Elektromobile gelten als Alternative zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, besonders in Innenstädten sind Roller mit E-Motor praktisch.
Tante Paula Elektroroller: Eine Hamburger Erfolgsgeschichte
Seit Ende 2000 gibt es die Hamburger Firma Tante Paula, die bewusst auf Anglizismen verzichtet, deshalb auch der etwas wunderliche Firmenname. Der Musiker Florian Walberg bekam damals einen Tante-Paula-Elektroroller der ersten Serie geschenkt, auf dem man stehend fahren konnte. Walberg war von dem Stromer so begeistert, dass er bei der Firma als Produktmanager einstieg und zusammen mit Geschäftsführer Julian Köhler das Fahrzeug weiter optimierte. Ein Jahr später war Maximilian I. fertig.
"Eigentlich hatten wir nur die Variante ohne Sitz geplant, doch kurz vor der Abnahme des Rollers durch den TÜV sagte man uns, dass die Anmeldung für ein gleiches Modell mit Sitz nur geringe Mehrkosten verursachen würde", sagt Köhler. Um auch jüngere Kunden anzusprechen, gibt es seit einigen Wochen das neue Modell Maximilian II.
Der Tante Paula Maximilian II im Detail
In der Tat macht das flinke Zweirad mit mattschwarzer Lackierung, Trittbrett in Karbon-Optik und orangen Schriftzügen und Bremsen einen feschen Eindruck. Wer mit dem Roller zum Beispiel an der Hamburger Binnenalster unterwegs ist, fällt auf. Allerdings ist der Hingucker nicht gerade günstig. Knapp 1800 Euro sind fällig für den Roller mit einem Kilowatt Leistung.
Fahreigenschaften und Alltagstauglichkeit
Die ersten Meter mit dem Elektroroller Maximilian II. sind ungewohnt. Zumindest für jemanden, der seit seiner Kindheit vor rund 25 Jahren nicht mehr auf einem Roller durch die Gegend gefahren ist. Auf kleinen, 12,5 Zoll großen Rädern geraten die ersten Fahrversuche noch etwas wackelig. Und das geht erstaunlich flott und bringt Spaß. Zwar gibt der Hersteller eine Höchstgeschwindigkeit von nur 32 km/h an, doch die reicht für die belebte Hamburger Innenstadt allemal.
Die Bedienung des City-Flitzers ist denkbar einfach: Schlüssel rein, umdrehen und los geht's. Keinen Mucks macht der Roller, als ich den Zündschlüssel umdrehe. Es tut sich aber doch etwas. Die Betriebsanzeigen leuchten auf. Eine fürs Tempo und eine für die Batterieladung. Mein Fahrzeug ist wohl startklar. Die Füße fest am Boden drehe ich den rechten Handgriff nach vorne. Ein leises Surren ertönt - und schon geht es los. Kein Antreten, kein Kuppeln.
Dass das ganz sanft vonstattengeht, liegt am sogenannten Controller. Das ist ein Steuergerät, das den Energiefluss regelt und dafür sorgt, dass der Roller beim Anfahren keinen Hopser macht. Die Fahrbedingungen könnten schlechter nicht sein. Die Windstärke beträgt böige acht, es regnet in Strömen und der Regen kommt gerade direkt von vorn - typisch Hamburgisches Schmuddelwetter.
Doch der Novi, den ich für ein paar Stunden ausgeliehen habe, liegt sicher auf der Straße - und das, obwohl wir zusammen nur 150 Kilogramm wiegen. Auch sonst läuft es prima. An den Ampeln komme ich trotz der rutschig nassen Fahrbahn ohne zu schlittern umgehend zum Stand. Der Roller nimmt locker die Steigung an den Landungsbrücken hoch zur Reeperbahn vorbei am Bismarckdenkmal. Schön ruhig ist es beim Fahren. Es gibt kein Geknatter.
Der Motor schnurrt so leise, dass ich ein paar Möwen kreischen höre. Doch was mir gefällt, ist auch gefährlich. Die anderen Verkehrsteilnehmer hören mich nicht, weil ich fast lautlos angefahren komme. Ein Mann, der wohl nach dem Hörprinzip die Straße überqueren will, zuckt zurück, als ich plötzlich auftauche. Auch Radfahrer, die ich überhole, erschrecken sich.
