Dreirad-Roller mit Führerschein Klasse B: Ein umfassender Überblick

Schräglage fahren ohne Motorradführerschein, ohne Erweiterung des Autoführerscheins und ohne Leistungsgrenze? Das geht. Und ist dank der Dreirad-Roller nicht einmal begrenzt auf 125 Kubik Hubraum.

Seit einigen Jahren versuchen Rollerhersteller, von Staus geplagte Autofahrer in Deutschland zum Umstieg auf einen Scooter zu bewegen. Helfen sollen dabei in besonderer Weise dreirädrige Modelle, die man dank ihrer breiten Vorderachse auch mit Führerschein Klasse B, also dem Pkw-Führerschein fahren darf. Darüber hinaus verspricht diese Gattung Fahrzeug, dank aufwendiger Fahrwerkstechnik, einen sicheren Kurvenspaß. Mittlerweile stehen einige Modelle in verschiedenen Preis- und Leistungsklassen zur Wahl.

Dreirad-Roller sind vor allem für Autofahrer interessant, da hierfür der Autoführerschein Klasse B ohne Erweiterung ausreichend ist. Aber auch für Roller- und Motorradfahrer, die besonderen Wert auf Sicherheit legen, könnte das Konzept vor allem für Herbst- und Winterfahrten eine Überlegung wert sein.

Die Geschichte der Dreirad-Roller und Führerscheinbestimmungen

Den Dreh, wie aus den bis dato Motorradführerschein-pflichtigen Piaggio MP3 -Roller, Fahrzeuge für die Führerscheinklasse B werden, entdeckte 2006 ein unabhängiger Roller-Spezialist: Die Firma Pedalo aus Sassenberg bei Münster. Hinten größerer Blinkerabstand und vorn mittels eingebauter Distanzstücke eine Verbreiterung des Abstands zwischen den beiden Vorderrädern (Spur) von bislang 42 auf 46 Zentimeter - das reichte aus, um so umgebaute Piaggio MP3 per Ausnahmegenehmigung in der Fahrzeugklasse L5e (anstatt L3e) zuzulassen und damit führerscheinrechtlich als Mehrspurfahrzeug, sprich Auto, einzustufen.

Doch das schmeckte dem Gesetzgeber nicht, weshalb die Genehmigung 2007 widerrufen wurde. Zwingend notwendig war ab dann zusätzlich eine Fuß-betätigte Zweikreis-Bremse, die auf alle Räder des Fahrzeugs gleichzeitig wirkt. Doch deren technische Umsetzung bekam Pedalo nicht hin. Piaggio konstruierte aber daraufhin die Fahrzeuge selbst so, dass sie den damals aktuellen gesetzlichen Bestimmungen zur Eingruppierung als Zweispurfahrzeug genügten. Der italienische Hersteller ließ das Fußbremspedal also direkt in die Serienproduktion einfließen.

Zum 19. Januar 2013 änderte der Gesetzgeber im Zuge der "Umsetzung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie" die Bestimmungen so, dass die Dreirad-Roller dem Motorradführerschein zugeordnet wurden. Wer seinen Autoführerschein nach jenem Stichtag erwarb, benötigte für diese Fahrzeuge dann zusätzlich den Motorradführerschein. Es gehe um die "Wahrung der Verkehrssicherheit", hieß es seinerzeit auf Anfrage aus dem Bundesverkehrsministerium. Es sei "wissenschaftlich unbestritten, dass allein die langjährige Erfahrung, einen Pkw sicher zu führen, nicht ausreicht, um ein Zweirad (wie auch die vergleichbaren Dreiräder) sicher zu führen."

Eine abermalige Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung zum 28. Dezember 2016 ermöglichte in Deutschland aufs Neue allen Besitzern eines Autoführerscheins den Zugang zum Dreirad-Roller. Einschränkung: Wer die Prüfung nach dem 19.

