Supersport WM Ducati Informationen

Die Supersport-WM erfuhr für die Saison 2022 eine umfassende Überarbeitung des Formats. Bisher waren Vierzylinder mit maximal 600 ccm, Dreizylinder mit maximal 675 ccm und Zweizylinder mit maximal 750 ccm startberechtigt. Ab diesem Jahr können auch Supersport-Bikes mit größeren Motoren teilnehmen.

Neues Reglement für mehr Vielfalt

Das jetzt veröffentlichte Reglement hält zwar immer noch an den bekannten Motorenformeln fest (400 bis 600 cm³/Viertakt,/4-Zylinder; 500 bis 675 cm³/Viertakt/3-Zylinder; 600 bis 750 cm³/Viertakt/2-Zylinder), benennt aber auch die bereits darüber hinaus homologierten Modelle verschiedener Hersteller. Zulässig sind künftig auch Modelle wie die Panigale V2, die GSX-R 750 oder die Street Triple.

Diese werden unter der Klassifizierung "Supersport Next Generation Machines" geführt, füllen 2022 das Feld auf und sind ab der Saison 2023 die einzig zugelassenen Konzepte. Yamaha hält unterdessen an der R-6 auch für 2023 fest. Noch in der Prüfung befindet sich Suzukis GSX-R 750. Da alle Maschinen über eine Ride-by-Wire-Steuerung verfügen müssen, müsste Suzuki die 750er aufrüsten oder ein entsprechendes Umrüstkit anbieten.

Viele Hersteller waren mit dem alten Reglement unzufrieden und wünschten sich neue Motoren-Konzepte. Um frischen Wind in die Supersport-WM zu bringen, forderten verschiedene Hersteller eine Reglementsänderung, die neue, vielfältiger Motorenkonzepte erlaubt.

Ducati kehrt zurück

Erstmals seit der Saison 2007 ist Ducati mit einem Supersport-Team vertreten. Vor allem an der neuen Ducati Panigale V2 zeigen die Teams großes Interesse. Die V2-Maschine mit 955 ccm konnte sechs Teams überzeugen. Die Speerspitze bildet das Werksteam mit Nicolo Bulega. Gespannt sein darf man auf Barni mit Oli Bayliss, den Sohn von WSBK-Legende Troy Bayliss. Althea schickt den ehemaligen Vize-Weltmeister Federico Caricasulo mit einer Panigale V2 an den Start. Mit Oliver kehrt wieder ein Bayliss auf Ducati in die WM zurück. Pilotiert wird die V2 von Oliver Bayliss, Sohn von Ducati-Rennlegende Troy Bayliss. Der 18-Jährige war bislang in der australischen Superbike-Meisterschaft unterwegs.

Nicolo Bulega pilotierte die Ducati Panigale V2, mit der Ducati in der WSSP-Saison 2022 werksseitig vertreten sein wird. Der Italiener wechselt aus der Moto2-WM ins Fahrerlager der Superbike-WM. Durch den Wechsel muss sich Bulega an viele neue Dinge gewöhnen.

"Am ersten Tag war es ein kleiner Schock, weil alles für mich anders war: das Chassis, der Motor - alles war anders", erklärt der Ducati-Pilot, der den Kurs in 1:42.952 Minuten umrunden konnte. "Am zweiten Tag lief es bereits deutlich besser. Das Gefühl war gut.

Anpassungen und Gewichte

Konkrete Drehzahllimits gab es für die Saison 2022 noch nicht. Die Testfahrten vor dem Saisonstart sollen dabei helfen, die unterschiedlichen Motorräder anzugleichen. Später greifen die Verantwortlichen dann auf den komplizierten Algorithmus der Dorna zurück, um Anpassungen vorzunehmen, sollte es ein Ungleichgewicht geben. Aller drei Events kann es Anpassungen geben.

Fest steht aber bereits, dass die Motorräder mit mehr Hubraum länger durchhalten müssen. Die 600er-Motoren können im Durchschnitt nach 2,5 Events getauscht werden. Die Motoren im Bereich von 601 bis 799 ccm können im Durchschnitt nach drei Events ausgewechselt werden. Die Motoren der Ducati Panigale V2 hingegen haben eine Mindest-Laufleistung von im Durchschnitt 3,5 Events.

