspark endet der Uferweg und wir wenden uns nach rechts. Über die Schlossstraße fahren wir bis zur Hauptstraße und biegen links ab. Nach einer Tankstelle und einer leichten Linkskurve verlassen wir die viel befahrene Hauptstraße nach schräg links und fahren in den Georg-Roth-Weg hinein (grüner Radwegweiser).
- Unterzeismering und Höhenried: Über den kleinen Weg radeln wir vorbei am Kustermannpark südwärts. Bei einer Querstraße fahren wir über die Lindenallee geradeaus weiter. Nach 500 Metern biegen wir links in den recht unscheinbaren Höhenrieder Weg ab. Immer den grünen Radwegweisern folgend bringt uns dieser schmale Weg recht abenteuerlich durch Unterzeismering und am Ortsende zurück zur Hauptstraße. Dieser folgen wir ein Stück über den Radweg in südöstlicher Richtung. Nach 450 Metern bringt uns der Radweg nach schräg links von der Hauptstraße weg. Nun radeln wir vorbei an der Moorlandschaft des Karpfenwinkels, passieren das Klinikum Höhenried und treffen wiederum auf die Hauptstraße.
- Bernried: Dieser folgen wir über den Radweg vorbei am Buchheim-Museum nach Bernried. Im Ort Bernried fahren wir in einer scharfen Rechtskurve geradeaus in die Dorfstraße und treffen auf das Kloster von Bernried. Vor der Kirche biegen wir links ab und fahren durch ein Tor über den Innenhof des Klosters auf die große Stiftskirche St. Martin zu und passieren diese an ihrer linken Seite.
- Seeshaupt: Am Ufer des Starnberger Sees stehend wenden wir uns nach rechts und folgen zuerst dem Uferweg und später den grünen Radwegweisern durch den Bernrieder Park. Nach diesem schönen Wegabschnitt gelangen wir wieder zurück zur Hauptstraße, biegen links in diese ein und erreichen kurz darauf Seeshaupt. Nun bleiben wir die nächste Zeit auf der Hauptstraße, durchfahren Seeshaupt und queren so das Südufer des Starnberger Sees. Am Ortsende wechseln wir auf den Radweg links der Straßenseite und folgen diesem nach Sankt Heinrich.
- Ambach und die Ostseite: Durch lichten Wald radeln wir vorbei am Campingsplatz und am Yachtclub von St. Heinrich nordwärts und gelangen später zurück zur Hauptstraße. Zwischen Ufer und Hauptstraße fahren wir über den Radweg nordwärts. Nach 750 Metern bringt uns der Radweg wieder von der Hauptstraße weg. Nun passieren wir den Buchscharner Seewirt und folgen dem schönen Uferweg nordwärts bis nach Ambach. Dort treffen wir auf die Seeuferstraße und halten uns links. In der Folgezeit bleiben wir immer am geteerten Uferweg und fahren von Ambach über Seeheim nach Ammerland und von dort immer geradeaus weiter nach Leoni.
- Berg und die Votivkapelle: Sobald in Leoni unsere Straße (Assenbucher Straße) in einer leichten Rechtskurve den Hang hinauf führt, biegen wir links in den Parkweg ein. Kurze Zeit später erreichen wir eine Parkanlage, schlüpfen durch das Tor hindurch und gelangen zu einer Weggabelung. Hier könnte man nach links einen kleinen Abstecher zur Votivkapelle unternehmen, die im Jahre 1896 zu Ehren König Ludwig II. errichtet wurde. Für den Weiterweg halten wir uns rechts (grüner Radwegweiser), radeln ein Stück bergauf und treffen nach dem Park am westlichen Ortsrand von Berg auf die Wittelsbacherstraße. Nach wenigen Metern biegen wir links ab, folgen der Wittelsbacherstraße bergab und in einem Rechtsbogen zur Seestraße.
- Kempfenhausen und Percha: Sobald die Seestraße vom Ufer des Starnbeger Sees wegführt, halten wir uns schräg links und setzen unsere Reise über den Uferweg fort (grüner Radwegweiser). Immer am beschilderten Radweg bleibend folgen wir dem Weg parallel zum Ufer über Kempfenhausen nach Percha. In Percha radeln wir geradeaus über die Strandpromenade und verlassen diese nach einer leichten Linkskurve rechtshaltend und treffen so auf den Schiffbauerweg. Nun halten wir uns leicht links und folgen dem Schiffbauerweg immer geradeaus, bis wir die Autobahn erreichen.