Wichtige Hinweise für Führerscheininhaber

  • Wer den Pkw-Führerschein der Klasse B oder Klasse 3 vor dem 19. Januar 2013 erworben hat, darf nämlich alle dreirädrigen Kraftfahrzeuge fahren, auch mit Anhänger.
  • Beim Umtausch in die Scheckkarte wird dies durch die Schlüsselzahlen 79.03 und 79.04 zu A1 und A ausgedrückt.
  • Es handelt sich um Schlüsselzahlen der Europäischen Union, das heißt die Fahrberechtigung gilt in allen EU-Ländern.
  • Die ab dem 19. Januar 2013 erworbene Klasse B umfasst ebenfalls das Führen von dreirädrigen Kraftfahrzeugen, jedoch nur in Deutschland (Schlüsselziffer 194).

Sofern das Kraftfahrzeug eine Motorleistung von mehr als 15 kW aufweist, ist zu beachten, dass die Fahrberechtigung für Dreiräder nur gilt, wenn der Inhaber der Fahrerlaubnis mindestens 21 Jahre alt ist. Die dafür geforderte Spurweite von 46 Zentimetern übertrifft der Tricity um einen Zentimeter, auch das vorgeschriebene Fußpedal, das alle Bremsen gleichzeitig betätigt, ist an Bord.

Vor- und Nachteile von Dreiradrollern

Als Autofahrer oder Autofahrerin benötigt ihr für einen Dreiradroller, wie er in Deutschland angeboten wird, keinerlei zusätzliche Fahrerlaubnis. Für die Klasse der 125er-Zweiräder braucht ihr aber zumindest den Autoführerschein mit zusätzlicher Schlüsselnummer B196.

Vorteile

  • Kein zusätzlicher Führerschein oder Erweiterung notwendig.
  • Keine Hubraumgrenzen.
  • Kaum Leistungseinschränkungen (nur Mindestalter 21 Jahre bei mehr als 15 kW Leistung für Führerscheine nach dem 19. Januar 2013).
  • Erhöhte Sicherheit durch Haftungsplus im Herbst und Winter.

Nachteile

  • Eingeschränkte Wendigkeit im Vergleich zu zweirädrigen Rollern.
  • Höheres Gewicht.
  • Verhältnismäßig hohe Kosten.
  • Begrenzte Modellauswahl.

Aktuelle Modelle auf dem Markt

Mittlerweile stehen einige Modelle in verschiedenen Preis- und Leistungsklassen zur Wahl.

Piaggio MP3

Der Urvater dieser illustren Dreiradbande ist ein Italiener: MP3 heißt der bereits 2006 erstmals angebotene Roller von Piaggio. Einst ist er als 125er angetreten, zwischenzeitlich sogar mit Hybridantrieb. Über Jahre ist der MP3 gereift und vor allem stärker geworden. Mittlerweile gibt es ihn als 300er und 500er mit einer Leitungsspanne von 19 kW/26 PS bis maximal 33 kW/44 PS. Die Preise variieren zwischen knapp über 7.000 bis etwas oberhalb von 11.000 Euro. Technisch haben die Modelle einige Höhepunkte, etwa neuerdings einen Rückwärtsgang für das 275 Kilogramm schwere Topmodell 500 hpe Sport Advanced zu bieten. Seinem Kern, dem besonderen Fahrvergnügen dank der drei Räder, ist er unverändert treu geblieben.

Entsprechend ist es nach wie vor ein großes Vergnügen, in kräftiger Schräglage mit einem MP3 um Ecken zu wetzen, vor denen die Fahrer von Einspur-Rollern Manschetten haben.

QV3 von Quadro Vehicles

Ganz ähnlich sieht das bei dem entfernt mit dem MP3 verwandten QV3 der Schweizer Marke Quadro Vehicles aus. Hinter Quadro steckt der Zweiradtechnik-Zulieferer Marabese Design, der einst an der Entwicklung der Parallelogramm-Aufhängung der Vorderachse des ersten MP3 beteiligt war. Für die Quadro-Dreiräder hat Marabese später ein technisch feineres, hydraulisches Pendant zum MP3-System weiterentwickelt und sich mit dem taiwanesischen Rollerhersteller Aeon zusammengetan, um 2012 zunächst das Modell 350D auf den Markt zu bringen. Mittlerweile heißt der Dreirad-Scooter QV3. Der mit 220 Kilogramm leichteste Vertreter in seiner Hubraumklasse wird von einem 21 kW/29 PS starken Einzylinder angetrieben. Auch ihn zeichnet ein agiles wie stabiles Verhalten in Kurven aus, welches selbst bei Schräglagen von 40 Grad noch sichere Haftung garantiert. Denn die Hydraulik presst die Räder auf die Straße. Clever: Beim Ampelstopp bleibt der QV3 aufrecht stehen, selbst wenn der Fahrer seine Füße auf den Trittbrettern belässt. Derzeit kostet das Dreirad von Quadro rund 7000 statt sonst 7600 Euro.