Beim Gewicht setzen die Serienverantwortlichen ab dieser Saison auf ein kombiniertes Gewicht aus Fahrer und Motorrad. Dieses liegt bei 242 Kilogramm. Für die Motorräder werden verbindliche Mindest- und Maximalgewichte definiert. Dadurch ist es möglich, dass ein Fahrer das kombinierte Gewicht unterschreitet, wenn sein Motorrad bereits am oberen Ende des Gewichtsspektrums angelangt ist.

Weniger Reifen

Im Vergleich zur Saison 2021 erhalten die Fahrer weniger Reifen. Im Vorjahr standen pro Renn-Wochenende 17 Reifen zur Verfügung. In diesem Jahr können maximal 15 Reifen pro Veranstaltung verwendet werden (sieben Vorderreifen und acht Hinterreifen). Pirelli stellt mindestens zwei verschiedene Mischungen für vorne und hinten bereit.

Triumph ist wieder dabei

Triumph kehrt nach einigen Jahren Auszeit wieder in die Supersport-WM zurück. Die Basis für die WSSP-Rückkehr bildet das Naked Bike Street Triple 765 RS. Obwohl es bisher keine käufliche Version mit Verkleidung gibt, darf Triumph in der Supersport-WM starten. Optisch erinnert die Verkleidung der Rennmaschine an die alte Daytona 675.

Adrian Huertas sichert sich den Titel

Adrian Huertas hat sich in Jerez vorzeitig den Titel in der Supersport-WM gesichert. Der Aruba-Ducati-Pilot beendete das Samstags-Rennen auf der dritten Position und kann am Sonntag im finalen Rennen nicht mehr eingeholt werden. Mit dem WM-Erfolg in der Supersport-Klasse steigt Huertas in die großen Fußstapfen von Vorgänger Nicolo Bulega, der im Vorjahr mit der Aruba-Ducati-Mannschaft die Supersport-WM gewann.

"Es ist unglaublich! Erst recht, es hier in der Heimat feiern zu können", freut sich Huertas. "Vor einem Jahr habe ich es noch nicht einmal aufs Podium geschafft und jetzt bin ich Weltmeister. Als ich bei Aruba unterschrieb, vertrauten sie mir und waren von meinem Potenzial überzeugt."

"Doch es gab auch viele Kritiker, die bezweifelt haben, dass ich das schaffen kann", bemerkt Huertas. "Jetzt kann ich von mir behaupten, zweifacher Weltmeister zu sein. Das können nicht allzu viele Leute von sich behaupten. Ich bin bereit für mehr!"

Huertas verlässt das WSBK-Paddock als zweifacher Weltmeister. Bereits in der Saison 2021 gelang ihm der WM-Titel in der 300er-Klasse. Der Spanier hat sich vor einigen Wochen dazu entschieden, das Fahrerlager zu wechseln und wird 2025 in der Moto2-WM antreten.

Schrötter kämpft um Top-Platzierung

Marcel Schrötter beendete das Samstags-Rennen in Jerez auf der vierten Position. Nach einigen enttäuschenden Events erlebt Schrötter in Jerez ein deutlich erfreulicheres Rennwochenende. Nur noch ein Punkt fehlt: Marcel Schrötter kann noch WM-Vierter werden.

Am Sonntag folgt um 15:30 Uhr das finale Rennen der WSSP-Saison 2024.

Race of Champions bei der World Ducati Week

Im Rahmen des großen Markentreffens World Ducati Week wird das Race of Champions ausgetragen. Auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli findet vom 22. bis 24. Juli die World Ducati Week (WDW) 2022 statt. Eines der Highlights dürfte das Race of Champions am Samstag, dem 23. sein.

Insgesamt 21 Fahrer aus MotoGP, Superbike-WM und Supersport-WM, die bereits Erfolge für Ducati eingefahren haben, treffen auf der Rennstrecke aufeinander. Gefahren wird auf Panigale V4 S und Panigale V2 in Rennkonfiguration, wobei das Rennen wird in zwei Kategorien mit zwei Gewinnern ausgetragen wird.

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