Viel Leistung, viel Ausstattung, wenig Gewicht: Die vierte Generation der Ducati Multistrada hat einiges zu bieten. Die Ducati Multistrada V4 war die erste multifunktionale Maschine mit einem Vierzylinder-Motor, die laut Hersteller das gesamte Spektrum von Expresstempo auf Asphalt über Land- und Bergstraßen bis hin zu Offroad-Passagen beherrscht. Ein echtes Highlight ist ihr ultrastarker und dabei extrem kompakter Vierzylinder-V-Motor.
Die Reiseenduro folgt der etablierten Multistrada 1260, weist etwas weniger Hubraum, aber ein Plus an Spitzenleistung auf und bringt dank ihres kompakteren Motors bessere Voraussetzungen für eine optimale Platzierung des Triebwerks im Rahmen mit.
Die vierte Generation der 2003 erstmals erschienenen Multistrada ist in sechs Versionen verfügbar: Zur Basisversion kommt die Multistrada V4 S mit elektronischem semiaktivem Fahrwerk, höherwertigen Bremsen und einer umfangreicheren Elektronik-Ausstattung, die Rally-Version und die Pikes Peak, die vor allem bei der Kurvenhatz viel Fahrspaß verspricht. Die Version V4 S Sport ist nur noch gebraucht erhältlich.
Motor und Antrieb
Das Triebwerk realisiert aus 1158 Kubikzentimetern Hubraum eine Maximalleistung von 125 kW/170 PS bei 10.500 U/min. Das maximale Drehmoment gibt der Hersteller mit 125 Nm bei 8750 U/min an. Als erster Ducati-Motor seit ca. 40 Jahren funktioniert die Ventilbetätigung nicht mittels der für die Italiener typischen Desmodromik, sondern mithilfe herkömmlicher Ventilfedern. Ducati verspricht in der Folge niedrige Wartungskosten.
Die Ventile müssen lediglich alle 60.000 Kilometer kontrolliert bzw. eingestellt werden, für Ölwechsel ist ein Intervall von 15.000 Kilometern vorgeschrieben. Der erste Gang ist sehr kurz übersetzt, um bei langsamer Fahrt nicht in den Ruckelbereich zu kommen. Dank der sehr langen Übersetzung des sechsten Gangs sollen schnelle Passagen mit moderaten Drehzahlen zurückgelegt werden können.
Fahrwerk und Ausstattung
Eine von mehreren technischen Finessen: Die Kurbelwelle dreht gegenläufig zu den Rädern. Das semiaktive Skyhook-Fahrwerk besitzt einen Niveauausgleich. Die Versionen der Multistrada erhalten ein vollfarbiges TFT-Display mit zeitgemäßer Oberfläche. Hier gibt es dann auch einen Joystick zur leichteren Navigation im Menü des Bordcomputers. Dank des Ducati-Connect-Systems kann man die Karte des Navigationsgerätes mithilfe einer App direkt auf dem Display anzeigen.
Darüber hinaus kann man die S-Version optional für eine adaptive Geschwindigkeitsregelung und einen Totwinkelwarner mit Front- und Heckradar ausrüsten. Das Vorderrad misst nicht mehr 17, sondern 19 Zoll, wodurch Speichenräder sowie eine Offroad-Bereifung möglich werden. Die Federwege liegen mit 170 Millimetern vorn und 180 Millimetern hinten zwar ein Stück unter denen anderer Reiseenduros, aber die Multistrada ist wohl auch künftig eher als "auch" Offroad-fähig zu sehen und weniger als Geländeziege.
Mit einem fahrfertigen Gewicht von rund 240 Kilogramm darf man sie angesichts ihrer extrem üppigen Ausstattung als "noch schlank" bezeichnen. Die Zuladung beträgt 230 Kilogramm. So stehen zwei Sitzhöhen - 840 und 860 Millimeter - zur Verfügung, der Windschild ist mit nur einem Finger in der Höhe verstellbar und mit seitlichen Windabweisern kombiniert.
Käufer können die Multistrada V4 bereits ab Werk nach ihren Vorstellungen konfigurieren, bei den Händlern werden dann lediglich noch Zubehörpakete hinzugefügt.
Technische Daten im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen Daten der Ducati Multistrada V4 zusammen:
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Motor | Flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-V-Motor (90°), 1158 ccm Hubraum |
| Leistung | 125 kW/170 PS bei 10.500 U/min |
| Drehmoment | 125 Nm bei 8250 U/min |
| Getriebe | 6 Gänge, Kette |
| Radstand | 1567 mm |
| Sitzhöhe | 840/860 mm |
| Gewicht fahrfertig | 240 (243) kg |
Fahrleistungen und Assistenzsysteme
Fahrleistungen:
- 0 - 100 km/h: k. A.
- Höchstgeschwindigkeit: über 200 km/h
Assistenzsysteme:
- Kurven-ABS
- Traktions- und Wheeliekontrolle
- Mehrere Fahr- und Leistungsmodi
- Automatische Blinker-Rückstellung
- (Optional: Quickshifter, schlüssellose Zündung, Berganfahrassistent etc.)
Fahrwerk Details
- Rahmen: Aluminium-Monocoque-Rahmen
- Vorderradaufhängung: 50 mm Upside-down-Telegabel vorn, voll einstellbar, 170 mm Federweg
- Hinterradaufhängung: Aluminium-Zweiarmschwinge hinten, Zentralfederbein, voll einstellbar (semiaktive Radführung), 180 mm Federweg
- Räder: Leichtmetallgussräder
- Reifen: vorn 120/70 ZR 19, hinten 170/60 ZR 17
- Bremsen: 330 mm Doppelscheibenbremse vorn, 265 mm Einscheibenbremse hinten
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