Ein Endurance-Rennrad ist ein Fahrrad, das speziell für lange Strecken und lange Fahrten entwickelt wurde. Im Vergleich zu herkömmlichen Rennrädern hat es eine entspanntere Sitzposition und eine angenehmere Fahrweise, um den Komfort für den Fahrer zu erhöhen und Ermüdungserscheinungen zu verringern.
Was macht ein Endurance-Rennrad aus?
Eine bequemere Sitzposition, etwas breitere Reifen, kleinere Übersetzungen und weniger komplizierte Technik sind die wesentlichen Unterschiede zu den prominenteren, aber in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen Rennmaschinen von Radprofis. Diese auf Bedürfnisse von Freizeitradlern zugeschnittenen Details machten die Gattung ab Anfang der 2000er-Jahre zunehmend populär.
Vorteile von Endurance-Rennrädern
- Komfort: Durch aufrechte Sitzposition und bessere Dämpfung.
- Weniger Ermüdung: Dank vibrationsdämpfendem Rahmen und breiteren Reifen.
- Vielseitigkeit: Von schnellen Touren bis hin zu langen Radmarathons.
Aktuelle Modelle im Vergleich
Canyon Endurace, Specialized Roubaix, GIANT Defy und FOCUS Paralane. Vier feste Größen im Allroad-Segment haben eins gemeinsam: Sie sind 2023 allesamt neu aufgelegt worden, und wir haben sie direkt gegeneinander antreten lassen. Mit den Releases von Specialized, GIANT, FOCUS und Canyon sind 2023 nach unserem Vergleichstest aber noch einmal vier extrem spannende Allroad-Bikes gelauncht worden. Wir haben es uns daher nicht nehmen lassen, direkt einen Vergleich dieser Bikes nachzulegen.
Auf den traumhaften Küstenstraßen der Côte d’Azur sind wir den vier Allroad-Neuheiten auf den Grund gegangen und ganz uneigennützig dem deutschen Winter entkommen. Auf den steilen Anstiegen haben wir den Bikes alles abverlangt und sind auch an die eigenen Grenzen gestoßen. Belohnt wurde das mit schnellen Abfahrten im Küstenwind und Aperol Spritz in der französischen Abendsonne.
Dieser Shootout baut auf dem Allroad-Vergleichstest 2023 auf und ergänzt diesen um vier spannende Allroad-Bikes von Specialized, Canyon, GIANT und FOCUS. Wir haben die gleichen Ansprüche gestellt und auf die gleichen technischen Details geachtet. Selbst die Küstenstraßen mit böigem Wind vom Mittelmeer waren ähnlich schön und tückisch!
Canyon Endurace CF SLX 8 AXS Aero
Das Canyon Endurace ist mittlerweile ein echter Endurance-Klassiker. Seit 2016 verbindet Canyon mit dem Bike Racing und Langstreckenkomfort. Mit der neu gewonnenen Reifenfreiheit ist das Endurace mittlerweile auch im Allroad-Segment angekommen. Die moderne Optik wirkt sportlich und funktional. Eben typisch Canyon. Ebenfalls typisch Canyon: die ikonische VCLS-Sattelstütze für extra Komfort.
Für längere Abstecher auf Gravel-Pisten und Waldautobahnen ist das Endurace allerdings zu schmal bereift und fühlt sich daher auf Asphalt am wohlsten. Wer es komfortabel auf der Straße krachen lassen will, wird mit dem Canyon Endurace CF SLX 8 AXS Aero glücklich. Mit ausreichend Compliance für schlechten Asphalt, einem direkten Handling, Aero-Features und spritzigem Antritt optimal für das Langstrecken-Race, die schnelle Afterwork-Runde oder Tagestouren mit Ortsschildsprint. Mit 5.499 € ist es das zweitgünstigste Bike im Shootout.
FOCUS Paralane 8.9
Das Paralane ist seit 2017 die Allroad-Interpretation bei FOCUS und macht mit einem sportlich zeitlosen Look und passenden Schutzblechen auf sich aufmerksam. Ganz ohne extra Komfort-Features oder Federelemente steht das FOCUS Paralane 8.9 im Testfeld alleine da und wirkt puristisch. Die sportliche Optik wird durch die (optionalen) Schutzbleche relativiert.
Die etwas gestreckte Sitzposition durch den eher gemächlichen Antritt. Das FOCUS Paralane 8.9 fühlt sich auf der Straße am wohlsten und kann hier durch Effizienz auf der Langstrecke und durch eine solide Bauweise überzeugen. Für weite Strecken auf unbefestigten Wegen fehlt es allerdings an Compliance und Reifenbreite. Prima geeignet für Radreisen auf Asphalt oder den schnellen Weg ins Office. Mit 5.299 € das günstigste Bike im Shootout.
