Die THG-Quote (Treibhausgas-Minderungsquote) ist ein zentrales Instrument in Deutschland, um die Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehrssektor zu fördern. Seit Anfang des Jahres steht diese Möglichkeit auch Privatpersonen offen, inklusive Besitzern von elektrischen Leichtkrafträdern und E-Motorrädern.
Was ist die THG-Quote?
Die THG-Quote verpflichtet Mineralölunternehmen, den CO₂-Ausstoß ihrer Produkte zu kompensieren. Dem gegenüber stehen Halter von Elektrofahrzeugen, die ihr eingespartes Treibhausgas an die Konzerne „verkaufen“ können. Durch diesen Handel wird die Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehr wirtschaftlich attraktiver und der Umstieg auf nachhaltige Mobilität gefördert.
Die THG-Prämie für Elektroroller
Die THG-Prämie (Treibhausgas Prämie) erhält ein Nutzer eines Elektrofahrzeuges für die jährliche Nutzung seiner Elektromobilität. Die THG Quote des Umweltbundesamtes wird entsprechend des jeweiligen E-Fahrzeug Typs berechnet und liegt aktuell bei rund 230,- bis 350,- Euro pro Jahr. Die THG-Quote (Treibhausgasminderungsquote) bietet E-Roller-Besitzern in Deutschland die Möglichkeit, durch den Verkauf der durch ihre Fahrzeuge eingesparten Emissionen zusätzliches Einkommen in Form von Geld zu generieren. Dieser Bonus zielt darauf ab, die Emissionen im Verkehr zu senken und die Elektromobilität zu fördern.
Voraussetzungen für den Erhalt der THG-Prämie
Um die THG-Prämie zu erhalten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:
- Das Fahrzeug muss ein Elektrofahrzeug sein, in dem Fall ein E-Roller.
- Das Fahrzeug muss eine Höchstgeschwindigkeit von mindestens 45 km/h erreichen.
- Das Fahrzeug muss eine offizielle Zulassung haben.
- Du, der Halter des Fahrzeugs, musst die THG-Prämie aktiv beantragen.
Relevant für die Zertifizierung der THG Quote ist der Wert „Elektro“ im Feld P.3 eurer Zulassungsbescheinigung. Wenn in eurer Zulassungsbescheinigung im Fahrzeugschein in Zeile J die Klasse L3e, L3e-A2, L3e-A3, L4e, L4e-A2, L4e-A3, L5e-A oder L5e-B vermerkt ist, dann seit Ihr zum Erhalt der Prämie berechtigt. Auch nach einigen Anpassungen am Gesetz dürfen einige Fahrzeugklassen die THG-Prämie beantragen - das sind die Klassen L3e und L4e, L3e-A2, L3e-A3, L4e-A2, L4e-A3, L5e-A oder L5e-B.
Gesetzesänderung vom 29. Juli 2023
Seit dem 29.07.2023 ist die Beantragung der THG-Quote für E-Roller nur noch für Zweiräder mit Zulassungsbescheinigung Teil 1 möglich. Am 29. Juli 2023 trat eine neue Gesetzesänderung in Kraft, die die Vergabe von THG-Quoten für zulassungsfreie E-Fahrzeuge betrifft. Diese Gesetzesänderung hat zur Folge, dass viele bisher berechtigte E-Roller und E-Motorräder keine THG-Quote mehr erhalten können, was die vorherige Möglichkeit, durch eine freiwillige Zulassung Prämien zu erhalten, beendet. E-Roller, die eigentlich zulassungsfrei sind und freiwillig höher zugelassen worden sind, sind nicht mehr antragsberechtigt.
Mit den hier beschlossenen Änderungen kann keine THG-Quote mehr für eigentlich zulassungsfreie Fahrzeuge und Elektroroller beantragt werden. Mit der Einführung der neuen Regelung können nur noch zulassungspflichtige Fahrzeuge die THG-Quote in Anspruch nehmen. Dies bedeutet, dass Elektroroller ausgeschlossen sind, da sie als zulassungsfreie Kleinkrafträder eingestuft werden.
Der Antragsprozess für die THG-Quote
Am besten beantragt ihr die THG-Quote über einen Anbieter wie Elektrovorteil.de. Zuerst müsst ihr euch auf deren Webseite registrieren, dann wird euch in dem Anmeldeprozess erklärt, welche Angaben für eine erfolgreiche Auszahlung benötigt werden. Ein unerlässliches Dokument sind Vorder- und Rückseite von eurem Fahrzeugschein. Im zweiten Schritt werden eure Eingaben strukturiert und geprüft. Nachdem sie beim Umweltbundesamt als Sammelantrag eingereicht worden sind, werden sie dort erneut geprüft. Ist das Ergebnis positiv, werden die erfolgreich zertifizierten THG Quoten an die Mineralölgesellschaften vermarktet, die ihre Emissionen reduzieren müssen.