Peugeot Metropolis

Ein weiterer Klassiker der Dreirad-Szene ist der Metropolis des mittlerweile zu Mahindra gehörenden Zweiradherstellers Peugeot Motorcycles. Der rund 260 Kilogramm schwere „Franzose“ wird von einem Einzylinder mit 400 Kubikzentimeter Hubraum und 26 kW/36 PS angetrieben. Wie seine ähnlich starken Mitbewerber ist auch der Metropolis mit 135 km/h Topspeed absolut autobahntauglich. Wie ein moderner Pkw strotzt der Peugeot-Scooter zudem vor innovativen Ausstattungsdetails, die vom schlüssellosen Smart Key über eine elektrisch betätigte Feststellbremse bis zum kompletten Cockpit mit Reifendruckkontrollsystem reichen. Wie seine Mitbewerber zeichnet auch diesen Dreirad-Roller ein hohes Maß an Agilität aus. Wie seine Mitbewerber ist auch er ausgesprochen Agilität, was sich Peugeot mit mindestens 9700 Euro ordentlich bezahlen lässt.

Yamaha Tricity

Ein noch junger Herausforderer dieser drei Europäer ist der aus Japan stammende Tricity, den Yamaha 2014 in einer vergleichsweise bescheidenen 125er-Version ins Rennen geschickt hat. Roller und Motor wurden 2017 überarbeitet und die Leistung auf 9 kW/12,2 PS angehoben. Das erlaubt zumindest im Stadtverkehr souveränes Mitschwimmen. Zumal der Tricity 125 mit knapp über 160 Kilogramm ziemlich leicht ist. Zudem ist er mit einem Preis von rund 4.750 Euro relativ günstig.

Die Neigetechnik ist clever, allerdings bietet der kleine Tricity im Gegensatz zu seinen zuvor genannten Mitbewerbern keine Fahrwerksarretierung, weshalb der Fahrer beim Ampelstopp noch wie bei Einspur-Rollern klassisch die Füße auf den Boden muss. Wesentlich erwachsener, stärker und komfortabler ist der gänzlich neue Tricity 300. Neben 21 kW/28 PS Motorleistung bietet er außerdem noch ein Standing-Assist-System. Bei ihm kann der Fahrer im Gegensatz zum 125er-Bruder die Füße auf dem Trittbrett lassen. Clever-Technik und gehobenes Leistungsniveau haben auch bei Yamaha ihren Preis: 8400 Euro kostet der ab Juli verfügbare, große Tricity.

Doohan iTank & iTango

Anders als die zuvor genannten Vertreter mit Verbrennungsmotor, werden die Dreirad-Roller iTank und iTango des chinesischen Herstellers Doohan rein elektrisch angetrieben. Dank Neigetechnik sollen die Stromer ein ähnliches Schräglagengefühl wie klassische Zweiräder erlauben. Hinzu kommen eine erhöhte Stabilität und kurze Bremswege - dank der drei Bremsen. Einstiegsmodell ist der iTango, den es in 25-km/h- und 45-km/h-Versionen gibt. In beiden Fällen sind die Roller mit Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet, die Reichweiten von bis zu 70 Kilometer erlauben. Bessere Fahrleistungen ermöglicht der iTank, der in einer auf 45 km/h beschränkten Variante sowie in Kombination mit einer 4,2 kW/5,7 PS starken Bosch-Maschine 70 km/h erreicht. Rund 4.000 Euro kostet die Topversion des iTank, 1.000 Euro günstiger ist die 45-km/h-Version. Diese werden teilweise schon für rund 2.000 Euro angeboten.