GIANT Defy Advanced SL
Die fünfte Generation des GIANT Defy will durch Leichtbau und funktionalen Purismus aufs Siegertreppchen. Das mit 7,20 kg in Größe M leichteste Bike im Vergleich macht auf den ersten Blick klar, dass es auf die Rennstrecke möchte. Auffälliger Effektlack und edle Carbon-Parts versprühen Race Vibes. Durch das eher anspruchsvolle Handling ist das Defy Advanced SL allerdings nicht für Anfänger geeignet.
Enge Kurven und schnelle Richtungswechsel erfordern Eingewöhnung. Die Compliance kommt dank unauffällig integriertem Carbon-Flex im Rahmen, Sattelstütze und Cockpit nicht zu kurz und ist in Kombination mit den 32 mm breiten Reifen auch für Waldwege ausreichend.
Specialized S-Works Roubaix SL8
Seit 2004 bekannt als „Cobble-Killer“ ist das - nach dem berühmt berüchtigten Straßenrennen Paris-Roubaix benannte - Specialized Roubaix seit jeher bekannt für Federelemente auf dem Rennrad. Mit dem SL8 bringt Specialized die dritte Generation des hauseigenen Dämpfersystems „Future Shock“ an den Start. Dieses vereint eine anpassbare Dämpfung und verschiedene Federhärten mit austauschbaren Preload-Spacern für ein möglichst individuelles Setup.
Echtes Race-Feeling kommt beim Roubaix allerdings nicht auf, die Sitzposition ist durch die hohe Front zu entspannt. Kombiniert mit 40 mm Reifenfreiheit macht das Roubaix auch Gravel-Bikes Konkurrenz und das bei einem Gewicht von 7,36 kg! Das macht sich auch im Antritt bemerkbar, hier geht das Roubaix spritzig voran und bezwingt leichtfüßig Kletterpassagen. Wo ist der Haken? Der Blick aufs Preisschild … Mit 14.000 € ist das S-Works Roubaix SL8 deutlich teurer als die restlichen Bikes.
Was macht ein gutes Allroad-Bike aus?
Das kommt auf den eigenen Fahrstil und Einsatzzweck an! Wo bewegst du dich am liebsten mit deinem Rennrad? Von Racern, die sich für Rennen auf langen Pflasterstein-Etappen ein Race-Bike wünschen, das etwas Komfort bietet, über Abenteurer, die auf Radreisen auch vor Schotterstrecken keinen Halt machen wollen, bis hin zu gemütlichen Cruisern, die ein komfortables Rennrad für entspannte Touren in der Natur suchen.
Die Varianz an Allroad-Bikes ist riesig und deckt all diese verschiedenen Fahrertypen und Einsatzgebiete ab. Vor dem Kauf muss man sich deshalb klar machen, wie man unterwegs ist, wo man fahren will und was einem besonders wichtig ist.
Das Allroad-Segment bleibt divers
Canyon, FOCUS, GIANT und Specialized bringen spannende Bikes in das Segment, die in den Eigenschaften Komfort, Gewicht und Preis ins Extreme gehen. Die Unterschiede zwischen den Allroad-Bikes werden immer größer. Umso wichtiger wird es, sich vor dem Kauf richtig zu informieren, um die Zeit auf dem Rad in vollen Zügen genießen zu können. Und darauf kommt es letztlich an!
Trend zu breiteren Reifen
Ein Trend, der sich auch bei Endurance-Rennrädern abzeichnet, ist der zu immer breiteren Reifen. Überwiegender Konsens der Hersteller ist, dass die typische Reifenbreite auf der Langstrecke in Zukunft bei 30 bis 32 Millimetern liegt. Bei den meisten Modellen ist sogar noch Luft für 35er eingeplant. Das macht die Räder etwas schwerer, aber auch robuster und komfortabler und erweitert das Einsatzspektrum auch auf ungeteerte Wege.
Auswahl des richtigen Endurance-Rennrads
Die Wahl des richtigen Endurance-Rennrads hängt von deinen Zielen und deinem bevorzugten Terrain ab.
Das Allroad-Segment bleibt spannend! Der Trend zu komfortablen Rennrädern mit ausreichend breiten Reifen für Entdeckungstouren, die nicht mit dem glatten Asphalt der Hauptstraße enden müssen, hält an. Das sorgt für immer mehr neue, spannende Bikes mit dem „Allroad-Stempel“. Die Kategorie ist allerdings sehr weit gefasst, und die Interpretation der Hersteller driftet zum Teil sehr weit auseinander. Daher gilt: Augen auf beim Allroad-Kauf!
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