Ebenso handlich wie die Batterie ist das gesamte Gefährt. Auf der Straße wuselt man problemlos durch den Verkehr. Problemlos kann man den rund 43 Kilogramm schweren Roller mit in einen Fahrstuhl nehmen, und zusammengeklappt passt er sogar in den Kofferraum eines Autos. Weil während der Fahrt keine Abgase entstehen, könnte man Maximilian II. sogar in Messehallen oder großen Räumen benutzen. Das alles ist äußerst praktisch. Kleiner Haken: Mit dem Maximilian muss man auf der Straße fahren, Fußgängerzone und Gehweg sind in der Regel also tabu.
Antrieb und Batterie
Der E-Motor wird von einem Blei-Gel-Akku mit bis zu 30 Kilometern Reichweite angetrieben, in der Praxis dürften jedoch eher 20 bis 25 Kilometer realistisch sein. Um in der Batterie Strom zu speichern, lässt das Ladegerät an eine normale Steckdose anschließen und mit einer Buchse im Rahmen des Rollers verbinden. Wer keinen Stromanschluss in der Garage oder Car-Port hat, kann den rund 13 Kilogramm schweren Akku leicht aus dem Fahrzeug nehmen und in der Wohnung laden.
Akkutypen im Detail
Anders als bei den E-Bikes und Pedelecs fahren manche E-Roller noch mit einer Bleibatterie, genauer gesagt mit einem Blei-Gel-Akku. Die Hauptelektrode besteht hier aus Blei und wird von einem Silikon-Gel umschlossen. Bleibatterien sind die billigste Stromquelle und kosten rund 200 Euro. Sie haben aber auch die kürzeste Lebensdauer und Reichweite von allen Akkus. Nach rund 500 Ladezyklen ist Schluss. Die Reichweite beträgt zwischen 20 und 40 Kilometer. Nachteilig ist auch der so genannte Memoryeffekt. Wird der Akku nicht vollständig aufgeladen, sondern vorzeitig vom Netz genommen, "merkt" er sich dies und ist nach dem nächsten Ladevorgang nur vermindert leistungsfähig. Nicht zuletzt ist das Gewicht beträchtlich. Es entspricht etwa einer Bierkiste.
Er ist eine Weiterentwicklung der Blei-Gel-Batterien. Der Memoryeffekt ist nicht so stark ausgeprägt und die Lebensdauer höher. Die Reichweite entspricht der herkömmlichen Bleibatterie. Blei-Vlies-Akkus kosten um die 200 Euro. Sie machen Sinn, wenn nur kurze Strecken gefahren werden und man eine 230-Volt-Steckdose in der Garage hat.
Diese Batterien haben eine wesentlich längere Lebensdauer als Blei, da sie rund 1.000 Mal aufgeladen werden können. Auch der Memoryeffekt ist nicht so stark ausgeprägt. Die Reichweite ist etwas besser als bei Blei. Akkus mit Lithium-Ionen oder mit Lithium-Eisen-Phosphat sind die beste, aber mit rund 1.500 Euro auch die teuerste Technik. Weil die Reichweite sehr gut ist, werden immer mehr Roller damit ausgestattet. Diese Akkus haben eine lange Lebensdauer mit 2.000 Ladezyklen und mehr, weisen keinen Memoryeffekt auf und sind nicht so schwer wie Bleibatterien. Es ist also "tragbar", sie zum Aufladen mit in die Wohnung zu nehmen. Nachteilig ist aber, dass sie sich nicht auseinanderbauen und recyceln lassen.
Um zu wissen, wie viel Saft noch fließt, ist eine Reichweitenanzeige wichtig. Allerdings verfügen die meisten E-Roller nur über eine Armatur, die den Ladezustand bzw. die Spannung anzeigt. Diese Größen sind aber sehr ungenau. Es könne sein, dass die Anzeige noch ein Viertel Stromladung zeigt, die Batterie tatsächlich aber schon fast leer ist, sagt Reimund Hess von Freee. So kann es leicht passieren, dass der Saft alle, das Ziel aber noch nicht erreicht ist.
