Motorradfahren ist in Deutschland ein beliebtes Hobby. Doch wie hoch ist die Kfz-Steuer für Ihr Motorrad? Erfahren Sie hier, wie Sie den Steuersatz für Motorräder einfach berechnen können.
Muss für ein Motorrad Kfz-Steuer gezahlt werden?
Ja, auch für Motorräder ist jährlich eine Kfz-Steuer zu entrichten, die aber geringer ausfällt als bei Pkw.
Grundlagen der Kfz-Steuer für Motorräder
Grundsätzlich sind Motorräder in zwei Kategorien zu gliedern: Leichtkrafträder und Krafträder. Die Einordnung Ihres Zweirads ist für die Berechnung der Kraftfahrzeugsteuer von großer Relevanz. Zwei Variablen sind zur Einordnung Ihres Motorrads notwendig: Der Hubraum und die Nennleistung.
- Hubraum: Das Volumen, welches die Zylinder bei ihrer Bewegung verdrängen.
- Nennleistung: Die mögliche Energieumwandlung von Kraftstoff zu Bewegung. Die Leistung wird in Kilowatt (kW) angegeben.
Anders als bei der Pkw-Steuer hängt die Berechnung des fälligen Satzes für motorisierte Zweiräder nicht von deren Schadstoffklassen ab.
Wie hoch ist die Steuer für Krafträder über 125 ccm?
Je angefangene 25 ccm Hubraum müssen Sie jährlich eine Kfz-Steuer von 1,84 Euro entrichten.
Beispiel: Die Kfz-Steuer bei 1000 ccm beträgt 40 × 1,84 € = 73,60 Euro. Gemäß KraftStG wird auf volle Euro abgerundet.
Wie hoch ist die Steuer für Leichtkrafträder?
Ob Sie für ein Leichtkraftrad Steuern bezahlen müssen, ist abhängig von der Nennleistung. Leichtkrafträder können grundsätzlich von der Steuer befreit sein.
Fahren Sie ein Leichtkraftrad mit einem Hubraum unter 125 cm³ oder ein Kleinkraftrad, das maximal 45 km/h schnell fährt, müssen Sie keine Kfz-Steuer fürs Motorrad zahlen.
Mitnichten! Gemäß § 3 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes müssen jene Fahrzeuge nicht besteuert werden, welche vom Zulassungsverfahren ausgenommen werden. Es fallen also keine Steuern für ein Motorrad mit 125 ccm oder weniger Hubraum an.
Achtung: Nur, weil ein 125er Motorrad zulassungsfrei ist, kann es nicht einfach in Betrieb genommen werden. Gemäß § 4 FZV gilt dennoch die Kennzeichenpflicht.
Haben Sie ein Leichtkraftrad mit einem Hubraum von genau 125 cm³? Ob Sie für einen 125er-Roller oder ein -Motorrad Steuern zahlen müssen oder nicht, hängt von der Nennleistung ab. Liegt diese bei 11 kW (15 PS) und darunter, ist Ihr Zweirad von der Steuer befreit.
Es wird deutlich: Alle Krafträder, welche nicht als Leichtkrafträder gelten, müssen Steuern bezahlen. Haben Sie beispielsweise eine 125er-Maschine mit einer Nennleistung von 15 kW, müssen Sie eine Steuer entrichten.
Saisonkennzeichen: Steuern sparen beim Motorrad
Der Winter ist kalt und feucht: Vielen macht das Motorradfahren in diesen Witterungsverhältnissen keinen Spaß. Das geliebte Zweirad hütet infolgedessen mehrere Monate lang die Garage. So können Sie festlegen, zu welchen Monaten das Kfz zugelassen wird.
Mit einem Saisonkennzeichen können Sie beim Motorrad Kfz-Steuern sparen. Sie legen selbst fest, wie viele Monate im Jahr Sie mit Ihrem Bike unterwegs sind. Viele Fahrer entscheiden sich für sechs Monate, zum Beispiel von April bis September.
Etabliert hat sich unter Motorradfahrern ein Zeitraum von sechs Monaten: Von April bis einschließlich September. Doch auch, wenn Sie Ihr Motorrad für acht oder neun Monate zulassen, sparen Sie Geld. Es fällt dann nämlich nur der anteilige Steuersatz an.
Beispiel: Für eine Maschine mit 650 ccm Hubraum sind im Jahr 47,84 Euro Steuer fällig. Dies macht einen Monatsbeitrag von 3,99 Euro aus. Bei einem Zulassungszeitraum von sechs Monaten werden somit 23,92 Euro Jahressteuer fällig.
