Stromerzeugung mit dem Fahrrad: Methoden und Möglichkeiten

Immer mehr Menschen fragen sich, wie sie ihren Strom selbst erzeugen können. Neben Photovoltaikanlagen gibt es auch andere Alternativen. Eine davon ist die Stromerzeugung mit dem Fahrrad.

Stromerzeugung durch Muskelkraft

Du kennst das Prinzip vom Fahrrad: Der Dynamo erzeugt Strom für die Lampen. Könnte man also auch mit dem Heimtrainer Strom erzeugen? Vielleicht hast du im Freundeskreis schon mit darüber gewitzelt: Strom mit dem Heimtrainer erzeugen. Vielleicht kennst du das sirrende Geräusch, das der Dynamo am Fahrrad erzeugt, wenn die Bewegungsenergie über den Dynamo in Strom umgewandelt wird.

Mit diesem werden das vordere und das hintere Licht betrieben. Daher liegt die Frage nahe, ob du mit dem Heimtrainer auch Strom erzeugen kannst. Das Problem: Mit dem Dynamo entsteht Gleichstrom, während du im Haushalt Wechselstrom benötigst, der eine bestimmte Spannung haben muss. Also ist es zunächst einmal nicht möglich, den Fernseher einfach an den Heimtrainer anzuschließen und zu betreiben.

Du benötigst dazu spezielle Heimtrainer. In diese sind Stromgeneratoren integriert, womit sie für die integrierten Bildschirme den nötigen Strom selbst erzeugen können. Das ist gar nicht, was dir vorschwebt? Du möchtest den Strom, der erzeugt wird, so nutzen, wie du es möchtest? Auch dafür gibt es bereits Lösungen, die vor allem in den Ländern der Dritten Welt bereits zum Einsatz kommen.

Hier wird der Strom, der durch die Bewegung erzeugt wird, in einen Akku geladen, der dann anschließend im Haus verbraucht werden kann.

Berechnung der Stromerzeugung

Letztendlich: Wenn ein Mensch meinetwegen 100 Watt erbringt, also 0,1 kW, und das eine Stunde lang, dann ist das 0,1 kW * 1h = 0,1kWh. Alternativ, als Energiemenge: W * s = J; eine Leistung von einem Watt, eine Sekunde lang, ergibt eine Energiemenge von 1 J. Man könnte das Ganze auch in Volt und Ampere umrechnen; wenn du z.B. deinen 5V-Handyakku laden möchtest, kommt die Formel P = U * I zum Einsatz, umgestellt P/U = I. 100 W / 5 V = 20 A.

Allerdings wirst du von 100 W Tretleistung keine 100 W elektrische Leistung bekommen, da ja noch Reibungs- und Umwandlungsverluste auftreten.

Ich habe zufällig einen Rollentrainer, der den überschüssigen erzeugten Strom ins Netz einspeist (Tacx Genius mit "Powerback"). Mich selber würde ich als überdurchschnittlich trainiert bezeichnen, da sind durchschnittlich 300 W pro Stunde möglich, wenn ich es mir im Training mal so richtig gebe.

Wirtschaftlich ist das natürlich witzlos - das sind dann selbst ohne Berücksichtigung von Verlusten höchstens 0,3 kWh, was ca. Vielleicht 350 Watt die Stunde -> lohnt sich also nicht wirklich.

Die dauerhafte Leistungsfähigeit von Otto-Normalverbraucher auf einem Ergometer ist leider stark begrenzt. Diese liegt so zwischen 100 W und 150 W im Stundenmittel, wobei die 150 W schon eher ein gut trainierter Freizeitsportler ist. Also könnte man damit 0,1 ... 0,15 kWh theoretisch erzeugen.

Alternativen und spezielle Geräte

Last but not least: Auch mit speziellen Fahrrädern und Heimtrainern lässt sich ganz leicht Strom produzieren. Dazu müssen Sie nichts weiter tun, als einfach nur in die Pedale zu treten.

