Motorradreifen für Harley-Davidson: Tests, Erfahrungen und wichtige Infos

Das Thema Motorradreifen ist besonders für Harley-Davidson-Fahrer ein wichtiger Punkt, um das bestmögliche Fahrgefühl und die nötige Sicherheit auf der Straße zu gewährleisten. Der Reifen ist während der Fahrt der einzige Kontaktpunkt zur Straße und sollte deshalb niemals vernachlässigt werden.

Reifentests und Vergleiche

Zwar startet die diesjährige Reifentestserie der Zeitschrift Motorrad erst mit deren Ausgabe 12/2020. Dennoch hat man sich schon für das aktuelle Heft 6/2020 dem Thema Motorradreifen gewidmet und wird darin ein Vergleich von Cruiser-Profilen präsentiert für Maschinen wie der als Testfahrzeug zum Einsatz gekommenen Harley-Davidson FLHCS Heritage Classic 114.

Antreten zum Rapport mussten sieben Modelle angefangen bei Bridgestones „Battlecruise H50“ und Contis „Tour“ über die als Erstausrüstung an dem Motorrad montierte, aber mit Harley- statt Dunlop-Schriftzug auf der Seitenwand versehene Paarung aus „D401“ und „D401T“ bis hin zu Metzelers „Cruisetec“, Michelins „Commander III Cruiser“, dem „Custom Force“ von Mitas sowie Pirellis „Night Dragon GT“.

Angesichts der Fahrzeugklasse, für welche die Reifen ausgelegt sind, hat Motorrad auf eine Dynamikwertung auf trockener Strecke bei ihnen verzichtet und alle Modelle ausschließlich bei Nässe ihre Qualitäten unter Beweis stellen lassen. Lediglich zwei der Prüflinge werden letztlich „sehr gut“ bewertet. Besser als die als „störrisch“ bezeichnete Dunlop-Originalbereifung haben letztlich alle restlichen Kandidaten ihre Sache gemacht - teils jedoch nur geringfügig.

Erfahrungen von Harley-Davidson Fahrern

Viele Harley-Fahrer haben diese Option genutzt, um beispielsweise breitere Reifen oder spezifische Reifenmodelle zu montieren, die besser zu ihren Bedürfnissen und zum Motorradstil passen. Hier sind einige subjektive Erfahrungen von Harley-Davidson Fahrern:

  • Dunlop D 408 F: Der Serienreifen ist besser als seine Vorgänger, bei Nässe nicht die erste Wahl, neigt zu ausgeprägter Sägezahnbildung und dementsprechenden Geräuschen am Ende der Laufzeit. Ein Vorteil des Reifens ist die Verfügbarkeit und keine Aufstellneigung beim Bremsen in Kurven.
  • Metzeler Cruisetec: Wäre die erste Wahl, aber im Moment nicht mehr verfügbar.
  • Michelin Commander III Touring: Eine negative Überraschung. Am Hinterrad ist praktisch in der Mitte der Laufffläche kein Profil. Das führt bei Nässe zu sehr frühem Regeln der Traktionskontrolle. Der Commander hat nur eine ganz geringe Sägezahnbildung, er funktioniert bei Nässe besser als der Dunlop, schlechter als der Cruisetec. Es gibt eine ausgeprägte Aufstellneigung beim Bremsen in Kurven und zwischen 50 und 60 km/h beim Geradeausfahren gibt es spürbare Vibrationen im Lenker und den Trittbrettern vom Vorderrad.
  • Metzler Cruisetec: Seitdem entsteht ein feines Vibrieren/Surren im Lenker, besonders spürbar bei 50-60 kmh.

Reifenempfehlungen und Testergebnisse

Hier eine Zusammenfassung einiger Testergebnisse:

  • Metzeler Cruisetec: Mit dem Cruisetec gewinnen Custom-Capitanos klar an Sicherheit. Dickschiffe wie unsere HD Heritage Classic lassen sich souverän durch die schwere See steuern.
  • Bridgestone Battlecruise H50: Mit dem H50 hat Bridgestone an ein paar wichtigen Stellschrauben gedreht. Dank unserer Test-Harley spürbar souveräner über nasse Straßen geleitet.
  • ContiTour: Bei Geradeausfahrt kann der ContiTour auch im Nassen punkten. Dank starker Haftung macht er der Harley beim Beschleunigen Beine und lässt sich sicher einbremsen.
  • Mitas Custom Force: Nicht wirklich eine Alternative zur Originalbereifung. Trotz Neuentwicklung bleibt der Aha-Effekt beim Mitas Custom Force aus.
  • Pirelli: Von den besten Reifen in diesem Test ist der Pirelli meilenweit entfernt. AUSREICHEND.
  • Dunlop D401/T: Bei gutem Wetter mag der D401/T noch genügen, doch auf nasser Fahrbahn knickt der Reifen sehr früh ein.
  • Michelin Commander III: Mit dem Commander III knüpft Michelin nahtlos an die Tradition an, sich in puncto Nassperformance nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen.

Motorradreifen des Jahres: Ergebnisse der europaweiten Umfrage

Biker wissen, was sie wollen. Sie haben oft genaue Ansprüche an ihr Equipment und entsprechend klare Überzeugungen, was Marken und Modelle betrifft. Insgesamt beteiligten sich an der Umfrage rund 3.150 Personen. MotorradreifenDirekt.de hatte von Juli bis September in insgesamt zehn europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande Österreich, Polen, Schweden, Schweiz und Spanien) Biker dazu aufgerufen, ihren jeweiligen Favoriten in neun Kategorien aus einer Auswahl aktueller Modelle zu benennen.