Energierückgewinnung oder Rekuperation bedeutet, dass während des Bergabfahrens oder Bremsens Energie gewonnen wird, indem wie bei einem Fahrraddynamo die Bewegungsenergie in Strom umgewandelt und im Akku gespeichert wird. Doch diese Technik stecke bei E-Rollern noch in den Kinderschuhen, erklärt Professor Hans-Jürgen Pfisterer von der Hochschule Osnabrück. Bisher gebe es kaum überzeugende Konzepte, obwohl die Rückgewinnung mit wenig technischem Aufwand und überschaubaren Kosten möglich sei. Viele Anbieter werben zwar damit, dass ihre Roller quasi während der Fahrt aufladen, bestätigt Reimund Hess von Freee. Tatsächlich sei die so gewonnene Energiemenge aber gering.
Reichweite und Faktoren, die sie beeinflussen
Die Reichweite hängt von vielen Faktoren ab wie: Akku-Kapazität, Höchstgeschwindigkeit, Motorstärke, Reifendruck, Ladeverhalten, Zustand der Akkus, Körpergewicht des Fahrers, Außentemperatur, Windverhältnisse, Steigungen / Gefälle und Nuntzungsintensivität. Die o.a. Reichweitenwerte wurden mit Testfahrten bei 23° C und ca. 86 Kg Fahrergewicht erzielt.
Wichtige Hinweise zum Akku
- Gefahrgut! Brand- und Explosionsgefahr. Die Batterie nicht zusammen mit spitzen Metallobjekten wie Haarnadeln und Werkzeug usw. lagern.
- DIE AKKUS NICHT LÄNGER ALS 6-8Std (12Ah) und 8-10Std (15Ah) AM STÜCK AM LADEGERÄT LADEN LASSEN, UNABHÄNGIG DAVON, OB ES AUF GRÜN UM SPRINGT ODER NICHT!
Das spezielle absorbierende Glasvlies (Absorbent Glass Mat, AGM) nimmt die gesamte Säure in der Batterie auf und gewährleistet so eine hohe Zyklenfestigkeit. Bitte prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ihr Ladegerät mit dem Akku kompatibel ist.
Bitte verwenden Sie nur ORIGINAL- Ladegeräte TP10030-12Ah bzw TP10030-15Ah! Nicht mit Ladegeräten für Silizium-Akkus verwechseln.
Altbatterien gehören nicht in den Hausmüll. Sie können gebrauchte Batterien unentgeltlich an unserem Versandlager zurückgeben. Sie sind als Verbraucher zur Rückgabe von Altbatterien gesetzlich verpflichtet.
E-Roller Reparatur und Akku-Check
Ab sofort können Sie uns Ihren defekten Scooter Tante Paula, Egre, Revoluzzer & Oliver500 zur Reparatur bringen oder schicken. Wir reparieren auch Fremdfabrikate, wenn möglich und nötig.
Des Weiteren bieten wir nun auch allen Kunden unseren "AKKU-CHECK" an. Hat Ihr Akku nicht mehr die volle Leistung? Sind Sie sich nicht sicher, ob es am Akku ODER am Ladegerät liegt? Dann senden Sie uns am besten BEIDE Teile zur Überprüfung zu.
Unsere Leistungen im Überblick:
- Fehlersuche und Reparatur: Technische und elektrische Fehlerbehebung, teilweise sind auch Motor-Reparaturen möglich (bei Kabelbeschädigungen bzw. schlechten Schweißkontakten, defekten Lagern im Motor/Getriebe etc.).
- Anbau von Zubehörteilen
- Einbau von Lithium-Akkus: Vor allem wenn der Einbau eines Ladeadapters bzw.
- Umbau auf die neuen "Multi-Controller": Ferdinand II, Ferdinand III und Maximilian II, inkl.
- Auf Wunsch bzw. bei Bedarf (auf Ihr Risiko) Schweißarbeiten bei gebrochener Sattelstange bzw. Sattelstangen-Aufnahmen.
- Akku-Leistungs- und Kapazitätstests: Wir "prüfen" Ihren Akku + Ihr Ladegerät komplett durch.