Und die Menge an Energie, die sich mit einer solchen Gerätschaft herstellen lässt, kann sich durchaus sehen lassen. Das in Indien entwickelte „Free Electric Bike“ produziert in einer Stunde immerhin 0,2 Kilowattstunden. Auch damit ist der durchschnittliche Tagesbedarf eines Haushalts in einem Industriestaat zwar längst nicht gedeckt.

Um zu verstehen, ob sich der körperliche Einsatz lohnt und deine Stromrechnung dadurch sinkt, musst du wissen, wie viel Strom du eigentlich benötigst. Laut Praxistest.focus benötigt ein Zweipersonenhaushalt je Person am Tag zwischen 2,74 und 4,11 Kilowattstunden Strom am Tag. Mit einem guten Heimtrainer erzeugst du, je nach persönlicher Fitness, durchschnittlich 150 Wattstunden Strom.

Um also den Strombedarf selbst zu decken, müsstest du zwischen 18,3 und 27,4 Stunden strampeln. Anders sieht es aus, wenn du Geräte nutzt, die entsprechend dafür konstruiert wurden. So erzeugt das vor allem in Indien zum Einsatz kommende Free Electric Bike in einer Stunde ca. 0,2 Kilowattstunden Strom. Damit leuchtet beispielsweise eine 40 Watt Glühbirne rund 5 Stunden. Mit diversen Zusatzteilen kann man auch Handys, Tablets oder andere Utensilien laden.

So erzeugst du in zwei Stunden genügend Strom, um den Akku deines E-Bikes mit einer Kapazität von 300 Wattstunden zu laden.

Weitere Möglichkeiten der Stromerzeugung zu Hause

Es gibt einige gute Gründe, die dafürsprechen, selbst Strom zu erzeugen. Durch den Einsatz von Solaranlagen, Windkraft und Co. machen Sie sich unabhängiger und sind von Entwicklungen am Strom- und Gasmarkt weniger stark betroffen.

Sind die möglichen Anschaffungs- und Installationskosten erst einmal gestemmt, fallen später lediglich noch laufende Kosten für Versicherungen, Wartung und Steuern an. Den selbst erzeugten Strom bzw. die Wärme erhalten Sie dagegen frei Haus. Natürlich sollten Sie sich im Vorfeld genau informieren, ob sich die Investition in eine eigene Stromquelle rentiert und ggf.

Photovoltaikanlage

Viele Menschen, die ihren Strom selbst erzeugen wollen, greifen zur bewährtesten Methode: einer Photovoltaikanlage. Das Funktionsprinzip ist dabei denkbar simpel: Auf den Solarzellen befindet sich eine Grenzschicht aus Halbleitermaterial. Wenn Sonnenlicht auf die Module trifft, wird ein Prozess in Gang gesetzt, bei dem sich die Elektronen von ihren Atomen lösen.

Der dadurch entstehende Strom wird anschließend ins Hausnetz eingespeist und direkt genutzt oder im Stromspeicher für den Verbrauch abends oder morgens zwischengespeichert. Wer sich für die Eigenversorgung mit Solarstrom interessiert, kann auch auf Komplettlösungen wie SENEC.360 zurückgreifen. Die Installation der entsprechenden Anlagen ist in der Regel weit weniger aufwendig, als man vermuten würde.

Für eine PV-Anlage, die ausreichend Leistung besitzt, um ein Einfamilienhaus zu versorgen, zahlen Sie zwischen 6.000 und 12.000 Euro. Doch dank staatlicher Förderung sinken die Kosten. Und langfristig rentieren sich die PV-Anlagen immer.

Übrigens: Auch wenn Sie zum Beispiel in einer Mietwohnung wohnen und entsprechend nicht viel Platz zur Verfügung haben, können Sie selbst Solarenergie erzeugen und Ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ein sogenanntes Balkonkraftwerk ist eine Mini-Solaranlage, die über einen Stecker mit dem Stromnetz verbunden wird.