- Rückkehr nach Starnberg: Vor der Autobahn stehend biegen wir links ab, überqueren die Würm und fahren bei der zweiten Gelegenheit links in die Strandbadstraße. Am Ende der Strandbadstraße biegen wir rechts in den Nepomukweg ein. Diesem folgen wir immer geradeaus zu einer Unterführung. Nun schieben wir unser Fahrrad unter den Bahngleisen hindurch.
Sehenswürdigkeiten entlang des Weges
Die Radtour führt am Schloss von Kaiserin Sisi vorbei. Kurz vor Possenhofen führt der Weg dann in eine weitläufige Parkanlage direkt am Ufer, vorbei am Schloss, wo einst Sisi aufgewachsen ist und heute private Luxuswohnungen mit Seeblick eingerichtet sind. Weiter geht es am Rande des Golfclubs in Feldafing entlang zur Anlegestelle, wo man sich mit historischen Booten zur winzigen Roseninsel chauffieren lassen kann, wo sich einst Sisi und Ludwig II. heimlich trafen.
Langsam wird es Zeit für eine erste Pause, und da passt es gut, dass in Tutzing das „Midgardhaus“ direkt am Weg steht. Zu der eleganten Villa mit Restaurant direkt am Ufer gehört auch ein typisch bayerischer Biergarten. In Tutzing wechselt die Route auf die Hauptstraße, radelt man an der Residenz des thailändischen Königs vorbei, die man leicht übersieht, weil sie zwar herrschaftlich wirkt, aber sonst nichts auf den ungewöhnlichen und umstrittenen Bewohner hinweist.
Das Buchheim Museum direkt am See empfängt Besucher mit kuriosen Plastiken, einem poppig bemalten Hubschrauber und einem grotesk verfremdeten alten BMW.
Nach dem Museum sind es nur wenige Minuten zum Kloster Bernried, wo man übrigens auch direkt am See in standesgemäßer Bescheidenheit logieren kann. In dem ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift sind heute Missions-Benediktinerinnen zu Hause, und dort werden auch Seminare und Tagungen durchgeführt.
Auch auf der Ostseite wird der Starnberger See seinem exklusiven Ruf gerecht und unterstreicht das mit der Ambacher Seestraße, die so etwas wie das zeitgemäße Promiviertel ist. Direkt gegenüber dem Schiffsanlegesteg Ambach steht das Gasthaus „Zum Fischmeister“, dessen Besitzer der Schauspieler Josef Bierbichler ist.
Kurz nach dem Münsinger Strand ragt rechts eine Burg wie aus alten Kostümfilmen in den Himmel. Das düstere Schloss Seeburg ist heute eine Stätte des christlichen Kinder- und Jugendwerks Wort des Lebens e.V., ebenso wie das Schloss Allmannshausen ein paar hundert Meter weiter nördlich. In der folgenden kleinen Ortschaft Leoni gibt es mit dem „Seehotel“ eines der wenigen Hotels in direkter Lage am Wasser.
Dort ragt das berühmte Kreuz aus dem Wasser, das an die Stelle erinnert, wo Ludwig II. der Legende nach ertrunken sein soll. Direkt darüber steht die große Votivkapelle, seinerzeit im Gedenken an den unglücklichen Monarchen erbaut. Danach kurvt der Weg um das Schloss Berg herum, einst eines der Lieblingsorte von Ludwig II. und heute Privatresidenz der Wittelsbacher.
Tipps und Informationen
Anreise
- Mit dem Pkw: Anreise mit dem Pkw von München oder Lindau über die A96, Ausfahrt 29 Greifenberg. Beschilderung Richtung Dießen folgen. In Dießen angekommen Beschilderung Richtung Bahnhof folgen. Parkplätze sind am Bahnhof vorhanden.
- Öffentliche Verkehrsmittel: Anreise mit der Regionalbahn RB67 Richtung Augsburg-Oberhausen bzw.
Empfehlungen
- Wer kann, sollte die Tour unter der Woche unternehmen, denn an Wochenenden tummelt sich reichlich Münchner Publikum auf den Radwegen und in den Biergärten.
- Für die Umrundung des oberbayerischen Gewässers sollte man mindestens zwei Tage einplanen.
Einkehrmöglichkeiten
- Buchscharner Seewirt: Ein klassisch bayerisches Wirtshaus inklusive Biergarten.
- Gasthaus „Zum Fischmeister“: Das Lokal ist eine beliebte Schickeria-Location.
- Fischereibetriebe: Frisch geräucherte Renken und Saibling oder ein Steckerlfisch direkt aus dem See sind die Klassiker für einen Stopp.
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