Technische Daten und Preise ausgewählter Modelle

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die technischen Daten und Preise einiger der genannten Dreirad-Roller:

Modell Hubraum (Kubik) Leistung (kW/PS) Höchstgeschwindigkeit (km/h) Gewicht (kg) Preis (ca. Euro)
Peugeot Metropolis 399 26,2 / 35,6 135 280 Ab 9.355
Piaggio MP3 300/Sport 278 19 / 25,8 120 225 7.290 / 7.490
Piaggio MP3 400/Sport 399 26 / 35 135 257 9.590 / 9.590
Piaggio MP3 500 Sport Advanced 493 32 / 44 145 282 11.590
Yamaha Tricity 300 292 20,6 / 28 k. A. 239 Ab 8.699

Dreirad-Roller im Test: Yamaha Tricity 300

Der Yamaha Tricity 300 ist ein Dreirad-Roller, der auch von einem Teil der Autoführerschein-Inhabern gefahren werden kann. Die Testfahrt klärt, wie gut Motor, Kurvenverhalten und Komfort sind.

Der Tricity 300 ist Yamahas drittes Dreirad. Die Japaner kreuzten dafür ihr Dreirad-Konzept des 125er-Tricity-Rollers (aktuell nicht in Deutschland erhältlich) mit dem aufsehenerregenden Dreirad-Motorrad Niken.

Gestartet wird mittels schlüssellosem Transponder-System: Mit dem Sender in der Tasche lassen sich über einen Drehknauf das Lenkschloss, die Zündung und über darunterliegende Tasten die Sitzbank und der Tankverschluss öffnen.

Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder mit 292 Kubikzentimetern Hubraum zählt zu den modernsten Aggregaten des Segments mit einteiliger geschmiedeter Kurbelwelle und Semi-Trockensumpfschmierung. So stehen dem Tricity-Treiber ebenfalls 28 PS und ein Drehmoment von 29 Newtonmetern zur Verfügung, die mit dem Gewicht von 239 Kilogramm akzeptabel zurechtkommen. Ein Sprintkönig ist der Tricity aber nicht, er erfreut eher mit seiner gleichmäßigen Leistung, die ihn maximal bis auf 126 km/h beschleunigt.

Das hohe Gewicht kommt durch die Yamaha-eigene Neigetechnik Leaning Multi Wheel (LMW) an der Front zustande. Hier führen Tandem-Telegabeln die beiden Räder unabhängig voneinander. Während die hinteren Gabelholme die Führungsarbeit übernehmen, besorgen die vorderen die Dämpfung. Die Gabeln sind wie üblich über ein quer zur Fahrtrichtung angeordnetes Parallelogramm-Gestänge miteinander verbunden.

Trotz der Fahrzeugmasse macht der Tricity keinen unbeweglichen Eindruck. Angenehm präzise folgt er der vorgegebenen Linie und lässt sich auch von Bodenunebenheiten nicht von dieser abbringen - die Telegabeln dämpfen und federn so manche Unannehmlichkeit weg. Die mit 14 Zoll vergleichsweise großen Räder sorgen für viel Fahrstabilität und guten Abrollkomfort, die Fahrwerksabstimmung bietet insgesamt ein hohes Komfortniveau.

Erstmals bei Yamaha lassen sich die beiden Vorderräder arretieren. Das "Standing Assist-System", über eine Taste an der Vorderseite der linken Lenkerarmatur aktiviert, blockiert das Parallelogramm-Gestänge und hält den Roller beim Anhalten aufrecht - sofern die Geschwindigkeit unter zehn km/h gesunken ist. Allerdings bleibt die Feder- und Dämpfungsfunktion der beiden Doppelgabeln erhalten, dadurch kann die Front flexibel auf Bodenunebenheiten reagieren. Das erhöht den Komfort, die Sicherheit und macht das Rangieren leichter. Befinden sich die Räder nicht in perfekter Nulllage, vermittelt das System allerdings ein nicht sonderlich stabiles Gefühl.

Zu so viel technischer Raffinesse gesellen sich gute Tourentugenden in Gestalt eines riesigen Staufachs unterm Sitz sowie bestem Wind- und Wetterschutz hinter der etwas zu hohen Scheibe.