Solarthermie

Auf den ersten Blick scheint es zwischen Solarthermie und Photovoltaikanlagen kaum Unterschiede zu geben. Beide Technologien zehren von der Sonne und bei beiden Methoden werden Module auf dem Dach montiert. Allerdings werden im Falle der Solarthermie Sonnenstrahlen in Wärme umgewandelt und nicht direkt in Elektrizität.

Um die Wärme zu transportieren, wird eine Flüssigkeit eingesetzt, die sich aus Wasser und Frostschutzmittel zusammensetzt. Die Wärme wird schließlich über den Solarkreiswärmetauscher in den Solarspeicher eingespeist und kann nun unter anderem zur Erzeugung von Warmwasser oder zur Unterstützung Ihrer Heizung genutzt werden.

Es lässt sich sogar aus überschüssiger Wärme Strom erzeugen - im Fachjargon „Thermovoltaik“ genannt. Dafür kommt eine sog. „Schukey-Maschine“ zum Einsatz, die aus Wärme Bewegungsenergie erzeugt und diese in Strom umwandelt.

Wärmepumpe

Eine weitere Möglichkeit neben der Solarthermie, die derzeit auch von der Politik stark favorisiert wird, ist das Heizen und Kühlen mithilfe einer Wärmepumpe. Mit dieser wird die Wärme aus Luft, Erde oder Wasser eingesetzt, um Ihre vier Wände zu heizen.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Wärmepumpen entziehen der Luft, dem Grundwasser oder der Erde Energie auf einem niedrigeren Temperaturniveau. Über einen Kälteprozess wird diese dann in Energie mit höheren Temperaturen umgewandelt und zum Heizen oder für die Warmwasserbereitung eingesetzt.

Windkraft

Eine der wichtigsten Faktoren bei der Energiewende ist die Gewinnung von Strom durch Windkraft. Rund 30.000 Windräder existieren mittlerweile in Deutschland - Tendenz steigend. Die meisten Exemplare sind mittlerweile zwischen 100 bis 200 Meter hoch und nehmen eine Fläche von etwa 400 Quadratmetern in Anspruch.

Allerdings ist die Inbetriebnahme etwas komplizierter im Vergleich zu einer Photovoltaikanlage. Denn bevor Sie ein Windrad auf Ihrem Privatgrundstück platzieren können, benötigen Sie eine Genehmigung von den örtlichen Behörden. Zudem braucht es natürlich auch die passenden Windbedingungen, damit Sie erfolgreich Elektrizität produzieren können.

Brennstoffzellen-Heizung

Sie sehen: Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wenn Sie erneuerbare Energien zu Hause einsetzen möchten. Neben Solar- und Windenergie gibt es für die Energiegewinnung noch weitere Alternativen, wie etwa eine Brennstoffzellen-Heizung.

Der große Vorteil: Mit einer Brennstoffzellen-Heizung entscheiden Sie sich nicht nur für eine innovative, hocheffiziente und umweltschonende Heizung, sondern gleichzeitig für die Stromerzeugung zu Hause. Bei der Brennstoffzelle handelt es sich um eine Kraft-Wärme-Kopplungstechnik (KWK). In ihrem inneren läuft eine chemische Reaktion zwischen Sauerstoff aus der Luft und dem aus Erdgas gewonnen Wasserstoff aus.

Dabei steht auf der einen Seite elektrische Energie, die Sie in Ihren eigenen vier Wänden einsetzen oder ins Stromnetz einspeisen können. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert auch ein sogenanntes Blockheizkraftwerk. Bei diesem wird allerdings ein Brennstoff verbrannt, wodurch ein Generator zur Stromerzeugung angetriebe wird.

Handkurbelgenerator

Aus dem Bereich „Gadgets“ stammt die Idee, für die Stromerzeugung im privaten Bereich einen Handkurbelgenerator einzusetzen. Dieses kompakte Gerät funktioniert so, wie es der Name erahnen lässt: Durch die Betätigung der Handkurbel wird Spannung generiert und der dadurch erzeugte Strom wandert in einen Akku.