Oldtimer-Regelung
Ist Ihr Motorrad über 30 Jahre alt und im ursprünglichen Zustand erhalten, können Sie es als Oldtimer zulassen. Dann erhalten Sie dafür ein H-Kennzeichen.
Zuständigkeit und Verfahren
Für die Festsetzung der Kraftfahrzeugsteuer ist der Zoll zuständig. Wenn Sie Ihr Motorrad anmelden, übermittelt die Zulassungsbehörde der Zollverwaltung alle Daten, die für die Besteuerung des Kfz relevant sind. Auf dieser Grundlage erstellt der Zoll einen Steuerbescheid, in dem Höhe und Fälligkeit der Motorradsteuer festgesetzt sind.
Wichtig: Die Steuerfestsetzung ist unbefristet.
Die Steuer für Ihr Motorrad bucht die Zollverwaltung regelmäßig für ein Jahr im Voraus von Ihrem Bankkonto ab. Bei der Fahrzeugzulassung geben Sie deswegen ein SEPA-Lastschriftmandat zur Abbuchung der Kraftfahrzeugsteuer bei der Zulassungsbehörde oder über deren Online-Portal ab. So können Sie die termingerechte Zahlung der Motorradsteuer nicht versäumen.
Wenn Sie Ihr Motorrad abmelden, endet Ihre Kfz-Steuerpflicht. Die Zulassungsbehörde übermittelt alle erforderlichen Daten an die Zollverwaltung. Sie brauchen nichts weiter zu tun.
Möchten Sie einen anderen Saisonzeitraum für Ihr Motorrad festlegen, stellen Sie bei der Zulassungsbehörde einen Antrag auf Zuteilung eines neuen Saisonkennzeichens mit anderem Zeitraum.
Kraftfahrzeugsteuer für Harley Davidson
Die Kfz-Steuer für Motorräder richtet sich ausschließlich nach dem Hubraum. Je angefangene 25 ccm Hubraum fällt ein Steuersatz von 1,84 Euro an. Klein- und Leichtkrafträder bis 125 ccm und 11 kW (15 PS) sind in der Regel steuerfrei, da der Verwaltungsaufwand den Nutzen übersteigen würde.
Motorradsteuer Rechner
Sie können mit unserem Motorradsteuer Rechner ganz einfach Ihre Motorradsteuer mit und ohne Saisonkennzeichen berechnen. Wie Sie Ihren Hubraum der Zulassung entnehmen, haben wir dargestellt.
Die Motorradsteuer wird wie jede Kraftfahrzeugsteuer für das kommende Jahr entrichtet. Wenn die Kraftfahrzeugsteuer nicht entrichtet wird, lässt die Zulassungsstelle das Motorrad stilllegen. Dem geht ein Mahnbescheid voraus. Sollte der säumige Zahler seiner Pflicht nicht nachkommen, erfolgt die Stilllegung mit einer Parkkralle.
Natürlich kann der Fahrzeughalter sein Kraftrad auch einfach gänzlich abmelden.
Motorradsteuer vs. Pkw-Steuer
Im Gegensatz zu Pkw spielt bei Motorrädern die Abgasemission derzeit keine Rolle für die Steuer. Pkw werden sowohl nach Hubraum als auch nach CO2-Ausstoß besteuert. Eine Änderung ist im Gespräch - zukünftig könnten auch bei Motorrädern Emissionswerte steuerlich berücksichtigt werden.
Nach der Anmeldung bei der Zulassungsstelle sendet die Zollverwaltung innerhalb von ca. 2 Wochen den Steuerbescheid. Die Steuer ist jährlich im Voraus zu entrichten.
US-Import von Harley-Davidson: Mögliche Nachteile
Der Traum einer Harley-Davidson aus den USA - für viele Motorradfans klingt das nach einem verlockenden Abenteuer. Die Auswahl ist groß, die Preise sind oft günstiger, und der Gedanke, eine echte amerikanische Harley zu fahren, hat seinen Reiz. Doch bevor Du Dich für einen US-Import entscheidest, solltest Du die möglichen Nachteile kennen.
Ein US-Import kann reizvoll sein, aber Du solltest die möglichen Nachteile nicht unterschätzen. Es lohnt sich, die Kosten und den Aufwand genau zu kalkulieren und Dir eventuell professionelle Hilfe zu holen, z. B. von Import-Spezialisten oder deutschen Händlern, die sich auf Harleys spezialisiert haben.
Du möchtest mehr über die deutschen Regularien und Vorschriften für Motorräder erfahren?
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