Technische Daten Yamaha Tricity 300:

  • Motor/Getriebe: Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Einzylinder, 292 cm³ Hubraum, 20,6 kW/28 PS bei 7250 U/min, 29 Nm bei 5750 U/min; vier Ventile/Zylinder, ohc, Einspritzung, CVT-Automatik, Fliehkraftkupplung, Riemen-Sekundärantrieb
  • Fahrleistungen und Verbrauch: Höchstgeschwindigkeit 126 km/h, 3,7 l/100 km
  • Fahrwerk: Stahlrohrrahmen; zwei 330-mm-Doppel-Telegabeln vorn (nicht einstellbar), 100 mm Federweg; Triebsatzschwinge hinten, zwei Federbeine (Vorspannung einstellbar), 84 mm Federweg; Leichtmetall-Gussräder; Reifen 2x120/70-14 (vorn) und 140/70-14 (hinten)

Der Schweizer Dreirad-Scooter Quadro QV 3 im Test

Der Schweizer Dreirad-Scooter Quadro QV 3 bietet auch bei Schräglage hohe Sicherheit.

Fragt sich nun, ist das nur eine Option für Nicht-Biker, die auch mal Fahrtwind genießen wollen? Oder ist das Dreirad eine Alternative zu Roller und Motorrad, wenn man auf Nummer sicher gehen möchte?

Die technische Voraussetzung am Quadro QV 3 ist die zweirädrige Vorderrad-Konstruktion, das "hydraulisch-pneumatische Neigesystem HTS" (HTS = Hydraulic Tilting System). Hersteller Quadro verspricht "Fahrsicherheit, Fahrkomfort und Fahrspaß".

Zunächst zum Komfort: Der beginnt beim Abstellen des Rollers, der mit einem roten Hebel fixiert wird - so steht das Schweizer Gefährt umfallsicher. An der Ampel fühlt sich der Scooter auch mit Sozius sehr stabil an. Dazu kommen Stauraum in kleinen Fächern und unter der Sitzbank sowie guter Wind- und Wetterschutz durch die Verkleidung.

Wichtiger noch ist das Thema Sicherheit: Die zweirädrige Vorderachse liegt ungewöhnlich satt auf der Straße und bewegt sich nahezu unbeirrbar durch enge Kurven oder um Ecken. Zumindest für Roller-Neulinge ist das ein atemberaubender Wert. Nachteil des Systems: In Fahrt geht vom doppelten Vorderrad eine gewisse Trägheit aus. Für den geübten Roller-Piloten erweist sich dies als gewöhnungsbedürftig. Wer aber den Vergleich zum konventionellen Zweirad nicht ziehen kann, wird sich daran nicht stören, sondern stattdessen die Vorzüge genießen. Denn ist der QV 3 erst einmal in Schräglage, dann lässt er höheres Kurventempo zu und bietet höhere Sicherheitsreserven.

Seine Mankos macht er allerdings unter anderem mit nur 220 kg Leergewicht wett - die unmittelbare Konkurrenz ist deutlich schwerer: Der Piaggio MP3 350 etwa wiegt 256 kg, der Peugeot Metropolis Allure immerhin 265 kg. Gerade für ungeübte Fahrer ist das wichtig, da man mit den 29 PS des Einzylinder-Motors in der Stadt durchaus flott unterwegs ist. Nur im Soziusbetrieb sowie beim Überholen auf der Landstraße würde man sich etwas mehr Leistung und Drehmoment wünschen.

Technische Daten Quadro QV 3:

  • Motor: Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor mit vier Ventilen pro Zylinder, Hubraum 346 cm³, Leistung 21 kW/29 PS bei 7000 U/min, max. Drehmoment 31,8 Nm bei 5500 U/min, stufenlose Variomatik
  • Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 125 km/h, 0-100 km/h k. A.
  • Fahrwerk: Stahlbrückenrahmen, vorne hydraulisch-pneumatisches Neigungssystem "Hydraulic Tilting System" (HTS) mit 40° Neigungswinkel links und rechts, vorn Teleskop-Gabel mit 35 mm Tauchrohrdurchmesser, hinten Doppelfederbein (100 mm Federweg)
  • Bremsen: vorn Doppelscheibenbremse, Durchmesser je 240 mm, hinten Einscheibenbremse, Durchmesser 256 mm
  • Reifen: vorn 110/80-14 31M, hinten 140/70-15 66M
  • Maße/Gewicht: Radstand 1560 mm, Tankinhalt 13,2 Liter, Sitzhöhe 810 mm, Leergewicht fahrbereit 220 kg, zul.