In diesem können Sie die Energie speichern, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. Mit Leistungen von rund 20 Watt eignen sich die Geräte nicht, um Ihren Haushalt dauerhaft zu versorgen. Aber zumindest bei Stromausfällen leisten sie gute Dienste, um die Wartezeit zu überbrücken und zum Beispiel Ihr Smartphone zu laden.

Weitere unkonventionelle Methoden der Stromerzeugung

  • Windzäune im Garten: Windzäune sind Sichtschutz, Grundstücksbegrenzung und Stromerzeuger in einem.
  • Solartische im Garten und auf dem Balkon: Solartische erzeugen über Solarpaneele auf ihrer Oberfläche Ökostrom.
  • Strom selbst erzeugen mit Abfall aus der Küche: Stromproduktion in mikrobiellen Brennstoffzellen, auch „Bakterienbatterien“ genannt.
  • Energy Dancefloor: In einigen Nachtclubs und Sporteinrichtungen wurden innovative Böden installiert, die die kinetische Energie der Bewegungen von tanzenden oder laufenden Menschen in elektrische Energie umwandeln.
  • Körperwärme von Pendlern: Täglich passieren Hunderttausende Menschen den Stockholmer Hauptbahnhof, deren Körperwärme zusammen mit der Wärme, die sie beim Essen und Trinken abgeben, genutzt wird.
  • Socken, die Strom erzeugen können: Lara Lorenz entwickelte Socken her, die nicht nur wärmen, sondern auch Handys kabellos laden können.
  • Strom aus Schallwellen: Forscher von der Queen Mary University of London QMUL stellten einen Nanogenerator her, der Lärm in Strom umwandelt.
  • Strom aus Algen: In Hamburg wird die Biophotovoltaik genutzt, um Strom aus Algen zu gewinnen.

Gesetzliche Vorgaben

Laut Stromsteuerrecht bedarf es für die Entnahme von selbst erzeugtem Strom zum Eigen- beziehungsweise Selbstverbrauch einer Erlaubnis. Diese wird auf Antrag vom örtlich zuständigen Hauptzollamt erteilt. Stromerzeugungsanlage, für die eine förmliche Einzelerlaubnis nach § 9 Abs. 4 i. V. m. § 9 Abs. 1 Nr.

Weitere Fragen und Antworten

Kann man überschüssigen selbst erzeugten Strom verkaufen? Ja, das ist möglich. Betreiber:innen von kleineren Anlagen können ihren Stromüberschuss auch ins Netz einspeisen und erhalten eine entsprechende Einspeisevergütung.

Wie viel Strom dürfen Privathaushalte erzeugen? Grundsätzlich gibt es in Deutschland keine gesetzliche Beschränkung für die Menge an Strom, die zur Eigennutzung erzeugt werden darf.

Lohnt es sich, Strom selbst zu erzeugen? In den meisten Fällen lohnt es sich, Strom selbst zu erzeugen.

Zusammenfassung

Die Stromerzeugung mit dem Fahrrad ist eine interessante Möglichkeit, um einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Obwohl die erzeugte Strommenge begrenzt ist, kann sie in Kombination mit anderen erneuerbaren Energien dazu beitragen, den eigenen Strombedarf zu decken und unabhängiger von Energieversorgern zu werden.

Methode Leistung Vorteile Nachteile
Heimtrainer 100-150 Watt (durchschnittlich trainierte Person) Körperliche Betätigung, Beitrag zur Energiewende Geringe Strommenge, hoher Zeitaufwand
Free Electric Bike 0,2 kWh pro Stunde Höhere Strommenge als Heimtrainer, speziell für Stromerzeugung entwickelt Spezielle Anschaffung erforderlich
Photovoltaikanlage Variabel, abhängig von Anlagengröße Hohe Strommenge, umweltfreundlich Hohe Anschaffungskosten, abhängig von Sonneneinstrahlung
Brennstoffzellen-Heizung Variabel, abhängig von Anlagengröße Gleichzeitige Strom- und Wärmeerzeugung, hocheffizient Komplexere Technologie, abhängig von Erdgas

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