Zwischen dem Hochladen von eurem Fahrzeugscheins und der Auszahlung der THG-Prämie können mehrere Wochen ins Land ziehen. Ihr müsst insgesamt mit einer Dauer von 10 bis 12 Wochen rechnen. Im letzten Schritt bekommt ihr eine Prämie. Und zwar unabhängig davon, wie viele Kilometer ihr mit eurem E Fahrzeug unterwegs seid. Elektrovorteil.de behält davon einen geringen Anteil, meist sind das 15 %. Euch wird ein Betrag in Höhe von mindestens 350 Euro ausgezahlt. Bei steigendem Quotenpreis erhöht sich eure Prämienauszahlung. Und das beste: Die Prämie gibt es jährlich für euch!
Um die THG Förderung für Elektrorollerr direkt beim Bundesamt zu beantragen, musst Du ein wenig Bürokratie über Dich ergehen lassen. Schwierig ist es nicht, aber auch nicht ganz einfach, wenn man sich da neu einarbeiten will. Ein einfacherer Weg, um in den Genuss der Prämie zu kommen ist der Übliche Verkauf der THG Quote. Die wird sozusagen an eine Dritte Partei abgetreten, die dann den Antrag stellt. Das ist ein einfacher und sicherer Weg.
THG-Quote für 45 km/h-Elektroroller
BesitzerInnen von 45 km/h Elektrorollern und anderen E-Kleinkrafträdern können ebenfalls von der THG Quote profitieren. Wie das geht, wissen nur die Wenigsten. Wir erklären euch, wie. Also einmal hier schwarz auf weiß: Kleinkrafträder bis 45 km/h der Klassen L1e/L1e-A lassen sich ebenfalls für die THG Quote zertifizieren, sodass eine Prämie von bis zu 350 Euro erzielt werden kann.
Freiwillige Zulassung
Wer ein Zweirad mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h sein Eigen nennt, bekommt in der Regel lediglich ein kleines Versicherungskennzeichen und keinen Fahrzeugschein. Da für die Zertifizierung der THG Quote ein Fahrzeugschein von Nöten ist, muss man bei einem kleinen Elektrozweirad ein bisschen tricksen. Hier kommt die sogenannte "Freiwillige Zulassung" ins Spiel. Für diese benötigt die örtliche Zulassungsstelle folgende Unterlagen: Personalausweis, EVB-Nummer (erhalten Sie von Ihrer Versicherung) und eine Betriebserlaubnis (ggf. Gutachten, Kaufvertrag) des Kleinkraftrades. Mit diesen Unterlagen kann der kleine Elektroroller nun zugelassen werden. Danach erhält der Besitzer oder die Besitzerin auf das kleine Nummernschild eine Zulassungsplakette sowie die Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein). Eine HU Plakette wird nicht ausgehändigt, da trotz Zulassung das Fahrzeug ein Kleinkraftrad mit 45 km/h-Beschränkung bleibt - somit ist weiterhin kein TÜV notwendig.
Kostenübersicht des Zulassungsvorgangs
Ganz ohne Kosten ist die Zulassung eines Kleinkraftrades nicht - aber sie halten sich in Grenzen. Die Gebühren für den einmaligen Zulassungsvorgang belaufen sich auf 40 Euro, der Kauf des Kennzeichens beträgt schlappe 15 Euro. Obendrauf kommen dann noch Versicherungsgebühren, die sich im Schnitt im ersten Jahr auf 70 Euro summieren und dann jährlich stagnieren (zweites Jahr ca. 50 Euro, drittes Jahr ca. 20 Euro).
Fahrzeugklassen
Das Umweltbundesamt teilt die Höhe der THG Prämie in nur drei unterschiedliche Fahrzeugklassen aus. M1 (Pkw), N1 (Nutzfahrzeuge) und M3 (Busse). Alle weiteren Fahrzeugklassen, die sich nicht eindeutig in eine der drei Klassen einordnen lassen, rutschen automatisch in die Klasse M1 (Pkw).
Vorteile der THG-Prämie
Die THG-Prämie bietet zahlreiche Vorteile für Besitzer von E-Rollern und E-Motorrädern. Zudem trägst du aktiv zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bei und leistest einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Ein weiterer Vorteil ist die mögliche Steuerbefreiung für Privatpersonen, die E-Fahrzeuge nutzen.
THG-Quote 2025 - Wie entwickelt sich der Markt?
Mit den gesetzlichen Anpassungen und der kontinuierlichen Erhöhung der THG-Quote wird sich der Markt für den Quotenhandel in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Zum einen wird erwartet, dass der Handel mit THG-Zertifikaten an Bedeutung gewinnt, da Kraftstoffanbieter ihre gesetzlichen Quoten zunehmend durch den Kauf von Zertifikaten erfüllen müssen. Zum anderen zeigen Prognosen, dass die Preisentwicklung für THG-Quoten stabiler werden könnte.
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