Swytch Go E-Bike Umrüstsatz im Test: Erfahrungen und Bewertung

E-Bikes erfreuen sich großer Beliebtheit, sind aber oft kostspielig. Solide Modelle sind selten unter 2.000 Euro zu finden. Mit dem sogenannten Conversion Kit von Swytch lässt sich (fast) jedes Fahrrad zu einem E-Bike umrüsten. Warum also nicht das vorhandene Fahrrad zum E-Bike umrüsten?

Was ist das Swytch Go Kit?

Schon seit geraumer Zeit bietet Swytch einen Bausatz, mit dem fast jedes Fahrrad zum E-Bike wird. Mit „Swytch Go“ lässt sich nun die Reichweite erheblich steigern. COMPUTER BILD probierte es aus. Das Swytch-Kit macht jedes herkömmliche Fahrrad zum E-Bike. Foto: Swytch

Das eigene Rad zum E-Bike machen: Die Idee ist nicht neu, doch mit dem Umrüstkit von Swytch lässt sie sich besonders einfach umsetzen. Den Umbau erledigen selbst Laien im Handumdrehen, denn der Motor sitzt in einem Vorderrad, das das bisherige Vorderrad ersetzt. Anders als ein Nachrüstmittelmotor, wie zum Beispiel der von Pendix, erfordert das keinen komplizierten Eingriff samt Austausch des Tretlagers und kostet auch nicht weit über 1000 Euro.

Die Vorteile des Swytch Go

  • Relativ preiswert (besonders zum Vorbestellpreis)
  • Kompatibel mit den meisten Fahrrädern
  • Die Bauteile wirken hochwertig
  • Praxistaugliche Reichweite
  • Umbau-Kit wiegt unter 5 Kilogramm
  • Optisch ansprechendes Display (gegen Aufpreis)

Die Nachteile des Swytch Go

  • Verkabelung lässt sich kaum vermeiden
  • Akku kann nicht gesichert werden
  • Display ist nicht durch eine App ersetzbar
  • Wartezeiten für Interessenten

Der Akku als "Klette"

Das Swytch-Go-Kit unterscheidet sich von der ersten Version vor allen durch den neuen Akku. Der wird nicht mehr am Lenker montiert, sondern findet unterhalb des Sattels am Rahmen Platz. Dort lässt es sich im Handumdrehen per Klettverschlüssen anbringen. Ansonsten bleibt es beim bekannten Aufbau: Der Akku wird per Kabel mit einem Tretsensor, der die Umdrehungen an den Pedalen misst, dem Motor im Vorderrad sowie mit einem kleinen Display das sich am Lenker befestigen lässt, verbunden.

Der Go-Akku lässt sich per Klettverschlüssen anbringen und im Handumdrehen auch wieder abnehmen. Foto: Swytch

Reichweite und Leistung

Das Go-Kit gibt es in drei Varianten mit Akku-Reichweiten von 20 bis 60 britischen Meilen (Swytch kommt aus England) - das entspricht rund 32 bis 96 Kilometer. COMPUTER BILD stand für Probefahrten das Go+-Set mit einer Reichweite von bis zu 65 Kilometer (40 Meilen) zur Verfügung.

Swytch gibt eine Reichweite von 48 bis 65 Kilometern für das Go+ an. Diese Werte erscheinen realistisch, auch wenn sie von verschiedenen Faktoren abhängen können. Der Akku benötigt etwa vier Stunden zum Laden und wiegt nur 2,6 Kilogramm, was das Fehlen einer Diebstahlsicherung am Rahmen etwas ausgleicht.

Der Elektromotor bietet eine klare Unterstützung, ist jedoch kaum hörbar. Das leise Summen ist nur bei sehr ruhiger Umgebung wahrnehmbar. Mit 250 Watt Leistung und 40 Newtonmetern Drehmoment entfaltet der Motor seine beste Leistung in den Unterstützungsstufen vier und fünf.

Die Swytch Go Kit Varianten im Überblick:

Kit-Variante Akkukapazität Reichweite
Go-Kit 187 Wattstunden ca. 32 Kilometer
Go+-Kit 281 Wattstunden ca. 65 Kilometer
Go++-Kit 378 Wattstunden ca. 96 Kilometer

Montage des Swytch Go Kits

Die Montage des Kits ist grundsätzlich einfach, jedoch nur, wenn man die erforderlichen Schritte vorab kennt. So sind Montageanleitungen und Videos stellenweise etwas unklar. Zudem müssen Käufer mit zwei Problemen rechnen. Zum einen ist das benötigte Werkzeug nicht im Lieferumfang enthalten. Zum anderen stellen die langen Kabel eine echte Herausforderung dar. Der „Kabelsalat“ ist kaum zu vermeiden.

Es gibt viele Umbau-Kits, die Fahrräder in E-Bikes verwandeln, aber das Swytch Go zeichnet sich besonders durch seine einfache Montage aus. Meine eigene Erfahrung bestätigt, dass die Installation unkompliziert ist.

Die wichtigsten Schritte der Montage:

  1. Fahrrad auf den Kopf stellen.
  2. Altes Vorderrad ausbauen und Schlauch sowie Mantel entfernen.
  3. Neues Vorderrad mit dem alten oder einem neuen Schlauch und Mantel bestücken.
  4. Neues Vorderrad in die Gabel einsetzen, dabei darauf achten, dass das Motorkabel auf der gegenüberliegenden Seite der Kette und nach oben gerichtet ist.
  5. Magnetring am Tretlager und der Kurbel befestigen, wobei der mitgelieferte Adapter je nach Fahrradspezifikationen ausgewählt werden muss.
  6. Den Sensor in einem Abstand von 3 Millimetern zum Magnetring am unteren Sattelrohr anbringen, ebenfalls mit dem mitgelieferten Montagematerial.
  7. Die Batterie mit den Klettschlaufen am Rahmen fixieren.
  8. Kabelbaum in die Batterie einstecken und mit dem Pedalsensor, dem Motorkabel und gegebenenfalls dem Displaykabel verbinden.

Fahrgefühl und Alltagstauglichkeit

Nach der Installation und Verkabelung war das 4,3 Kilogramm leichte Swytch Go sofort einsatzbereit. Die Motorunterstützung macht sich beim Fahren deutlich bemerkbar, und die Reichweite von knapp 50 Kilometern ist beeindruckend, besonders angesichts der relativ kleinen Akku-Kapazität.

Insgesamt zeigt sich das Swytch Go-Kit als durchdachtes und funktionales Produkt. Das Upgrade auf den Go-Akku tut dem Swytch-Kit merklich gut. Denn nun punktet das Set endlich auch mit einer ausreichend großen Reichweite - und macht es so endgültig als E-Bike-Alternative attraktiv.

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