Die Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft reicht bis ins Jahr 1949 zurück, als der Weltverband FIM (Fédération Internationale de Motocyclisme) erstmals eine Weltmeisterschaft für Straßenmotorräder austragen ließ. Damals traten die Fahrer in verschiedenen Hubraumklassen an: 50 ccm bzw. 80 ccm, 125 ccm, 250 ccm, 350 ccm und 500 ccm für Solo-Maschinen, sowie 500 ccm für Motorräder mit Beiwagen. In der Anfangszeit dominierten vor allem englische und italienische Marken mit Viertaktmotoren.
Im Laufe der Jahre gab es zahlreiche Veränderungen im Reglement und in den Hubraumklassen. 1983 wurde die 350-ccm-Klasse gestrichen, und ein Jahr später wurde die 50-ccm-Klasse durch die 80er-Klasse ersetzt. In den 1990er Jahren verschwanden dann auch die 80-ccm-Klasse und die Seitenwagen-Rennen aus dem Programm. Bis zum Jahr 2001 wurde ausschließlich in den Hubraum-Klassen 125 ccm, 250 ccm und 500 ccm gefahren.
Im Jahr 2002 markierte die MotoGP die Königsklasse des zweirädrigen Motorsports für Straßen-Motorräder. Mit dem neuen Branding folgten auch neue Regularien: In der Königsklasse des Motorradsports kamen fortan Viertaktmotoren mit maximal 990 cm Leistung zum Einsatz. Ab dieser Saison waren die Bikes mit 1.000 ccm Hubraum ausgestattet, gleichzeitig wurde die maximale Zylinderzahl auf vier beschränkt.
Suzuki in der Motorrad-WM
Suzuki hat eine lange und erfolgreiche Geschichte in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Einer der prägendsten Fahrer für Suzuki war Barry Sheene, der in den 1970er-Jahren zwei WM-Titel in der 500er-Klasse auf Suzuki (1976 und 1977) sicherte. Er gewann außerdem 23 Rennen und ist bis heute der letzte britische Motorrad-Weltmeister in der Königsklasse.
Ein weiterer wichtiger Name in der Suzuki-Geschichte ist Kenny Roberts jr. Er ist der erste Motorrad-Grand-Prix-Pilot in der WM-Historie, der erfolgreich in die Fußstapfen seines Vaters trat und 20 Jahre nach dessen letztem WM-Triumph (1978-1980) in der Saison 2000 die 500 ccm-WM für sich entschied.
Kenny Roberts Jr. - Der Weltmeister von 2000
Kenny Roberts jr. ist ein amerikanischer Motorradrennfahrer, der im Jahr 2000 Weltmeister wurde und 1999 Vizeweltmeister in der 500 ccm Klasse war. Er feierte zahlreiche Grand-Prix-Siege.
Nach der Reform der Motorrad-WM mit der Einführung der MotoGP-Viertaktmaschinen ab 2002 vermochte Suzuki-Pilot Roberts jr. nicht an vormalige Leistungen anzuknüpfen. Mit technisch unterlegenem Material mühte sich der US-Amerikaner viele Jahre vergebens und drohte damit seinen einstmals guten Ruf zu ruinieren. Wenige Achtungserfolge änderten nichts daran, dass Roberts jr. Ende 2005 von Suzuki aussortiert wurde.
Als Medien und Fans sowie er selbst sich bereits mit dem Ende der Karriere abgefunden hatten, kam das Angebot von Roberts sen., erneut für dessen Team zu starten. 2006 erlebte Roberts jr. auf der KR-Honda seinen "dritten Frühling" und absolvierte seine bis dato beste Viertaktsaison.
Laufbahn
Bereits im Alter von drei Jahren saß Kenny Roberts junior zum ersten Mal auf einem Motorrad.
Suzuki GSX-R: Eine Erfolgsgeschichte
Die Suzuki GSX-R ist eine Ikone im Motorradrennsport. Firmenchef Osamu Suzuki unterzeichnete genau ein Jahr vor dem Stapellauf dieser GSX-R, die das erste echte Viertakt-Superbike wurde, den Entwicklungsauftrag und diktierte seinen Ingenieuren genau, was er am Ende haben wollte. „100 PS und möglichst wenig Gewicht war Pflicht“, so Shimizu-san.
Dazu entwickelten sie einen öl- und luftgekühlten Vierzylinder für ein Bike, das mit 176 Serien-Kilogramm nur 11 kg über dem damaligen Minimumgewicht für rennfertige Superbikes lag.
Für SERT-Chef und Langstrecken-WM-Urgestein Dominique Méliand war die Suzuki GSX-R 750 von 1992 der wichtigste Schritt für die Siegesserie der GSX-R im Endurance-Rennsport, denn mit der Wasserkühlung wurde das Bike damals zwar merklich schwerer, der Motor aber gerade für die 24-Stunden-Rennen erheblich zuverlässiger.
