Die praktische Fahrprüfung ist der schwierigste Teil auf dem Weg zum Führerschein. Bevor du überhaupt losfährst, prüft der Fahrprüfer, ob du dein Fahrzeug technisch im Griff hast. Hier beantworten wir alle Fragen und geben hilfreiche Tipps.
Anmeldung und Vorbereitung
Sobald die Theorieprüfung bestanden wurde und die Pflichtfahrstunden absolviert sind, ist eine Anmeldung zur praktischen Fahrprüfung möglich. Allerdings darf die Prüfung frühestens vier Monate vor dem Erreichen des Mindestalters stattfinden. Außerdem sollte vorab mit dem Fahrlehrer besprochen werden, ob man bereit für die praktische Fahrprüfung ist.
Viele Fahrschüler möchten gern möglichst wenige Fahrstunden für die praktische Fahrprüfung aufwenden, denn ein Führerschein ist teuer. Um das zu erreichen, kann man sich so viel Zeit lassen und so viele Stunden nehmen, wie nach eigenem Ermessen und nach Ermessen des Fahrlehrers nötig sind. Einer davon ist die Fahrregion: In Großstädten herrscht mehr Verkehrsdichte, weswegen Fahrschüler durchschnittlich 35 bis 40 Fahrstunden als Vorbereitung für die Prüfung benötigen. In ländlichen Gegenden ist der Verkehr entspannter. Dort reichen auch 25 bis 30 Fahrstunden.
Ablauf der praktischen Prüfung
Die praktische Fahrprüfung ist hinsichtlich der Kosten nicht überall gleich. Die Kosten setzen sich zusammen aus einer bundesweit einheitlichen Anmeldegebühr von rund 117 Euro für die Prüfstelle und einer Zahlung an die Fahrschule für die Prüfungsfahrt. Der Prüfer stammt vom TÜV oder der DEKRA aus der Nähe. Er leitet durch die Region der Fahrschule, sodass das Terrain bereits aus den Fahrstunden bekannt ist. Bei der Prüfung ist das Fahrverhalten im gesamten Straßenverkehr wichtig, deshalb kann die Route sowohl durch die Stadt als auch über Land führen.
In der Regel dauert die praktische Fahrprüfung für die Klasse B 45 Minuten. Bei der Klasse A sind es 15 Minuten mehr. Die Prüfung beginnt mit einem kurzen Gespräch mit dem Prüfer, in dem man sich gegenseitig vorstellt und der Prüfer den Personalausweis prüft. Anschließend erfolgt die Sicherheitskontrolle: Hier stellt der Prüfer ein paar technische Fragen zum Fahrzeug. Danach folgt das Einsteigen ins Auto und die richtige Einstellung von Sitz, Lenkrad und Spiegeln. Die reine Fahrzeit beträgt etwa 25 Minuten. Dazu kommen noch drei Fahraufgaben, die der Prüfer zwischendurch stellt. Der Prüfer kann die Zeit nach eigenem Ermessen verlängern oder verkürzen.
Technische Fragen vor der Fahrt
Vor oder direkt nach der Fahrprüfung stellt der Prüfer noch ein paar technische Fragen zum Auto und lässt eine Sicherheitskontrolle ablegen. Zum Beispiel gilt es den Ölstand oder den Reifendruck zu prüfen. Mit diesen Fragen wird getestet, ob man den Zustand des Fahrzeugs einschätzen kann, bevor es auf die Straße geht.
Die Technik-Fragen sind kein schriftlicher Test, sondern ein kurzes praktisches Gespräch. Du wirst gebeten, etwas direkt am Fahrzeug zu zeigen oder zu erklären. Entscheidend ist, dass du ruhig und sachlich erklärst oder demonstrierst, was du tust. Wenn du einmal etwas vergisst, darfst du in der Regel kurz nachdenken oder wirst mit einer Hilfsfrage unterstützt. Die Prüfer wollen sehen, dass du dein Fahrzeug verstehst - nicht, dass du perfekte Technikkenntnisse hast.