Hier sind die Ergebnisse der Umfrage:

  • Kategorie Tourensport: ContiRoadAttack 3 (Deutschland)
  • Kategorie Chopper/Cruiser: Metzeler Cruisetec und Michelin Commander II (geteilt)
  • Kategorie Enduro/Straße: ContiTrailAttack 3

Es ist auffällig, dass Biker offenbar am meisten denjenigen Marken vertrauen, die ursprünglich aus ihrem Land kommen. Am deutlichsten zeigt sich das in Frankreich: Hier wurden ausschließlich Michelin-Modelle als Sieger gekürt. Auch in Deutschland sind die Präferenzen mit Conti und Metzeler eindeutig, ebenso in Italien mit Pirelli. Bemerkenswert ist auch, dass die britischen Biker anscheinend eine Vorliebe für Bridgestone haben.

Wichtige Infos und Gesetze zur Motorradbereifung

Bei allen Motorradreifen gilt derzeit eine gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6mm. Der richtige Reifendruck ist für die Langlebigkeit der Reifen entscheidend.

Gesetzliche Informationen zur Motorradbereifung:

  • Sowohl Halter als auch Führer des Motorrads werden belangt sollte etwas nicht in Ordnung sein, es drohen hier hohe Geldstrafen.
  • Mischbereifung ist verboten.
  • Das Gesetz zur Reifenbindung ist hinfällig.

Um die schöne Optik und Langlebigkeit von Speichen und Reifen dauerhaft zu gewährleisten ist regelmäßige Pflege wichtig.

Reifensuche und Konfiguration

Mit unserem intuitiven System findest Du schnell und einfach den perfekten METZELER Reifen für Dein Motorrad. Unser Reifenkatalog umfasst Produkte für alle Motorradmodelle, mit den passenden Empfehlungen für Enduro-, Custom-, Sport-, Cross- und Touring-Motorräder sowie für alle anderen Motorradkategorien auf dem Markt.

In unserem Online-Konfigurator sind die passenden Reifen für alle Motorradtypen hinterlegt. Um die richtigen Reifen für Dich zu finden, wähle einfach die Marke und das Modell Deines Motorrads aus und lasse Dir in nur in wenigen Sekunden die Reifen anzeigen, die am besten zu Deinem Motorrad passen und die für Dein Modell homologiert sind. Mit den vollständig verfügbaren technischen Daten kannst Du die detaillierten Informationen zu jedem Produkt analysieren.

In der Online-Reifensuche von METZELER werden Dir alle Reifen angezeigt, die zu Deinem Motorrad passen und für Dein Modell homologiert sind und die Du daher auf Deinem Motorrad verwenden kannst.

Neue Regelungen ab 2025 für Reifenanpassungen

Mit den neuen Regelungen ab 2025 müssen Motorradbesitzer, die ihre Reifen anpassen möchten, jedoch einige Veränderungen beachten. Was bisher durch eine einfache Unbedenklichkeitsbescheinigung (UBB) möglich war, wird ab dem kommenden Jahr in Deutschland nur noch durch eine Abnahme und Eintragung bei der Prüfstelle zulässig sein.

Bisher galt in Deutschland die Möglichkeit, durch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung (UBB) Reifen zu fahren, die nicht exakt den Eintragungen in der Zulassungsbescheinigung entsprechen. Die UBB galt dabei als ausreichender Nachweis, dass die montierten Reifen keine Sicherheitsrisiken darstellen, auch wenn sie nicht den Herstellerangaben des Motorrads entsprachen. Ein zusätzlicher Gang zum TÜV oder zur Prüforganisation war nicht nötig, solange die UBB mitgeführt wurde.

Ab dem 1. Januar 2025 entfällt die Möglichkeit, mit der reinen Mitführung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung zu fahren, wenn die Reifen von den Eintragungen in den Fahrzeugpapieren abweichen. Dieser Schritt ist zwingend erforderlich, wenn sich die Reifen in Größe, Profiltiefe oder anderen technischen Details vom Original unterscheiden. Die einfache Vorlage einer UBB reicht in diesen Fällen nicht mehr aus.

Für Fahrer von Harley-Davidson-Motorrädern bedeutet dies, dass Änderungen an der Bereifung ab 2025 aufwendiger werden könnten. Wer auf breitere oder optisch andere Reifen umrüsten möchte, muss künftig mit zusätzlichem Aufwand und Kosten rechnen. Die bisherige Flexibilität für personalisierte Umrüstungen an Harley-Davidson-Motorrädern wird dadurch eingeschränkt. Vor allem für Biker, die gerne ihre Maschinen nach ihren Vorstellungen anpassen, stellt diese Neuregelung eine Herausforderung dar.

Der Grund für die neue Regelung liegt in der Verkehrssicherheit. Aus Sicht der Behörden und Prüforganisationen sind Reifenanpassungen ein sicherheitsrelevanter Punkt, der gerade bei schweren Maschinen wie Harley-Davidson-Modellen strenger überwacht werden sollte.

Wer ab 2025 Reifen an seinem Harley-Davidson-Motorrad ändern möchte, die nicht den Originaleinträgen entsprechen, sollte folgende Schritte beachten:

  1. Beratung einholen: Schon vor dem Kauf neuer Reifen ist es ratsam, sich über die technischen Anforderungen und die Zulassungsmöglichkeiten zu informieren.
  2. Prüfstelle kontaktieren: Wer sich für eine Änderung entscheidet, sollte frühzeitig einen Termin bei TÜV oder DEKRA vereinbaren, um die Abnahme einplanen zu können.

Ab 2025 wird das Fahren mit nicht serienmäßigen Reifen für Harley-Davidson-Fahrer und Motorradbesitzer generell mit mehr Aufwand verbunden sein. Der zusätzliche Gang zum TÜV oder einer Prüforganisation kann jedoch nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch mögliche Rechtsprobleme im Falle eines Unfalls minimieren.

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