Gerne rüsten wir Ihren Akku / Roller auf unser "neues Steckersystem" um.
BEVOR wir am Roller irgendein Teil austauschen, werden wir Ihnen eine genaue Auflistung der nötigen Arbeiten & Ersatzteile zusenden.
REPARATURKOSTEN: Bei uns zahlen Sie nur das, was wirklich nötig ist. Material nach Bedarf (siehe Online-Shop), für die Arbeitszeit berechnen wir aktuell 60,00 Euro pro Stunde inkl.
Lithium Akkus für Tante Paula Roller
Dieser Akku bietet nicht nur den Vorteil von wesentlich geringerem Gewicht (Einsparung ca 10 kg ), sowie fast 2x so viele Ladezyklen, sondern auch eine kostante Mehrleistung.
ACHTUNG!! LITHIUM AKKUS DÜRFEN NUR MIT LITHIUM-LADEGERÄTEN GELADEN WERDEN. Bitte bestellen Sie das passende Gerät gleich mit.
Verfügbare Lithium-Ionen Akkus:
- Li-Io Akku 36V 12Ah ohne Original Ladegerät 36V 2A für 110-240V Anschluss.
- Li-Io Akku 36V 15Ah ohne Original Ladegerät 36V 2A für 110-240V Anschluss.
- Li-Io Akku 36V 30Ah ohne Schnell-Ladegerät 36V 4A für 110-240V Anschluss.
- Li-Io Akku 36V 40Ah ohne Schnell-Ladegerät 36V 4A oder 5A für 110-240V Anschluss.
- Li-Io Akku 36V 50Ah ohne Schnell-Ladegerät 36V 5 für 110-240V Anschluss.
Allgemeine Informationen zu E-Rollern
Welche Roller gibt es und wie sehen sie aus?
Es gibt eine Vielzahl von E-Rollern auf dem Markt, die sich in Design, Geschwindigkeit und Batterietyp unterscheiden. Einige Modelle ähneln klassischen Rollern, während andere ein sportlicheres oder retro-inspiriertes Design aufweisen.
Batterietypen und Reichweite
Die meisten E-Roller verwenden Lithium-Batterien oder Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus, da diese eine gute Reichweite bieten. Die tatsächliche Reichweite hängt jedoch von der Fahrweise, dem Fahrergewicht und der Streckenbeschaffenheit ab.
Motor und Bremsen
Viele E-Roller sind mit einem Radnabenmotor ausgestattet, der eine hohe Effizienz bietet. Gebremst wird in der Regel mit Scheibenbremsen, die eine bessere Bremswirkung haben als Trommelbremsen.
Ladezeit und Kosten
Die Ladezeit variiert je nach Batterietyp und -kapazität. Preiswerte E-Roller mit Bleibatterie sind bereits für unter 1.000 Euro erhältlich, während Modelle mit Lithium-Akku 3.000 Euro aufwärts kosten.
Zusätzliche Informationen
- Ausstattung: Der E-Roller muss über eine Lichtanlage verfügen, die nicht über den Akku gespeist wird.
- Führerschein: Roller bis 45 km/h gelten als Kleinkraftrad. Sie dürfen mit dem Führerschein Klasse M (für Moped, Mokick und Roller) gefahren werden oder mit dem Autoführerschein (Klasse B). Für E-Roller bis 25 km/h benötigt man mindestens einen einfachen Mofaführerschein. Roller bis 80 km/h gelten als Leichtkraftrad. Sie dürfen nur mit dem Führerschein Klasse A1 gefahren werden oder alternativ Klasse B (Pkw-Führerschein).
- Haftpflicht: Für E-Roller gilt Versicherungspflicht. Die Kennzeichen sind bei jedem örtlichen Versicherer nach Vorlage der Betriebserlaubnis erhältlich.
- Kauf: Kaufen Sie den E-Roller beim Händler. Dort bekommen Sie die beste Beratung.
- Zulassung: Jedes motorisierte Fahrzeug, das schneller als 6 km/h fährt und am Straßenverkehr teilnehmen will, benötigt eine nationale Typengenehmigung bzw. Einzelbetriebserlaubnis. Ohne sie läuft gar nichts.
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