Top 5 Dreirad-Roller mit B-Führerschein (2024)

Dreirad Roller sind der neue Renner für alle mit einem B-Führerschein. Besonders bei schlechtem Wetter oder schwierigen Straßenverhältnissen sind sie unschlagbar. Dazu kommt, dass viele dieser Roller autobahntauglich sind, was sie perfekt für längere Fahrten und tägliches Pendeln macht. Im Vergleich zum Motorrad sind sie leichter zu handhaben und bieten mehr Komfort.

Die Auswahl der besten Dreirad-Roller wird von der erfahrenen 1000PS-Jury getroffen, bestehend aus bekannten Testern wie Nils, Vauli, Horvath, Gregor, Poky, Mex, Martin Bauer, Wolf, Arlo, Amelie, Schaaf und Frankee.

Dieses Jahr war es ganz vorne, bei den Top-3-Platzierungen, besonders spannend. Vauli, Horvath und Poky haben hier die entscheidenden Bewertungen abgegeben. Während Vauli und Horvath den Peugeot Metropolis 400 und den Piaggio MP3 530 Sport Advanced hoch eingestuft haben, war Poky auch der 400er MP3 ein Anliegen. Besonders der Kymco CV3 und der Yamaha Tricity 300 sorgten für unterschiedliche Meinungen und damit für ein gleichermaßen knappes, wie interessantes Endergebnis.

Die Top 5

  1. Peugeot Metropolis 400: Ausgestattet mit einem kraftvollen 400ccm-Motor, bietet der Metropolis 400 eine beeindruckende Fahrdynamik und hohe Geschwindigkeiten, die sowohl für Stadtfahrten als auch für längere Autobahnstrecken geeignet sind.
  2. Piaggio MP3 530 HPE Exclusive: Mit seinem leistungsstarken Motor und dem fortschrittlichen Design setzt er neue Maßstäbe in seiner Klasse.
  3. Kymco CV3 550i: Angetrieben von einem leistungsstarken Motor (51 PS!), bietet der CV3 eine für die Fahrzeugklasse hervorragende Beschleunigung und eine hohe Endgeschwindigkeit, was ihn ideal für Stadt und Autobahn macht.
  4. Yamaha Tricity 300: Yamaha hat im Jahr 2020 mit dem Tricity 300 den Schritt unternommen, nun auch in der 300er Klasse der Dreirad-Roller aufzutreten.
  5. Piaggio MP3 (verschiedene Modelle): Mit der neuen Exclusive Version hat Piaggio deutlich nachgelegt und in Sachen Ausstattung das Non plus ultra in dieser Fahrzeugklasse geschaffen.

B196 Führerscheinerweiterung vs. Dreiradroller

Wie finde ich nun heraus, ob ich besser die B196-Führerscheinerweiterung mache oder mir einen Dreiradroller kaufe? Wir klären euch über die Vor- und Nachteile der beiden Möglichkeiten auf, damit ihr euch ohne Zweifel für die euch passendere Lösung entscheiden könnt.

Nachteile der Führerschein-Erweiterung B196

  • Es ist eine Führerschein-Erweiterung um die Schlüsselzahl B196 notwendig.
  • Die Anwärter müssen mindestens 25 Jahre alt sein und seit mindestens 5 Jahren den Führerschein Klasse B haben.
  • Es sind neun 90-minütige Doppelstunden Fahrschule zu absolvieren - 4 in der Theorie und 5 in der Praxis. Kosten: je nach Region ca. 700 - 900 Euro.
  • Mit dieser Führerschein-Erweiterung dürfen Autofahrer oder Autofahrerinnen dann lediglich Leichtkrafträder der 125er-Klasse pilotieren, also alles, was bis zu 125 cm³ Hubraum und maximal 11 kW (15 PS) Leistung aufweist.

Vorteile der Führerschein-Erweiterung B196

  • Sie dürfen ein Kraftrad pilotieren, was Fahrdynamik in Schräglage, wendiges Kurvenverhalten, einfaches Handling sowie Durchschlängeln im Verkehr, insbesondere im Stau, umfasst.
  • Hinzu kommt die deutlich leichtere oder oft ganz entfallende Parkplatzsuche.
  • Die Auswahl an Fahrzeugen ist riesig.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0