Mit der K1, dem ersten Superbike mit 1000-Kubik-Vierzylinder, schaffte Suzuki dann 2001 den Sprung. „Die 1000er war wieder so eine Revolution. Bis dahin war jedes Modell eine erfolgreiche Evolution der ersten Suzuki GSX-R, selbst die 1100er, die es parallel gab“, kommentiert Méliand diesen Meilenstein.
Die "runden" Rennen in der Motorrad-Weltmeisterschaft
Wer hat eigentlich bei den "runden" Rennen in der Historie der Motorrad-Weltmeisterschaft triumphiert? Hier eine Übersicht:
- 100. Grand Prix: Spanien 1962 in Montjuich - Hans-Georg Anscheidt (Kreidler)
- 200. Grand Prix: Belgien 1970 in Spa-Francorchamps - Giacomo Agostini (MV Agusta)
- 250. Grand Prix: Belgien 1974 in Spa-Francorchamps - Phil Read (MV Agusta)
- 300. Grand Prix: Schweden 1978 in Anderstorp - Barry Sheene (Suzuki)
- 400. Grand Prix: Frankreich 1986 in Le Castellet - Eddie Lawson (Yamaha)
- 500. Grand Prix: Europa 1993 in Barcelona - Wayne Rainey (Yamaha)
- 600. Grand Prix: Katalonien 2000 in Barcelona - Kenny Roberts Jr. (Suzuki)
- 700. Grand Prix: Deutschland 2006 auf dem Sachsenring - Valentino Rossi (Yamaha)
- 750. Grand Prix: Niederlande 2009 in Assen - Valentino Rossi (Yamaha)
- 800. Grand Prix: Frankreich 2012 in Le Mans - Jorge Lorenzo (Yamaha)
- 900. Grand Prix: Aragon 2017 in Alcaniz - Marc Marquez (Honda)
- 1000. Grand Prix: Frankreich 2023 in Le Mans - Marco Bezzecchi (VR46-Ducati)
MotoGP Legenden
Die "Hall of Fame" der Motorrad-Weltmeisterschaft besteht aus der Creme de la Creme des Motorrad-Rennsports:
- Giacomo Agostini (Italien)
- Hugh Anderson (Neuseeland) - Er verhalf Suzukis noch jungem GP-Projekt zu ersten großen Erfolgen.
- Hans-Georg Anscheidt (Deutschland) - 1966, 1967 und 1986 wird Anscheidt mit Suzuki Weltmeister.
- Kork Ballington (Südafrika)
- Max Biaggi (Italien)
- Alex Criville (Spanien)
- Stefan Dörflinger (Schweiz)
- Mick Doohan (Australien)
- Andrea Dovizioso (Italien)
- Geoff Duke (Großbritannien)
- Wayne Gardner (Australien)
- Mike Hailwood (Großbritannien)
- Nicky Hayden (USA)
- Daijiro Kato (Japan)
- Eddie Lawson (USA)
- Jorge Lorenzo (Spanien)
- Randy Mamola (USA)
- Anton Mang (Deutschland)
- Jorge Martinez (Spanien)
- Angel Nieto (Spanien)
- Dani Pedrosa (Spanien)
- Wayne Rainey (USA)
- Phil Read (Großbritannien)
- Jim Redman (Großbritannien)
- Kenny Roberts (USA)
- Kenny Roberts jun. (USA) - 2000 entschied er die 500er-Klasse auf der Suzuki für sich.
- Valentino Rossi (Italien)
- Jarno Saarinen (Finnland)
- Kevin Schwantz (USA)
- Barry Sheene (Großbritannien) - Er sicherte sich zwei WM-Titel in der 500er-Klasse auf Suzuki (1976 und 1977).
- Marco Simoncelli (Italien)
- Freddie Spencer (USA)
- Casey Stoner (Australien)
- John Surtees (Großbritannien)
- Luigi Taveri (Schweiz)
- Mike Trimby (Großbritannien)
- Carlo Ubbiali (Italien)
- Franco Uncini (Italien)
Verwandte Beiträge:
- Motocross Ersatzteile Suzuki: Online Shop & Kaufberatung
- Aktuelle Suzuki Motorrad Modelle 2024: Übersicht & Testberichte
- Zweirad Haage: Suzuki, Royal Enfield & mehr in Leipzig
- Ducati Hypermotard 698 Mono: Der neue Supermoto-König, der alles verändert!
- Shimano CJ-7S40 Einbau leicht gemacht: Ultimative Schritt-für-Schritt Anleitung & Profi-Tipps
Kommentar schreiben