Beispiele für technische Fragen
- Wie man die Warnblinkanlage aktiviert
- Wie man den Stand des Scheibenwischwassers kontrolliert
- Wo sich die Kontrollleuchten im Cockpit befinden
- Wie du den Reifendruck kontrollierst
- Wie du den Kettendurchhang überprüfst
- Wie du die Beleuchtung testest
- Wie die Bremskraftverteilung funktioniert
- Woran du erkennst, ob der Kupplungszug korrekt eingestellt ist
Die Fragen betreffen in der Regel sicherheitsrelevante Bereiche wie Licht, Bremsen, Flüssigkeitsstände, Reifen und Kontrollsysteme. Auch Fragen zur Fahrzeugbedienung, etwa zur Hupe oder zum ABS, sind möglich.
Grundfahraufgaben
In die Fahrtroute baut der Prüfer drei Grundfahraufgaben ein, um die Fähigkeiten zu testen. Jede Aufgabe darf man einmal wiederholen. Für die Aufgaben wählt der Prüfer häufig eine ruhige Straße oder einen Parkplatz aus.
Wer die Motorrad-Fahrprüfung der Klasse A bestehen will, muss in der Regel sechs von neun möglichen Grundfahraufgaben beherrschen. Die Grundfahraufgaben gehören einfach mit zur Prüfung und sind der Punkt auf dem "i". Grundfahraufgaben dienen dem Nachweis, dass der Bewerber ein Kraftrad der Klasse A selbständig handhaben kann, die Grundbegriffe der Fahrphysik kennt und sie richtig anwenden kann (Fahrzeugbeherrschung).
Hier ist eine Übersicht der Grundfahraufgaben:
- Langsames Fahren mit Schrittgeschwindigkeit (ca. 5 km/h im 1. Gang) unter Beibehaltung des Gleichgewichts und mit richtiger Handhabung von Kupplung, Gas und Bremse.
- Kraftrad unter gleichzeitiger Benutzung beider Bremsen mit höchstmöglicher Verzögerung aus einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h zum Stillstand zu bringen.
- Beschleunigen auf etwa 50 km/h, vor einer markierten Stelle um etwa 1 bis 1,5 m nach links ausweichen und, ohne zu bremsen, auf die ursprüngliche Fahrlinie zurückkehren.
- Beschleunigen auf etwa 50 km/h, dann rechtzeitig kurz abbremsen und nach Lösen der Bremsen mit einer Geschwindigkeit im eigenstabilen Bereich (ca. 30 km/h) vor einer markierten Stelle um etwa 1 bis 1,5 m nach links ausweichen und, ohne zu bremsen, auf die ursprüngliche Fahrlinie zurückkehren.
- Slalomstrecke (Länge ca. 80 m, 5 Leitkegel Abstand 9 m, anschließend 2 Leitkegel Abstand 7 m) mit einer Anfangsgeschwindigkeit von ca. 30 km/h mit annähernd gleichbleibender Geschwindigkeit zu durchfahren.
- Strecke von ca. 100 m mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 km/h fahren, dann rechtzeitig und zielstrebig auf ca. 5 km/h abbremsen und das Kraftrad auf einer Länge von ca. 20 m zum Stehen bringen.
- Mehrfaches Anhalten und Anfahren, abgestimmtes Betätigen von Gas, Kupplung und Bremse.
- Mehrfach Kreise mit einem Radius von ca. 4,5 m fahren.
Höchstens drei Grundfahraufgaben dürfen je einmal wiederholt werden.
Tipps und Tricks
- Der Prüfungstermin sollte so liegen, dass davor noch eine normale Fahrstunde stattfinden kann.
- Die praktische Fahrprüfung ist nicht wie eine Klausur in der Schule.
- Nutze alle Spiegel und den Schulterblick zur ständigen Beobachtung der Umgebung.
- Für die Gefahrenbremsung gibt es eine Eselsbrücke: „Erst Kuh, dann Büffel.“
- Sollte ein Fehler unterlaufen sein und der Prüfer sagt nichts, dann gilt: Weiterfahren, als wäre nichts gewesen.
- Nicht vergessen: Der Prüfer ist auch nur ein Mensch und will die Prüflinge auch lieber bestehen als durchfallen lassen.
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